Aufrufe
vor 3 Monaten

64. Lobbericher Reitsportfestival -ET 02.08.2017-

  • Text
  • Dressur
  • Abou
  • Klasse
  • Reiter
  • Lobberich
  • August
  • Sari
  • Lobbericher
  • Reitsportfestival
  • Springpferde

64. Lobbericher Reitsportfestival -ET

VIE-L4 C4 Stadt Viersen RHEINISCHE POST MITTWOCH, 2. AUGUST 2017 Geduldeter Libanese: Arbeitslos statt Lehre Gestern sollte Mohamad Fares Abou Saris’ Ausbildung beginnen. Stattdessen erfuhr er im Ausländeramt, dass er nicht mehr arbeiten darf VON NADINE FISCHER VIERSEN Fast 40 Minuten dauert Mohamad Fares Abou Saris’ Termin bei der Ausländerbehörde der Stadt Viersen. Dann kommt der 29-Jährige raus, geht langsam die Stufen vor dem Haupteingang runter, bleibt auf dem Bürgersteig stehen. Er wirkt geschockt. „Jetzt habe ich nichts mehr“, sagt der Libanese. „Keine Arbeit, keine Ausbildung.“ Um ihn herum stehen gestern Vormittag ein Dutzend Mitglieder der Partei Die Linke und der Linksjugend. Sie haben sich dort versammelt, um auf seinen Fall aufmerksam zu machen, ihm zu zeigen: Du bist nicht alleine. Seit März 2013 hält sich Abou Sari in Deutschland auf. Im Libanon habe er nicht bleiben können, sagt er. „Ich hatte Probleme mit einer politischen Gruppe, das war ganz gefährlich für mich.“ Er stellte einen Asylantrag, suchte sich Arbeit in Süchteln, mietete eine Wohnung. Den Antrag auf Asyl lehnte das Verwaltungsgericht Düsseldorf im März 2017 ab. Seitdem ist Abou Sari ausreisepflichtig. In Deutschland hat er den Status „geduldet“, er muss also ausreisen, sobald der Ausländerbehörde alle nötigen Heimreisedokumente vorliegen. Er versuchte, zumindest eine Ausbildungsduldung für drei Jahre zu erwirken. Denn Abou Sari hat einen Ausbildungsplatz als Packmitteltechnologe. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Gestern wäre sein erster Tag als Azubi gewesen. Stattdessen teilte ihm eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde mit, dass er gar nicht Vor der Ausländerbehörde versammelten sich Freunde, Mitglieder der Linken und der Linksjugend, um Mohamad Abou Sari (2.v.r.) zu unterstützen. RP-FOTO: FISCHER mehr arbeiten darf. „Das ist keine Ermessensentscheidung“, betont Tina Dornhoff, Koordinatorin der Behörde. Abou Sari müsse laut Gesetz dabei mitwirken, die Heimreisedokumente zu vervollständigen – das habe er bisher aber nicht getan. Daraus folgt nun, dass er nicht mehr arbeiten darf. Was fehlt, ist ein Pass. Ohne diesen Identifikationsnachweis kann er weder freiwillig ausreisen noch abgeschoben werden. Laut Ausländeramt hatte er früher schon einmal einen Reisepass, das sei behördlich bestätigt. Bei den Terminen dort habe er aber angegeben, noch nie einen besessen zu haben. Auch für die Ausbildungsduldung sei ein Pass nötig, erläutern Dornhoff und Christoph Hünnekes, Leiter der Abteilung für Meldeangelegenheiten. Sie sind sicher: Hätte Abou Sari den Pass besorgt, wäre der Antrag auf Ausbildungsduldung nicht abgelehnt worden. In drei Jahren könnte er dann einen Antrag auf Duldung für weitere sechs Monate stellen, während er einen Arbeitsplatz sucht. Und dann wäre er lange genug im Land, sodass eine Aufenthaltsgenehmigung geprüft werden könnte. Abou Sari sagt jedoch, er sei bereits zwei Mal in der Botschaft des Libanon in Berlin gewesen, um einen Pass zu beantragen. Ohne gültigen Aufenthaltstitel werde ihm das Dokument aber nicht ausgestellt. Das Problem: Als geduldeter Ausländer hat er keinen gültigen Aufenthaltstitel. Dass er nun weder arbeiten noch seine Ausbildung beginnen darf, können weder er noch sein Anwalt Markus Ley nachvollziehen. Es gebe durchaus Ermessensspielraum, betont Ley: „Die Stadt könnte sich bewegen, wenn sie wollte.“ Es stehe auch nirgendwo im Gesetz, dass einem Ausländer eine Ausbildungsduldung nur in Verbindung mit einem Pass gewährt werde. Abou Sari habe daran mitgewirkt, die nötigen Papiere für die Ausreise zu besorgen. Aber es sei eben nicht so einfach, in der libanesischen Botschaft einen Pass zu bekommen. „Wir werden gegen das Versagen der Arbeitserlaubnis und der Ausbildungsduldung Rechtsmittel einlegen“, sagt Ley. Für Abou Sari steht außerdem bald wieder ein Gang zum Amt an: Er muss Arbeitslosengeld beantragen. Vier Tage Reitsport vom Feinsten Das 64. Reitsportfestival des RFV Lobberich ist ein Turnier der Extraklasse mit überregionaler Bedeutung. Das 64. Reitsportfestival des Reit- und Fahrvereins Lobberich an der Lüthemühle startet bereits am morgigen Donnerstag, 3. August. „Wir bieten dann vier Tage Reitsport vom Feinsten“, sagt Wilhelm Tobrock, Turnierkoordinator der hochkarätigen Veranstaltung, die bis Sonntag, 6. August, dauert. Das zieht bei Zuschauern, die den Nervenkitzel beim Springreiten und die geschmeidigen Bewegungen bei den edlen Dressurpferden lieben, und bei Reitern große Kreise – weit über das Rheinland hinaus. Diverse Prüfungen sind nämlich bundesweit und für das benachbarte Ausland ausgeschrieben. Zwei Flutlichtabende, die stets eine große Anziehungskraft haben, verbinden die Lobbericher mit Show und Sport. Mehr als 400 Teilnehmer haben über 1700 Startplätze in 39 Prüfungen reserviert bis zur schweren Klasse S. Das anspruchsvollste S**-Springen mit Stechen um den Preis der Volksbank Krefeld ist mit 5000 Euro dotiert und die Grand- Prix-Dressage Kür mit 2500 Euro. Hochkarätige Reiter sind da: der Australier Daniel Meech, mehrfacher Teilnehmer der Olympischen Spiele; der für den RFV Lobberich startende Mexikaner Jaime Guerra, Olympiateilnehmer und Ex- Eintritt frei Beim 64. Lobbericher Reitsportfestival vom 3. bis 6. August an der Lüthemühle ist der Eintritt am Donnerstag und am Freitag einschließlich der Abendveranstaltung frei. Am Samstag und Sonntag erhebt der Ausrichter RFV Lobberich pro Tag ein Eintrittsgeld in Höhe von fünf Euro, wobei Jugendliche unter 14 Jahren, Schwerbehinderte ab 80 Prozent und Rollstuhlfahrer wiederum freien Eintritt haben. Weltranglistenerster; Heiner Schiergen, Rheinischer Meister 2017 und mehrfacher deutscher Meister der Berufsreiter sowie Mannschafts-Olympiasiegerin Nadine Capellmann. „Der gesamte Donnerstag auf dem Springplatz steht im Zeichen der jungen Pferde“, sagt Wilhelm Tobrock. Vier- bis sechsjährige Pferde präsentieren sich hier in Vorlaufprüfungen, aber auch in Qualifikationen für das Deutsche Bundeschampionat der fünf- bis sechsjährigen Springpferde wie tags darauf für die jungen Dressurpferde. Auf dem Dressurplatz laufen die Warmlaufprüfungen für die große Freitagsabend-Dressurgala, bei der dortigen Dressur werden die U 18-Junioren mit einer Aufgabe der internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) eine Sichtung für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Aachen (verbunden mit einer M**-Kür) reiten. „Wir sind die einzigen im Rheinland, die neben den rheinischen Meisterschaften eine solche Sichtung Auf der Turnieranlage des Reit- und Fahrvereins Lobberich wird in den kommenden vier Tagen wieder Reitsport der Extraklasse geboten. durchführen, aber auch für die U 21-Junioren auf S-Ebene“, betont Wilhelm Tobrock. „Letztendlich entscheidet dann der Landesverband, wer bei den Deutschen startet.“ Die großen Reiter treten in einer Intermediaire II, einer Dressurprüfung der Klasse S mit drei Sternen an. Letztere gilt als Qualifikation für die Grand-Prix-Dressage Kür. Reiter und Pferd reiten dann zur Musik, wobei die Ausführung und die künstlerische Gestaltung zu einer Note zusammenfließen. Zwölf Finalisten stehen nach der Qualifikation fest, die dabei eine Mindest- Punkte-Grenze von 60 Prozentpunkten erreichen müssen. Die Lobbericher unterscheiden während ihrer Pferdeleistungsschau bei den Springreitern zwischen Prüfungen für die „Youngster“ in der kleinen Tour sowie in einer mittleren und großen Tour sowie in einer regionalen. Für die Springer enden sie entweder in einem S-Springen mit Stechen oder in einer Siegerrunde. Ein Stechen ist dann eindeutig, wenn alle Nullreiter aus dem Normalumlauf in den „Endlauf“ reiten sowie bei der Siegerrunde 25 Prozent der Reiter aus dem Normalumlauf, mit oder ohne Abwürfe, das Finale bestreiten. Die Fehlerpunkte nehmen sie mit in die Siegerrunde, die dann auf das zweite Ergebnis draufgeschlagen werden. Die Zeit wird dagegen neu genommen wie im Stechen.

Sonderveröffentlichungen