Aufrufe
vor 8 Monaten

775 Jahre Kleve

  • Text
  • Kleve
  • Klever
  • Stadt
  • Hochschule
  • Zeit
  • April
  • Geschichte
  • Moritz
  • Kurhaus
  • Offern

Das Aushängeschild

Das Aushängeschild Kurhaus Kleve leistet sich als vergleichsweise kleine Kommune ein bedeutendes Museum, das Besucher aus ganz Deutschand an den Rand der Republik zieht. aus Koekkoek wurde zur Stiftung. VON MATTHIAS GRASS Die Tradition, Kunst zu sammeln und auszustellen, ist in Kleve lang – sie geht auf Herzog Wilhelm der Reiche von Jülich- Kleve-Berg zurück, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine Sammlung römischer Antiken auf der Klever Burg anlegte. Später baute Prinz Moritz die Sammlung weiter aus, der gelehrte Klever Regierungspräsident Julius Ernst von Buggenhagen knüpfte daran an und zeigte sie im Johannisturm. Doch die französischen Revolutionstruppen unterbrachen das kunstsinnige Treiben der Klever. Die Sammlung wurde geplündert, 1865 gab’s wieder ein neues Museum, das dann nach der Kriegszerstörung endlich 1955 neu gegründet und 1960 im Haus Koekkoek feierlich als städtisches Museum eröffnet wurde. Erster Direktor war Dr. Friedrich Gorissen, der sich vor allem um den Koekkoek-Bestand und das Mittelalter kümmerte. Auch der frühe Beuys war hier in Kleve zu sehen. Sein Nachfolger Drs. Guido de Werd baute das Haus dann zu internationaler Größe aus und krönte die Klever Museumsgeschichte 1997 mit dem Umzug ins eigens dafür restaurierte und dann später noch mal erweiterte Kurhaus. Ein Museum, das von der Eröffnung an in aller Munde war – durch begeisternde Ausstellungen. Soll im Jubiläumsjahr saniert werden: Das Museum Kurhaus Kleve ist neben der Hochschule Rhein-Waal das überregionale Aushängeschild der Stadt. Foto: Markus van Offern Und de Werd machte aus der alten Idee des ideellen Sammelns eine Bürgerinitiative, als er 1987 den Freundeskreis ins Leben rief. Ein Verein, der inzwischen der größte Bürgerverein in Kleve ist. 1600 Menschen unterstützen die Arbeit des Museums. Ein Verein mit großem kulturellen und politischen Gewicht. Der Verein „rettete“ auch Haus Koekkoek als Spezialmuseum, als das klassizistische Künstlerpalais 1997 nach dem Umzug des städtischen Museums ins Kurhaus veräußert werden sollte. Eine Million Mark wurden gesammelt, das Haus wurde mit Hilfe von Stadt und Land zur Stiftung. Eine ähnlich beträchtliche Summe kam zusammen, um die Stadt beim Ausbau des Kurhauses zu unterstützen. Dazu immer wieder Ankäufe von Kunst, im öffentlichen Raum (Eiserner Mann oder Penones Baum) wie im Museum. Nachdem de Werd in den Ruhestand verabschiedet wurde, übernahm Prof. Harald Kunde die Geschicke des Hauses, de Werds Stellvertreter Dr. Roland Mönig ging als Leiter ans Saarländer Museum, ihm folgte Susanne Figner. Valentina Vlasic blieb dem Haus treu und komplettiert das Team der Museumsmacher. Die Geschicke im B. C. Koekkoek- Haus lenkt Ursula Geisselbrecht, der es gelingt, das Palais in der Mitte der Stadt mit ganz kleinen finanziellen Mitteln und einer großen Schar freiwilliger Helfer, mit quirligem Leben und spannenden Ausstellungen zu füllen. Daneben hat die Stadt aber noch die kleinen Museen, die sich mit Kleve und seiner Geschichte auseinandersetzen, wie das Schüsterkes-Museum im Elefanten- Hochlager, das an die Schuhindustrie erinnert, wie die Räume im Schwanenturm, wo der Klevische Verein bald die Stadt- und Burggeschichte ausbreiten möchte oder wie das Museum Arenacum in Rindern mit römischer Geschichte und jungen Bildern. Harald Kunde und Susanne Figner. Foto: Gottfried Evers Die Salons im B. C. Koekkoek-Haus erinnern an den großen niederländischen Malerfürsten. Foto: B.C. Koekkoek

Hochschule – das Klever Projekt des Jahrhunderts Die Hochschule Rhein-Waal läutet für Stadt und Kreis eine neue Ära ein. 2009 bekam der Kreis den Zuschlag für die Hochschule Rhein- Waal. Heute studieren hier über 6000 Studierende, Zweidrittel davon in Kleve. VON MATTHIAS GRASS Heide Naderer, Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, blickt zum Jubiläum nach vorn: „Kleve, das ist die Schwanenburg, die Stiftskirche und seit einigen Jahren auch die Hochschule Rhein- Waal. Die Hochschule ist mittlerweile ein Teil der Klever Stadt-Geschichte und hat sich zu einem eigenen kleinen Stadtteil etabliert, worauf wir sehr stolz sind. Wir freuen uns, die Stadt Kleve stets als engagierten und kooperativen Partner an der Seite der Hochschule zu wissen. Für die kommenden Aufgaben in den nächsten Jahrzehnten wünsche ich Kleve eine weiterhin positive Entwicklung, stets ein gutes Händchen und viel Erfolg!“ Die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) hat Kleve seit 2009 tiefgreifend verändert, als Landrat Wolfgang Die Hochschule ist mittlerweile ein Teil der Klever Stadt-Geschichte Dr. Heide Naderer Spreen es schaffte, mit seiner Bewerbung das Institut in den Kreis nach Kleve zu bekommen: Mehr als 6000 Studenten lernen in den vier Fakultäten der Hochschule, zwei Drittel davon an den drei Fakultäten in Kleve. Die Hochschule fügt Kleve einen gelungenen Campus an und macht das Leben in den Straßen der Stadt auf einen Schlag jünger und internationaler. Millionensummen wurden investiert für den Campus, den die Kreis Klever Baugesellschaft in Rekordzeit im Hafen der Stadt hochzog. Der vom damaligen Bürgermeister Theo Brauer angestoßene Stadtentwicklungsprozess hatte die Weichen so gestellt, dass die Stadterweiterung schnell möglich wurde. Die Gründungspräsidentin Marie-Luise Klotz trieb das Vorhaben Hochschule mit Elan voran. Inzwischen ist die HSRW etabliert. In Kleve wurden die Ein- Heide Naderer auf dem Campus Kleve. Gründungspräsidentin Prof. Klotz mit Landrat Spreen. Fotos (3): Gottfried Evers richtungen und die Studenten mit offenen Armen empfangen, im Gegenzug bekommen die Bürger nicht nur junges studentisches Leben in die Straßen, es gibt das Studium Generale für alle – dieses Jahr sogar mit einem Spezial-Programm zur 775- Jahr-Feier der Stadt. Mit seiner Leidenschaft nicht nur für exotisches Gewächs lockt Vizepräsident Prof. Dr. Jens Gebauer hohe Besucherzahlen in das Klimahaus, in dem geforscht wird, aber auch die Bananen zur Freude der Besucher blühen – nicht zu vergessen die Gärten vor Grundsteinlegung mit NRW- Minister Pinkwart. und neben dem Haus. Die der Natur abgeguckten U-Boote von Prof. William Megill tragen Jahr für Jahr das Logo der Klever Hochschule auf internationale Wettbewerbe und werden ausgezeichnet. Die Agrarfachleute arbeiten an der Forschung der Ernährung der Erde für morgen, das Team der HSRW um Prof. Fahmi forscht im Kampf gegen Krebs und Alzheimer, man arbeitet an Strategien, wie das Dorf von morgen aussieht - und das sind nur einige Beispiele der Forschung, die auf dem Campus in Kleve betrieben wird.

Sonderveröffentlichungen