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775 Jahre Kleve

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Einmal Regionalliga und

Einmal Regionalliga und zurück Der Fusionsverein 1. FC Kleve stieg 2008 in die Regionalliga auf und im Jahr darauf wieder ab. Urgestein Umut Akpinar blickt anlässlich des 775-jährigen Bestehens der Stadt Kleve noch einmal auf die Zeit zurück. VON SABRINA PETERS Der 18. Mai 2008 war ein warmer Sommertag. Die Sonne strahlte mit den Fans des damaligen Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve um die Wette. „Es war unglaublich. Wir als Mannschaft wurden schon beim Aufwärmen wahnsinnig toll empfangen“, schwärmt Umut Akpinar, damaliger Spieler der Oberliga-Mannschaft und heutiger Trainer der rot-blauen Reserve. Nachdem das letzte Spiel der Saison 2007/08 gegen Bayer Leverkusen II aufgrund des hohen Fan-Andrangs später angepfiffen werden musste, schafften Akpinar und seine Teamkollegen etwas Einmaliges: Sie stiegen durch ein Tor von Patrick Goncalves in die zu dieser Zeit neuformierte Regionalliga West auf. Der noch junge 1. FC Kleve kannte bis dahin nur den Weg nach oben. 2000 fusionierten der VfB Lohengrin Kleve und der SC Kleve zum heutigen 1. FCK. Akpinar, der seit 1996 für den VfB Kleve kickte, erinnert sich noch heute besonders gerne an die Derbys zwischen dem VfB und dem SC zurück. „Da waren bestimmt immer 1000 Zuschauer da. Die Rivalität zwischen beiden Mannschaf- ten war schließlich groß, auch wenn man sich nach den Spielen immer freundschaftlich die Hand gegeben hat. Man kannte sich ja“, erzählt Akpinar. Nach der Fusion im Jahr 2000 spielten einige der einstigen Rivalen plötzlich in einem Team zusammen und traten als 1. FC Kleve in der Landesliga an. In der zweiten Saison stiegen sie bereits unter Trainer Horst Riege in die Verbandsliga auf, ehe Coach Fred Bockholt den 1. FC Kleve in die Oberliga führte. Dort konnten sich die Schwanenstädter trotz namhafter Konkurrenz rasch etablieren. In der Saison 2007/2008 kam dann Arie van Lent, für den der 1. FC Kleve nach der Beendigung seiner Profifußball-Karriere, in der er unter anderem für Borussia Mönchengladbach auflief, seine erste Trainerstation war. „Wir sind mit acht Siegen in Folge in die Spielzeit gestartet. Davon haben wir das ganze Jahr über gezehrt“, sagt Umut Akpinar. Im vorletzten Saisonspiel legten die Rot-Blauen am ehrwürdigen Uhlenkrug bei ETB Schwarz-Weiß Essen mit einem 2:0-Sieg den Grundstein für den einen Spieltag später gelungenen Aufstieg in die Regionalliga. 2000: Der Gründungsvorstand, v.l.: Lothar van Remmen, Arend van Dronkelaar, Heinz-Jürgen Gietemann, Claus Peters, Otto Hintzen, Peter Theissen, Hans Gilles, Hans Noy, Josef Tunnissen, Uwe Dönisch-Seidel, Bernd Zevens, Gerd van Koeverden, Josef Sprünken, Jürgen Bastians-Hendricks. Foto: Evers 2008: Goncalves schoss das Tor zum Aufstieg. Fotos: Stade (2) Hatten gut Lachen: Der damals zweite Vorsitzende Eric Janssen (l.) und Bürgermeister Brauer. 2011: Trauriger Abgang: Christian Nitsch (v.l.), Jürgen Roelofsen, Theo Elbers und Lukas Verlage auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft. Foto: Evers Trainerriege: Horst Riege, Fred Bockholt, Arie van Lent, Georg Kreß, Thomas von Kuczkowski und bald Umut Akpinar. Archiv Zur neuen Saison holten die Klever noch mal neue Akteure. „Es haben in all diesen Jahren so viele namhafte Spieler hier gespielt: Marcel Podszus, Krzysztof Benedyk, Sören Seidel, Dennis Kempe, Luciano Velardi, Andreas Zimmermann“, zählt Akpinar auf. Nach anfänglichen Erfolgen konnte sich der 1. FC Kleve in der damals schon vierthöchsten Spielklasse aber nicht behaupten. Er stieg ab. 2009 ging der Verein dann in der NRW-Liga an den Start, wo er zunächst die Klasse souverän hielt. Bereits im zweiten Jahr – im Dezember 2010 – folgte allerdings der Rückzug aus der NRW-Liga aufgrund massiver finanzieller Probleme. Sie waren unter anderem durch Steuerhinterziehung und einer Forderung der Stadt Kleve entstanden. Am 11. März 2011 stellte der 1. FC Kleve unter dem neuen Vorstand rund um Christoph Thyssen schließlich einen Insolvenzvertrag. Im Sommer 2011 startete die erste Mannschaft in der Landesliga neu, wo sie nach mehreren verpassten Aufstiegen unter dem derzeitigen Coach Thomas von Kuczkowski bis heute spielt. Dort wird sie auch Umut Akpinar, der 2015 seine aktive Karriere beendete, im Sommer als Trainer übernehmen. Ohne die vorbildliche Arbeit des derzeitigen Vorstandes, der den Verein wieder in ruhige Fahrwasser lenkte, würde der FCK heute nicht dort stehen. Der ehemalige Innenverteidiger ist dankbar: „Das hätte in dieser schwierigen Zeit nicht jeder gemacht.“

Merkur sorgt für die Vielfalt Der 1040 Mitglieder zählende Verein beheimatet Sportarten wie Basketball, Handball, Leichtathletik und Fechten. Der LV Marathon Kleve hingegen konzentriert sich erfolgreich auf den Laufsport. Im September richtet er zum 26. Mal den Citylauf aus. VON SABRINA PETERS Dass Kleve eine Sportstadt ist, kann durchaus behauptet werden. 36 Vereine zählt die Stadt Kleve auf ihrer Internetseite. Hinzu kommen noch etliche Betriebssportgemeinschaften. Die Vielfalt der Sportarten reicht dabei vom Tischtennis über Billard bis hin zum Radsport. Der 1895 gegründete Schwanenstädter Sportverein VfL Merkur Kleve bietet bereits als einzelne Gemeinschaft eine sehr große Bandbreite an. „Wir haben eigentlich alles außer Fußball“, sagt VfL-Vorsitzender Dietmar Eisel mit einem Schmunzeln. Merkur verfügt nicht nur über eine große Leichtathletik-, sondern auch über eine sehr aktive Karateabteilung. „Außerdem haben wir Volleyball, Basketball, Handball, und noch vieles mehr“, sagt Eisel. Auch exotischere Sportarten wie American Football und Fechten beheimatet der VfL Merkur Kleve und ist damit im Umkreis der einzige Verein, der etwa die Degen- Sportart im Programm hat. Die insgesamt 1040 Mitglieder mögen diese Einzigartigkeit. „Wir sind eben ein Breitensportverein. Wir möchten jedem Menschen die Möglichkeit geben, Sport zu treiben“, sagt Eisel. Aus diesem Grund bietet der VfL Merkur Kleve, der seit mehreren Jahren mit der Hochschule Rhein-Waal kooperiert und in den 1950er und 60er Jahren regelmäßig ein Pfingstsportfest ausrichtete, auch so viele Sportarten: „Wir wollen eine Vielfalt anbieten“, betont Eisel. Der seit Jahren geplante Bau einer dringend benötigten VfL-Sporthalle würde laut dem ersten Vorsitzenden die Arbeit der vielen Trainer erheblich erleichtern und professioneller gestalten. Merkur hebt sich aber auch ohne Halle deutlich von anderen Sportvereinen ab. Beim LV Marathon Kleve dreht sich beispielsweise alles lediglich ums Laufen. Die Sportler Gerd Mölders sowie Hansi Runzheimer gründeten den Verein im September 1985, um ihr Wissen im Be- reich des Laufsports weiterzugeben. „Das ist auch heute noch mein Anliegen. Ich möchte das ABC des Laufens zeigen. Denn beim Training wird ganz häufig vieles falsch gemacht“, weiß Mölders. Der Laufsport habe sich in den vergangenen Jahren allerdings verändert. Heute sei er weniger leistungsorientiert, spreche dafür aber viele an. „Als ich jung war, war man als Läufer ein Exot. Mittlerweile trifft man ganz viele Läufer“, so Mölders. Dies spiegele sich auch im Auch Basketball gehört zum Sportangebot in Kleve. Foto: Gottfried Evers Klever Citylauf wider, den der LV Marathon Kleve im September zum 26. Mal ausrichtet. In den der Verein beim Citylauf „Heute holt man mit einem deutschen Meister leider keine Leute mehr an die Strecke“, meint müsse sich der Citylauf auf die breite Masse konzentrieren. Im Jahr 2016 zählte der LV Marathon Kleve immerhin rund 900 Starter. Anfangszeiten begrüßte etliche Spitzenläufer. Mölders. Stattdessen

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