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775 Jahre Kleve

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Die Kunst, die Zeit zu

Die Kunst, die Zeit zu entdecken Das Klever Freiherr-vom-Stein-Gymnasium feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen. Ein Kurs näherte sich dem Jubiläum künstlerisch. Die Schüler zeichneten Bilder unter der Überschrift „Spuren der Zeit“. VON PETER JANSSEN Jubiläen sind stets eine willkommene Gelegenheit, Rückschau zu halten. So feiert das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in diesem Jahr sein 200-jähriges Jubiläum, und die Stadt Kleve blickt auf eine 775-jährige Geschichte zurück. Die beiden Jahrestage waren Anlass für Schüler eines Kunstkurs’ des Gymnasiums, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, und wo diese sichtbar wird. „Spuren der Zeit“ lautet die Überschrift ihres Projekts, in dem sie sich der Historie künstlerisch näherten. Die Suche nach den Zeichen, die die Geschichte hinterlassen hat, fanden sie an mannigfaltigen Gegenständen. Ein Schüler des Kurses hatte in der Einführung erklärt: „Die Spuren der Zeit sind an Gebäuden, Gegenständen oder gar Menschen, die mit der Zeit gewisse Merkmale gesammelt haben, zu entdecken.“ In Bleistiftzeichnungen, die farblich ergänzt wurden, stellten die Schüler dar, wo die Spuren der Vergangenheit deutlich werden. So hat etwa ein Schüler die Spitze eines historischen Wurfspießes, einen Pilum, gezeichnet. Eine alte Kommode, in der die Zeit Macken hinterlassen hat, gehört ebenfalls zu den Werken, wie die Darstellung eines Buchs mit dem Titel „To Kill a Mockingbird“. Der Roman erschien im Jahr 1960. Das abgegriffene Cover verrät, wie oft das Exemplar im Laufe der Zeit gelesen wurde. Die im Unterricht der Kunstlehrerin Irmgard Hebben entstandenen 15 Exponate sind alle auf einen Gegenstand reduziert. Die Bilder wurden erstmals im Rahmen des Projekts „Schule Kunst Museum“ gezeigt. Derzeit sind sie in der Schule ausgestellt. „Die Spuren der Zeit sind an Gebäuden, Gegenständen oder gar Menschen zu entdecken.“ Schüler des Kunstkurses Die Zeichnungen werden in einem Gang präsentiert, der den Altbau aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem später errichteten Erweiterungstrakt verbindet. So wird hier, beim Betrachten der Bilder, Geschichte erfahrbar. Doch kommt man in dem Teil an, der immer noch Neubau genannt wird, sind mittlerweile auch hier deutlich Spuren zu erkennen, die die Zeit hinterlassen hat. Hat sich der Kunstkurs mit der Historie bereits vor Wochen beschäftigt, so ist die Geschichte derzeit ein bestimmendes Thema am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. 1817 gegründet, feiern knapp 800 Schüler das Jubiläum des „Steins“. So alt die Schule auch ist, trägt sie doch einen verhältnismäßig jungen Namen. Erst seit 1974 kann man die Besucher der Bildungsstätte „Steiner“ rufen. War es zunächst eine staatliche Schule, so wurde diese zu einer städtischen und sollte mit der Umwandlung einen Namen erhalten. Vorschläge gab es reichlich. Kleves CDU wollte ein „Theodor-Heuss-Gymnasium“. Die Lehrer favorisierten das „Burg- Gymnasium“ und die Schüler waren schwer verärgert, dass sie nicht gefragt wurden. In der Diskussion waren etliche Namen: von Govert Flinck über Prinz Moritz, Karl Leisner bis hin zum Erasmus-Gymnasium. Es wurde schließlich auf Vorschlag des Klever Rechtsanwalt Dr. Will das Freiherr-vom Stein-Gymnasium. Im wirren Prozess der Namensfindung machten die Schüler einen Vorschlag, der keine Berücksichtigung fand. Gerade war die Koedukation, der gemeinsame Unterricht von Jungen und Mädchen, mit dem Mädchen-Lyzeum eingeführt worden. Um hier ein Zeichen zu setzen, sollte die Alternative lauten: „Johanna-Sebus-Gymnasium“. Nimmt sich Zeit für die Bilder seiner Schüler: Direktor Timo Bleisteiner. Foto: van Offern

Eine Stadt als Modell Die B.C. Koekkoek-Stiftung macht der Stadt mit wichtiger Ausstellung ein besonderes Geschenk. Unsere Stadt im Modell im B.C. Koekkoek-Haus: Ausgehend vom großen Stadtmodell gibt’s viele Architektur-Modelle von Planungen in der Stadt zu sehen, Fotos und Pläne. Foto: B.C.Koekkoek-Haus VON MATTHIAS GRASS Ein neuer Stadtteil steht da auf dem Tisch, weiße Bauten am Kanal, in der Mitte ein hohes Haus mit spitzem Dach: Das Modell der Hochschule Rhein-Waal. Sauber ausgearbeitet, vom späteren Original kaum zu unterscheiden. Es zeigt zugleich die Reserveflächen auf dem Campus, falls dieses so prosperierende Stück Kleve noch weiter wachsen sollte. Es ist das Architekturmodell der Hamburger Architekten nps Tchoban voss, die mit dem Büro Hülsmann/Thieme den Campus als kleine Stadt entwickelt haben. Jetzt steht das Modell inmitten der neuen Ausstellung im B.C.Koekkoek- Haus. Es ist ein Stück Stadtgeschichte, das dort gebo- ten wird. Eine Ausstellung, die die Entwicklung Kleves nach dem Krieg im Modell zeigt, die von Plänen erzählt, die umgesetzt wurden oder die nicht umgesetzt wurden, wie die Modelle von der Entwicklung des Minoritenplatzes zeigen: Die Stadt ließ nicht den Gewinner seinen Entwurf umsetzen, sondern setzte auf ein undurchsichtiges Vergabeverfahren – so entstand jenes Stückwerk aus Hotel, Bank und dunklem Rathaus. Wie es hätte werden können, zeigen die Modelle der drei in die Endrunde gekommenen Wettbewerber. Ausgehend vom großen Stadtmodell, das zur 750- Jahr-Feier entstand, hat ein Team um Ursula Geisselbrecht-Capecki, Leiterin des Koekkoek-Hauses, eine Ausstellung zusammengetra- gen, die für die Stadt bedeutend ist. Unterstützt wird das Unterfangen vom Stadtplanungsamt. Die Ausstellung zeigt, wie sich Stadt entwickelt, wie gute alte Bauten fallen mussten und teils schlecht oder gar nicht oder auch gut ersetzt wurden. Die Bilder und Pläne und Modelle sprechen für sich. Ein „Muss“ für jeden, der sich mit der jüngeren Klever Geschichte auseinandersetzt. „Kleve-unsere Stadt im Modell – ein Beitrag zur 775 Jahre Feier“ 30. April bis 25. Juni Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 14-17 Uhr, Sonn- und Feiertage, 11-17 Uhr. Günniales Kleve Ausstellung im Turm der Burg. VON MATTHIAS GRASS Der Turm lacht. Die beiden Fenster werden zu Augen und strahlen auf die Stadt herunter: Grüße aus Kleve, steht darüber. Dass Mund und Augen eigentlich das „Ü“- Logo der Grünen ist, ist schnell vergessen. Den Aufkleber, den Günni Hendricks zur Kommunalwahl für die Grünen entwarf, wird bald zum Symbol für viele Klever: Den lachenden Turm entwarf Günni für die Grünen. Seht her, unsere freundliche Stadt unterm dicken Turm der Burg. Ein Statement, das bald auch die Autos der politischen Gegner zieren sollte. Günni Hendricks starb 2012 im Alter von 60 Jahren. Jetzt erinnert eine Ausstellung hoch oben im Turm der Burg an den Grafiker, dessen Werk so eng mit Kleve verbunden ist. Günnis Werke sind täglich von 11 bis 17 Uhr zu sehen, drei Euro für den Turmeintritt, am Wochenende frei.

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