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925 Jahre Hünxe -ET 17.08.2017-

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10 925 JAHRE HÜNXE Viel beachtetes Werk: „Würfeln um den Rock des Herrn“ aus der Passion von Otto Pankok. Otto und Hulda Pankok um 1942. Das Otto-Pankok-Museum ist auf dem Landgut Haus Esselt im Ortsteil Drevenack beheimatet. Fotos: Privat Otto Pankok: Maler und Mahner Hünxes berühmtester Einwohner leistete mit seiner Kunst stets Widerstand gegen die Diktatur. In Mitten von Feldern, Wiesen und Wäldern liegt im Ortsteil Drevenack der Gemeinde Hünxe das Landgut Haus Esselt. Nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf im Jahre 1958 zog es den Künstler Otto Pankok zurück aufs Land und er kaufte das Landgut und zog mit seiner Familie ein. „Er ist mit Sicherheit die bekannteste Persönlichkeit, die in Hünxe gelebt hat“, sagt Dirk Buschmann, Bürgermeister der Gemeinde. Sicherlich keine Übertreibung: Otto Pankok zählt zu den bedeutensten deutschen Malern, Bildhauern und Grafikern. Im Naziregime waren seine Kunstwerke geächtet und Pankok leistete stets Widerstand gegen die Diktatur. Mit seinem Bilderzyklus „Die Passion“ schuf er 60 Bilder, die anhand von Stationen aus dem Leben Jesu Christi das diktatorische Regime in Deutschland anprangerten. „Er hat sich gegen das Regime aufgelehnt und das macht ihn zu einem Vorbild, gerade in der heutigen Zeit“, erklärt Dirk Buschmann. Doch Pankok war nicht nur in Deutschland bekannt. Sein Holzschnitt „Christus zerbricht das Gewehr“ wurde zum inoffiziellen Symbol der Friedensbewegung und verschaffte dem Künstler weltweit Aufmerksamkeit. Und auch in der Weltliteratur ist Pankok, der seinen Lebensabend in Hünxe verbrachte, vertreten: Denn Otto-Pankok-Museum Archivarin Sarah Breuer mit einer Plastik von Otto Pankok sein Schüler, der Literaturnobelpreisträger Günter Grass, setzte dem Künstler mit der Figur des Professor Kuchen im Roman „Die Blechtrommel“ ein literarisches Denkmal. In Hünxe ist der Künstler aber auch mehr als fünf Jahrzehnte nach seinem Tod im Jahre 1966 noch immer präsent. Die Otto-Pankok-Stiftung und -Gesellschaft haben ihren Sitz im Wohnhaus des Guts Haus Esselt, wo bis zu ihrem Tod im vergangenen Jahr auch Eva Pankok, die Tochter des Künstlers und seiner Ehefrau Hulda (geborene Droste) lebte. Das Wohnhaus wurde gerade erst restauriert. Im Wirtschaftsgebäude des Landguts sind Otto-Pan- Foto: ema In Hünxe ist der bedeutende Künstler auch heute noch an vielen Stellen präsent. kok-Museum und -Archiv untergebracht. Hier können Besucher sich die halbjährlich wechselnden Ausstellungen mit Werken aus dem umfangreichen Werk Otto Pankoks und anderen Künstlern ansehen. Alleine mehr als 5000 Kohlezeichnungen hinterließ der Künstler nach seinem Tod, dazu Holzschnitte und Skulpturen. Nach der derzeit laufenden Sommerausstellung wird das Museum allerdings erstmal seine Türen schließen. Denn auch hier soll modernisiert und angebaut werden. Damit der Charme des derzeitigen Hauses nicht verloren geht, wird vor allem innen modernisiert: Die Neugestaltung von Ein Werk, das deutschlandweit Beachtung fand: Der 1950 von Pankok geschaffene Holzschnitt „Christus zerbricht das Gewehr“. Es war ein Plädoyer gegen Gewalt. Foto: dpa Eingangsbereich und Hauptraum, eine Umstrukturierung des Dachgeschosses, die Einrichtung eines Raumes zu Pankoks Biografie und die Schaffung von Barrierefreiheit. Zudem ist ein Anbau geplant, der optimale Bedingungen für die Präsentation bedeutender Leihgaben schaffen soll. Mit der abgeschlossenen Modernisierung sollen dann noch mehr Menschen als bisher ihren Weg zu Haus Esselt finden, um Otto Pankok kennenzulernen. dass Herrenhaus und Museum zu einer touristischen Attraktion werden“, sagt Bürgermeister Florian Langhoff „Wir hoffen, Dirk Buschmann. www.pankok-museumesselt.de

925 JAHRE HÜNXE 11 Musik war die Basis der Freundschaft Seit 1988 pflegt Hünxe eine Partnerschaft mit der 3000-Seelen-Gemeinde Rochecorbon in Frankreich. Begonnen hat die Beziehung mit einem Konzert des Hünxer Doppelquartetts, das 1984 auftrat. Musik führt die Menschen zusammen“, sagt der große Sänger, Komponist und Pianist Elton John. Und das zeigt sich auch im wahren Leben – in Hünxe. Denn hier war die Musik die Basis für die Städtepartnerschaft, die die Gemeinde am Niederrhein bereits seit 1988 mit Rochecorbon pflegt. Einem kleinen Ort an der Loire, in einer der vielleicht schönsten Landschaften Frankreichs mit ihren zahlreichen Schlössern. Alles begann mit einem Konzert Auch in Hünxe wurde die deutschfranzösische Partnerschaft vertraglich besiegelt. Die enge Verbindung der Partnergemeinden blieb trotz der 800 Kilometer Distanz nie auf der Strecke des Hünxer Doppelquartetts, das 1984 in der Kathedrale von Tours sang. „Irgendwas von Bach“, meinte sich Hermann Hansen, bis 2015 Bürgermeister in Hünxe, Jahre später zu erinnern. Nach jenem Auftritt in Tours gaben die Hünxer ganz spontan ein zweites Konzert in der Kirche von Rochecorbon und legten damit den Grundstein zur beständigen Freundschaft. Vorbild war die damals noch junge Partnerschaft zwischen Tours und Mülheim an der Ruhr. Am 10. September unterzeichneten Bürgermeister Reinhold Peters (links) und Bürgermeister Deslandes den Partnerschaftsvertrag vor dem Rathaus in Rochecorbon. Fotos: Privat Die Niederrheiner waren tief beeindruckt von dem, was sie in diesem Städtchen im Herzen Frankreichs in einer geschützten Tallage mit bewaldeten Hängen und den Weinreben auf der Hochebene sahen: die Höhlenwohnungen – Unterkünfte an Hängen, die in den Kalkfelsen hineingeschlagen und teils noch bewohnt waren; in den Felsen lagen auch viele Keller, in denen edle Tropfen aus dem renommierten Weinbaugebiet Vouvray reiften; gewinnend war nicht zuletzt die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft der Franzosen. Rund 800 Kilometer liegen zwischen Hünxe und Rochecorbon – trotz dieser Distanz blieb die Verbindung der Partner nicht auf der Strecke. „Die Städtepartnerschaft erschöpft sich nicht in einem ,Polittourismus‘. Sie ist keine Sache der Honoratioren, sondern der Menschen in unseren Orten“, berichtet Klaus Stratenwerth, Geschäftsbereichsleiter bei der Gemeinde Hünxe. Jedes Jahr besucht man sich wechselweise für ein paar Tage – auch zur 925-Jahr-Feier am ersten September-Wochenende kommt eine Delegation aus Rochecorbon nach Hünxe. Regelmäßige Besuche zwischen den Bürgern und ein Austausch auf Verwaltungsebene sollen das gegenseitige Verständnis fördern. Dabei zeigte sich, dass man durchaus voneinander lernen kann. So interessierten sich 1997 Fachleute aus Rochecorbon für deutsche Methoden der Verkehrsberuhigung – und hatten zwei Jahre später die gesehenen Beispiele schon umgesetzt. Umgekehrt sahen sich die Hünxer in Frankreich den Schulbau an, als das ein Thema in ihrer Gemeinde wurde. Oder sie verzichteten in einigen Wohngebieten auf Bürgersteige, weil sie in Rochecorbon gesehen hatten: Es funktioniert. Rainer Kaußen 925 Jahre Geschmack „Ludolfus 925“ heißt das eigens für das Jubiläum gebraute Bier. Zum Jubiläum schenkt man in Hünxe dank einer Kooperation mit der Brauerei Hövelmann ein ganz individuelles Feier-Bier aus: das Ludolfus 925. Bereits Anfang Juli wurde eingemaischt: Bürgermeister Dirk Buschmann und Braumeister Christian Mönig, Brauerei Hövelmann, übernahmen diese Aufgabe höchstpersönlich. Dabei wurden 170 Kilogramm Spezialmalze sowie der traditionelle Hallertauer Aromahopfen verarbeitet. Die Entwicklung der vergangenen Jahrhunderte spiegelt sich in der Malzzusammensetzung des Ludolfus 925 auf wunderbare Weise wider. Sechs ausgewählte Spezialmalze des Ju- biläumsbiers vereinen seinen urtümlichen Geschmack mit einer innovativen und modernen Note. Gut sechs Wochen braucht das Bier, bis es fertig ist und am Jubiläumswochenende erstmalig ausgeschenkt werden kann. 700 Liter des Die Einmaischung übernahmen Bürgermeister Dirk Buschmann (links) und Braumeister Christian Mönig der Brauerei Hövelmann persönlich. Foto: Gemeinde Hünxe Ludolfus 925 wird es zu verkosten und zu kaufen geben. „925 Jahre wird Hünxe nur einmal alt. Und darauf wollen wir mit einem einmaligen Bier anstoßen “, sagt Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann. Das Bier wird auf dem Fest auch in Flaschen verkauft. rps

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