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BAUEN & WOHNEN 7 Im

BAUEN & WOHNEN 7 Im Frühjahr Dach überprüfen Der Wind fegt über die Ziegel, Schnee lagert sich schwer darauf ab, heftiger Regen donnert darauf: Das Dach macht viel mit, insbesondere im Herbst und Winter. VON KATJA FISCHER Das Frühjahr ist ideal, um aufs Dach zu steigen. Wenn Schnee und Eis verschwunden sind, wird es Zeit, es zu säubern und Schäden zu beseitigen. Das sollte der Hausherr allerdings nicht selbst erledigen – und sei er noch so sportlich und schwindelfrei. Besonders auf Steildächern stoßen Laien an ihre Grenzen. Professionelle Dachdecker kennen indes die Gefahren und sichern sich ab. Außerdem: Viele Hausbesitzer erkennen die Mängel nicht. Steildächer benötigen in der Regel keine Reinigung. Weder Algen, Flechten noch Vogelkot oder andere Schmutzablagerungen beeinträchtigen die Schutzfunktion des Daches. „Das sind lediglich optische Beeinträchtigungen“, erklärt Rüdiger Thaler von der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin. „Wer sich daran stört, kann sie natürlich beseitigen lassen.“ Viel wichtiger ist die Reparatur von Schäden, die im Herbst und Winter entstanden sind. Das Dach musste ja teilweise heftigen Natureinflüssen trotzen. Vor allem der Wind setzt den Häusern in unseren Breiten stark zu, und zwar nicht unbedingt der Winddruck, sondern der Windsog. Durch Verwirbelungen bei Stürmen ist besonders die dem Wind abgewandte Dachfläche gefährdet. „Am kräftigsten ist der Sog an den Randbereichen, dem First oben, den Ortgängen an den Seiten und dem Traufbereich unten“, erklärt Rüdiger Thaler. Besonders in diesen Bereichen könnten sich Ziegel und Info „Flachdächer sind je nach Gefälle höheren biologischen Anforderungen ausgesetzt als Steildächer“ Josef Rühle Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks andere Bauteile lockern oder Klammern lösen. „Flachdächer sind je nach Gefälle höheren biologischen Anforderungen ausgesetzt als Steildächer“, erläutert Josef Rühle, Geschäftsführer Technik beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Auf Flachdächern sammeln sich verstärkt Reststoffe von Pflanzen an, die Regen zum Gully spült und ihn verstopfen. „Da es bei Flachdächern meist eine Innenentwässerung gibt, kann das zum Problem werden“, sagt Rühle. Deshalb sei eine regelmäßige Wartung unerlässlich. Besonders wichtig ist die Reinigung der Regenrinne. Denn dort häufen sich Sand und andere Besondere Pflege für Solaranlagen: Besitzer von Dächern mit Modulen oder Kollektoren von Solaranlagen müssen regelmäßig nach oben schauen – und nachschauen, ob diese verschmutzt sind. Denn die Verschmutzungen reduzieren die Leistung der Solaranlage. Auch hier sollte der Hausherr nicht selbst aufs Dach steigen, sondern die Reinigung einem Fachmann überlassen. „Die Gefahr, sich zu verletzen oder durch Unachtsamkeit die Module und angrenzende Dachbereiche zu beschädigen, ist einfach zu groß“, sagt Experte Rüdiger Thaler. Stoffe an. „Durch den Belag verringert sich der Querschnitt der Rinne, das Wasser läuft nicht mehr richtig ab“, erklärt Rühle. In Kehlen, hinter Kaminen und Fenstern sind in der Regel besonders viele Pflanzenreste zu finden, die den Wasserfluss beeinträchtigen. „Am besten ist es, die Schmutzschicht mit einer Zungen- oder Firstkelle vorsichtig herauszuhebeln.“ Aber der Schmutz soll nicht in die Entwässerung gespült werden, da etwa Anlagen für Regenwassernutzung mit deren Filtern überlastet werden können. Das Dach ist ein sehr sensibler Bereich des Hauses, der leicht beschädigt werden kann, wenn er nicht fachgerecht behandelt wird. „Manche Hausbesitzer rücken dem Dreck mit Hochdruckreinigern zu Leibe“, erklärt Thaler. „Der starke Wasserstrahl gefährdet die Dachhaut. Wenn Risse entstehen und Wasser eindringt, wird die darunterliegende Wärmedämmschicht zerstört.“ „Wurden asbesthaltige Materialien auf dem Dach verbaut, ist es sogar verboten, mit Hochdruckreinigern, Drahtbürsten oder anderen Werkzeugen zu arbeiten, die die Dachplatten beschädigen“, betont Torsten Mußdorf, Geschäftsführer des Norddeutschen Asbestsanierungsverbandes. Das sieht die Gefahrstoffverordnung vor. Denn die feinen Asbestfasern können schon bei Reini- Laien sollten dem Dach nicht mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rücken. Der starke Wasserstrahl gefährdet die Dachhaut und die Wärmedämmung. Foto: Kleefeldt gungsarbeiten freigesetzt werden und dann eine Umweltoder Gesundheitsgefahr darstellen.

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