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Bauen und Wohnen Bergische Morgenpost - 20.9.2017

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6 BAUEN & WOHNEN

6 BAUEN & WOHNEN Einbrechern das Leben schwer machen Die Polizei kooperiert in vielen Städten und Kreisen mit dem Netzwerk „Zuhause sicher“. Die Wohnungstür ist aufgebrochen, alle Schränke sind ausgeräumt, Kleidungsstücke und Unterlagen liegen wild durcheinander: Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Für die Betroffenen ist dies ein Schock. Neben dem materiellen Schaden ist es vor allem das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, das sie belastet. In der dunklen Jahreszeit steigen die Einbruchsdelikte regelmäßig drastisch an. Umso wichtiger ist es, sein Zuhause gut zu schützen. „Die Einbrecher agieren meist spontan. Sie achten darauf, dass die Bewohner nicht zu Hause sind und suchen sich die Schwachstellen am Haus“, weiß Kriminalhauptkommissar Stephan Höltker. Bei freistehenden Einfamilien- und Reihenhäusern seien dies in der Regel die schlecht gesicherten Fenster und Terrassentüren auf der Gebäuderückseite. Zum Öffnen von gekippten Fenstern oder Türen benötigen Einbrecher meist nur wenige Sekunden. Ein erster Schritt für mehr Sicherheit ist daher, besonders bei Abwesenheit die Fenster nicht in Kippstellung zu lassen und die Haustür immer mehrfach zu verriegeln. Die Polizei kooperiert in vielen Städten und Kreisen mit dem Netzwerk Zuhause sicher. Dieser gemeinnützige Verein bündelt das Wissen über Einbruch- und Brandschutz und stellt kostenlos Partnerübersichten mit regionalen Fachleuten bereit, die die Sicherheitstechnik korrekt einbauen. Auch Versicherungen unterstützen solche vorbeugenden Maßnahmen. „Wenn Sie das richtige Mate- Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Foto: Sanders rial fachgerecht verbauen, erreichen Sie, dass die Täter im weiß Kriminalhauptkommissar Stephan Höltker. Sinnvoll sind etwa EN/DIN-geprüfte bruchhemmende Fensterbeschläge. Auch eine am Haus gut sichtbar angebrachte Plakette des Vereins Zuhause sicher cken. Diese erhalten Mieter und Eigentümer, die in empfohlenem Umfang in mechanischen Einbruchschutz investiert haben. Übrigens: Finanzielle Entschädigung für entwendeten Besitz bei einem Einbruch bietet die Hausratversicherung. Um vollwertigen Ersatz zu bekommen, ist es wichtig, beim Abschluss der Versicherung den Wert richtig Versuch stecken bleiben“, Einsteckschlösser und ein- kann Einbrecher abschre- des Hausrats schätzen. einzu- djd Vorsichtsmaßnahmen Ein paar Vorsichtsmaßnahmen reichen oft schon, um Dieben die Arbeiten zu erschweren. Dazu zählt neben der mechanischen Sicherheitstechnik auch die Verhaltensprävention. Sinnvoll ist es darum, sich beispielsweise vor dem eigenen Urlaub mit den Nachbarn abzusprechen. „Das sieht in der Praxis so aus, dass man seine Handynummern austauscht, den Briefkasten gegenseitig leert, Rollos bewegt oder sein Auto auf die Einfahrt des Nachbarn parkt“, rät Kriminalhauptkommissar Stephan Höltker. Dadurch simuliere man Anwesenheit und signalisiere dem Täter: „Ich bin zu Hause. Es ist gefährlich für dich.“ Mehr Infos zum Einbruchschutz: www.zuhause-sicher.de www.polizei-beratung.de Die Plakette „Zuhause sicher“ erhalten Hausbesitzer, die in fachgerechten Diebstahlschutz investiert haben. Foto: DEVK

BAUEN & WOHNEN 7 Wärmepumpe ist nicht gleich Wärmepumpe Wärmepumpen-Systeme müssen zum Haus und zum Grundstück passen. Es gibt drei völlig unterschiedliche Arten. Wer neu baut, stellt sich unter anderem die Frage nach der energie- und kostensparendsten Lösung für die Beheizung des künftigen Eigenheims. Für viele Bauherren interessant ist die Wärmepumpe, die ohne Brennstoffe wie Öl, Gas oder Holz Wärme aus Umweltenergie und Elektrizität erzeugt. Doch welche Technik ist im Zweifelsfall die richtige? Pauschale Antworten auf diese Frage gibt es nicht, denn die Auswahl der richtigen Wärmepumpe hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Nach Ansicht von Diplom- Ingenieur Hartmut Wisatzke, Servicepartner des Bauherren-Schutzbunds (BSB), sollte die Wärmepumpe in jedem Fall von einem Fachmann geplant und von einer Fachfirma installiert werden. Viele Tipps dazu hat der Ratgeber „Wärmepumpensysteme im Überblick“, der auf der Website der Verbraucherschutzorganisation BSB unter www.bsb-ev.de kostenlos heruntergeladen werden kann. Als Grundlage für die richtige Dimensionierung ist eine Heizlastberechnung des Gebäudes zu erstellen, die auch den Warmwasserbedarf berücksichtigt. Von den Gegebenheiten des Grundstücks hängt es zudem ab, welche Art von Wärmepumpe überhaupt eingesetzt werden kann. Diese Wärmepumpen- Optionen gibt es: Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Grundwasser, das über einen Brunnen entnommen und über einen weiteren wieder zurückgeführt wird. Sie liefern die besten Leistungswerte, können aber nur dort eingesetzt werden, wo Grundwasser relativ oberflächennah erreichbar ist. Zudem muss die Qualität des Grundwassers für den Betrieb geeignet sein, die zuständigen Wasserbehörden müssen ihr Plazet geben. Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen das Erdreich als Wärmequelle. Dies geschieht entweder über oberflächennah eingebaute Kollektoren, die relativ große Gartenflächen benötigen, oder über Erdwärmesonden mit bis zu 100 Meter tiefen Bohrungen. Für letztere sind Genehmigungen des verantwortlichen Bergamts nötig. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am einfachsten zu installieren. Da die Wärmequelle Luft tages- und jahreszeitlich stark schwankt, liegt ihre Effizienz jedoch nicht so hoch wie bei den anderen Techniken. Weil zudem die Ventilatoren in den Außenteilen der Luft- Wasser-Wärmepumpen nicht lautlos laufen, sind Schallschutz-Anforderungen wie etwa Mindestabstände zu benachbarten Häusern zu berücksichtigen. djd COP und JAZ Wenn es um die Effizienz von Wärmepumpen geht, stößt man schnell auf die Begriffe „COP“ und „JAZ“. Der „Coefficient of Performance“ (COP) oder Leistungskoeffizient sagt aus, wie das Verhältnis von eingesetzter Antriebsenergie, also Strom, zur gewonnenen Wärmeenergie ist. Noch wichtiger ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie stellt ebenfalls das Verhältnis von Wärmeenergie zu Antriebsenergie dar, aber bezogen auf ein ganzes Betriebsjahr. Im Ratgeber „Angebots- Check für Wärmepumpen“ des Bauherren- Schutzbunds gibt es dazu ausführliche Infos: www.bsb-ev.de Die Installation geothermischer Sonden für Erdwärmepumpen ist relativ aufwändig, dafür arbeitet die Technik sehr energiesparend und effizient. Foto: BSB

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