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Bauen und Wohnen -ET 19.07.2017 BM/SM-

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6 BAUEN & WOHNEN Die

6 BAUEN & WOHNEN Die 70er erobern das Bad Experten erwarten, dass der Stil der Siebziger wieder Vorbild für die Gestaltung des Badezimmers wird. VON SIMONE ANDREA MAYER Dafür müsse man erst mal zurückschauen, sagt Trendforscher Frank A. Reinhardt. Die beliebten Farben der Siebziger hielten sich ziemlich lange im Badezimmer, denn dieses wird ja nicht allzu oft umgebaut. Aber nach und nach löste Weiß das Sandbeige und typische Grün ab. Heute sei zu 90 Prozent die Keramik weiß, sagt Reinhardt. Und das ist die beruhigende Nachricht: Daran wird sich nach Ansicht der Experten auch nicht viel ändern. „Die Siebziger kommen viel subtiler und in Akzenten zurück“, erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. Die Keramiken werden zum Grifflose Türen und Push-to-open-Auszüge, eine Smartphone- Ladestation am Regal: Die Einrichtung im Bad kann vieles enthalten, was auch im Wohnraum gängig ist. Foto: Villeroy & Boch großen Teil weiß bleiben, sind sich die Experten einig. Im Massengeschäft werden die fest installierten Elemente im Bad „zeitlos und klassisch“ sein, sagt Wischmann. Insgesamt erwarten die Experten eine Farbpalette aus hellen bis dunklen Grautönen, Cremeweiß und angegrauten Weißtönen, dazu begleitend Rosé-Tönen. Aber auch etwa skandinavisch-inspirierte Paletten aus Weiß, hellem Braun, etwa durch Holz, und blasse Blautöne seien angesagt. Das heißt: Nicht die Keramik ist der Hingucker. Gestaltet wird vor allem über Möbel und Accessoires – die zudem nicht mehr wirken, als seien sie klassische Gegenstände für eine Nasszelle. Die neuen Kollektionen der Hersteller könnten auch im Wohnzimmer Platz finden. Dabei kommt der Stil der Siebziger ins Spiel. Ziel ist es, das Bad wohnlicher zu machen. „Das Badezimmer soll nicht mehr nur zweckmäßig sein, sondern auch optisch ansprechend“, sagt Wisch- mann. Denn heute verbringen die Menschen darin viel mehr Zeit. „Man geht nicht mehr nur auf die Toilette und duscht“, so Reinhardt. Wischmann ergänzt: „Wir benötigen für die Körperpflege auch mehr Utensilien als früher.“ Die Branche hat das längst für sich entdeckt und unterfüttert in allen Preiskategorien das veränderte Verhalten bei der Körperpflege – zum Beispiel mit stilvolleren Schränken und Regalen, die mehr Stauraum bieten. Sogar Stühle, Tische, Liegen und Sofas stehen im Badezimmer. Es werde sich im Badezimmer künftig schneller etwas verändern als bisher, nimmt Reinhardt an. Die neuen Materialien machen einen schnelleren Wechsel teils sogar notwendig, meint er. Den Hausbau sicher meistern Neues Praxis-Handbuch der Verbraucherzentrale NRW begleitet den Bauherren auf dem gesamten Weg. (rps) Der Hausbau gehört zu den größten Herausforderungen im Leben, weil er rechtlich, technisch und finanziell sehr komplex ist. Nur die Wenigsten überblicken diesen Vorgang wirklich. Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW „Bauen! – Das große Praxis-Handbuch für Bauherren“ hilft dabei, diese Aufgabe erfolgreich zu meistern. Tipps, Praxisbeispiele und umfangreiche Checklisten begleiten den Leser während des gesamten Prozesses – von der Finanzierung über die Bauphase bis zur Fertigstellung und Abnahme. Alle neuen Regelungen des Bauvertragsrechts, das zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt, werden umfassend behandelt. Kommentierte Musterverträge helfen bei der Umsetzung. Doch auch mit dem neuen Recht bleibt ein altes Problem: Bauherren haben alle Risiken vollständig selbst zu tragen – bis hin zur Privatinsolvenz. Wie können finanzielle Gefahren früh erkannt werden? Wer sollte lieber eine gebrauchte Immobilie kaufen? Welche finanziellen Möglichkeiten und Kenntnisse Der Ratgeber hat 384 Seiten und kostet 34 Euro. Foto: VZ sind für den erfolgreichen Bau nötig? Das Buch beantwortet im Vorfeld alle wichtigen Fragen, damit der Traum vom eigenen Heim nicht platzt, sondern Wirklichkeit wird. Der Ratgeber hat 384 Seiten und kostet 34 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Internet unter www.ratgeberverbraucherzentrale.de, telefonisch unter 0211 3809-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.

BAUEN & WOHNEN 7 Design und Effizienz Schickes Designerteil statt reiner Gebrauchsgegenstand: Dunstabzugshauben haben sich in den vergangenen Jahren zum Hingucker in der Küche gemausert. FOTO: AMK Wer hat früher schon die Dunstabzugshaube bemerkt? In neuen Küchen sind sie aber oft ein Hingucker. Denn aus den zweckmäßigen Geräten sind esignerstücke geworden. VON JULIANE MATTHEY Eine Metallhaube, die wie ein Ufo über dem Herd schwebt, oder ein leuchtendes Viereck in der Decke, das leise Dampf absaugt. Oder nur ein Loch im Kochfeld, in dem der Dunst verschwindet, noch bevor er aufsteigen kann: Dunstabzugshauben sind von lärmenden Zweckgegenständen zu schicken Hightech-Geräten geworden. „Eine Dunstabzugshaube muss heute hochfunktional und leise sein, gut aussehen und ein gutes Beleuchtungsszenario bieten“, sagt Kirk Mangels von der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). Schritt eins „Die Hauptentscheidung ist: Abluft oder Umluft“, sagt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+. Abluftfilter saugen Kochdünste an, reinigen die Luft und leiten sie ins Freie, Umluftfilter leiten die Dünste durch Metallfett- und Aktivkohlefilter und blasen sie zurück in die Küche. Der große Vorteil von Abluftfiltern: „Sie sind leistungsfähiger und effizienter“, erklärt Oberascher. Das heißt, sie saugen Wärme, Feuchtigkeit, Fett und Rauch besonders gut ab und leiten sie aus der Küche heraus. Zudem sind sie im Vergleich zu den Umluftfiltern leiser. Die Nachteile von Abluft sind höhere Kosten und der aufwendige Einbau. Es braucht einen Durchbruch nach außen, der Weg der Luft dorthin muss gut durchdacht sein. „Mit dem richtigen Mauerkasten entsteht auch mit einer größeren Leitung keine Kältebrücke“, sagt Mangels. Durch eine Kältebrücke könnte Wärme aus dem Haus entweichen, höhere Heizkosten sind die Folge. Aber ein moderner Mauerkasten bieteteine wärmegedämmte und luftdichte Verbindung nach außen, die sich nur bei Bedarf öffnet. Der große Vorteil von Umlufthauben ist laut Oberascher: „Umluft geht immer“ – es muss nichts baulich verändert werden. Das ist günstiger, und ohne Durchbruch besteht keine Gefahr eines Wärmeverlustes. Die Nachteile aber sind unverkennbar: Feuchtigkeit bleibt im Raum, man muss also lüften, was doch zu Wärmeverlust führen kann. Und durch den zusätzlichen Geruchsfilter mit Aktivkohle wird das Absaugen weniger effizient und lauter. Schritt zwei Als nächstes steht die Modellwahl an. Es gibt Insel- oder Wandhauben, Deckenlüfter oder versenkbare Geräte. Inselhauben, die über einer Kochinsel hängen, sind ein beliebter Blickfang für offene Wohn-Ess-Bereiche. Wer hier etwas Leistungsfähiges will, sollte laut Mangels bedenken, dass es sich bei diesen Geräten meist um Umlufthauben handelt – schließlich sind die Außenwände weit weg. Da unter Inselhauben viel Luftbewegung herrscht, ist es zudem wichtig, dass sie deutlich breiter sind als das Kochfeld. Schon bei klassischen Flächenhauben raten Oberascher und Mangels zu mindestens zehn Zentimetern Überstand auf jeder Seite, bei Inselhauben entsprechend mehr. Deckenlüfter verschwinden unauffällig in der Decke. Funktionaler sind allerdings andere dezente Lösungen, die näher am Kochfeld sind – laut AMK zum Beispiel Lüfterbausteine, die im Oberschrank verschwinden, oder Flachschirmhauben, die unter dem Schrank hervorgezogen werden können. Schritt drei Die Geräte tragen ein Energielabel. Abhängig von ihrem Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden werden sie darauf in Klassen von A+ bis F eingeteilt. Gespart werde Energie vor allem beim Elektromotor, der den Ventilator antreibt, sowie bei der Beleuchtung, erklärt Gerhild Loer von der Verbraucherzentrale. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde kostet ein Gerät der Effizienzklasse F 33 Euro mehr pro Jahr als eines der Klasse A+.

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