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Bauen und Wohnen

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4 BAUEN & WOHNEN Maler

4 BAUEN & WOHNEN Maler – vielseitiger Beruf Tapezieren, streichen, dämmen: Maler und Lackierer brauchen für vieles ein Händchen, kümmern sich um Wände, Türen und Heizkörper, sorgen also icht nur für einen passenden Anstrich. Sie müssen körperlich fit sein. VON MARIA FIEDLER nung Berlin. Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte teamfähig sein. Auf der Baustelle arbeiten meist mehrere Gewerke Hand in Hand, die sich untereinander absprechen müssen. Außerdem müssen Maler und Lackierer flexibel sein. Häufig sind sie auf verschie- Die Aufgabenpalette von Malern und Lackierern ist breit. Foto: Pleul denen Baustellen in der Stadt oder in der Region unterwegs. Wichtig ist auch eine gute körperliche Grundfitness, da die Fachkräfte viel Arbeitszeit im Freien verbringen. Höhenangst dürfen Maler und Lackierer auch nicht haben. Die Aufgabenpalette von Malern und Lackierern ist breit. Die Fachkräfte richten die Baustelle ein und bearbeiten den Untergrund, erklärt Sven Tobaben. Er leitet das Ausbildungszentrum der Hamburger Malerinnung. Je nachdem, ob sie Farbe oder Tapete auf Putz, Stein oder Metall aufbringen wollen, sind unterschiedliche Vorarbeiten nötig. Sind die abgeschlossen, können die Fachkräfte etwa die Tapete beschichten, erklärt Tobaben. Dabei müssen Maler eine Vielzahl von Techniken beherrschen, um die Farbe aufzutragen. Neben Wänden bearbeiten sie Heizkörper, Fensterrahmen oder Türen mit Lack. In der Berufsschule erwerben die Auszubildenden die Grundkenntnisse für ihre Arbeit – so lernen sie die verschiedenen Anstrichstoffe und Werkzeuge kennen und berechnen Farbmengen und Mischungsverhältnisse. Während der ersten beiden Lehrjahre lernen alle Auszubildenden die gleichen Inhalte, erklärt Torben Padur vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Im dritten Jahr spezialisieren sie sich auf eine von drei Fachrichtungen: Gestaltung und Instandhaltung, Bauten- und Korrosionsschutz oder Kirchenmalerei und Denkmalpflege. Handwerkerkosten richtig kalkulieren Wer sich für den Beruf des Malers und Lackierers entscheidet, hat gute Jobchancen. „In diesem Bereich werden Fachkräfte dringend gesucht“, erklärt Julia Gustavus, Geschäftsführerin der Malerin- Handwerker können unterschiedlich bezahlt werden. Einen Überblick gibt Michael Sattler, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht im Verband Wohneigentum. Einheitspreis Der Handwerker bietet eine Leistung zu einem Preis pro Einheit an. Er will zum Beispiel für das Streichen einer Wand 25 Euro pro Quadratmeter nehmen. Das Problem: Geschätzt wird, dass die Arbeit 40 Quadratmeter umfasst. Sind es aber letztlich 50, erhöht sich auch die zu zahlende Endsumme. Pauschalpreis Eine Arbeit wird für eine festgelegte Summe erledigt – etwa alle Fußleisten abnehmen und wieder anbringen für 100 Euro. Hier denken viele, sie zahlen nach den Arbeiten exakt den im Angebot ausgewiesenen Betrag. Aber: Das ist nur der Fall, wenn sich Handwerker und Auftraggeber festgelegt haben, dass die gesamte Leistung zu einem festen Preis erbracht wird – unabhängig von Massenänderungen. Stundenlohn Ist der Aufwand schwer vorherzusehen und somit ein Einheits- oder Pauschalpreis nicht zuverlässig kalkulierbar, gibt es die Möglichkeit zum Stundenlohn. Die Angebote können auch eine Schätzung der Arbeitsstunden enthalten. tmn

BAUEN & WOHNEN 5 Holzbalken effektvoll in Szene setzen Sie sind ein Hingucker: Freistehende Balken in alten Geäuden sorgen für eine tolle Atmosphäre. Aber Vorsicht: Zu den rustikalen Balken passt keine rustikale Einrichtung – sonst fühlt es sich schnell an wie in einer Jagdhütte. Zu alten Balken passt eine moderne, gradlinige Einrichtung. Foto: qbus architektur VON LEA SIBBEL Freiliegende Deckenbalken oder ein freistehendes Ständerwerk geben einem Raum ein ganz besonderes Flair. Und sie bieten einige spezielle Möglichkeiten für die Inneneinrichtung, erklärt Sybille Ronshausen, freischaffende Innenarchitektin im Bund Deutscher Innenarchitekten. Der Trend geht schon seit längerer Zeit zu offenen Grundrissen. Doch manchmal ergeben sich für die Bewohner dadurch auch Schwierigkeiten bei der Einrichtung: Denn niemand sitzt gerne mitten im Raum. Wie also die verschiedenen Wohnbereiche doch wieder ein bisschen voneinander abtrennen? Das Ständerwerk schafft es, dass der Raum leichter in Zonen eingeteilt werden kann. „Man kann trotzdem gut durchblicken“, sagt Ronshausen. Zwischen den alten Balken kann so zum Beispiel eine Nische für das Home Office eingerichtet werden. Einen Raum bis hoch in den First zu öffnen, sieht toll aus. Aber auch hier gilt: Fühlt man sich wie in einer Kathedrale, wird es mit dem Wohlfühlen für manche Menschen schwierig. „Dann bilden die Deckenbalken schon eine horizontale Abgrenzung“, erklärt Ronshausen. Falls die Grundfläche des Raums sehr klein ist, lässt sich die Deckenbalkenstruktur auch für einige zusätzliche Quadratmeter nutzen – etwa, indem eine offene Galerie eingezogen wird oder ein kleiner Spielboden für die Kinder. Nun kommt es noch darauf an, die sonstige Einrichtung mit der Balkenstruktur abzustimmen. Ronshausen rät davon ab, wegen der eher rustikal anmutenden Balken auch auf eine rustikale Einrichtung zu setzen. „Sonst habe ich das Gefühl, ich sitze in einer Jagdhütte“, findet die Expertin. „Schön ist es, wenn man Kontraste setzt.“ So passt zu den alten Balken etwa ein gradliniges, modernes Mobiliar. Auch beim Boden kann man bewusst auf einen Bruch setzen und ein anderes Material wählen – statt Parkett kommt etwa Sichtestrich infrage, gibt Ronshausen ein Beispiel. Und noch ein Tipp: Die Balkenstruktur lässt sich mit Licht in Szene setzen. Indirekte Beleuchtung kann im Balkenwerk für eine tolle Atmosphäre sorgen, versichert Innenarchitektin Sybille Ronshausen. „Da sind schöne Effekte möglich.“

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