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Beruf & Karriere -09.02.2019-

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Beruf & Karriere

BERUF&KARRIERE BERUFSWELT PÄDAGOGIK & ERZIEHUNG SAMSTAG, 9. FEBRUAR 2019 RHEINISCHE POST NOCH IMMER EXOTEN Kaum Männer in Kitas Seit Jahren wird um Männer geworben – doch die Klischees sind hartnäckig. VON YURIKO WAHL-IMMEL Wenn Fabian Salin bei der Arbeit ist, kann er auch mal zum Löwen, Einhorn oder Zoodirektor werden. Jungs und Mädchen im Dortmunder Kindergarten Rumpelwichte bauen begeistert Tiergehege aus Schaumstoffkissen. Dann singen alle zusammen. Erzieher Salin begleitet an der Gitarre, die Drei- und Vierjährigen sind mit Rasseln und Trommeln ausgerüstet. Es wird gekichert und getanzt. Alltag für Fabian Salin. Aber nicht alltäglich. Auch im Jahr 2019 noch nicht. Denn Männer in Kitas bleiben selten – trotz aller Programme von Bund und Ländern. Knapp 36.000 männliche Erzieher gab es 2018 bundesweit in den Kitas, ein Anteil von gut sechs Prozent. Als Tagesväter sind aktuell 1600 Männer tätig, das entspricht laut Statistischem Bundesamt einer Quote von 3,8 Prozent in der gesamten Tagespflege. In Nordrhein-Westfalen arbeiteten zum Stichtag 1. März 2018 in den Kitas 3276 Männer als Erzieher – ein Anteil von vier Prozent. Und mit 567 Tagesvätern lag die Männer-Quote laut NRW-Familienministerium in der Tagespflege bei 3,9 Prozent. Seit Jahren schon lautet die Mission: Mehr Männer in die Kitas. Nicht nur, weil man sie wegen des Fachkräftemangels brauche, erklärt ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums. „Kinder in Kindertageseinrichtungen, in denen nur Frauen beschäftigt sind, nehmen wahr und lernen, dass Erziehung, Betreuung und Bildung – also alles, was „sich kümmern“ bedeutet – Frauenarbeit ist.“ Geschlechterklischees sollten nicht weitergetragen werden. Die Botschaft lautet: Erziehung ist auch Männersache. Doch die Vorstellung, dass Kinderbetreuung in Frauen-Hand gehöre, hält sich hartnäckig. Fabian Salin kennt das: „Wenn ich erzähle, dass ich Erzieher bin, höre ich oft: Was hat dich denn geritten?“ Dabei sei der Beruf bereichernd. Etwa sechs Prozent der Erzieher waren 2018 bundesweit männlich Fabian Salin, Erzieher im Dortmunder Kindergarten Rumpelwichte, spielt mit Kindern zur musikalischen Früherziehung auf der Gitarre. FOTOS (2): BERND THISSEN/DPA Erzieher sind nicht nur drinnen im Einsatz. „Die Kinder kommen mit Bildungsinteresse, mit Stärken und Schwächen, die es zu entdecken und fördern gilt“, erzählt der 26-Jährige. „Sie lernen gerne. Es ist eine Freude zu sehen, wie sie sich entwickeln.“ Und warum sollte es mehr männliche Kollegen geben? „Als Vorbilder, fürs Rollenverständnis, zur Identifikation“, sagt der Erzieher. Besonders wichtig, weil auch schon die Kleinsten oft ganztägig außerhalb betreut werden. Und: Noch immer sind es meistens die Väter, die in Vollzeit arbeiten und kaum zu Hause sind. Umso mehr brauche es in Kita und Tagespflege männliche Ansprechpartner und Bezugspersonen. Was machen Männer anders? „Es liegt manchmal allein an der Körperkraft, dass wir bestimmte Dinge übernehmen wie Zelte aufbauen oder Kinder hochheben“, schildert Salin. Aber: „Ich möchte mich distanzieren von Stereotypen wie: Fußball und Werkbank macht der Erzieher. Singen, Wickeln und Vorlesen ist Sache der Erzieherin.“ Die Männer beißen nicht so recht an, trotz aller Werbung für den Job. Ein Grund auch: „Die Bezahlung ist vergleichsweise unattraktiv“, wie Bildungsexpertin Kathrin Bock-Famulla von der Bertelsmann Stiftung erläutert. Zudem gebe es kaum Aufstiegsoptionen. Und mitunter bestehen Vorbehalte gegen männliche Erzieher, auch nach Berichten über Missbrauchsfälle. Salin erzählt, dass manche männliche Kollegen Angst hätten, dass ihnen Situationen falsch ausgelegt werden könnten – etwa im Umgang mit einem Kind, dass sich beim Spielen die Windel runterziehe und mit blankem Popo dastehe. Der Erzieher bedauert, dass eine große Trendwende noch nicht in Sicht ist. „Man hat versucht, den Beruf aufzuwerten, zu akademisieren, aber das ist gescheitert – sehr schade, weil die Kita Bildungsort ist.“ Er studiert zusätzlich Elementarpädagogik, wird bald Kindheitspädagoge sein. „Erzieher werden nicht angemessen bezahlt. Und Stellen für studierte Pädagogen würden für die Kitas aus finanziellen Gründen gar nicht erst ausgeschrieben, sagt der 26-Jährige. „Auch meine persönliche Berufsperspektive ist da sehr traurig. Ich träume von eigenen Kindern und einem Haus, aber das geht nicht mit einem Erzieher-Gehalt.“ Wie junge Lehrkräfte sich durchsetzen Nah dran und trotzdem autoritär: Gerade Berufsanfänger haben es oft schwer, sich in der Klasse Gehör zu verschaffen. Junge Lehrerinnen haben es oftmals schwer, ernst genommen zu werden. FOTO: JULIAN STRATENSCHULTE/DPA (tmn) Aus der Schule an die Uni und sofort wieder zurück: Wer sich ranhält, kann heute schon mit Mitte 20 wieder zur Schule gehen – als Lehrer. Die ältesten Schüler sind dann vielleicht sieben Jahre jünger als ihr neuer Referendar, gehören also fast noch zur gleichen Generation. Ist es gut, wenn Schüler und Lehrer sich noch sehr ähnlich sind – oder eher das Ende jeder Autorität? „Für mich ist das definitiv ein Vorteil“, sagt Ryan Plocher. Der US-Amerikaner ist Lehrer an einer Gemeinschaftsschule in Berlin-Neukölln und Sprecher der jungen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Ich kenne deren Lebensstil noch sehr gut“, erzählt Plocher und nennt den Umgang mit sozialen Medien als Beispiel. Die seien für ältere Lehrer eine große Herausforderung – für ihn aber Alltag. „Ich kann das authentisch in den Unterricht einfließen lassen, weil ich es selber nutze und nicht nur als Vorschlag in einer Fachdidaktik-Zeitschrift gelesen habe.“ Im Idealfall löst sich so auch das Problem mit der Autorität. „Die beste Autorität ist Authentizität“, sagt Plocher. Wer als Lehrer glaubwürdig in seiner Rolle sei, werde in der Regel auch ernst genommen. Wer dagegen ganz ohne Selbstbewusstsein vor die Klasse tritt, werde immer Probleme haben – ganz egal, ob junger Praktikant oder alter Hase. Probleme kann es allerdings trotzdem geben, gerade für junge Lehrerinnen. „Die werden von Schülern, die sehr chauvinistisch erzogen sind, oft nicht ernst genommen.“ Manche Kolleginnen würden auf dem Schulhof sogar richtiggehend angemacht. „Bis die dann sehen, dass die Kollegin diese ganzen Schlüssel hat und keine neue Mitschülerin ist – dann ändert sich der Umgang schlagartig.“ Gelöst ist das Problem aber noch nicht. Provokationen oder blöde Sprüche müssten gerade junge Lehrerinnen oft weiter erdulden. Plocher selbst hat sogar ähnliche Erfahrungen gemacht: „Ich bin offen schwul und auch in der Schule geoutet, da gibt es dann auch mal homophobe Sprüche.“ Damit müsse man aber umgehen wie mit jeder anderen Unterrichtsunterbrechung: „Es nicht persönlich nehmen – und dann streng, fair und vor allem konsequent reagieren.“ Wir suchen pädagogische Fachkräfte (EG S 8a TVöD) für die Abteilung Kindertageseinrichtungen des Jugendamtes Wir heißen Sie in 103 städtischen Kindertageseinrichtungen mit ca. 6000 Düsseldorfer Kindern in diesem zukunftsorientierten Arbeitsfeld „Frühe Bildung“ willkommen. Bringen Sie sich ein mit: Ihrem Engagement, Ihren Ideen, Ihrer Professionalität, Ihrem Einfühlungsvermögen und Ihren vielfältigen Kompetenzen sowie Ihrer Neugier, mit Kindern gemeinsam Bildung, Betreuung und Erziehung im Kitaalltag zu gestalten. Ihre Aufgaben u.a.: Umsetzung des pädagogischen Auftrages nach dem Kinderbildungsgesetz – KiBiz für Kinder von 4 Monaten bis zum Schuleintritt Mitwirkung an der Weiterentwicklung und Umsetzung einer einrichtungsbezogenen pädagogischen Konzeption konstruktive Zusammenarbeit im Team, mit Eltern, mit dem Träger, der Schule und anderen Institutionen Erstellung der Bildungsdokumentation nach dem Leitfaden des Jugendamtes Mitwirkung an der konzeptionellen Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren. Ihr Profil: abgeschlossene Ausbildung als staatl. anerkannte Erzieherin bzw. staatl. anerkannter Erzieher oder abgeschlossenes Studium der Heilpädagogik, Sozialpädagogik oder Sozialarbeit mit staatl. Anerkennung oder abgeschlossenes Diplom-, Bachelor- oder Masterstudium mit Schwerpunkt Kleinkindbzw. Elementarpädagogik fundiertes Fachwissen und die Fähigkeit der Umsetzung des Fachwissens in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und ihren Familien Bereitschaft zur Teamarbeit sowie ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Flexibilität Initiative, Kreativität und Engagement in der pädagogischen Arbeit. Wir bieten Ihnen: unbefristetes Arbeitsverhältnis kostenfreie Teilnahme an Fortbildungen für bis zu 5 Tage im Jahr sorgfältige Einarbeitung Beratung und Coaching fachliche Begleitung durch Fachbereichsleitungen Aufstiegsmöglichkeiten kostengünstiges Jobticket Teilnahme an Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Betriebssportgemeinschaft Jahressonderzahlung Anerkennung einschlägiger Berufserfahrung. Die Einstellungen erfolgen für diverse städtische Kindertageseinrichtungen im Düsseldorfer Stadtgebiet in verschiedenen Funktionen (Gruppenleitung, Zweitkraft oder Springerkraft) in Voll- oder Teilzeit unbefristet zu den Bedingungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Stadtverwaltung Düsseldorf verfolgt offensiv das Ziel zur beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern. Als moderne Landeshauptstadt setzen wir auf qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber, um gegenwärtig und in Zukunft einen ausgewogenen Anteil von Frauen und Männern in unserer Verwaltung sicherzustellen. Wir wollen weibliche und männliche Fachkräfte gleichermaßen ansprechen und ermutigen sich zu bewerben. Die Landeshauptstadt Düsseldorf nimmt die berufliche Integration nach dem SGB IX ernst. Bewerbungen von Schwerbehinderten und Gleichgestellten werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Eine Teilzeitbeschäftigung ist grundsätzlich möglich. Im Rahmen dieser Dauerausschreibung nehmen wir laufend Bewerbungen entgegen und führen je nach Bewerbungseingang Auswahlverfahren durch. Für einen telefonischen Erstkontakt steht Ihnen Patricia Boßmann, Jugendamt, Telefon 0211 89-25157, Willi-Becker-Allee 7, Zimmer 512, gerne zur Verfügung. Richten Sie bitte Ihre aussagekräftige Bewerbung an die Stadtverwaltung, Amt 10/622, Kennziffer 51/02/04/19/01, 40200 Düsseldorf, E-Mail: personalwirtschaft@duesseldorf.de E-Mail-Bewerbungen können auf eigenes Risiko als PDF-Datei übersandt werden.* Ansprechpartnerin: Christiane Zehnich, Telefon 0211 89-21150, Moskauer Str. 27, Zimmer 519. *Hinweis zum Datenschutz: Bewerbungsunterlagen, die per einfacher E-Mail als unverschlüsselte PDF-Datei übersandt werden, sind auf dem Postweg gegen unbefugte Kenntnisnahme oder Veränderung nicht geschützt

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