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Beruf & Karriere -26.01.2019-

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Beruf & Karriere

BERUF&KARRIERE AUSBILDUNG & DUALES STUDIUM SAMSTAG, 26. JANUAR 2019 RHEINISCHE POST NUR MIT PLAN B Beim Lehrstellenwechsel richtig vorgehen Ungerechtigkeiten, Überforderung oder Mobbing – manchmal passt es einfach nicht zwischen Betrieb und Lehrling. Das muss jedoch kein Grund sein, die Ausbildung abzubrechen. Manchmal hilft schon ein Lehrstellenwechsel. Dabei gibt es einiges zu beachten. VON ANKE DANKERS Da ist dieses mulmige Gefühl, jeden Morgen zum Arbeitsbeginn. Ein Unwohlsein, vielleicht Überforderung, vielleicht unerfüllte Erwartungen. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, die dazu führen können, dass Auszubildende sich in ihrem Lehrbetrieb nicht wohlfühlen. Ob fachliche, betriebliche oder zwischenmenschliche Differenzen – wenn die Unzufriedenheit zu groß wird, heißt es, die Reißleine zu ziehen. Laut des aktuellen Datenreports zum Berufsbildungsbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) tat das 2016 etwa jeder vierte Auszubildende. Mit 25,8 Prozent vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge war die Zahl der Lehrlinge, die ihren Lehrbetrieb frühzeitig verließen, auf einem Rekordhoch. Doch eine Vertragslösung bedeutet nicht immer auch einen Aus- bildungsab- bruch. Oft kann der Wechsel in einen anderen Lehrbetrieb helfen. „Zunächst sollte man aber versuchen, die Probleme anzusprechen, dabei kann vieles bereits geklärt werden“, sagt Daniel Gimpel von der Jugendabteilung im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). „Auf jeden Fall gilt es, „Man sollte nie kündigen, bevor man nicht weiß, wie es weitergehen soll“ Sabrina Schittel Azubi-Beraterin sich Hilfe zu holen“, rät Gimpel. Bei Problemen und Sorgen rund um die Ausbildung ist der Ausbildungsverantwortliche des Betriebs in der Regel der erste Ansprechpartner. Auch ein Gespräch mit anderen Kollegen, dem Betriebsrat, der zuständigen Kammer, der Gewerkschaft oder einer Ausbildungsberatung kann hilfreich sein. Selbst wenn es später zur Kündigung kommen sollte, ist es wichtig, vorab mit den Verantwortlichen über mögliche Pflichtverletzungen des Ausbildungsbetriebs gesprochen zu haben. Wenn sich trotzdem nichts ändert, hat der Lehrling unter Umständen einen Grund zur Kündigung. Vor jeder Kündigung muss jedoch ein Plan B her. „Man sollte nie kündigen, bevor man nicht weiß, wie es weitergehen soll“, rät Sabrina Schittel vom Projekt „azuro – Ausbildungs- & Zukunftsbüro“, einer Beratungseinrichtung für Azubis in München. Denn wer kündigt, ohne eine neue Lehrstelle vorweisen zu können, riskiert zu viele Fehlzeiten während der Ausbildung. Das könnte wiederum dazu führen, dass die zuständige Kammer die Ausbildungszeit verlängert. Ist die Entscheidung zum Lehrstellenwechsel gefallen Unzufrieden mit der Lehrstelle: Auszubildende sollten nur dann kündigen, wenn sie einen Plan B haben. und eine Perspektive gefunden, gilt: Je eher man geht, desto besser. „Wenn ich trotz aller Bemühungen weiß, dass die Ausbildung oder der Lehrbetrieb nichts für mich ist, macht es keinen Sinn, eine Kündigung künstlich in die Länge zu ziehen“, sagt Florian Kaiser, Leiter der Bildungsberatung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) München/Oberbayern. Ganz im Gegenteil: Nur wer während der Probezeit kündigt, kann dies jederzeit und ohne Angabe von Gründen tun. Auch die Prüfungszeiträume sind zu bedenken: „Es wäre gut, nicht erst kurz vor der Zwischenprüfung zu kündigen, wenn man Zeit und Nerven braucht, um sich vorzubereiten“, rät Gimpel. Ist die Probezeit bereits verstrichen, wird es ungleich schwerer, dem Lehrbetrieb zu kündigen und die Ausbildung trotzdem fortzusetzen. Nur, wer den Beruf wechseln oder die Ausbildung aufgeben möchte, kann den Ausbildungsvertrag mit einer Frist von vier Wochen kündigen. Wer dagegen lediglich die Lehrstelle wechseln möchte, muss fristlos kündigen. Dazu müssen dem Betrieb Pflichtverstöße vorzuwerfen sein, etwa was die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien, das Führen eines Berichtshefts oder die Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes angeht. Aber auch sexuelle Belästigung, Diskriminierung oder unbezahlte Überstunden sind Kündigungsgründe. Eine fristlose Kündigung sollte nie ohne professionelle Hilfe FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA-TMN geschrieben werden, denn die formalen Anforderungen sind hoch. Eine bessere Alternative kann ein Aufhebungsvertrag sein. „Da ist das Hindernis, dass beide Parteien dem Vertrag zustimmen müssen“, sagt Sabrina Schittel. In einem Aufhebungsvertrag kann die Austrittsfrist in Absprache mit dem Unternehmen selbst formuliert werden. „Man sollte immer beachten, wie viele Urlaubstage einem noch zustehen und wie die Überstunden ausgeglichen werden sollen“, sagt die Sozialpädagogin. Daneben sind die rechtzeitige Ausstellung des Arbeitszeugnisses und die Aktualisierung des Berichtshefts wichtig. Azubis müssen auch die Berufsschule über die anstehenden Änderungen informieren. Denn die Schule ist gesetzlich nicht verpflichtet den Lehrling weiter zu unterrichten, wenn er nicht mehr in einem Ausbildungsverhältnis ist. „Viele Berufsschulen drücken noch ein Auge zu und gewähren eine Überbrückungszeit. Die muss aber vorher abgesprochen sein“, betont Beraterin Sabrina Schittel. Nur die Berufsschule, nicht aber den Betrieb zu wechseln, ist schwierig. Welche Berufsschule zuständig ist, richtet sich nach dem Sitz des Ausbildungsbetriebs. Zwar können Lehrlinge Gastschulanträge an anderen Berufsschulen stellen, doch im Gegensatz zu der zugewiesenen Schule ist eine Gastschule nicht dazu verpflichtet, den Lehrling zu unterrichten. Ganz ähnlich sieht es bei der Anrechnung bereits erbrachter Leistungen im vorangegangenen Lehrbetrieb aus. Der neue Betrieb kann die Vorkenntnisse anerkennen, er muss es aber nicht. In der Praxis gibt es dabei aber selten Probleme, weiß Sabrina Schittel: „Unserer Erfahrung nach kann die Ausbildung meist an der Stelle weitergeführt werden, wo sie beendet wurde.“ Duales Studium bei der Stadtsparkasse In stressigen Momenten die Ruhe bewahren Samira da Silva Teixeira beendet am 31. Januar mit der mündlichen Prüfung ihre Ausbildung. FOTO: SPARKASSE MÖNCHENGLADBACH (rps) Die Stadtsparkasse Mönchengladbach ist einer der größten Ausbildungsplatzanbieter in Mönchengladbach und wird seit vielen Jahren regelmäßig von der Industrieund Handelskammer (IHK) als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. Nun hat die Stadtsparkasse einen Kooperationsvertrag mit der Hochschule Niederrhein zum Angebot des dualen Studiums geschlossen. Zum Ausbildungsbeginn 2019 besteht für engagierte Bewerber die Möglichkeit, die Ausbildung zur/m Bankkauffrau/-mann mit dem achtsemestrigen Studiengang „Banking and Finance“ zu kombinieren. So kann die Sparkasse ihr Ausbildungsangebot erweitern und wird ab 2019 neben der klassischen Ausbildung zur/m Bankkauffrau/-mann auch das duale Studium als Ausbildungsmöglichkeit anbieten. Die dualen Studenten studieren an zwei Tagen pro Woche an der Hochschule Niederrhein, an drei Tagen erfolgt die praktische Ausbildung in der Stadtsparkasse. Nach zweieinhalb Jahren steht dann die Abschlussprüfung zur/m Bankkauffrau/-mann vor der IHK an. Das Studium wird nach Abschluss der Ausbildung berufsbegleitend weitergeführt und schon nach weiteren eineinhalb Jahren erzielt man den akademischen Hochschulabschluss „Bachelor of Arts“. Mit dem dualen Studium kann man schnell viel erreichen, ist finanziell abgesichert und unabhängig und schafft sich ein starkes Fundament für glänzende Karrierechancen. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Ausbildungsprogramm ist ein gutes Abitur beziehungsweise eine gute Fachhochschulreife und natürlich ganz viel Motivation, Leistungsstärke, Spaß am Erfolg und vor allem Freude an der Arbeit mit Kunden. (tmn) In einer sich wandelnden Arbeitswelt sind Beschäftigte oft mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Vor allem Auszubildende fühlen sich am Anfang regelrecht überfordert. Sie können jedoch mit einer speziellen Verhaltensstrategie reagieren. „Wenn ich bei der Arbeit unter Druck stehe, Stress habe oder Veränderungen auf mich zukommen, ist resilientes Verhalten wichtig“, sagt Anika Peschl vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit von Einzelnen gegenüber äußeren Belastungen. Es geht also um die Fragen: Wie kann ich mit unvorhergesehenen Situationen oder Turbulenzen umgehen? Und wie nehme ich Herausforderungen als Anlass für meine persönliche Weiterentwicklung? „Das Gute ist: Resilienz ist erlernbar, und es ist nie zu spät, die persönliche Resilienz zu entwickeln und zu stärken“, erklärt Peschl. Wichtig ist zunächst einmal, dass Beschäftigte positive Einstellungen verinnerlichen, wie: „Ich kann es“, und „Ich nehme wahr und lasse los“ – also ein Glaube an die eigenen Fähigkeiten und das Wissen und die Akzeptanz, manche Dinge nicht ungeschehen machen zu können. Um resilientes Verhalten im Einzelfall zu stärken, gibt es Strategien: Zum Beispiel geht es darum, in schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren und sein Verhalten nicht von Ärger und Ängsten bestimmen zu lassen. Das kann etwa ein anstrengender Kunde sein, der die Nerven strapaziert. Dann gilt: tief durchatmen, Ruhe bewahren und trotzdem Professionalität bewahren. „Wenn ich eine solche Situation ruhig bewältige, weiß ich, wie ich in Zukunft mit schwierigen Klienten umgehen kann“, erklärt Peschl. In Konfliktsituationen, etwa im Streit mit Kollegen, bedeutet resilientes Verhalten, die eigenen Emotionen zu lenken. Also: sich in das Gegenüber und dessen Sichtweise hineinversetzen und Kritik nicht zu persönlich nehmen. Stehen schwierige Aufgaben im Job an, sollte man sie der Expertin zufolge rational und wohlüberlegt angehen. „Dabei ist es hilfreich, wenn ich einen Plan B zur Verfügung habe“, also eine zweite Herangehensweise für den Fall, dass die Aufgabe nicht sofort gelingt. Herausforderungen im Beruf sollten Beschäftigte als Chance sehen, sich weiterzuentwickeln. Es gehört auch dazu, schwierige Dinge nicht einfach zur Seite zu schieben. Resilientes Verhalten zu verinnerlichen sei grundsätzlich ein längerer Prozess, sagt Peschl vom ifaa. Merkzettel oder spezielle Trainings und Workshops, die im Team oder im Unternehmen umgesetzt werden, können helfen.

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