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Bestattungskultur

Urnenstelen als letzte Ruhestätte Urnenstelen auf Friedhöfen als recht neue Bestattungsart werden zunehmend nachgefragt – eine weitere Alternative zur klassischen Erdbestattung wie zum Beispiel auch Kolumbarium und Grabeskirche. Was speziell für Katholiken über viele Jahrhunderte und sogar noch bis tief ins 20. Jahrhundert ausdrücklich verboten war, ist heute in Deutschland die bevorzugte Bestattungsform: „Die Feuerbestattung macht in Deutschland mittlerweile etwa 62 Prozent aus – bei 890.000 Bestattungen jährlich“, sagt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer beim Kuratorium Deutsche Bestattungskultur. Die klassische Erdbestattung ist bei einer Urne aber bei weitem nicht mehr die einzig mögliche Form der Bestattung. Schon seit etlichen Jahren können Urnen auch in einer Grabeskirche, einem Kolumbarium oder auf Hoher See beigesetzt werden – ebenso an den Wurzeln eines Baumes oder im Waldboden (die sogenannte Naturbestattung). Eine weitere Alternative ist dagegen noch recht neu: die Bestattung in Urnenstelen auf einem Friedhof. Einer, der mit dieser Form bereits gute Erfahrungen gemacht hat, ist Bestatter Torsten Heiss aus Wegberg. „Dieses Angebot wird hier gut angenommen“, sagt der 39-Jährige – und erläutert die Urnenstelen-Bestattung: „Wie bei einem klassischen Grabmal wird dabei eine Erinnerungsstätte eingerichtet, die Angehörige und Freunde des Verstorbenen jederzeit besuchen können. Am Tag der Bestattung wird die Urnenkammer mit einer Natursteinplatte verschlossen, die den Namen und die Geburts- und Todesdaten des Verstorbenen trägt.“ Eine Urnenstele sei ein Platz der Ruhe, des Erinnerns. In jedem Urnenfach besteht die Möglichkeit, bis zu zwei Urnen beizusetzen. Wie beim Grab- Urnenstelen stellen eine weitere Alternative zur klassischen Erdbestattung dar. mal beträgt die Ruhefrist im Stadtgebiet Wegberg 30 Jahre. „Danach wird die Asche anonym als Friedhofserde bestattet – das ist rechtlich so vorgeschrieben. Auch das sollten Familie und Angehörige wissen“, betont Heiss. Die Vorteile dieser Bestattungsart liegen für ihn auf der Hand: „Die Urnenstele gehört zu den Grabstätten, die in der Regel keinen Pflegeaufwand für die Hinterbliebenen mit sich bringen. Damit fällt die große Sorge weg, dass die Pflege irgendwann nicht mehr gewährleistet werden kann. Das ist vor allem dann relevant, wenn zum Beispiel die Kinder des Verstorbenen nicht mehr am Ort wohnen.“ Auf dem Wegberger Friedhof habe man für die Urnenstelen auch einen sehr guten Standort gefunden: „Sie stehen nicht in einer Ecke, sondern an zentraler Stelle.“

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