Aufrufe
vor 8 Monaten

Bestattungstrends -23.01.2018-

  • Text
  • Wirthmann
  • Asche
  • Viersen
  • Verstorbenen
  • Menschen
  • Lehrer
  • Sprechen
  • Bestattungskultur
  • Liebe
  • Sexuelle

Bestattungstrends

MG-L4 C4 Lokales RHEINISCHE POST DIENSTAG, 23. JANUAR 2018 KINO Coco - Lebendiger als das Leben, Comet- Cine-Center: 14.45 Uhr. Dieses bescheuerte Herz, Comet-Cine- Center: 14.30, 17.30, 20.15 Uhr. Ferdinand - Geht STIERisch ab!, Comet- Cine-Center: 14.15 Uhr. Greatest Showman, Comet-Cine-Center: 19.45 Uhr. Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft, Comet-Cine-Center: 14.30, 17 Uhr. Hot Dog, Comet-Cine-Center: 14.45, 17.15, 20 Uhr. Haus Zoar: 15.45, 18, 20.15 Uhr. Insidious - The Last Key, Comet-Cine-Center: 20 Uhr. Jumanji: Willkommen im Dschungel, Comet-Cine-Center: 17.30, 19.45 Uhr. Paddington 2, Comet-Cine-Center: 15 Uhr. Pitch Perfect 3, Comet-Cine-Center: 14.45, 17.15 Uhr. Star Wars: Die letzten Jedi, Comet-Cine- Center: 16.30, 19.45 Uhr. The Commuter, Comet-Cine-Center: 17.30, 20 Uhr. TEMPOKONTROLLEN Die Polizei kontrolliert heute vorrangig Geschwindigkeiten an der Engelblecker Straße. Die drei Radarwagen der Stadt sind in der Mönchengladbacher und Rheydter Innenstadt sowie in Neuwerk, Lürrip und Venn unterwegs. NOTDIENSTE DIENSTAG Feuerwehr und Rettungsdienst: ☎ 112 Polizei: ☎ 110 Ärztlicher Notruf: Bundesweite Notrufnummer 116117 (kostenfreie Fax-Nummer: 0800 5895210), Apotheken: Bahnhof-Apotheke, MG-Mitte, Humboldtstr. 8, ☎ 02161 14903, Di 9-Mi 9. Stadt-Apotheke Jansen, MG-Odenkirchen, Burgfreiheit 53, ☎ 02166 963930, Di 9-Mi 9. Notdienstpraxis im Ev. Krankenhaus Bethesda (Blaues Haus), Mönchengladbach, Ludwig-Weber-Straße 15, ☎ 02161 9812510. Zahnärzte: ☎ 01805986700 Kinderärzte: ☎ 116117, Telefonnummer des kinderärztlichen Notdienstes auf allen AB der Kinderärzte in MG oder unter www.kinderarztnotdienst-mg.de. Tierärzte: ☎ 02161 52003. Wie spricht man mit Kindern und Jugendlichen über Liebe, Sexualität und Verhütung? Das lernen Pädagogen im März bei einem Fachtag in Viersen. FOTO: ULLSTEIN Wie Lehrer lernen, über Sex zu sprechen Bei einer Fortbildung erfahren Pädagogen, wie sie mit Schülern über Liebe, sexuelle Vielfalt, Verhütung und Aids diskutieren können. VON BIRGITTA RONGE Pornos kennen viele Schüler heute aus dem Internet. Via Smartphone schicken Jugendliche einander Oben-ohne-Bilder oder Videos aufs Smartphone, deren Inhalt ihren Großeltern wohl die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte. Das Thema Sexualität sei überall präsent, im Unterricht wie auf dem Schulhof, sagt Klaus Neufeldt vom Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissen (GEW), Kreisverband Viersen, und Lehrer an der Gesamtschule Nettetal. Für Lehrer und Sozialarbeiter, die mit Schülern im Unterricht oder in Gesprächen Liebe, Sexualität und Verhütung thematisieren wollen, bieten die GEW-Stadtverbände Mönchengladbach und Krefeld, der GEW-Kreisverband Viersen, die Gesundheitsämter und die Aids-Hilfe eine Fortbildung an. Nach Mönchengladbach und Krefeld findet die Veranstaltung in diesem Jahr in Viersen statt, teilnehmen können Lehrer der Sekundarstufen I und II aller Fachrichtungen sowie Sozialarbeiter aus Mönchengladbach, dem Kreis Viersen und Krefeld. Das Motto am Montag, 5. März: „Let’s talk about sex“. In den 1990er-Jahren war der Song der Gruppe Salt’n’Pepa ein Ohrwurm. Im Refrain heißt es weiter: „Let’s talk about all the good things and the bad things that may be“. Danach INFO Anzahl der Plätze ist begrenzt Termin Fachtag am Montag, 5. März, Forum Viersen, Rathausmarkt 2, Viersen, von 9 bis 16 Uhr. Anmeldung bis 9. Februar beim Gesundheitsamt des Kreises Viersen, Telefon 02162 391696, E-Mail: aids-beratung@kreis-viersen.de. Zwei Wunsch-Workshops sind bei der Anmeldung anzugeben. „Unser Fokus liegt auf der Frage: ,Wie ist meine sexuelle Orientierung, meine Identität?’“ Alexander Marschner Aids-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt haben die Organisatoren auch das Konzept der Fortbildung ausgerichtet: In vier Workshops sollen Pädagogen und Experten über all die guten und die schlechten Dinge sprechen, die passieren können, wenn man Sex hat. Nach einem Impulsreferat zu den rechtlichen Grundlagen der Sexualerziehung beginnen die Workshops. Im ersten stellen Saskia Brock (Gesundheitsamt Kreis Viersen) und Robert Lierz (Aids-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt) Methoden vor, die im Unterricht bei der Wissensvermittlung im Bereich Liebe, Sex und Zärtlichkeit helfen. Im zweiten Workshop zu „Sexuelle Vielfalt“ geben Alexander Marschner (Aids-Hilfe Mönchengladbach/Rheydt) und Pia Günther (Aids-Hilfe Krefeld) einen Einblick in die Arbeit des „Schlau“-Teams, das an Schulen über Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle aufklärt. So erzählen Mitglieder des Teams Jugendlichen von eigenen Erfahrungen. „Unser Fokus liegt auf der Frage: ,Wie ist meine sexuelle Orientierung, meine Identität?’“, erklärt Marschner. Auch über alltägliche Diskriminierung ist Thema. Marschner: „Das meistverwendete Schimpfwort auf dem Schulhof ist immer noch ,Schwuchtel’.“ Ein dritter Workshop beleuchtet Sprache und Kommunikation. Welche Wörter verwendet werden, um etwa Geschlechtsteile oder sexuelle Handlungen zu beschreiben, darüber müsse man sprechen, sagt Beate Guse vom Gesundheitsamt des Kreises Viersen. „Es geht um Reflexion, den eigenen Standpunkt“, so Guse. So müsse jeder Lehrer für sich die Frage beantworten, worüber er sprechen wolle und worüber nicht. Der vierte Workshop informiert über HIV, Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten und ihre Behandlung. „Dabei ist es nicht nur wichtig zu erklären, wie man sich ansteckt, sondern auch, wie man sich nicht ansteckt“, so Guse. Bestattungstrends EXPERTE OLIVER WIRTHMANN ÜBER DEN WANDEL IN DER BESTATTUNGSKULTUR Megatrend: Die Einäscherung Auch das Bestattungsgewerbe kennt Trends. Aber nicht alle davon sind nachhaltig. (rps) Ein Trend bezeichnet, wissenschaftlich gesprochen, eine Veränderungen oder eine sich entwickelnde neue Strömung in allen Bereichen der Gesellschaft. Manche Trends entwickeln sich zu Megatrends, beispielsweise die alternde Gesellschaft, andere wiederum, insbesondere Verbrauchertrends, stellen sich als nicht sonderlich langlebig heraus und verschwinden schnell wieder. Die Bestattung von Verstorbenen ist ein fundamentaler Bestandteil der Gesellschaftsstruktur und der Kultur. „Menschliche Kultur beginnt dort, wo Menschen ihre Toten nicht auf freiem Feld liegen lassen. Dort, wo Menschen Tote zur Erde bestatten oder verbrennen und einen Stein des Gedenkens aufstellen, dort beginnt Kultur“, sagt der Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur, Oliver Wirthmann. Und weil die Bestattungskultur zur Gesellschaft im Allgemeinen gehört, ist auch sie Veränderungen unterworfen – will heißen, auch das Bestattungsgewerbe kennt Trends. Es sei aber Vorsicht geboten, grundsätzlich von Trends zu sprechen, warnt Oliver Wirthmann. „Viele vermeintliche Die Baumbestattung gehört zu den Bestattungsformen, die sich aus dem Megatrend Einäscherung ergeben. FOTO: STOVEROCK Bestattungstrends sind eher Events oder außergewöhnliche Formen, die von bestimmten Gruppen mit eigenen wirtschaftlichen Interessen zu wirklichen Trends hochstilisiert werden“, sagt der Theologe und Trauerexperte. Formen wie Diamantbestattungen beispielsweise, bei denen aus der Asche ein Diamant gepresst wird, seien keine Bestattungstrends. „Es ist eine Form, mit der Asche eines Verstorbenen umzugehen. „Menschliche Kultur beginnt dort, wo Menschen ihre Toten nicht auf freiem Feld liegen lassen“ Oliver Wirthmann Kuratorium Deutsche Bestattungskultur Aber letztlich wird der Verstorbene ja nicht einmal bestattet“, meint Wirthmann. Als Megatrend bei den Bestattungen identifiziert Wirthmann die Einäscherung (Kremation) von Verstorbenen. Der Anteil an Feuerbestattungen war 2011 erstmals auf 50 Prozent gestiegen und wird, so Wirthmanns Einschätzung, in den kommenden Jahren um jeweils 0,8 Prozent zulegen und dann bei etwa 60 Prozent seinen (vorläufigen) Sättigungsgrad erreicht haben. Parallel dazu nimmt die Erdbestattung ab. Aus dem Megatrend Einäscherung ergeben sich weitere Möglichkeiten der Bestattungsgestaltung. Das nennt Oliver Wirthmann „Multi-Optionalität“. Eine Option, die sich aus der Kremation ergibt, ist die Baumbestattung. Bei dieser wird die Asche des Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne direkt an der Wurzel des Baumes beigesetzt. Der Baum übernimmt die Funktion des herkömmlichen Grabes, und die Natur kümmert sich um die Grabpflege. In anderen Ländern ist es möglich, die Asche an der Wurzel des Baumes zu verstreuen, weshalb manche Bestatter eine Überführung ins benachbarte Ausland anbieten. Für Oliver Wirthmann ist die Bestattungskultur Spiegelbild einer gesellschaftlichen Lebensäußerung und des Selbstverständnisses – deshalb ist auch in diesem Bereich ein grundsätzlicher Wandel gegeben, der Trends hervorbringt. Beispielsweise äußere sich die gesellschaftliche und soziologische Mobilität der Menschen in einem Wandel der Riten und Gebräuche und des ästhetischen Empfindens. Menschen seien heute offener für die individuelle und bisweilen willkürliche Vermischung verschiedener Weltbilder, und so würden Christentum, Naturglaube und Co. immer öfter bunt zusammengewürfelt.

Sonderveröffentlichungen