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Bestattungsvorsorge

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Bestattungsvorsorge

SM-L4 C4 Morgenpost SOLINGER MORGENPOST DIENSTAG, 7. MÄRZ 2017 Im Sommer eröffnen fünf neue Kindergärten (kris) Fünf neue Kindertagesstätten sollen im August eröffnet werden: zwei in Mitte (Rathausplatz, Mittelgönrather Straße), zwei in Ohligs (Rennpatt, Hansastraße) sowie eine in Aufderhöhe (Höhscheider Straße). Dabei wird es nicht bleiben. Weil mehr Kinder geboren werden und Familien mit kleinen Kindern nach Solingen ziehen, müssen weitere Kitas gebaut werden. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung für den Jugendhilfeausschuss hervor. Die neuen Kindergärten werden jeweils vier Gruppen haben. Bei dreien ist die Stadt der Betreiber. Die anderen führen die Kompass gGmbH sowie der Elternverein Pinocchio. So ist die Zahl der Kinder unter drei Jahren (U3) in den vergangenen zwölf Monaten sprunghaft angestiegen: von 4182 auf 4546. Für etwas mehr als ein Drittel der U3-Kinder (35 Prozent) will die Stadt Betreuungsplätze bereit stellen. Dieses Ziel sei im nächsten Kindergartenjahr nicht zu erreichen: Trotz der fünf Neubauten kann die Stadt ab Sommer nur für 33,24 Prozent der Solinger Kleinkinder einen Betreuungsplatz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter anbieten (insgesamt 1511 Plätze). Die 35-Prozent-Quote ist ohnehin nur ein Etappenziel. Die Jugendplaner gehen davon aus, dass in Zukunft noch mehr Eltern ihre Kinder früh betreuen lassen – zumal der Rechtsanspruch schon für Einjährige gilt. Anders sieht die Versorgungssituation bei den älteren Kindern zwischen drei und sechs Jahren (Ü3) aus. Hier gibt es aktuell mehr Plätze (4196) als Kinder (4121). Besonders gut versorgt sind Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid mit 110,6 Prozent und Gräfrath (102,4). In Wald hingegen fehlen Plätze (Versorgungsquote 96 Prozent). 223 inklusive Plätze für Kinder mit Behinderung gibt es in der Stadt. Der Trend geht übrigens hin zur Ganztagsbetreuung: Mehr als die Hälfte der Kinder (55,1 Prozent) besuchen bis zu neun Stunden am Tag den Kindergarten. Nur noch jedes zehnte wird mittags abgeholt. Brücken-Skulptur nimmt Formen an Die Event-Schmiede Müngsten hat bei ihrem Projekt „Brücke in die Zukunft“ Bergfest gefeiert. 65 der mindestens 120 Figuren sind bereits fertiggestellt, die auf einer eisernen Wendel angebracht werden sollen. VON KARL-RAINER BROCH Zum 120-jährigen Bestehen der Müngstener Brücke sollen mindestens 120 geschmiedete Figuren die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Brückenpark lenken. Sie entstehen in einem außergewöhnlichen Bürgerprojekt der Event- Schmiede unter dem Markenzeichen des Bergischen Landes. 65 der Figuren sind inzwischen fertig – am Wochenende feierte das Projekt „Brücke in die Zukunft“ sein Bergfest. „Es ist schade, dass das Brückenfest überall in Solingen gefeiert wird – nur nicht in Müngsten“ Monika Brandes Projekt-Initiatorin Initiatorin Monika Brandes arbeitet mit vielen Laien aus Solingen und Umgebung an der ungewöhnlichen Brücken-Skulptur, die beim Brückenfest am 13. Oktober enthüllt werden soll. „Es ist schade, dass das Brückenfest überall in Solingen gefeiert wird – nur nicht in Müngsten. Daher wollen wir ein Zeichen setzen.“ Die Teilnehmer erhalten einen Einführungskurs mit den Arbeitsschritten. Material, Werkzeug und Schutzkleidung werden zur Verfügung gestellt. Die entstandenen Figuren werden auf einer eisernen Wendel angebracht, die an einem vier Meter großen Baumstamm hängt. Event-Schmied Michael Bauer-Brandes hatte den Stamm als Treibholz aus der Wupper gefischt: „Auch der Ring ist der Rest aus einem anderen Projekt und hat zehn Jahre in der Ecke gestanden.“ Aus einem geraden Stück bog er den 80 Kilogramm schweren Eisenring zu der Wendel. Von den bisherigen Teilnehmern waren am Samstag 35 erschienen, um die Halbzeit des Projektes zu fei- Wie künftig die geschmiedeten Figuren die Brücke hinauf laufen werden, zeigen Franziska Peters, Ariel Brandes Michael Bauer-Brandes und Monika Brandes (v.l.). FOTO: CHRISTIAN BEIER ern. Darunter war auch eine Jugendgruppe der evangelischen Gemeinde Dorp. Sozialpädagoge Waldemar Schmalz hatte die Konfirmanden und die Freizeitgruppe der Gemeinde mobilisiert. 18 Jungen und Mädchen wechseln sich ab und waren bisher dreimal in der Event- Schmiede: „Darunter sind auch fünf Flüchtlinge, die sich über die ungewöhnliche Arbeit, mit eigenen Händen etwas zu schaffen, gefreut haben.“ Das soziale Engagement von Monika Brandes trug auch Früchte bei DAS PROJEKT Termine Jeden zweiten Mittwoch im Monat (17-19 Uhr) wird geschmiedet. Für Mai und Juni sind noch Anmeldungen möglich: info@eventschmiede-solingen.de Verein Der neue Schmiedekulturverein sucht Sponsoren und weitere Interessenten. einem Kinderheim aus Velbert, das ebenfalls den Weg unter die Müngstener Brücke fand. Michael Ernst, Schatzmeister des im Februar gegründeten Schmiedekulturvereins, meinte: „Wir wollen nicht, dass das alte Handwerk verloren geht.“ Dabei war für die Initiatoren entscheidend, dass auch Mädchen mit Hammer und Amboss vertraut gemacht wurden. Franziska Peters aus Berlin war gekommen, um zusammen mit Ariel Brandes, dem Sohn der Brandes-Familie, das bei einem früheren Besuch begonnene Männchen zu Ende zu bringen. „Je nach Geschicklichkeit braucht man ein bis drei Stunden für eine Figur“, erklärte Michael Bauer-Brandes, der immer wieder auch Hilfestellung anbot. Mona und Jana Pick hatten voriges Jahr vom Skulpturenprojekt erfahren: „Wir wollten das ausprobieren, bisher haben wir die Köpfe geformt, jetzt ist der Körper dran.“ Verbunden mit dem Brückenprojekt, das Oberbürgermeister Tim Kurzbach als Schirmherr begleitet, ist eine Foto-Ausstellung des Fotografen Christian Beier. Sie wird nach der Enthüllung der Skulptur bis Anfang November in der Schmiede gezeigt. Wo das etwa 400 Kilogramm schwere Objekt im Brückenpark aufgestellt wird, ist noch nicht klar. Monika Brandes: „Wir werden sicher einen guten Platz finden, der den Besuchern ins Auge fallen wird.“ Bestattungsvorsorge IMMER MEHR MENSCHEN ORGANISIEREN IHRE EIGENE BEERDIGUNG Manche planen bis ins letzte Detail Teilen Sie Ihre Trauer. Gemeinsam zu trauern, hilft Trost zu finden. Unser Trauerportal ermöglicht Ihnen eine moderne, stil- und respektvolle Form des Gedenkens. www.rp-trauer.de Die Zahl der Menschen, die ihr eigenes Begräbnis regeln, steigt in Deutschland ständig. (tmn) Bestatter Norbert Schmidt aus Trier kann einen bundesweiten Trend nur bestätigen: „Die Zahl der Menschen, die ihre eigene Bestattung organisieren und dazu einen Vorsorgevertrag abschließen, nimmt ständig zu. Diese Menschen wollen selbst bestimmen, wie ihre Beisetzung ausgeführt wird.“ „Es ist nicht bloß Angst, dass andere das nachher anders machen könnten, als man es gewollt hat“, sagt er. „Es hat auch mit Selbstbestimmung und Gründlichkeit zu tun, die letzten Dinge zu regeln.“ Viele wollten Kinder und Angehörige entlasten, die dann nichts mehr entscheiden müssten. Denn was in einem Vorsorgevertrag festgelegt wird, das gilt. Viele Vorsorgen seien sogar bis ins letzte Detail geplant. Nicht nur Urne oder Sarg sind ausgesucht, auch das Sterbebildchen ist gewählt, die Trauerdrucksachen sind fertig, und die Todesanzeige steht. „Es fehlt nur noch das Datum des Todes.“ Und die Kleider, die angezogen werden sollen, hängen an einer Stelle im Schrank. Rund 90 Prozent der Vorsorgen sind auch schon bezahlt. Das Geld liegt auf einem Treuhandkonto – und wird zur Bestattung abgerufen. „Vorher kann keiner ran“, betont der Bestatter. Eine Feuerbestattung mit Urnengrab koste im Schnitt etwa 4000 Euro, eine Erdbestattung in normaler Ausstattung zwischen 4000 und 5000 Euro. Gibt es Vorlieben? Ja: „Beim Sarg suchen ältere Leute eher Eiche rustikal aus, Jüngere mögen Pappel Hochglanz“, sagt er. Bei den Urnen sei klar das Kupfermodell mit betenden Händen darauf der Renner bei Älteren. Der jüngeren Generation gefalle eine Version mit schwarzem Samt und Strass- Perlen. Der Bundesverband Deutscher Bestatter geht davon aus, dass bereits bei fünf bis sechs Prozent der Beisetzungen Vorsorgen abgeschlossen sind. „Sie dienen der Eigenverantwortung und Entlastung von Angehörigen“, sagt Sprecher Oliver Wirthmann aus Düsseldorf. Noch hätten aber viele Menschen Angst davor, zum Bestatter zu gehen. „Der Tod ist immer noch ein Tabu-Thema.“ Jedes Jahr werden in Deutschland 870.000 Menschen beigesetzt. Es sind nicht nur Senioren, die ihre Beerdigung planen. Auch die genaue Gestaltung ihrer Trauerfeier legen viele Menschen genau fest. FOTO: BDB „Manche sind auch erst 30“, sagt Schmidts Ehefrau Martina. Die meisten seien aber zwischen 60 und 70 Jahre alt – mehrheitlich Frauen. Alle Wünsche werden notiert: Von einer Frau etwa, die unbedingt die Lippen rot geschminkt bekommen wolle, bevor sie beigesetzt werde, erzählt sie. Andere hätten Wünsche zu Beigaben in den Sarg geäußert: Ein bestimmtes Parfüm, Fotos oder ein Stofftier. „Alles Dinge, an denen den Menschen etwas liegt“, sagt sie.

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