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Borussia - Neubau und Hotelvorstellung

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BORUSSIA – DER

BORUSSIA – DER MEILENSTEIN SAMSTAG, 9. FEBRUAR 2019 ANALYSE Ein Meilenstein und kleine Schritte Wenn die Borussen am Mittwoch ganz offiziell den Neubau gegenüber des Stadions eröffnen, das Gebäude, das wegen seiner Neigung „Borussia 8 Grad“ genannt wird, dann wird es ein feierlicher Akt sein, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bundesligisten zusammenkommen. Präsident Rolf Königs wird den Werdegang des Projekts ausbreiten, vom Umzug ins neue Stadion, dem wie die Borussen sagen, „Quantensprung“, und den Expansionsplänen, die es immer gab und die nun in Stein gemeißelt sind. Die Vergangenheit der Borussen, die in den 70ern so glorreich war, voller „Blechernes“, wie Manager Max Eberl sagen würde, ist der Nährboden für all das, was entstanden ist. Das Hotel ist auf seine Art eine Hommage an das, was die Klubhistorie zu erzählen hat, die Etagen tragen die Namen „Europapokal“, „Meisterschaft“, „Pokal“ und „Champions League“, die Zimmer erzählen die Geschichten dazu, und die Spieler, die damit zu tun hatten, sind an den Wänden zu sehen: von Albert Brülls über Günter Netzer, Jupp Heynckes und Rainer Bonhof bis hin zu Lars Stindl. Der Blick aus vielen Fenstern ist wie der aus einer Loge: Man schaut hinunter auf das Trainingsgelände und den Fohlenplatz, wo sonntags die Junioren-Teams der Borussen kicken. Und dann ist da das Museum, in dem die Vereinsgeschichte zusammengefasst wird in Vitrinen, Exponaten und multimedialen Darbietungen. Wenn das Borussen-Museum, das als „Fohlenwelt“ firmiert, Anfang Mai eröffnet, wird es das modernste seiner Art sein. So ist es auch mit der Gesamtkonstellation des „neuen Hauses“, wie Rolf Königs es gern nennt: Kein Bundesligist hat seine medizinischen Umstände derart komprimiert wie die Borussen. Das Reha-Zentrum von Medical Park, dazu die Praxen der drei Teamärzte Ralf Doyscher, Stefan Hertl und Heribert Ditzel. Kurze Wege, kurze Kommunikationsleitungen, das soll die Qualität der medizinischen Versorgung der Profis optimieren und dafür sorgen, dass immer möglichst viele Kicker gesund und munter sind, um im Zeichen der Raute erfolgreich zu sein. Das soll auch am Samstag so sein, wenn Hertha BSC Berlin in den Borussia-Park kommt. Borussia kann eine Serie von vor 35 Jahren übertreffen, damals, in der Saison 1983/84 siegten die Gladbacher auf dem Bökelberg zwölfmal hintereinander. Nun können es 13 Heimsiege am Stück werden, wenn die Berliner besiegt werden. Vor 35 Jahren wurden die Gladbacher, trainiert von der Klub-Legende Jupp Heynckes, am Ende der Saison Dritter, punktgleich mit Meister VfB Stuttgart. Dieter Hecking, der aktuelle Trainer, war „Immer schön ruhig bleiben“ – Borussias Trainer Dieter Hecking denkt trotz des aktuellen Tabellenplatzes zwei stets nur an das nächste Spiel. Jungprofi und machte seine ersten Schritte in der Bundesliga. Es gab noch die Zwei-Punkte-Regel, nach der neuen Drei-Punkte-Regel wären es 69 Zähler gewesen, die die Gladbacher holten, damit hätten sie den VfB, der umgerechnet auf 67 Punkte gekommen wäre, überholt. Der Hamburger SV, Zweiter jener Saison, wäre jedoch aufgrund der besseren Torbilanz Meister geworden. Sechs Tore hätten gefehlt, ähnlich wie 1978, als das gigantische 12:0 gegen Dortmund nicht zum Titel reichte, weil der 1. FC Köln drei Tore mehr erzielt hatte. Aber auch ohne Titel ging die Saison wegen der großen Serie in die Geschichte ein. Jene, die im Endklassement 1983/84 vor Gladbach standen, Stuttgart und der HSV, sind heute in anderen Umständen: Der VfB steckt tief im Abstiegskampf, Hamburg ist Zweitligist. Die Borussen wissen, wie sich beides anfühlt, Existenzangst und Zweitklassigkeit, sie haben es selbst durchlebt, und es ist nicht mal sieben Jahre her, dass Gladbach am Abgrund FOTO: DPA stand und in der Relegation gerade noch den dritten Abstieg vermied. Wäre er passiert, würde es den Neubau, der ein „Meilenstein“ ist im Selbstverständnis des Klubs, vielleicht nicht geben oder noch nicht geben. Die Zeit unter Lucien Favre war ein sportlicher Quantensprung, aus dem ewigen Abstiegskandidaten wurde ein Klub, der seit sieben Jahren mindestens Neunter und viermal im Europapokal war. Im Hotel ist auch ein Zimmer dem Pokalsieg von 1995 gewidmet, dem 3:0 gegen Wolfsburg, das in Berlin stattfand, im Olympiastadion. Es war der letzte Titel der Borussen bis heute, weswegen die Hauptstadt ein Sehnsuchtsort ist für Gladbach, der Pokal ist die wahrscheinlichere Titel-Option für Klubs, die nicht der FC Bayern sind. Viermal stand Gladbach im 21. Jahrhundert im Halbfinale, 2001, 2004, 2012 und 2017, und jeweils platzte der Traum, dreimal sogar im Elfmeterschießen. Auch diese Geschichten werden im Museum erzählt. Im Museum ist auch Platz gelassen worden für Geschichten, die die Zukunft bringt. Mit dem Spiel gegen Hertha BSC wollen die Borussen den nächsten Mosaikstein legen, die Geschichte, die sie in dieser Saison so schön begonnen haben, fortschreiben. Max Eberl sprach zuletzt von einem „großen Traum“, den sie sich erfüllen wollen. Das ist die Rückkehr auf die internationale Bühne, bestenfalls in die Champions League. Doch der Weg dahin ist einer der kleinen Schritte: Erst Hertha, dann Frankfurt, dann … Die Borussen lassen sich vom Erfolg nicht abbringen von ihrem Ansatz, keine sportlichen Luftschlösser zu bauen, sondern bodenständig zu bleiben. Das haben sie gelernt in den Jahren des „Trial-and-Error“ zwischen 1999 und 2011, als Borussia auf der Suche nach sich selbst war: Wirtschaftliches ist planbar, der Fußball aber nicht. Borussia fühlt sich im Windschatten wohl, denn da ist die Luft nicht so dünn und die Fallhöhe nicht so tief. Deswegen spielen Hecking und Eberl weiter als Mahner und wenn nötig Spaßbremsen. Irgendwann kommt die Zeit, da müssen die Borussen offiziell ihren Schafspelz abwerfen und zum gierigen Wolf werden. Doch noch ist die Zeit nicht reif dafür. Jenseits des Rasens hat Borussia einen neuen „Meilenstein“ gesetzt, auf dem Rasen arbeitet sie noch daran. Karsten Kellermann IMPRESSUM Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf. Geschäftsführer: Johannes Werle, Patrick Ludwig, Hans Peter Bork, Matthias Körner Druck: Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf Anzeigen: Regionale Verlagsleitung, Michael Klepacz, Tel.: 02161/244-220, Mail: michael.klepacz@rheinische-post.de; Anzeigenservice: Marita Jansen, Tel.: 02161/244-221, marita.jansen@rheinische-post.de Redaktion: Denisa Richters (Regionalleiterin Mönchengladbach), Georg Amend, Thomas Grulke, Holger Hintzen, Sebastian Hochrainer, Karsten Kellermann Kontakt: Tel.: 02161/244-250, Mail: mg@rheinische-post.de FOHLEN VERTEIDIGER ELTEN.COM SICHERHEITSSCHUHE Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach übernehmen soziale Verantwortung. Wir kümmern uns um die Weiterbildung, Kinderbetreuung und Gesundheit unserer Mitarbeiter, damit sie ohne Sorgen zur Arbeit gehen. 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BORUSSIA — HERTHA BSC Spurenelemente von Lucien Favre Der Schweizer hat sowohl Hertha BSC als auch Borussia Mönchengladbach trainiert. Berlins Trainer Pal Dardai ist bekennender Favre-Schüler. Dieter Hecking hat Borussia von ihm emanzipiert, doch es gibt noch favre-eske Momente. Lucien Favre hat sowohl bei Hertha BSC als auch bei Borussia erfolgreich gewirkt, nun ist er mit Borussia Dortmund Tabellenführer der Bundesliga. FOTO: DPA VON KARSTEN KELLERMANN Borussia und ihr kommender Gegner Hertha BSC, die „alte Dame“ aus Berlin, haben drei Trainer gemeinsam: Hans Meyer, der Borussia erst 2001 zurück in die Bundesliga führte und dann acht Jahre später vor dem erneuten Abstieg bewahrte – wie 2004 die Berliner. Und Jos Luhukay, der bei beiden Vereinen Aufstiegstrainer war, 2008 bei den Borussen und 2013 bei der Hertha. Der dritte Mann, der beide Klubs betreute, war einer, dessen Spurenelemente noch heute in beiden Teams zu finden sind: Lucien Favre. Es gibt Parallelen: Favre kam 2007 nach Berlin als Meistertrainer aus Zürich, und er führte die Hertha urplötzlich auf den vierten Platz. Vierter wurde er überraschend auch 2012 mit Borussia, im Jahr zuvor hatte er die Gladbacher soeben noch via Umweg Relegation gerettet. Der Aufschwung des Klubs mit Favre ist die Basis für all das, was nun ist. Und so ist es auch in Berlin, wo Favre wie in Gladbach einen seltsamen Abgang hatte. Dardai, der noch unter Favre spielte, sagt explizit: „Lucien Favre ist der Trainer, der mich am meisten geprägt hat.“ Dardai begann als Trainer im Nachwuchs-Bereich. „Geh zu den Kindern“, hatte Favre ihm geraten. „Die Kinder“, sagte der Schweizer, „lassen dir keine Fehler durchgehen, du musst ihnen alles erklären.“ 2013 übernahm Dardai die U15 Herthas, zwei Jahre später war er Cheftrainer. „Ja, man kann sagen, dass die Arbeit von Lucien bei beiden Klubs der Ursprung der Entwicklung der neueren Zeit war“, sagt Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof. Er selbst hat auch eine Borussia-Hertha-Vergangenheit: In Gladbach wurde er zum Weltklasse-Spieler und Weltmeister, bei Hertha ging seine Karriere nach zweier Muskelabrisse binnen nur fünf Monaten zu Ende. „Es war eine interessante Zeit im damals noch geteilten Berlin. Leider konnten wir den Abstieg nicht vermeiden“, erinnert sich Bonhof an das Jahr 1983. „Lucien kam in einer schwierigen Phase bei beiden Vereinen und hat eine gute Struktur reingebracht“, sagt Bonhof. Bei Hertha kam die Favre-Denke mit Dardai 2015 zurück, das geduldige Spiel der frühen Zeit des Ungarn erinnerte ebenso an Favre wie die Vier-Spiele-Regel, mit der Dardai seinen Spielern Druck nehmen wollte. „Dardai hat das Erbe von Favre bei Hertha wiederbelebt“, sagt Stefan Hermanns vom Berliner „Tagesspiegel“. Favre-Schüler Dardai ist dabei, Hertha zu entwickeln, sein Team ist viel schneller geworden als noch Bei Borussia war Favre von 2011 bis 2015 Trainer. Bei der Hertha arbeitete er von 2007 bis 2009 BEI BORUSSIA Heckings Schnitt ist 1,66, Favre holte 1,65 Punkte Lucien Favre In Berlin (7/2007 bis 9/2009) 94 Spiele, 1,48 Punkte im Schnitt In Gladbach (2/2011 bis 9/2015) 189 Spiele, 1,65 Punkte im Schnitt Dieter Hecking In Gladbach (seit 12/2016) 85 Spiele, 1,66 Punkte Pal Dardai In Berlin (seit 2/2015) 157 Spiele, 1,41 Punkte vor vier Jahren. Doch bleibt er den Grundprinzipien seines Lehrers treu: „Hertha hat ganz sicher keine Gegenpressing-Mannschaft“, sagt Experte Hermanns. Wie geschwind Dardais Team aber umschalten kann, bekam Borussia beim 2:4 im Hinspiel zu spüren. Doch fehlt Hertha noch die große Konstanz, Borussia ist in ihrer Entwicklung weiter. Trainer Dieter Hecking hat sein Team in dieser Saison vom Favre-System emanzipiert. Zuvor war das 4-4-2 des Schweizers der Leitfaden des Borussen-Spiels, es war das Symbol für den Aufschwung ebenso wie für ein gewisses Sicherheitsgefühl. Aber auch für Stillstand und Mutlosigkeit in der vergangenen Saison, als die Gladbacher arg bieder spielten und es in den entscheidenden Momenten an der nötigen Entschlossenheit mangelte. „Wir waren entschlüsselt“, gestand Manager Max Eberl. Hecking hat dann im Sommer auf mehr Attacke gesetzt, hat das Pressing, das Favres direkter Nachfolger André Schubert in allzu wilder Form eingeführt hatte, optimiert und auf ein effektives 4-3-3-System umgestellt. „Dieter hat die Mannschaft weiterentwickelt“, sagt Bonhof. Heckings Borussia hat mehr Offensivgeist und kann es jetzt auch mit einem Mittelstürmer, aber sie hat eben auch eine bemerkenswerte defensive Stabilität, als einziges Team sind die Gladbacher 2019 noch ohne Liga-Gegentor. Hecking hat den ursprünglichen Fohlenstil, der auf Geschwindigkeit und Wagemut aufbaut, mit jenen Elementen verknüpft, die in der DNA seiner Mannschaft noch immer stecken: unter anderem das geduldige Ballbesitzspiel der Favre-Zeit. Wie der neue Borussen-Fußball nahezu perfekt geht, führten die Gladbacher beim Tor zum 2:0 auf Schalke vor, es war ein sehr favre-esker Moment, sehr „Borussia Barcelona“-mäßig: Fast drei Minuten zirkulierte der Ball bis sich eine Lücke fand – in die Gladbach mit enormer Geschwindigkeit stieß: Thorgan Hazard sprintete los, passte scharf in den Strafraum und Florian Neuhaus spitzelte den Ball ins Tor. „Es war aus Trainer-Sicht ein überragendes Tor“, sagte Hecking. Dardai und auch Favre würden das ähnlich sehen. meine immer-am-ball Postbank Fohlen-Konto eröffnen und original Trikot der Fohlen sichern! Postbank Fohlen-Konto Erleben Sie die neue Postbank SB-Filiale im Borussia 8 Grad. bank

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