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Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute -06.11.2017-

Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute

RHEINISCHE POST MONTAG, 6. NOVEMBER 2017 MG-L3 Lokales C3 Neue Dramaturgie für Bulliks Stadion-Bilder Aus dem Buch „Heimspiel. Menschen im Stadion“ ist eine Ausstellung geworden, die jetzt im Kunstbunker im Nordpark zu sehen ist. VON KARSTEN KELLERMANN Alles rund: 52 große Porträts und 600 „Kontakte“ von Markus Bullig über Menschen im Stadion sind im Kunstbunker im Nordpark zu sehen. Edda lässt alles in Ruhe auf sich wirken. Für Markus Bullik ist es eine neue Erfahrung. Er kennt natürlich sein Werk bis ins Detail, er kennt jedes einzelne der 1000 Porträts, die er gemacht hat von Menschen im Borussia-Park und natürlich ihren Platz in dem Buch, das sie bebildern: „Heimspiel. Menschen bei Borussia.“ Das Buch erzählt die Geschichte dieser Menschen, die der Fußball und Borussia verbinden, nacheinander, Seite für Seite. „Das ist eine eigene Dramaturgie“, sagt Bullik. „Und hier ist es eine ganz andere, ganz neue. Eine sehr interessante.“ Bullik steht auf der Eingangstreppe des Kunstbunkers im Nordpark, soeben hat Kurator Edgar Janzen die Ausstellung eröffnet, die Bulliks schwarz-weiße Studien zeigt. Das Stadion ist normalerweise ein Ort, an dem der Mensch in der Masse verschwindet, nicht mehr Individuum ist. Es ist wie ein Blick in ein Wimmelbuch: So voller Menschen, dass man den Menschen kaum sieht. Bullik hat die Einzelnen herausgeangelt und fotografiert, mal ganz nah, mal mit ein bisschen mehr Umgebung. „Die Fotografien sind ein Beweis, wie sehr Fußball den Menschen Freunde, Sinn und Würde gibt“, sagte Janzen in seiner Einleitung. Nun hängen 52 von Bulliks Bildern im Großformat im Kunstbunker. Dessen Architektur spielt eine wichtige Rolle bei der Schau, es ist wie in einem Bilderkarussell. So ist es ein Rund-Gang im wörtlichen Sinn. Im Kern des Raumes gibt es 600 kleine Bilder, aus der Ferne ist es, als würden sie sich wieder zum Ganzen zusammenfügen. Geht man indes näher heran, tritt der Einzelne wieder aus der Masse heraus. Das ist, als würde Bulliks Herangehensweise hier nachvollziehbar gemacht. „Das Betrachten der Bilder in der Ausstellung ist für mich viel intensiver als im Buch, es ist eine ganz neue Begegnung für mich mit meinen Bildern“, sagt Bullik, der in Wegberg lebt. Das Medium verändert die Botschaft. Es war viel Prominenz bei der Vernissage am Freitag, unter anderem Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Borussias Präsident Rolf Königs, der selbst ein Teil der Bilderschau ist. Es ist indes keine Fußball-Ausstellung. Der Fußball ist nur der Kontext. Bullik ist Ethnologe, ein Erforscher von Gesellschaften also, deswegen sind seine Bilder eine Tiefenstudie des sozialen Systems Stadion am Beispiel des Stadions Borussia-Parks. Er seziert das System in seine Einzelteile, nun in der Schau setzt es sich quasi wieder zusammen, aus dem Nacheinander im Buch ist ein Nebeneinander, Gegenüber und Miteinander geworden. Bulliks Bilder sind Analysen und Erklärstücke, er hat sich mit dem Objektiv den Menschen vorsichtig genähert, behutsam, freundlich, und doch messerscharf. Manch einer der Porträtierten wird sich erschreckt haben beim Blick in diesen Spiegel, andere werden sich ganz neu wahrgenommen haben. Auf gewisse Weise werden im Kunstbunker Grenzen überschritten: Die Holzplanken auf dem Boden sind knallrot, Effzeh-Rot, würden Gladbach-Fans sagen, und die Wände sind weiß: Im Kunstraum muss der Fußball mit dem Stilbruch leben. Markus Bullik steht noch immer auf der Treppe am Eingang. „Reizvoll ist, wenn etwas Neues entsteht“ steht an der Wand gegenüber, über Der Kurator und der Fotograf: Edgar Janzen (l.) vom Kunstbunker und Markus Bullik bei der Vernissage der Ausstellung „Heimspiel. Menschen bei Borussia.“ Das Buch zur Schau wurde nominiert als Fußballbuch des Jahres. FOTOS (2): DETLEF ILGNER dem Porträt von Christoph Kramer. Wie es wäre, wenn sich die Wände drehen würden mit seinen Bildern? Bullik hat Menschen im Moment eingefroren in seinen Porträts, und dann würden sie sozusagen fliegen, die einzelnen Bilder würden ineinander verschwimmen. Nein, das würde nicht passen. Bulliks Bilder entfalten in der Ruhe ihre Kraft, eben weil sie herausgerissen sind aus dem lauten Sozialsystem Stadion. Bullik rät, sich Zeit zu nehmen für die Betrachtung der Bilder, sie auf sich wirken zu lassen, sich von ihnen vereinnahmen zu lassen, in sie einzutauchen – und somit wieder zu verstehen, wie es ist, im System Fußball unterwegs zu sein, ob als Spieler, Funktionär, Ordner, Fan oder Flaschensammler. Öffnungszeiten Die Ausstellung „Heimspiel. Menschen bei Borussia“ im Kulturbunker, Heinz-Nixdorf-Straße 18a, ist montags, dienstags, mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet sowie samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr. Winterreifen vermeiden Stress Mönchengladbach, im November 2017. Trotz goldener Herbsttage naht der Winter und mit ihm verschlechtern sich die Straßen- und Sichtverhältnisse. Ein besonderes Augenmerk vieler Autofahrer gilt daher jetzt der Bereifung. Denn es ist erwiesen, dass Winterreifen bei niedrigen Temperaturen sowie bei Matsch und Schnee eine bessere Bodenhaftung von Fahrzeugen garantieren als die Sommerbereifung. Kein Wunder also, dass sie auch beim Versicherungsschutz eine Rolle spielen. „Nicht nur die Straßenverkehrsordnung, auch die Kfz- Versicherer legen bei winterlichen Verhältnissen Wert auf eine angemessene Ausrüstung“, informieren die Vermittler des Bezirks Mönchengladbach im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Die Versicherungen machen Winterreifen zwar nicht zur Pflicht und sie zahlen aus der Kfz-Haftpflicht auf jeden Fall den Schaden des Unfallgegners. „Sie können jedoch die Kasko-Entschädigung für den Eigenschaden kürzen, wenn nachgewiesen wird, dass die Unfallfahrt mit Sommerreifen ‚grob fahrlässig’ war“, betonen die Fachleute. Letzteres liegt beispielsweise vor, wenn man mit abgefahrenen Sommerreifen ins winterliche Hochgebirge fährt. Dann sind Probleme mit der eigenen Kfz-Versicherung nicht auszuschließen. „Stellt sich nämlich heraus, dass der Unfall mit Winterreifen hätte vermieden werden können, könnte es durchaus zu einem regen Schriftverkehr mit dem eigenen Versicherer kommen.“ Wer es also nicht auf eine bürokratisch-juristische Hakelei ankommen lassen will, der wechselt jetzt von Sommerauf Winterreifen. Dabei ist auch auf ausreichende Profiltiefe von vier Millimetern zu achten. Ein Experten-Tipp zum Schluss: Seit 2010 besteht in Deutschland eine generelle Winterreifenpflicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch etc. Wird man bei diesen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen erwischt, sind 60 Euro Bußgeld und ein Punkt im Verkehrszentralregister fällig. Als Winterreifen gelten alle M+S-Reifen. Auch Ganzjahresreifen fallen darunter. Sie sind mit einem M+S-Symbol gekennzeichnet, teilweise in Verbindung mit dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke (Alpine Symbol).

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