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Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute

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RHEINISCHE POST MONTAG, 1. MAI 2017 VIE-L3 Stadt Viersen C3 Meine Erinnerungen an Kaiser’s Kaffee Bei der Finissage der Ausstellung im Viersener Salon floss so manche Träne. Viele Viersener fühlten sich dem Unternehmen und der Familie Kaiser verbunden. Drei Zeitzeugen berichten von ihren Erfahrungen VON JIOTA KALLIANTERIS VIERSEN Was das Unternehmen Kaiser’s Kaffee für Viersen bedeutet, ist kaum in Worte zu fassen. Tiefe Gefühle, lebendige Erinnerungen stehen dahinter. Das zeigte sich gestern bei der Finissage der Ausstellung „Kaiser’s Kaffee“ im Viersener Salon des Vereins für Heimatpflege in der Villa Marx. Josef Kaiser schaffte es mit Fleiß, neuen Ideen und dem Gespür für gute Waren aus dem Kolonialwarengeschäft seiner Eltern eine Weltfirma zu machen. Trotz des Erfolges blieb er ein sozial eingestellter Mensch. Der Kommerzienrat ließ die Festhalle erbauen, gründete unter anderem eine Betriebskrankenkasse sowie eine Altersversorgungskasse ohne Beitragsleistung, um nur einige seiner sozialen Projekte zu nennen. Nun ist die Ära Kaiser’s Kaffee in Viersen zwar vorbei, doch vergessen ist sie nicht. Berührend war es, als Moderator Frank Schiffers die Gäste ermunterte, über ihre Verbundenheit zu Kaiser’s zu sprechen. Ihre Geschichten sind Familiengeschichten – Geschichten von Menschen, die sich als Teil einer Familie begriffen, nicht als Personal. Das ist es, was „Kaiser’s Kaffee“ ausmachte und bis heute mit den Menschen und der Stadt verbindet: die Familie. Das Band konnte weder durch den Wegzug der Zentrale nach Mülheim noch durch die Zerschlagung des Unternehmens durchtrennt werden. Doris Mormels (71) begann 1961 bei Kaiser’s ihre kaufmännische Arbeiter tragen Säcke mit gerösteten Kaffeebohnen und Kartons zum Lieferwagen. Blick auf den Versandhof von Kaiser’s Kaffee in Viersen. FOTO: HISTORISCHES UNTERNEHMENSARCHIV UNTERNEHMENSGRUPPE TENGELMANN INFO Buch zur Geschichte von Kaiser’s Kaffee Buch Britta Spies: „Kaiser’s Kaffee und Kommerzienrat Josef Kaiser. Vom Kolonialwarenhändler zum Kaufmann von Weltruf“, Verein für Heimatpflege (Hrsg.), ISBN 978-3- 9818417-0-1, 19,95 Euro. Erhältlich im Buchhandel und unter www.heimatverein-viersen.de. Lehre. Sie hatte Fotos und ihr Arbeitszeugnis zur Finissage mitgebracht. „Nach der Lehre habe ich in der Buchhaltung gearbeitet. Der Chef war streng, aber das Klima unter den Kollegen super. Sogar in der Freizeit haben wir gemeinsam etwas unternommen. Im Büro hatte Ruhe zu herrschen. Trotzdem hatten wir Spaß. Geburtstagskuchen haben wir in der Schublade versteckt und heimlich genascht“, sagt Mormels, deren Vater und Schwester ebenfalls bei Kaiser’s arbeiteten. Als sie 1969 kündigte, war ihre Mutter schockiert. „Aber Kind, warum Doris Mormels (v.l.) mit ihrem Arbeitszeugnis, Martha Optenhöfel mit einer Pralinendose und Jutta Horch mit einem Zeitungsartikel zur Abschlussfahrt. FOTO: PAKA willst du denn woanders hin? Bei Kaiser’s gibt’s doch immer ein gutes Mittagessen“, erzählte sie. Und fügte hinzu: „Für 70 Pfennig!“ Martha Optenhöfel (86) ging als Kind immer zur weihnachtlichen Märchenaufführung in die Kaiser’s- Turnhalle an der Brückenstraße. „Die gibt es heute nicht mehr. Dort steht jetzt das Kreishaus“, erzählt sie. „Wenn wir über die Goetersstraße gingen, kamen uns aus der Fabrik Gerüche nach Gebäck und Schokolade entgegen. Wenn der Westwind wehte, wussten wir, dass im Hoser Kaffee geröstet wurde. Die ganze Stadt duftete danach.“ Zur Finissage hatte sie eine Pralinendose aus dem Kaiser’s-Service mitgebracht. „Mutter sammelte die roten Kaiser’s-Rabattmarken. Nach und nach konnte man sich das 40-teilige Service aneignen. Sie hat es mir geschenkt. Als der Kaiser’s-Schornstein gesprengt wurde, waren mein Mann und ich unendlich traurig“, erzählte sie mit stockender Stimme. Jutta Horch (68) hat auch bei Kaiser’s gelernt. Sie gehörte zu dem Abschlussjahrgang, der für die gute Abschlussprüfung eine fünftägige Fahrt nach London geschenkt bekam – inklusive Taschengeld. „London war eine Weltreise“, erinnert sie sich. „Das gab es nur in diesem Jahr und es war so besonders, dass die Rheinische Post darüber schrieb. Der Artikel erschien am 16. April 1966“, erzählte sie. „Kaiser’s war wie eine große Familie“, berichtete Horch, „gefühlt hat ganz Viersen dort gearbeitet.“ So auch ihre Tochter. Gerne sei man zur Arbeit gegangen, erzählte sie wehmütig. Und die Wehmut bleibt, wenn sie von ihrem Sohn erzählt, der nach der Sprengung des Firmenschornsteins auf einen Stuhl stieg und entsetzt rief: „Mama, ich kann Kaiser’s nicht mehr sehen!“ MELDUNGEN Podiumsdiskussion zur Landtagswahl VIERSEN (RP) Der Paritätische Wohlfahrtsverband lädt für Mittwoch, 3. Mai, 19.30 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion zur Landtagswahl ein. Für die Parteien aus dem Wahlkreis Viersen I nehmen Stefan Berger (CDU), Hans Smolenaers (SPD), Martina Maaßen (Grüne), Frank a Campo (FDP) und Franz Lohbusch (Die Linke) teil. Auch Gäste können Fragen stellen. Die Veranstaltung findet in der Begegnungsstätte des Freundeskreises für Rollstuhlfahrer, Gladbacher Straße 60, Viersen, statt. NOTDIENSTE MONTAG Feuerwehr und Rettungsdienst: ☎ 112 Polizei: ☎ 110 Ärztlicher Notruf: 116117 Apotheken: Höhen-Apotheke, Süchteln, Düsseldorfer Straße 52, ☎ 02162 77001, Mo 9 - Di 9. Sebastian-Apotheke, Lobberich, Friedenstr. 61, ☎ 02153 915550, Mo 9 - Di 9. Ärzte: Notdienstpraxis Viersen, ☎ 0180 2112333, 6 ct/Anruf Festnetz, Mobilfunk max. 42 ct/Min.. Krankentransport, ☎ 02162 19222. Zahnärzte: ☎ 01805986700. DIENSTAG Apotheken: Adler-Apotheke, Lobberich, Steegerstraße 3, ☎ 02153 2262, Di 9 - Mi 9. Apotheke im Löhcenter, Viersen, Löhstraße 21, ☎ 02162 503960, Di 9 - Mi 9. Kontakt Ihre Ansprechpartner in der Redaktion für die Berichterstattung über die Stadt Viersen: Nadine Fischer Telefon 02162 9343-25 Martin Röse Telefon 02162 9343-21 viersen@rheinische-post.de MELDUNGEN Nur noch mit Termin zum Ausländeramt VIERSEN (RP) Vorsprachen in der Viersener Ausländerbehörde sind ab morgen, 2. Mai, nur noch zu individuell vereinbarten Terminen möglich. Durch die Umstellung aufs Terminvergabe-System sollen lange Wartezeiten und vergebliche Besuche in der Behörde vermieden werden, teilte die Stadtverwaltung mit. Diese Regelung gelte nicht für Asylverfahren und Einbürgerungen. In diesen Fällen sind spontane Vorsprachen während der Sprechzeiten weiterhin machbar. Anmeldung unter Telefon 02162 1019730. Studenten erfinden Weinglashalter für Flaschen SÜCHTELN (janj) Es liegen stressige Monate hinter Steffen Gartz und Wiebke Weissmann. Von der Produktidee zum Businessplan, über Produktion und Vertrieb – all das gehört dazu, um die Mini-Company so erfolgreich wie möglich zu machen. Der Süchtelner und die Willicherin haben mit sieben anderen Studenten aus unterschiedlichen Studiengängen von der Fontys Hochschule Venlo die Mini-Company „Amélior“ gegründet. In allen Entscheidungen mussten die Studenten an einem Strang ziehen, denn am Ende entscheiden die Zahlen, ob sie erfolgreich waren. Im September 2016 ging’s los mit dem Projekt Mini-Company. „Wir waren uns einig, dass wir mit dem Produkt ein Problem lösen wollen“, sagt die 21-jährige Wiebke Weissmann. Und: „Es musste so günstig wie möglich produziert werden“, ergänzt Steffen Gartz. Die finale Idee hatte schließlich Weissmann: Wie bringt man Weingläser und Flasche gleichzeitig zu den Gästen, ohne dass unterwegs etwas umfällt? Die Gruppe entwickelte „Mathieu“ – einen hölzernen Weinglashalter, den man auf eine Flasche stecken kann. Alte Weinboxen haben die Studenten geschenkt bekommen. Sie bauten zur Franziskus-Schule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in Viersen, Kontakt auf. Lehrer Daniel Schmitz war sofort begeistert: „Das ist jetzt das dritte Projekt, das wir mit der Fontys zusammen machen“, sagt Schmitz. Insgesamt haben Schüler der Berufspraxisstufe 110 Halterungen für die Mini-Company hergestellt und somit den Großteil der Gesamtmenge produziert. Die besondere Herausforderung: „Die ganz genaue Umsetzung und das Arbeiten mit Werkzeug und Maschinen“, erklärt Lehrer Daniel Schmitz. Die Schüler hätten großen Steffen Gartz zeigt, wie der hölzerne Weinglashalter funktioniert. FOTO: BUSCH Spaß gehabt, denn mit der Herstellung der Weinhalterungen hatten sie Abwechslung zum Schulalltag. Pro Halterung bekam die Schule zwei Euro von „Amélior“. Den Großteil ihres Umsatzes haben die Studenten auf Weihnachtsmärkten gemacht. Aber sie vertrieben ihr Produkt auch über ihre eigene Webseite und soziale Netzwerke. Was sie gelernt haben: „Auf jeden Fall Vorausplanen, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und auch an der Produktentwicklung teilzunehmen“, sagen beide. In wenigen Tagen sind sie am Ziel. „Dann ist das Projekt zu Ende.“ Das unterschätzte Risiko Mönchengladbach, im Mai 2017. Heute wird der Tag der Arbeit gefeiert. Damit soll der Öffentlichkeit alle Jahre wieder auch ihr eigener Wert verdeutlicht werden. Doch was viele dabei unterschätzen: Wie viel ist meine Arbeitskraft wert? Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verdient im Durchschnitt ein Vollzeitbeschäftigter rund 44.000 Euro brutto pro Jahr. Nach zwölf Jahren könnte die eigene Berufstätigkeit also einen Wert von über einer halben Million Euro erwirtschaften. Und was ist, wenn man berufsunfähig wird? Dieses Schicksal trifft rund ein Fünftel aller Arbeitnehmer, sie müssen aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf aufgeben und stehen damit buchstäblich vor einem existenziellen Wertverlust. Daher gehört eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu denjenigen Privatversicherungen, die enorm wichtig sind. Denn nicht nur den Wert der eigenen Berufstätigkeit unterschätzen viele, auch die soziale Absicherung fällt für viele nach dem 1.1.1961 Geborenen sehr mager aus: Die gesetzliche Sozialversicherung zahlt nämlich nur eine sehr kleine Rente wegen einer allgemeinen Erwerbsminderung – und nicht aufgrund der eigenen Berufsunfähigkeit. „Dadurch können diejenigen, die nur gesetzlich versichert sind, einfach auf eine andere Erwerbstätigkeit verwiesen werden und müssen sich trotz ihrer Gesundheitsbeeinträchtigungen einen anderen Job suchen, wenn sie ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können“, sagen die Vermittler des Bezirks Mönchengladbach im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Eine private BU leistet dagegen, wenn der eigene Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.“ Dabei gilt: Der Abschluss einer BU in jungen Jahren ist grundsätzlich kostengünstiger. Zudem ist für junge Menschen eine BU- Police gerade deshalb sinnvoll, weil sie in der Regel wenige Vorerkrankungen haben, die die zu zahlenden Versicherungsbeiträge wegen des höheren Risikos erhöhen können. Ein wichtiger Punkt ist die Laufzeit des Vertrages: „Wer einen BU-Vertrag abschließt, sollte darauf achten, dass die Police mindestens bis zum 65. Lebensjahr, besser sogar bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren läuft“, informieren die Vermittler. „Dann kann auch keine Versorgungslücke kurz vor der Rente entstehen, wenn die BU-Leistung nicht mehr und die gesetzliche Rente noch nicht gezahlt wird.“

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