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Campus + Co -16.04.2018-

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✧ D-K36 campus + co

✧ D-K36 campus + co SORGEN UND NÖTE Offene Ohren für studentische Sorgen Die sogenannten Nightlines sind Zuhörtelefone, bei denen Studierende mit anderen Studenten über Probleme und Sorgen sprechen können. VON SARAH SCHNEIDEREIT Dienstagabend, 21 Uhr: Der Tag neigt sich dem Ende entgegen, die meisten Studenten sind froh, endlich für ein paar Stunden abschalten und schlafen zu können. Nicht so die zwei Ehrenamtlichen der Nightline Münster, die an diesem Abend Dienst haben. Gemeinsam sitzen sie irgendwo in der Stadt und nehmen bis 1 Uhr Anrufe von Studierenden entgegen, die mit der Klausurphase überfordert sind, unter Ängsten oder Beziehungsstress leiden. Die Nightline ist eine Art Zuhörtelefon von Studierenden für Studierende, die Idee stammt aus Großbritannien. DAS HOCHSCHULMAGAZIN FÜR DAS RHEINLAND Während andere schlafen, kümmern sich die Nightliner um verzweifelte Studenten. In Deutschland gab es sie zuerst 1994 an der Universität Heidelberg. Der Münsteraner Ableger existiert seit 2007. Das Prinzip der Nightline ist ganz einfach: Die speziell für ihre Aufgabe geschulten Mitarbeiter nehmen Anrufe entgegen, hören zu und fassen das Gesagte zusammen. „Wir möchten keine expliziten Ratschläge geben, denn wir kennen ja oft nur einen Ausschnitt des Problems. Uns ist wichtiger, dass der Anrufende sich bei uns sein Problem von der Seele reden kann“, sagt Sonja Duhe, Sprecherin der Münsteraner Nightline. Drei Jahre hat die Studentin selbst nachts Telefondienst gehabt, mittlerweile ist sie nur noch für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die Zeit war für sie jedoch eine schöne Erfahrung. Vor allem die Arbeit im Team hat ihr immer Spaß gemacht. „Man ist ja dort nicht allein, sondern hat einen Dienstpartner mit dabei. Wenn gerade niemand anruft, kann man sich einen Tee kochen oder mit dem anderen plaudern“, sagt Sonja, die an den Telefonaten immer große Freude hatte. „Außerdem ist es toll, was für nette Leute im Team arbeiten und wie aufrichtig sich untereinander geholfen wird.“ Während ihrer aktiven Zeit bei der Nightline wussten weder ihre Kommilitonen noch ihre Freunde von ihrem Ehren- Zeitungsgr. Köln, Gesamt (Kö StAn, Kö RuS) ET: 16.04.2018 FOTO: THINKSTOCK/ANTONIOGUILLEM INFO Mitmachen bei den Nightlines Nachwuchs Um bei der Nightline mitmachen zu können, muss man eingeschriebener Student an einer Hochschule sein. Aus diesem Grund gibt es eine gewisse Mitarbeiterfluktuation bei den Zuhörtelefonen, amt. „Anonymität auf beiden Seiten des Telefons ist eines unserer wichtigsten Prinzipien. Es wäre für Anrufende auch ein blödes Gefühl, wenn sie Angst haben müssten, den Nightliner am nächsten Tag in der WG oder in der Mensa zu treffen“, erklärt Sonja. Eine Ausnahme machen einige Nightliner manchmal bei ihrem Partner. Schließlich wäre es komisch, wenn man regelmäßig sagen würde „Ich verschwinde mal eben von 21 bis 1 Uhr, darf aber nicht sagen, wo ich bin.“ Da Anonymität an erster Stelle steht, wissen die Nightliner auch nicht genau, welchen Hintergrund die Anrufenden jeweils haben. Sogar die Telefonnummer wird ihnen nicht angezeigt. Etwa zwei Drittel der Anrufer sind laut Sonja Duhe männlich. Das habe sich über die Jahre immer wieder gezeigt. Die Semesteranzahl sei jedoch bunt durchgemischt. „Erstsemester rufen vielleicht an, weil sie sich mit den universitären Strukturen und den Prüfungen am Anfang total überfordert fühlen. Ältere Semester hinterfragen ihr Studium manchmal oder sind sich unsicher, was ihre berufliche Zukunft anbelangt“, meint die Sprecherin der Nightline weshalb Nachwuchs immer willkommen ist. Kontakt Auch wer eine Nightline an seinem Hochschulstandort ins Leben rufen möchte, kann sich bei der Stiftung melden. www.nightline-stiftung.de Münster. Im Endeffekt ist es den Nightlinern aber auch egal, wer genau anruft: Schließlich wollen sie jedem Anrufer einfach eine Hilfestellung zur Selbsthilfe geben. Um die Arbeit der Zuhörtelefone in Deutschland zu verbessern, gibt es die Nightline Stiftung. Sie kümmert sich um die Vernetzung der Ehrenamtler und fördert die Entstehung neuer Nightlines in Hochschul-Städten. Interessenten, die an ihrem Hochschulstandort ebenfalls eine Leitung einrichten wollen, können sich dort melden. „Wir als Münsteraner Verein freuen uns aber sehr über die Zusammenarbeit und das dadurch entstandene Netzwerk. Denn es ermöglicht uns auch, unsere Arbeit im Austausch stetig weiterzuentwickeln“, sagt Duhe. Möchten Sie auch in campus+co inserieren? Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober 2018 Ihre Ansprechpartner: Thomas Fuchs, Tel.: 0221 224 3164 thomas.fuchs@dumont.de Angelika Hagendorn, Tel.: 0211 505 1222 angelika.hagendorn@rheinische-post.de Sie haben Fragen rund ums Studium? Sie möchten mehr erfahren über das Studienangebot an der TH Köln? Wir informieren und beraten zu über 90 Bachelor- und Masterstudiengängen. Besuchen Sie uns am Tag der offenen Tür! Informationstag für Studieninteressierte, Schüler*innen und Eltern 9.6.2018, 9–15 Uhr, Campus Deutz th-koeln.de/studieninfos Näher am Leben Mein Fernstudium an der HFH Berufsbegleitend studieren an der HFH: • Staatlich anerkannte Abschlüsse (Bachelor, Master, Ph.D.) • Praxisnahe Lerninhalte und Studienschwerpunkte • Flexibles und zeitunabhängiges Fernstudium • Persönliche Betreuung vor Ort hfh-fernstudium.de 20 Jahre Erfahrung 97% Weiterempfehlung Über 9.000 Absolventen Mehr als 12.000 Studierende #5601_HFH-Koe-Ima_93x145_4c_ZtgrKöln.indd 1 21.02.18 11:59 Technology Arts Sciences TH Köln Neue Infos einfach abspeichern Statt um Lern-Typen geht es meist eher um die richtigen Strategien und Ziele: Experten raten dazu, Lerngruppen zu gründen und über den Stoff zu reden. VON TOM NEBE Auditiv oder visuell, kommunikativ oder doch eher motorisch? Wie man lernt, ist eine Frage des Typs. So steht es zumindest in vielen Ratgeberbüchern. Hören, sehen, sprechen oder ausprobieren: Das seien die vier Lerntypen, die meist kursieren, sagt Reiner Laue, der die Zentrale Studienberatung der Universität Stuttgart leitet. Der visuelle Typ profitiert eher von Grafiken oder Bildern. Der auditive Typ kommt am besten klar, wenn er den Lernstoff hört. Für den kommunikativen Typ ist Reden die effektivste Methode. Was macht der Motoriker? Klar: „Learning by doing“, er probiert gerne aus. Soweit also die Theorie. „In der Praxis macht es eher die Mischung“, sagt Laue. Aber was ist die Einteilung in Lerntypen dann wert? Der eine lernt besser, wenn er etwas hört. Der andere, wenn er es liest. Den Reiz solcher Konzepte versteht Prof. Nicole Vidal. „Sie sind schön griffig.“ Doch das Urteil der Erziehungswissenschaftlerin, die an der Pädagogischen Hochschule Freiburg lehrt und forscht, fällt eindeutig aus: „Populär, aber unwissenschaftlich“ seien diese Einteilungen. Die Zuordnung von Lerntypen ist sehr umstritten, sagt auch Psychologe Björn Kröske von der Berliner Humboldt-Universität. Welcher Lerntyp bin ich? Im Internet oder Ratgeberbüchern gibt es zahlreiche Tests, die diese Frage beantworten wollen. Laut Studienberater Laue können sie zumindest einen ersten Eindruck darüber geben, wie man am besten lernt. Bei Lerntypen wird die Art der Informationsaufnahme gerne mit Verarbeiten gleichgesetzt. „Dadurch wird suggeriert, dass es den einen goldenen Weg gibt“, sagt Psychologe Kröske. Den gibt es aber nicht: Eine Einteilung in Hör-Lerner oder Seh-Lerner ist zu allgemein gedacht. Ausprobieren lautet dabei die Devise. Laue ermuntert, verschiedene Lernformen zu testen. Zum Beispiel: Die Lerninhalte einsprechen und sich die Aufnahmen anhören. Dabei werden die Informationen gleich auf mehreren Ebenen verarbeitet. Oder: Fakten handschriftlich zu notieren, anstatt sie auf dem Computer einzutippen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, wie er sich etwas Neues am besten einprägen kann. FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA-TMN Auch das Lernziel spielt eine Rolle – und das Vorwissen zu einem Thema. Kröske erläutert es an einem Beispiel: Bekommt ein Laie in einem Gespräch die Funktionsweise eines Automotors erklärt, wird es sich kaum etwas merken können. Ihm fehlen Anknüpfungspunkte im Gedächtnis. Eine Zeichnung wäre hier hilfreicher, um Zusammenhänge zu verstehen. Entscheidender noch als die Präsentationsform ist aber die aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff. Laue plädiert für Lerngruppen. Wer über Lerninhalte redet, verarbeitet sie tiefer – und kann sie in der Klausur besser abrufen. Die wenigsten Informationen merken sich Menschen beim ersten Mal. Wiederholung ist eine so triviale wie einleuchtende Lernstrategie. Vidal rät, Lernstoff zeitnah zu rekapitulieren. Vorlesungsnotizen zum Beispiel sollten Studierende nicht Wochen lang liegen lassen, sondern ein bis zwei Tage danach überarbeiten. Erreichbare, konkrete Ziele helfen beim Lernen. Laue nennt ein Beispiel: „Von den ersten drei Seiten in meinen Notizen will ich das Wesentliche verstanden haben.“ Das sorgt für ein Erfolgserlebnis, wenn das gelungen ist. Wer dagegen ohne Ziel gelernt hat, bleibe oft mit einem diffusen Gefühl zurück, sagt Laue.

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