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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG 100 JAHRE WERK AM RHEIN IN DORMAGEN / SAMSTAG, 30. DEZEMBER 2017 DIE GROSSE HEIMATZEITUNG • GEGRÜNDET IM JAHRE 1874 AMTLICHES MITTEILUNGSBLATT DES RHEIN-KREISES NEUSS, DER STÄDTE NEUSS UND KAARST Der Chempark in Dormagen – einer der drei Industrieparks in der Region, die vom Dienstleister Currenta betrieben werden: Vor 100 Jahren wurde der Standort gegründet. Heute finden hier mehr als 10.000 Menschen Arbeit. FOTO: CURRENTA Chemie macht die Region stark Am 25. August 1917 startete eine Schwefelsäurefabrik ihre Arbeit auf einem Gelände der Stadt Dormagen, das heute als Chempark bekannt ist. Nicht nur Dormagen, sondern die gesamte Region, profitierte in den folgenden 100 Jahren von rasanten Aufschwüngen der Chemiebetriebe unterschiedlichster Ausrichtung. Doch heute müssen sich die Betriebe, Nachbarn und die Kommune wappnen, um das Erreichte für die Zukunft zu sichern – eine Herausforderung mit vielen Facetten. VON JÜRGEN GROSCHE Mit einer Schwefelsäurefabrik fing alles an – vor 100 Jahren, noch mitten im Ersten Weltkrieg. Heute ist der Chempark in Dormagen ein blühender, vielseitiger und vor allem gewichtiger Industriestandort, an dem mehr als 10.000 Menschen tagtäglich arbeiten. Rund 60 Betriebe sind hier in zahlreichen Spezialfeldern der Chemie tätig, sie ergänzen sich, bilden zusammen mit Forschungseinrichtungen und Verbänden ein starkes Netzwerk für die Branche und für die Region. Das Netzwerk reicht weit über Dormagen hinaus, auch arbeitstechnisch. Man kann den Standort Dormagen nicht isoliert von den beiden anderen Chemparks in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen betrachten. Alle drei arbeiten eng zusammen, Rohstoffe und Produkte gehen hin und her. Sie alle lassen sich zudem nicht ohne die Mutter betrachten, die sie geboren hat: Es war das Unternehmen Bayer, das früher unter einem Dach all die Leistungen anbot, die heute von unterschiedlichen Firmen erbracht werden. Meist entstammen sie dem großen Konzern, etwa Covestro oder Lanxess mit dem jungen Joint Venture Arlanxeo. Wie hat sich die Geschichte entwickelt? Welche Standortfaktoren zählen heute? Und wie sieht die Zukunft aus? Diesen Fragen stellen sich beim NGZ-Roundtable „100 Jahre Werk am Rhein Dormagen“ fünf erfahrene Kenner des komplexen Gebildes: - Stefan Rittmann, Geschäftsführer der Arlanxeo Deutschland GmbH - Dr. Norbert Lui, Standortleiter Dormagen der Bayer AG - Dr. Klaus Jaeger, Standortleiter NRW der Covestro Deutschland AG - Frederique van Baarle, Marketing und Sales-Leiterin für Hochleistungs-Kunststoffe der Lanxess AG - Lars Friedrich, Chempark-Leiter Zur Geschichte haben sie ein paar überraschende Details mitgebracht, zum Beispiel dieses: „Eigentlich war die Fläche in Dormagen als Deponie für den Standort Leverkusen geplant“, offenbart Friedrich. Erst später sei die Entscheidung für die Schwefelsäureproduktion gefallen. Auf jeden Fall war es schon damals der Rhein, der als Lebensader die Entwicklung ermöglichte. Der ist auch heute einer der wichtigsten Standortfaktoren, verbindet er doch nicht nur die drei Parks untereinander, sondern alle auch mit der Welt – ein zentraler Baustein also für die Versorgung mit Rohstoffen, wie Rittmann betont. Viele weitere Faktoren sind heute von Bedeutung, zum Beispiel Personal. „Wir sind darauf angewiesen, dass Mitarbeiter mit passenden Qualifikationen vor Ort sind“, sagt Friedrich. Das gilt auch für Lanxess. Das Unternehmen betreibt hier unter anderem ein Innovations-Hub für Hochleistungs-Kunststoffe, wie Frederique van Baarle erläutert. „Für uns ist es elementar, hochqualifizierte Mitarbeiter und Experten zu bekommen und zu halten.“ Eine gute Energieversorgung zählt ansonsten ebenso zu den bedeutenden Standortfaktoren wie eine funktionierende Entsorgung, wie Lui erläutert. Anlagen müssen geheizt oder gekühlt werden. „Zentrale Bausteine sind zudem gute Kläranlagen“, führt der Bayer-Experte weiter aus. Jaeger nennt darüber hinaus die Energieeffizienz als ein Thema mit Relevanz für den Industriepark: „Die Anlagen sind größer geworden, die Effizienz ist gestiegen.“ Bei steigenden Produktvolumina müsse außerdem die Logistik passend ausgelegt sein, „damit wir als Standort wettbewerbsfähig bleiben“. So stark ein funktionierender Industriepark ist – man muss ihn pflegen, damit er seine Stärke behält. Wie sieht es denn da mit der öffentlichen Unterstützung aus? Die Anforderungen reichen hier bis in den politischen Raum. Einen großen Diskutierten über die Bedeutung und die Perspektiven des Chemparks in Dormagen: (von links) Stefan Rittmann (Arlanxeo Deutschland), Frederique van Baarle (Lanxess), Dr. Norbert Lui (Bayer), Dr. Klaus Jaeger (Covestro), Lars Friedrich (Chempark), Ludger Baten (Neuß-Grevenboicher Zeitung), Jürgen Grosche (Rheinland Presse Service). Einfluss auf den Erfolg haben etwa Genehmigungsverfahren, nennt Lui als Beispiel. „Sie dauern in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu anderen Bundesländern häufig deutlich länger.“ Die neue Landesregierung habe hier erste Schritte zur Beschleunigung eingeleitet. „Aber wir beobachten die Entwicklung erst einmal“, sagt Lui. Als veritable Blockade hatte die Chemieindustrie einen Erlass des früheren NRW-Umweltministers Johannes Remmel (Grüne) kritisiert. Unternehmen sollten bei Investitionen sämtliche Unterlagen im Internet veröffentlichen, die sie für die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vorlegen müssen. „Das hat viele Projekte gehemmt oder verhindert“, sagt Rittmann; er sieht es als ein positives Zeichen für den Standort NRW, dass diese Pflicht wieder abgeschafft wurde. Mit der Beschleunigung bürokratischer Abläufe könne das Land zudem einiges dazu beitragen, den Wettbewerbsstandort zu stärken. Rittmann fordert zudem, die Ausbildung in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu verbessern. Die Betriebe würden gerne dazu beitragen, etwa mit Praktikumsplätzen. „Wir wollen zeigen, dass Chemikant ein interessanter Beruf ist.“ Doch einen prosperierenden Chempark, zukunftssichere Arbeitsplätze und eine regionale Wirtschaft, die durch Zulieferungen und Dienstleistungen vom Werk profitiert – all das gibt es nicht ohne Transparenz, Dialog und gute Nachbarschaft. Denn ein großes Thema ist nicht nur in Dormagen, sondern generell in der Industrie, dass sie gesellschaftliche Akzeptanz für ihre Arbeit findet. Hier müssen sich Unternehmen öffnen, merkt Jaeger an: „Wir müssen darstellen, wozu unsere Arbeit dient – dass sie Arbeitsplätze sichert und Produkte schafft, die das Wohlbefinden der Menschen verbessern.“ „Wir müssen zeigen, was die Bürger davon haben, dass der Chempark da ist“, führt Friedrich den Ansatz weiter. Der Chempark integriere sich in seine Umgebung, knüpfe Partnerschaften, zeige Transparenz. „‚Was hast Du davon?‘, ist unser ständiger Erkläranspruch.“ Es müsse dabei deutlich werden, dass sich die Betriebe „an der Spitze der Technologie bewegen“ – aus Verantwortung für Mitarbeiter, Nachbarn und natürliche Ressourcen. Frederique van Baarle misst im Kontext der Akzeptanz dem Thema Sicherheit einen besonders hohen Stellenwert zu. „Um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, müssen wir zeigen, was wir für die Arbeitssicherheit, aber auch die Sicherheit der Bürger draußen tun.“ Das Thema Steuern spielt natürlich ebenfalls eine Rolle, allerdings eher nachgeordnet. Bei Standortentscheidungen sei dies ein Thema, wenn es um die Besiedlung von freien Flächen geht, sagt Rittmann. Andere Standorte liegen so weit nicht weg, ergänzt Friedrich und verweist damit auf mögliche Konkurrenz. „Entscheidend ist aber das Gesamtpaket, und da ist Dormagen für die chemische Industrie nach wie vor eine gute Adresse.“ Auf die Zukunftsfähigkeit des Chemparks haben auch die Infrastruktur – Straßen, Schienen, Wasserwege – und die Bildung der Menschen im Umfeld einen großen Einfluss. Wie es darum steht, zeigen die folgenden Seiten, auf denen außerdem bedeutende Akteure des Chemparks vorgestellt werden. 100 Jahre Werk am Rhein Dormagen – die Bilder zeigen Ausschnitte aus der Geschichte vom Bayerwerk zum modernen Chemiepark mit Zukunftsperspektiven (von links): Aus dem Jahr 1928 stammt das Foto des Kupferkunstseide-Betriebes. Schon in frühen Jahren gab es eine Werkfeuerwehr. Die Arbeiterinnen wurden 1954 fotografiert. 1972 wurde die neue Thermische Verbrennungsanlage (TVA) in Betrieb genommen. FOTOS: BAYER AG CORPORATE HISTORY & ARCHIVES / CURRENTA

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