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100 Jahre Werk am Rhein

100 Jahre Werk am Rhein ngz SAMSTAG, 30. DEZEMBER 2017 NGZ-SV04 G4 „Was hast Du davon?“ Im Chempark Dormagen werden Produkte hergestellt, die uns täglich begegnen. „Die Meiers sind eine ganz normale Familie aus Dormagen. Wie viele andere Menschen gehen auch sie alltäglich ihren Tätigkeiten in Beruf, Schule und Freizeit nach. Sehr häufig ergibt sich dabei ein Bezug zum Chempark – direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst.“ Die Erklärstimme im Youtube-Video begleitet Ob im Badezimmer, in der Waschküche oder auf dem Weg zur Schule – überall gibt’s Produkte des Chemparks die sechsköpfige Zeichentrickfamilie durch ihren Tagesablauf. Morgens im Bad hat Vater Micha eine elektrische Zahnbürste in der Hand – das Gehäuse besteht aus ABS-Kunststoffen von Ineos Styrolution. Aus dem Wäschekorb hängen Baby-, Sport- und Arbeitskleidung – weich und doch widerstandsfähig dank Fasern von Dralon. Auf dem Weg zur Schule tritt Sohn Lucas kräftig in die Pedale, und die Klamotten mit den Elasthanfasern von Asahi Kasei sitzen perfekt. Dann erfrischen sich Oma Brigitte und Opa Karl bei einem Mineralwasser, in dem die Kohlensäure von Yara sprudelt, während Hund Otto sich wegen des Flohschutzmittels von Bayer höchstens aus Behaglichkeit kratzt. Der Tag ist noch nicht einmal halb um, als Mutter Tanja ihren Personalausweis zückt – foliert mit Makrofol von Covestro. Der Zuschauer merkt: Ganz viel von dem, was mir täglich begegnet und das Leben angenehmer macht, hat mit Chemie zu tun und kommt aus dem Chempark. Dabei sind es nicht nur die unzähligen Produkte und Anwendungen, die einen spürbaren Unterschied schaffen. Auch die Kaufkraft, die die rund 10.500 hochqualifizierten Beschäftigten des Chemparks in die Region tragen, sorgt für ein tolles Einzelhandels-, Kulturund Freizeitangebot. Dass das so bleibt, liegt in beiderseitigem Interesse. Die Mitarbeiter des Werks am Rhein schätzen die Lebensqualität in Dormagen und Umgebung, und die Unternehmen der chemischen Industrie sind angewiesen auf motivierte und gut ausgebildete Fachkräfte – damit der Chempark nach dem diesjährigen 100. Jubiläum in ferner Zukunft auch noch sein 200. feiern kann. Schließlich erklärt der Youtube- Film mit dem Titel „Was hast Du davon?“ die Jobperspektiven im Dormagener Werk. Ob Chemikanten, Industriemechaniker, Elektroniker oder Werkfeuerwehrleute, ob für Bayer, Covestro, Lanxess oder Currenta selbst – für rund 800 junge Menschen beginnt jedes Jahr der erste Schritt in die Über 20 Ausbildungsgänge bietet Currenta an – inklusive Starthilfeprogramm Chemie beim Chempark-Manager. Wilhelm Heuken, Bildungsleiter bei Currenta, erklärt das Konzept: „Wir sind einer der größten und wichtigsten Ausbilder in der Region. Wir bilden junge Menschen sowohl für uns als auch für die Partner-Unternehmen an den drei Chempark-Standorten sowie am Pharma-Standort Wuppertal-Elberfeld aus. Durch die gemeinsame Ausbildungszeit profitieren die Azubis und die Unternehmen gleichermaßen.“ Insgesamt lernen knapp 2200 junge Menschen ihren Beruf bei Currenta. Von den rund 500 Dormagener Azubis entfallen gut die Hälfte auf die naturwissenschaftlichen Berufe Chemikant und Chemielaborant. Knapp ein Drittel machen die technischen Berufe wie Anlagenmechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik oder Industriemechaniker aus. Die kleinste Gruppe bilden die kaufmännischen Berufe. In Summe bietet Currenta an allen Standorten über 20 verschiedene Ausbildungsgänge sowie zwei kombinierte Ausbildungs- und Studienprogramme an. Und für Bewerber, bei denen die Ausbilder zwar Talent und Begeisterung, aber auch noch das ein oder andere Defizit erkennen, gibt es das Starthilfeprogramm: ein Jahr, in dem im Team gelernt und gearbeitet wird und individuelle Lücken aufgefüllt werden. Wer jetzt neugierig geworden ist, schaut doch einmal rein unter www.entdecke.currenta.de oder auf den Internetseiten der einzelnen Unternehmen – die Bewerbungen für das Ausbildungsjahr 2018 laufen schon. Das Video der Familie Meier gibt’s unter https://youtu.be/BBZfF7y2bm0. Sicherheit hat im Chempark oberste Priorität – das erfahren auch die Besucher bei den monatlichen Werksrundfahrten oder dem Türöffner-Tag der „Sendung mit der Maus“. FOTO: CURRENTA Mit Pflanzenschutz gegen Hunger und Armut Am Bayer-Standort Dormagen arbeiten rund 1150 Mitarbeiter an einem der drängendsten Probleme der Welt. VON ARND WESTERDORF UND CHRISTIAN HENSEN Zahlreiche Mitarbeiter arbeiten am Bayer-Standort Dormagen daran, eines der drängendsten Probleme der Welt zu lösen: die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern. Dazu entwickelt und produziert Bayer moderne und innovative Pflanzenschutzmittel. Sie dienen der Kontrolle von Unkräutern, schädlichen Insekten und Pflanzenkrankheiten. Landwirte auf der ganzen Welt vertrauen der Erfahrung und Kompetenz in Dormagen, dem wichtigsten Produktionsstandort der Bayer- Division Crop Science. Dort entstehen 25 Wirkstoffe, die Landwirten helfen, die natürlichen Ressourcen zu sichern und so den weltweiten Hunger einzudämmen. Fakt ist: Die Weltbevölkerung wächst rasant. Jede Woche werden weltweit so viele Menschen geboren, wie in der Großstadt München leben: rund 1,6 Millionen. Geht es in diesem Tempo weiter, leben 2050 rund zehn Milliarden Menschen auf der Erde. Im gleichen Zeitraum sinkt die verfügbare Ackerfläche pro Kopf. Gründe sind der Klimawandel und die zunehmende Urbanisierung. Auf dem verbleibenden Rest müssen die Landwirte in den nächsten drei Jahrzehnten aber 50 Prozent mehr Ertrag erwirtschaften, denn zehn Milliarden Menschen brauchen Nahrung. Weniger Ackerland, mehr Ertrag. Diese Rechnung geht nur auf, wenn die Produktivität in der Landwirtschaft steigt. Daran wird in Eine neue Ära der Schädlingsbekämpfung, produziert im CI-Betrieb von Bayer in Dormagen. Dormagen Tag für Tag gearbeitet. Dabei entwickeln die Pflanzenschutzexperten neue Wirkstoffe auf chemischer oder biologischer Basis. In einem weiteren Schritt, der Verfahrensentwicklung, muss erst das Herstellen im industriellen Maßstab überprüft und umgesetzt werden. Gibt es die Freigabe für einen Wirkstoff, werden im Vielzweckbetrieb in Dormagen mehr als 30 verschiedene Produktionsstufen durchlaufen. Dies dient laut Hersteller der Qualität und Sicherheit der Produkte. „Denn Qualität und Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel werden von den Landwirten weltweit mit der Marke Bayer verknüpft“, heißt es bei der Konzerndivision. Das landwirtschaftliche Ertragswachstum gibt dem Unternehmen Recht. So schult und unterstützt Bayer in seinem AgroVida-Programm zum Beispiel Kleinbauern in Lateinamerika. Mit Erfolg: „Unsere Landwirte verdienen jetzt sehr viel mehr, was ihre Lebensqualität deutlich erhöht”, bestätigt Echemendía Rodríguez, Leiter des staatlichen Fruchthandelsunternehmens in Majagua auf Kuba. Eine neue Ära der Schädlingsbekämpfung hat Bayer mit dem Produkt Sivanto eingeleitet: Das Insektizid einer neuen Wirkstoffklasse bekämpft gezielt Weiße Fliegen und Zikaden, gleichzeitig schont es aber Nützlinge wie Hummeln und Honigbienen. Das Produkt ist derzeit weltweit schon in insgesamt 19 Ländern registriert, eine Zulassung in den Mitgliedstaaten der EU steht noch aus. Derzeit stellt Bayer sieben verschiedene Wirkstoffe gegen Insekten und auch gegen Pflanzenkrankheiten her. Rund 75 Spezialisten zählen zum Team in Dormagen allein im CI-Betrieb, wo Sivanto hergestellt wird: „Alle sind sehr motiviert und engagiert“, sagt Betriebsleiterin Dr. Claudia Aufderhaar. Mit solchen Menschen zu arbeiten und dabei einen Beitrag für die Hungerhilfe zu leisten, treibe sie jeden Tag an. Standortleiter Dr. Norbert Lui führte am Chempark-Geburtstag (25. August) Besucher durch den CI-Betrieb. FOTOS: BAYER AG Bayer bedeutet auch Bildungs- und Nachwuchsförderung Die Stiftung Science & Education Foundation unterstützt zahlreiche Schulprojekte in der Region. VON ARND WESTERDORF Hinter dem Namen Bayer steckt nicht nur ein weltweit operierendes Unternehmen, sondern auch die Science & Education Foundation. Die Stiftung unterstützt zahlreiche Bildungsprojekte im Umfeld ihrer Unternehmensstandorte – und fördert damit auch in Dormagen und Umgebung die Ausbildungs- und Berufsperspektiven von jungen Menschen. Die Aktionen „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ sind bundesweit beliebt und bekannt. Im ablaufenden Jahr hat sich in ihren NRW-Landeswettbewerben erneut gezeigt, dass überdurchschnittlich viele Projekteinsendungen und Preisträger von Schulen aus dem Rhein-Kreis Neuss und Krefeld kommen. Ein herausragendes Beispiel für naturwissenschaftlich begabte Jugendliche sind die Geschwister Katharina und Marcus Thome, die schon eine „kleine Karriere“ mit ihren jährlichen Projekten und erhaltenen Auszeichnungen rund um das Thema „Wasserqualität von lokalen Gewässern“ hingelegt haben. Bei den prämierten Projekten lobte NRW-Landesumweltministerin Christina Schulze Föcking ausdrücklich das Ziel eines bewussteren Umgangs mit Ressourcen: „Ihre Auszeichnung und Würdigung soll weitere junge Menschen motivieren, sich für ihre Umwelt zu engagieren und ihre Zukunft selbst nachhaltig mitzugestalten.“ Diese Ansicht ist ganz im Sinne des Innovationsunternehmens Bayer, das mehrere Forschungs- und Produktionsstandorte am Niederrhein betreibt und den regionalen Nachwuchs gezielt fördert. So vielfältig, wie der Konzern aufgestellt ist, so breit ist auch die Palette der geförderten Projekte. Sein Bildungsengagement bündelt das Unternehmen in der Bayer Science & Education Foundation. Vor kurzem hat die Unternehmensstiftung zehn weitere naturwissenschaftliche Unterrichtsprojekte an Gymnasien und Realschulen in Dormagen und Neuss mit einem Gesamtbudget von rund 60.000 Euro im Rahmen ihres Schulförderprogramms unterstützt. „Logistik-Anwendungen im Chempark, Gesundheitsförderung per Smartphone-Anwendung, Sicherheit im Straßenverkehr oder die Herstellung von pflanzlichen Kopfschmerztabletten – diese Themen stehen stellvertretend für die Vielfalt der ausgezeichneten Projekte, in denen sich Schüler mit bedeutenden gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigen“, zeigte sich Laura Watermann, Programm-Managerin der Bayer-Stiftung, bei der Urkundenübergabe im Dormagener Nachbarschaftsbüro Chempunkt beeindruckt. „Dabei fördern die Lehrer mit praxisorientierten Unterrichtsmodellen gezielt ihre Neugierde am wissenschaftlichen Arbeiten – und verbessern nachhaltig die Berufsperspektiven von jun- Mehr Forschergeist im Klassenzimmer: Zehn Projekte aus Dormagen und Neuss wurden ins Bayer-Schulförderprogramm aufgenommen und im Nachbarschaftsbüro Chempunkt ausgezeichnet. FOTO: BAYER AG gen Menschen.“ Auch Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld freut sich über die umfangreiche Förderung der lokalen Bildungseinrichtungen: „Dies beweist: In den Schulen aus Dormagen und Umgebung wird kreativer, spannender und zukunftsweisender naturwissenschaftlicher Unterricht erteilt. Davon profitieren die Jugendlichen selbst, die lokal ansässigen Unternehmen durch gut ausgebildeten Nachwuchs und damit auch die Gesellschaft in Gänze.“ Der Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation wählte in der aktuellen Runde des Schulförderprogramms 41 Initiativen aus den Einzugsgebieten der deutschen Bayer-Unternehmensstandorte aus. Seit dem Programmstart im Jahr 2007 wurden bundesweit bereits 508 Initiativen mit einem gesamten Fördervolumen in Höhe von rund fünf Millionen Euro in das Bayer-Schulförderprogramm aufgenommen. In Dormagen und Umgebung wurden bisher 48 Projekte mit rund 277.000 Euro unterstützt.

100 Jahre Werk am Rhein ngz SAMSTAG, 30. DEZEMBER 2017 NGZ-SV05 G5 Lanxess macht Autos leichter und sauberer Der Kölner Spezialchemie-Konzern ist ein weltweit führender Hersteller von Hightech-Kunststoffen. VON CHRISTIAN HENSEN In Dormagen entsteht die Zukunft: Dort entwickelt der Kölner Spezialchemie-Konzern neue Materialien und Systemlösungen für Autos, die weniger Kraftstoff – oder Strom – verbrauchen. Heutzutage besteht ein normaler Pkw aus bis zu 10.000 Einzelteilen. Und immer mehr Teile davon sind aus Kunststoff. Denn in vielen Fällen ist Hochleistungskunststoff genauso widerstandsfähig wie Metall, dafür aber deutlich leichter. Die Nachfrage nach Hightech- Kunststoffen steigt daher stetig, die Produktion läuft auf Hochtouren. Wurden 2010 im Schnitt 14 Kilogramm an Kunststoffen in Autos eingesetzt, waren es 2017 bislang bereits 22 Kilo. „Kunststoffe können schwere Metallteile mitunter komplett ersetzen oder mit verschiedenen Werkstoffen – darunter auch Metalle – kombiniert werden“, erklärt Axel Tuchlenski, Leiter der Kunststoffentwicklung bei Lanxess. Mit rund 80 Spezialisten tüftelt er in Dormagen kontinuierlich an neuen Anwendungen und Einsatzbereichen für widerstandsfähige Kunst- Der Unterboden eines Bentley: Auch hier kommen die Spezialkunststoffe von Lanxess zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch Langlebigkeit, Widerstandsfähigkeit und ein geringes Gewicht aus. FOTO: LANXESS DEUTSCHLAND GMBH stoffe. Für Autobauer entwickeln sie die auf Polyamid und PBT basierenden Materialien immer weiter, testen die Herstellung von Bauteilen in Spritzgussmaschinen und erarbeiten zusammen mit den Kunden sogar deren konkrete Formgebung. Die Entwickler aus Dormagen treibt der gleiche Wunsch wie die Automobil-Hersteller an: Das Auto muss leichter werden, der Spritverbrauch und somit der CO 2 -Ausstoß sinken. 100 Kilo weniger Gewicht senken den Verbrauch eines Pkw um bis zu einem halben Liter auf 100 Kilometern. Gleichzeitig dürfen andere Eigenschaften wie die Zuverlässigkeit nicht negativ beeinflusst werden. Tuchlenski stellt klar: „Bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse.“ Hauptanwendungen sind leichte, hochfeste Teile wie Dachrahmen, Motorölwannen, Airbag-Gehäuse und Bremspedale, die früher aus Metall gefertigt wurden. Im Zeitalter elektrisch betriebener Fahrzeuge vergrößere sich das Spektrum der Anwendungen unter anderem auf Batteriegehäuse, Batteriezellrahmen oder Gehäuseteile für Ladegeräte für Leistungselektronik, erklärt Tuchlenski die Einsatzgebiete. Auch in der Fertigung von Motorölwannen schreitet der Ersatz von Metallen wie Stahl oder Aluminium durch Kunststoff voran. Jüngstes Beispiel dafür ist das aus Lanxess-Kunststoff gefertigte Ölwannenmodul für die Sechszylinder-Boxermotoren des Porsche 911 Carrera. Gerade unter der Motorhaube werde den Materialien einiges abverlangt. „Sie müssen hohen Temperaturen standhalten sowie stabil und langlebig sein“, so der Experte. Ziel sei es, Metalle vollständig durch Kunststoff zu ersetzen, sagt der Experte. Ein Trend sind derzeit Hybrid-Lösungen, bei welchen Kunststoffe und Metalle miteinander verbunden werden. „Die Verwendung von Kunststoff-Metall- Hybridmaterialien führt zu einer Gewichtsreduzierung um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu Stahl“, erklärt Tuchlenski. Diese patentierte Technologie wurde bisher an den Frontends von über 70 Fahrzeugmodellen angewendet. Das Frontend ist das Modul in der Fahrzeug-Front, in das unter anderem Stoßstange und Scheinwerfer eingelassen sind. Eine Investition in die Zukunft Lanxess unterstützt den Nachwuchs und führt ihn an die Welt der Chemie heran. VON ARND WESTERDORF Die Lanxess AG trägt nicht umsonst ihren Namen. Die Wortkombination nutzt die französischen und englischen Wörter „lancer“ und „success“, die das In-Gang-Bringen und Lancieren sowie den Erfolg meinen. Der Kölner Konzern fördert durch gezielte Initiativen den Nachwuchs für die chemische Industrie in der Region. Der Spezialist hat mit seinen 19.200 Mitarbeitern an 74 Produktionsstandorten in 25 Ländern zuletzt einen Gesamtumsatz von 7,7 Milliarden Euro erzielt und gehört damit zu den weltweit führenden Branchenanbietern. Der Erfolg basiert vor allem auf gut ausgebildeten Fachkräften – heute und morgen. Deshalb hat das Unternehmen im Rahmen seiner Bildungsinitiative innerhalb der letzten zehn Jahre weltweit eine Summe von 4,5 Millionen Euro in Schulprojekte gesteckt. Allein dieses Jahr werden 21 Schulen zwischen Rhein und Ruhr mit über 60.000 Euro unterstützt, darunter Gymnasien und Gesamtschulen in Duisburg, Krefeld, Dormagen und Leverkusen. Die Schulprojekte widmen sich praxisnahen Zukunftsthemen wie etwa der Digitalisierung bei Wasseranalysen, Klimamessungen oder dem beleuchteten Schuh. Die Förderung des naturwissenschaftlichen und technischen Unterrichts kommt auch Lanxess zugute. „Bildung bestimmt die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Die Nachwuchsförderung junger Menschen ist für uns deshalb entscheidend“, sagt Silke Jansen, Leiterin der Lanxess-Bildungsinitiative. „Um unsere Position auf den internationalen Märkten auch in Zukunft ausbauen zu können, brauchen wir qualifizierte und motivierte Wissenschaftler. Daher wollen wir die Begeisterung für die Naturwissenschaften schon in der Schule wecken.“ Konkrete Zukunftsperspektiven bietet das Unternehmen über Ausbildungsstellen an. 2017 starteten 206 Azubis ins Berufsleben – in sechs Ausbildungsberufen und zwei dualen Bachelor-Studiengängen. Die Zahl der Plätze wächst seit Jahren. Allein an den drei Niederrhein- Standorten begannen 25 Berufsanfänger mehr ihre Lehre als im Jahr zuvor. Die meisten Azubis lassen sich in naturwissenschaftlichen Berufen wie zum Beispiel Chemikanten anlernen. Ein kleinerer Teil wird in technischen Berufen wie Industriemechaniker oder Elektroniker für Automatisierungstechnik, aber auch zu Kaufleuten ausgebildet. Selbst wer beim ersten Anlauf nicht alle Bewerbungskriterien erfüllt, bekommt über das konzerneigene Fortbildungsprogramm XOnce eine zweite Chance. Arlanxeo will junge Talente begeistern Der Kautschuk-Hersteller hat seine Bildungsinitiative verstärkt und lässt Schulen profitieren. VON MARC CATTELAENS Arlanxeo-Bildungsinitiative: Schüler erforschen das Thema Mobilität. Die Schüler von heute sind die Fachkräfte von morgen. Arlanxeo hat dies von Beginn an erkannt und sich ein nachhaltiges Engagement im Bereich Bildung als Ziel gesetzt. So hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Maastricht im Mai 2017 seine neue Bildungsinitiative in Deutschland gestartet. Erster Kooperationspartner ist die Realschule Hackenbroich. Mit Unterstützung von Arlanxeo kann die Schule etwa durch Praktika und einen ersten Schülerworkshop den naturwissenschaftlichen Unterricht interessanter gestalten. Die Schüler erhalten Einblicke in die Berufsfelder der chemischen Industrie. „Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung und unser Engagement für die Bildung sehr ernst. Die Nachwuchsförderung ist für uns von großer Bedeutung, um unsere führende Position auf den Märkten weiter ausbauen zu können. Qualifizierte und motivierte Nachwuchskräfte sind unsere Zukunft“, sagt Gerrit Mroseck, Personalleiter bei Arlanxeo Deutschland. Im Mittelpunkt der Bildungsinitiative stehen die so genannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ziel ist es, bei den Schülern das Interesse für diese Fächer zu wecken und gute Leistungen zu fördern. Dadurch sollen auch junge Talente früh erkannt werden. Weil die Faszination an Naturwissenschaften nicht nur theoretisch vermittelt werden soll, sind auch regelmäßige Schulbesuche von Arlanxeo-Experten Bestandteil der Bildungsinitiative, bei denen Fragen der Schüler beantwortet werden. „Lernerfolg wird durch Praxisnähe gesteigert. Wenn Schüler experimentieren können und dabei vor Ort von unseren Experten unterstützt werden, weckt dies die Faszination für Naturwissenschaften am ehesten“, betont Stefan Rittmann, Geschäftsführer der Arlanxeo Deutschland GmbH. Dabei muss es nicht immer ein Studium sein, um den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere zu legen. So absolvieren erstmalig seit September 2017 Absolventen der Realschule Hackenbroich ein Ausbildungsorientierungsjahr bei Arlanxeo und bereiten sich auf eine Lehre im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich vor. „Das Ausbildungsorientierungsjahr richtet sich an Schüler mit Schulabschluss, die im ersten Anlauf keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder denen die Voraussetzungen für die Aufnahme einer Berufsausbildung noch fehlen. Es dauert zwölf Monate. So haben die Jugendlichen ausreichend Zeit, um sich auf den nächsten Schritt vorzubereiten“, erläutert Personalleiter Gerrit Mroseck. Ausbilder und Pädagogen vermitteln den Realschülern im Orientierungsjahr fundierte Kenntnisse und Fertigkeiten, die Bestandteil staatlich anerkannter Ausbildungsberufe im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich sind. Das Engagement von Arlanxeo geht noch weiter. So profitieren etwa verschiedene Schulen in der Region von Aktionen wie der jährlichen Spende wie Sachmitteln: Ob Erlenmeyerkolben, Bechergläser, Messzylinder oder auch verspiegelte Destillationskolonnen – Arlanxeo versucht hier, die Wünsche der verschiedenen Schulen für einen praxisnahen naturwissenschaftlichen Unterricht zu erfüllen. Für Arlanxeo steht jetzt bereits fest, dass das Engagement im Bereich Bildung an seinen Standorten weltweit weiter in den kommenden Jahren ausgebaut wird. FOTO: ARLANXEO 206 Auszubildende starten beim Spezialchemie-Konzern Lanxess jetzt ins Arbeitsleben. FOTO: LANXESS AG Für einige geht es ganz schnell hoch hinaus. Der 17-jährige Solinger Philip Nguyen leitete im August für einen Tag das weltweite Geschäft mit Lederchemikalien bei Lanxess. Zuvor gewann er bei einer Aktion mehrerer Chemieunternehmen. Alexander Klein, der die Spitzenposition des Lanxess-Bereichs normalerweise innehat, lobte den Absolventen im Anschluss: „Er musste schnell im Kopf sein, zwischen technischen und betriebswirtschaftlichen Fachgesprächen hin- und herwechseln und seine Englisch-Kenntnisse unter Beweis stellen. Ich finde, das hat er sehr gut gemacht.“ Ersatzrad wird überflüssig Arlanxeo hat selbst abdichtende Reifen entwickelt. VON MARC CATTELAENS Wer mit dem Auto zum Golfplatz fährt und sich dort auf eine Platzrunde begibt, wird dabei mit einiger Wahrscheinlichkeit gleich mehrmals auf Produkte von Arlanxeo treffen. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Hersteller von Elastomeren. Diese formfesten, aber elastisch verformbaren Kunststoffe kommen häufig in der Automobilindustrie etwa Der biobasierte Kautschuk von Arlanxeo ist Basis für eine Moosgummischicht, die unter der Außenhaut des offiziellen WM-Balls liegt. FOTO: ADIDAS bei Dichtungen, Kabeln oder auch Scheibenwischern, bei der Reifenherstellung, aber auch in Sportartikeln, etwa in Golf- oder Fußbällen, zum Einsatz. Weltweit arbeiten rund 3800 Menschen für Arlanxeo. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung sowie auf den Vertrieb von Hochleistungskautschuken. Gegründet im Jahr 2016 als Partnerunternehmen (Joint Venture) von Lanxess und Saudi Aramco, ist Arlanxeo heute mit 20 Produktionsstandorten in neun Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Weltweit etwa 800 Kunden beliefert das Unternehmen mit Produkten aus der Sparte High Performance Elastomers. Die von Arlanxeo entwickelten und produzierten Hochleistungselastomere werden in Funktionsteilen der unterschiedlichsten Bereiche eingesetzt, etwa in der Automobil- und Kabelindustrie, als Modifikatoren für Kunst- und Klebstoffrohstoffe oder im Bereich der Gas-/Ölexploration und -förderung. Im Geschäftsbereich Tire & Specialty Rubbers (TSR) produziert und vertreibt Arlanxeo ein breites Spektrum vielseitiger Kautschuke, die vorwiegend in der Reifenproduktion eingesetzt werden, aber beispielsweise auch in Flipflops Verwendung finden. Dabei entwickelt Arlanxeo laufend neue, zukunftsträchtige Technologien. Bestes Beispiel ist ein Projekt zu selbst abdichtenden Reifen. Ziel dabei ist es, Ersatzräder überflüssig zu machen. Arlanxeo hat eine Kautschukmischung entwickelt, welche die Innenseite von Reifen auskleidet und etwaige Löcher abdichten kann. Reifenhersteller sind derzeit dabei, sie zu testen. Die Innovation könnte dazu beitragen, E-Autos den Weg zu bereiten: Gerade sie würden von der Neuentwicklung profitieren. Denn durch den Verzicht auf ein Ersatzrad sowie das entsprechende Werkzeug reduziert sich das Fahrzeuggewicht und damit auch der Energieverbrauch. Das wiederum würde E-Autos zu höhere Reichweite verhelfen.

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