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Classic Prestige Automobile

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FOTOS: DIETER ACKERMANN

FOTOS: DIETER ACKERMANN Art Direktor Hessel Bes entwirft nach Kundenwunsch die neue Karosse des American LaFrance aus dem Baujahr 1923. Traumautos nach Wunsch Rost zerfressene Klassiker feiern im Oldtimer-Service Kranz in Straelen Wiederauferstehung. Der Schwerpunkt liegt auf englischen Vorkriegsautos. Art Direktor Hessel Bes lässt Unikate entstehen. VON DIETER ACKERMANN Fast versteckt liegt seit 2002 der Oldtimer-Service Kranz in Straelen an der Zeppelinstraße 20. Aber auf Laufkundschaft fokussiert sich Inhaber Hubert Kranz auch nicht. Seine Kunden aus aller Welt wissen genau um die automobilen Schätze, die in der großen Halle von Spezialisten aus einem zumeist jammervollen, Rost zerfressenen Zustand in strahlende, voll funktionstüchtige Oldtimer transformiert werden, die nach ihrer „Wiederauferstehung“ als Wertanlage leicht Hunderttausende Euro wert sind. Der Firmenchef erläutert: „Unser Schwerpunkt im Oldtimer-Verkauf sind englische Vorkriegsfahrzeuge wie Alvis, Riley, MG, Jaguar, Fiat, Bentley, Alfa Romeo, Morgan Austin, Morris oder Rover.“ Zwischen solchen für zukünftige Käufer auf Hochglanz polierten Schmuckstücken findet man aber auch (noch) nackte Fahrzeug- Chassis wie das eines American LaFrance aus dem Baujahr 1923. Der mächtige Sechs-Zylinder-Motor mit 14,5 Litern Hubraum ist bereits eingebaut. „An diesem Beispiel kann ich gut erklären, wie unser Geschäftsmodell funktioniert“, sagt Kranz. Hierbei handele es sich um einen typischen Kundenauftrag. Den Kunden, einen aus Deutschland stammenden und heute in Hongkong lebenden Kaufmann, habe er bei einer Oldtimer-Rallye in Italien kennengelernt. Aus diesem ersten Kontakt habe sich in zahllosen Gesprächen ein konkreter Auftrag für das Straelener Unternehmen ergeben. Kranz: „Wir sollen ihm einen original und technisch funktionstüchtigen American La- France aufbauen, mit dem er an der Oldtimer-Rallye von Peking nach Paris teilnehmen will.“ Dazu wurden erst mal gleich zwei Fahrzeuge der längst nicht mehr existierenden Marke in England und Australien gekauft – eins für den Wiederaufbau und eins als „Ersatzteillager“. Noch während diese gesucht und gefunden wurden, schaltete Kranz seinen aus den Niederlanden stammenden Art Direktor Hessel Bes ein, der früher schon unter anderem für die britischen Rover- Werke Grafiken schnittiger Karossen entwarf. Im Dialog mit dem Kunden aus Hongkong passte der Art Direktor seine Zeichnungen des American LaFrance so lange den Kundenwünschen an, bis technisch Machbares und die Zielvorstellungen deckungsgleich waren. Dann wurden Chassis und Motor sowie die ganze benötigte Technik für die neue Rallye-Zweckbestimmung aufgebaut. Neben der Bremstechnik für den über 3,5 Tonnen schweren Koloss werden zum Beispiel zwei Benzintanks mit je 150 Litern, ein Fass für 50 Liter Öl und ein 100-Liter-Tank für Wasser eingeplant. Bis solche Prachtstücke vom Karosseriebauer wieder zur Endfertigung nach Straelen gebracht werden können, vergehen in der Regel anderthalb bis zwei Jahre. Je nach Sonderwünschen wird dieses sehr spezielle Projekt von Kranz mit mehr als 100.000 Euro veranschlagt. Aber bis er seine Rechnung schreiben kann, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Noch wartet der Oldtimer für Hongkong nicht zuletzt auf seine neue, den Kundenwünschen angepasste Karosserie. www.oldtimerservicekranz.de

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