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Die Handwerkskammer feiert den Meisternachwuchs

Die Handwerkskammer feiert den

68. Meisterfeier 68. Meisterfeier DIE HANDWERKSKAMMER DÜSSELDORF FEIERT DEN MEISTERNACHWUCHS DIE HANDWERKSKAMMER DÜSSELDORF FEIERT DEN MEISTERNACHWUCHS „Mich reizt die Vielseitigkeit“ (rps) Der Berufswunsch von Mark Ibold war absehbar: „Da mein Großvater, mein Vater und mein Onkel Dachdecker sind, war für mich von Kindesbeinen an klar, dass ich ebenfalls Dachdecker werden möchte. Meine großen Vorbilder finden sich alle in meiner Familie. Einen anderen Berufswunsch hatte ich nie. Ein Schulpraktikum in der neunten Klasse, ein Berufspraktikum und meine gelegentlichen Arbeiten als Dachdecker während der Sommerferien bestärkten mich zudem in meinem Weg“, erläutert er seinen Entschluss für eine Ausbildung im Dachdecker-Handwerk. „Im Anschluss an meine Schulzeit gab mir das Unternehmen Hans-W. Schumacher Bedachungen in Kamp-Lintfort die Möglichkeit, eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Für mich stand fest, dass ich meine Ausbildung nicht in unserem Familienbetrieb mache werde. Ich wollte mich selbst beweisen und keinen Familienbonus erhalten. Mich reizt an diesem Beruf die Vielseitigkeit. Man macht jeden Tag etwas anderes, da ein großes Aufgabenspektrum abgedeckt wird.“ Nach seiner bestandenen Gesellenprüfung wollte Mark Ibold vor dem Besuch der Meisterschule zunächst ausreichend Berufserfahrung sammeln – dabei hat ihm wohl seine schnelle Auffassungsgabe nicht geschadet. „Von 2011 bis 2015 war ich im Unternehmen meines Vaters als Geselle tätig. Dabei übernahm ich auch nach und nach mehr Verantwortung“, so der frischgebackene Jahresbestmeister. Um den Familienbetrieb Ibold Bedachungen GmbH, der 1911 gegründet wurde und in vierter Generation durch seinen Vater geführt wird, eines Tages übernehmen zu können, führte für ihn an der Meisterprüfung kein Weg vorbei. Mark Ibold: der beste neue Dachdeckermeister Eigene Ideen umsetzen (rps) Sein Vater, der stets mit großem handwerklichen Geschick gearbeitet hat, diente Andreas Pilch als Vorbild. Als Schüler hat Andreas Pilch dann selbst erkannt, dass ihm das handwerkliche Arbeiten ebenfalls liegt. Nach zwei Praktika in den Bereichen Zahntechnik und Augenoptik hat er sich letztlich zur Ausbildung zum Zahntechniker-Gesellen entschlossen. „Die Vielseitigkeit meines Berufes finde ich besonders reizvoll. Präzises und eigenverantwortliches Arbeiten sind genauso gefragt wie Kreativität und künstlerische Fähigkeiten.“ Seine Berufsausbildung zum Zahntechniker-Gesellen absolvierte er von 2002 bis 2005 in einem gewerblichen Labor in Rheinberg. Den Wunsch, die Meisterprüfung direkt im Anschluss an die Gesellenprüfung zu absolvieren, hatte er nicht, Alle Optionen offenhalten auch weil, wie der heutige Jahresbestmeister Andreas Pilch durchaus selbstkritisch einschätzt, „zu diesem Zeitpunkt einfach die nötige Erfahrung fehlte.“ Einige Jahre später und um einen Erfahrungsschatz reicher, entschied er sich zum Besuch der Meisterschule in Teilzeitform. Auf diese wurde er durch seinen Arbeitgeber (rps) „Bereits während meiner schulischen Laufbahn kristallisierte sich meine Affinität zu handwerklichen Tätigkeiten heraus. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten habe ich mich im Anschluss an ein Praktikum für eine Berufsausbildung zum Maler und Lackierer entschieden. Dabei war mir vor allem der Aspekt der kreativen Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Berufsfeld wichtig“, erklärt Jahresbestmeister Dino Graziano seine Berufswahl. Zum Besuch der Meisterschule entschied er sich erst einige Jahre nach der Gesellenprüfung 2007. Den Entschluss, „seinen Meister zu machen“, habe er vor rund vier Jahren getroffen, so Graziano, der die Meisterfortbildung über die und andere Meister, die die Meisterschule in Düsseldorf besuchten, aufmerksam. Seit über sechs Jahren ist der Zahntechnikermeister im Unternehmen MB Dentaltechnik in Düsseldorf angestellt. Zu möglichen Plänen einer selbstständigen Tätigkeit antwortet er: „Im Moment ist mir das Angestelltenverhältnis lieber, weil ich bei meinem derzeitigen Arbeitgeber die Möglichkeit habe, im zahntechnischen Bereich dazuzulernen. Außerdem überträgt er mir immer mehr Aufgaben eines Meisters. Dazu gehören unter anderem die Kundenkommunikation, Kontrolle von Arbeiten und die Organisation der Arbeitsabläufe. Langfristig gesehen ist der Schritt in die Selbstständigkeit aber auf jeden Fall mein Ziel, weil man dann eigene Ideen am besten und unabhängig umsetzen kann.“ Das Leben positiv verändern (rps) „An meinem Beruf reizen mich die notwendigen Anatomie-Kenntnisse über den Menschen und die Tatsache, dass ich Personen damit helfen kann. Jeder Orthopädieschuhmacher arbeitet ausschließlich dafür, die Lebensstandards anderer Menschen zum Positiven Martin Bausdorf, Bestmeister bei den Orthopädieschuhmachern Jahresbestmeister Andreas Pilch ist Zahntechniker. Jahresbestmeister der Maler und Lackierer ist Dino Graziano. zu verändern“, sagt Martin Bausdorf, Jahresbestmeister bei den Orthopädieschuhmachern. Sein Vater ist auch Orthopädie-Schuhmacher-Meister und bereits seit 30 Jahren selbstständig. Sein Bruder ist ebenfalls im selben Gewerk Meister und selbstständig. Bausdorf ging einen anderen beruflichen Weg. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Tischler, die er 2011 erfolgreich abschloss. Nach seiner Ausbildung studierte er am Drummers Institute in Düsseldorf Schlagzeug auf Diplom. Währenddessen arbeitete Bausdorf nebenbei als Hilfskraft für seinen Bruder und Vater – und fing Feuer für den Beruf des Orthopädieschuhmachers. Seine Meisterfortbildung machte er ohne Ausbildung in dem Gewerk – das gibt es nicht allzu oft. Aktuell arbeitet Bausdorf halbtags in dem Unternehmen seines Vaters Holger Bausdorf, der ausschließlich Lederoberteile für orthopädische Maßschuhe für andere Orthopädieschuhmacher-Kollegen fertigt. Die andere Hälfte des Tages ist er in den Betrieben seines Bruders Simon tätig. In absehbarer Zeit will er das Unternehmen seines Vaters übernehmen und seinen Bruder weiterhin dabei unterstützen, seinen Betrieb zu vergrößern. Abendschule absolviert hat. Er wollte zunächst als Geselle weitere Berufserfahrung sammeln und diese dann durch eine Qualifizierung wie den Meistertitel erweitern. Momentan ist Dino Graziano als angestellter Vorarbeiter im Unternehmen Stromberg Oberflächentechnik Duisburg beschäftigt. „Außerdem interessiere ich mich für eine Tätigkeit als Anwendungstechniker der Industrie für fachbezogene Unternehmen.“ Auch die Selbstständigkeit schließt er als Option nicht aus, möchte sich aber alle beruflichen Möglichkeiten offenlassen. MEISTER Handwerk ist prädestiniert für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Die Meisterschule des Handwerks ist eine Unternehmerschule – das belegt erneut eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Düsseldorf unter allen 942 letztjährigen Absolventen ihrer Meisterschulen. Vor allem Frauen sollen verstärkt für eine Karriere im Handwerk angesprochen werden, betont der Düsseldorfer Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert. Dafür hat die Kammer die Initiative mit dem Titel „Wir können Technik“ gestartet. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen und an der Unternehmensspitze im Handwerk soll von jetzt rund 20 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2022 steigen. VON PATRICK PETERS Die Meisterfeier ist eine der wiederkehrenden Spitzenveranstaltungen der Handwerkskammer Düsseldorf. Jahr für Jahr werden die erfolgreichen Teilnehmer an den Meisterprüfungen geehrt und in die weitere Karriere im Handwerk entlassen – die für jeden zweiten Jungmeister in unternehmerische Verantwortung führen soll. Denn: „Die Meisterfortbildung ist der kürzeste Weg in die berufliche Unab- hängigkeit. Die Meisterschule ist die Unternehmerschule der deutschen Wirtschaft“, betont Handwerks- kammerpräsi- dent Andreas Ehlert, selbst Handwerksmeister und Inhaber eines Schornsteinfegerbetriebs in Düsseldorf. Seine These verdeutlicht der Spitzenrepräsentant des Handwerks in der Region anhand einiger Zahlen. Besonders im Fokus stehen weibliche Führungskräfte und Unternehmer „Die unverändert hohe Bereitschaft der Meister zu unternehmerischer Selbstständigkeit ist gerade in Zeiten, in denen alleine im Handwerkskammerbezirk Düsseldorf in den kommenden fünf Jahren rund 9500 Betriebe zur Übergabe bereitstehen, ein hervorragendes Zeichen“, sagt Andreas Ehlert. „Aber angesichts des hohen Bedarfs an Betriebsnachfolgern darf, ja müsste es noch deutlich mehr qualifizierte Gründerinnen und Gründer geben.“ Besonders im Fokus stehen deshalb weibliche Führungskräfte und Unternehmer. Deren Anteil soll nach dem Willen der Handwerkskammer in den kommenden Jahren erheblich steigen – von jetzt rund 20 auf 30 Prozent im Jahr 2022. Zugleich soll die Attraktivität gewerblich-technischer Berufe für Mädchen und Frauen er- höht werden. Deshalb hat die Kammer eine Pro-Meisterinnen-Kampagne gestartet. Die Initiative mit dem Titel „Wir können Technik“ setzt auf die Vorbildwirkung visueller Portraits von echten jungen Meisterinnen und die Begegnungsmöglichkeit mit ihnen. Schülerinnen und Berufseinsteigerinnen sollen auf diese Weise ermutigt werden, ihre Ausbildung und ihren Aufstieg in technologisch geprägten Handwerksberufen wie der Elektrotechnik und Elektronik, FOTO: SHIRONOSOV/THINKSTOCK im Kfz-, im metallverarbeitenden oder im Bauhandwerk zu beginnen. „Die Trennung in Berufe für Männer und Frauen existiert im Handwerk nicht. Ganz selbstverständlich können Frauen natürlich Karriere als Kfz-Mechatronikerin oder Dachdeckerin machen. Wir wissen aber aus zahlreichen Gesprächen mit technikaffinen jungen Frauen, dass sie es sich als Schülerinnen oft gar nicht vorzustellen getraut haben, ihre Lust aufs Montieren, „Es muss noch deutlich mehr qualifizierte Gründerinnen und Gründer geben“ Andreas Ehlert Handwerkskammer auf Mechanik, Elektrik und Elektronik auszuleben und zum Ausgangspunkt ihrer Berufswahl zu machen. Das wollen wir mit unserer Kampagne forcieren“, betont Ehlert. Gerade für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien die zahlreichen, oft über mehrere Generationen hinweg inhabergeführten Handwerksfirmen prädestiniert. Eine unternehmerische Tätigkeit erlaube Frauen in diesen Betrieben leichter, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig Freiräume für Kinder zu nutzen. Familienunternehmen böten diese Möglichkeiten – so Ehlert –„auch für angestellte Führungskräfte, um sie als Fachkräfte zu binden.“ Weitere Verbesserungsoptionen sind in der kürzlich abgeschlossenen Enquete-Kommission des Die Meisterfeier im Überblick NRW-Landtags zur Zukunft des Handwerks als Handlungsempfehlung erarbeitet und von allen beteiligten Fraktionen akzeptiert worden. Danach wollen Landesregierung und -Parlament zum Beispiel auch über geförderte Vertretungsmöglichkeiten durch Betriebshelfer in der Phase des Mutterschutzes der Inhaberin nachdenken. Kritisch sieht Ehlert im Zusammenhang mit der Meisterfeier den Vorstoß der Europäischen Union, durch den „Richtlinienentwurf zur Überprüfung der Verhältnismäßigkeit von Berufsreglementierungen“ in die handwerkliche Berufsqualifizierung in Deutschland einzugreifen. „Kurz gesagt bedeutet der Vorstoß, dass die EU bestimmen will, wie die Meisterfortbildung in Zukunft auszusehen hat. Danach soll jeder Änderung einer nationalen Ausbildungs- oder Prüfungsordnung eine umfassende Untersuchung der Erforderlichkeit vorgeschaltet werden. Faktisch wird dem nationalen Gesetzgeber dadurch jedder Spielraum in der Gestaltung seiner Berufspolitik und Qualifizierungskultur genommen.“ Nicht zuletzt durch den Einsatz des NRW- Handwerks unter Federführung von Ehlert ist es gelungen, sogenannte Subsidiaritäts-Rügen gegen die Pläne durch Bundestag und Bundesrat zu erreichen – ein erster Schritt, den Eingriff noch zu verhindern und die Bedeutung und Qualität der Meisterausbildung auf höchstem Niveau zu erhalten. (ppe) Bei der diesjährigen Meisterfeier (der 68. übrigens) am Sonntag, 9. April, im Congress Center Düsseldorf empfangen 942 Meisterinnen und Meister aus insgesamt 32 Gewerken ihre Meisterurkunde. Das ist zwar der kleinste Jahrgang seit mehr als 50 Jahren – was aber nicht an mangelndem Interesse liegt, sondern an der konkreten Terminierung der Kurse der Meisterschule. „Langfristig ist die Nachfrage nach der Meisterfortbildung stabil“, sagt Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert. Festrednerin ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka. Sie wird den 16 Prüfungsbesten des Jahrgangs die Meisterbriefe vor den erwartet 2500 Gästen auf offener Bühne persönlich überreichen. Dass der Meistertitel auch international begehrt ist, zeigen die Zahlen der ausländischen Absolventen: 71 neue Meister stammen nicht aus Deutschland. 25 von ihnen kommen aus der Türkei, die übrigen aus 19 weiteren Ländern. „Der Meisterbrief steht für Qualität“ Die jahresbeste Herrenmaßschneiderin Amelie Sührer (rps) Die große Leidenschaft für ihren Beruf spürt man im Gespräch mit Herrenschneiderin Amelie Sührer sofort. Dabei hatte sie zunächst den Plan eines Architekturstudiums im Sinn, doch während des Besuchs der gymnasialen Oberstufe hat sie an einem Nähkurs teilgenommen. Nach einem viermonatigen Praktikum in einem Designstudio für Automobile während eines USA-Aufenthaltes machte sie von Februar bis Mai 2010 ein weiteres Praktikum in einem Opernhaus in Detroit. „Als ich in der Kostümwerkstatt dieses Opernhauses stand, war mir sofort klar: Das ist es! Während dieser Zeit schneiderte ich an zahlreichen Kostümen und Gewändern mit. Parallel dazu habe ich am College Nähkurse belegt, um meine Fertigkeiten ausbauen zu können. Dadurch hat sich mein Entschluss, eine Ausbildung zur Maßschneiderin zu absolvieren, gefestigt.“ Ihren Beruf hat Amelie Sührer bei Herrenmaßschneidermeister Bernd Vögler in Frank- FOTOS: HWK furt am Main erlernt. Ihre Ausbildung endete im Juni 2013 mit der erfolgreich abgelegten Gesellenprüfung. Im Sommer 2013 erfolgte ihr Umzug nach Düsseldorf, um eine zweijährige Gesellenzeit bei dem renommierten Herrenschneider Heinz-Josef Radermacher zu absolvieren. Im Hinblick auf eine spätere Selbstständigkeit mit einem eigenem Atelier, in dem sie auch gerne ausbilden möchte, ist der Meisterbrief für sie eine wichtige Grundvoraussetzung. Jahresbeste Amelie Sührer, die die Meisterschule in Vollzeit besucht hat, ist überzeugt: „Der Meisterbrief steht für Qualität, Fachkompetenz und Nachhaltigkeit im Handwerk!“ Was macht Sührer heute? „Seit Mai 2016 bin ich wieder in der Maßschneiderei Heinz-Josef Radermacher beschäftigt. Hier kann ich Erfahrungen als Ausbilderin sammeln und unsere Lehrlinge auf die Gesellenprüfung vorbereiten und unterstützen, um sie für unser Handwerk zu begeistern.“ Vom Praktikum ins Handwerk (rps) Nach ihrem Abitur im Jahr 2009 hatte Maike Winkels zunächst einen ganz anderen Berufswunsch und begann ein Lehramtsstudium für die gymnasiale Oberstufe in den Fächern Englisch und Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal. Obwohl sie sich sehr für eine Lehrtätigkeit interessiert hatte, wurde ihr nach einigen damit verbundenen Praktika klar, dass dies nicht der richtige Weg für sie zu sein schien. „Nach einem längeren Zeitraum, in dem ich Für und Wider abgewogen habe, entschied ich mich schließlich dazu, das Studium zu unterbrechen und ein Praktikum in einem Friseurbetrieb zu absolvieren. Dieses Praktikum bestärkte mich in meinem Wunsch, eine Berufsausbildung zu beginnen. So fand ich meinen Weg ins Handwerk“, erläutert sie den Schritt in ihr neues berufliches Dasein. „Was genau an dem Beruf der Maike Winkels ist die jahresbeste Frisörmeisterin. Friseurin so reizvoll für mich war und noch ist, ist wirklich schwer in Worte zu fassen. Mir war einfach wichtig, einen Beruf auszuwählen, der mir Freude bereitet und viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung offenlässt“, ergänzt sie. Ihre Ausbildung zur Friseurin begann Winkels 2012 mit einem sechsmonatigen Lehrlingsseminar bei der „Friseurfachschule Harder“ in Duisburg. Anschließend hat sie drei Jahre im Betrieb „Oliver Rüther by Udo Walz“ in Arnsberg gelernt. Die Gesellenprüfung legte sie 2015 als Innungsbeste ab. Direkt nach der Ausbildung entschied sie sich für den Besuch der Meisterschule in Vollzeit. „Die Trainer und Dozenten, die mich sowohl praktisch als auch theoretisch sehr gut auf die Meisterprüfung vorbereitet haben, freuen sich jetzt alle mit mir, dass ich so ein gutes Ergebnis erzielen konnte“, sagt die Bestmeisterin. Zurzeit ist Maike Winkels selbst an der Friseurfachschule Harder in Duisburg als Trainerin tätig – und ist hochzufrieden. „Ich gehe meinem Beruf nach und kann zusätzlich mit anderen Friseuren und Friseurinnen arbeiten. Es macht mir unglaublich viel Spaß, mein Fachwissen an andere weiterzugeben.“ „Das liegt mir sehr“ (rps) Arne Theisen ist eigentlich in der Industrie groß geworden. Am Flughafen Düsseldorf begann er 2008 seine Ausbildung zum Elektrotechniker. Die Zwischenprüfung absolvierte er bereits mit der Note „Gut“, was in diesem Gewerk nicht selbstverständlich ist. „In der Abschlussprüfung, die ich ebenfalls mit ,Gut’ bestand, wurde viel auf Richtlinien und Bestimmungen eingegangen. Das liegt mir sehr“, erzählt der Bestmeister im Rückblick. Zunächst hat Arne Theisen ein Jahr lang als Geselle gearbeitet. Immer noch bei der Flughafen Düsseldorf GmbH, wo er bis heute beschäftigt ist. „Ich merkte schnell, dass ich mit meinen Fähigkeiten und meinem Wissen mehr erreichen konnte. Da ich schon im Praktischen viel gelernt hatte, entschied ich mich für den Meister und nicht für ein Studium.“ Er begann die Meisterfortbildung im Elektrotechni- Bester Elektrotechnikermeister: Arne Theisen kerhandwerk in der Form der Abendschule. Sein Meisterprüfungsstück war die Konstruktion einer Lüftungsanlage, und sein Abschlussprojekt bestand aus der Planung der Installation für ein Einfamilienhaus inklusive einer Werkstatt. Selbstständigkeit ist für Arne Theisen aktuell keine Option. Was er sich gut vorstellen kann, ist eine ehrenamtliche Tätigkeit beispielsweise im Prüfungsausschuss oder auch ein Engagement in der Handwerksorganisation.

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