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Garten erleben

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Piept es bei dir? Man

Piept es bei dir? Man möchte meinen, überall, wo es grün ist, findet man auch Tiere. In der freien Natur wie auch im Garten. Doch so ist das nicht: Vögel brauchen ein vielfältiges Nahrungsangebot, Unterschlüpfe und Nistplätze im Garten. VON CHRISTIAN TEICHMANN Den meisten Menschen fällt es nicht auf, wenn Vögel im eigenen Garten fehlen. Dabei kann es etwas herrlich Beruhigendes haben, den Tieren zuzusehen: Wie sie kleine Beeren in den Büschen pflücken, im Boden nach Würmern picken oder wie sie im Teich planschen. Und man beobachtet über Wochen das hektische Treiben eines brütenden Paares in der Hecke. Bis die Kleinen davonfliegen. Aber dazu muss man Kleiber, Rotkehlchen, Stieglitz, Gimpel und Co. erst mal in den Garten locken. Von alleine fliegen sie unsere monotonen Kulturen kaum mehr an. Denn ihnen fehlt Vielfalt. Statt nur einer weiten Rasenfläche brauchen Vögel viele Sträucher, Hecken und Bäume. Und das sind am besten Pflanzen, die hierzulande auch in der Natur vorkommen. „Heimische Pflanzen haben den großen Vorteil, dass deren Früchte häufiger von Vögeln gefressen werden als die der Exoten“, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund (Nabu) in Berlin. „Auch sind die Insekten häufig auf Wirtspflanzen, also spezielle heimische Pflanzenarten, angewiesen.“ Und Insekten sind schließlich Vogelnahrung. Heiermann empfiehlt zum Beispiel für den Garten Liguster, Wildrosen, Weißdorn und Pfaffenhütchen. Auch Schneeball, Vogelbeere, Felsenbirne, Europäische Eibe, Hagebutte und Faulbaum gehören zu den heimischen Gewächsen, die Ein Zuhause für manche Vögel kann auch winzig klein sein: Ein Vogelhäuschen etwa. Hier ist ein Star eingezogen. Foto: Frank Hecker/NABU Julian Heiermann ist Zoologe beim Nabu. Er erklärt, wie aus dem Garten ein Zuhause für Vögel wird. Vögeln viel bieten. Prof. Peter Berthold rät zum unkomplizierten Schwarzen Holunder. „Seine Blüte ziehen extrem viele Insekten an – also die Vogelnahrung“, erklärt der ehemalige Direktor der Vogelwarte vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell am Bodensee. „Dazu zählen auch holunderspezifische Blattläuse, die keinerlei Probleme bereiten werden.“ Und natürlich sind da die Holunderbeeren, die etliche Vogelarten zum Fressen gern haben. Auch ein dicht gewachsener Efeu an Haus- und Garagenwänden ist ein Vogelmagnet. „Efeu ist ein idealer Schutz und Nistplatz, und er zieht als Herbstblüher sehr viele Insekten an“, erklärt Berthold. Auch seine Beeren helfen den Vögel: Sie reifen im Frühling heran und können von den Tieren während der anstrengenden Phase der Aufzucht ihrer Jungen vertilgt werden. Auch andere Beeren-

Der Efeu ist ein idealer Nistplatz für Vögel. Hier hat sich eine Amsel ein Plätzchen ausgesucht. Foto: Candy Welz/dpa-Zentralbild ten nutzen sie nach deren Auszug. Der Experte betont daher auch: „Alte Obstbäume sollten bitte nicht gefällt werden. Wenn man waldnah wohnt, kann dann sogar ein Waldkauz einziehen.“ Und gerade alte Bäume seien ideale Plätze für Bruthöhlen. Aber ein Zuhause für die Tiere kann auch winzig klein sein: ein Vogelhäuschen etwa. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nistkasten angenommen wird, ist gewöhnlich sehr hoch und ein Erlebnis – gerade für Kinder“, sagt Erlwein. Er rät aber, mehrere Kästen anzubieten, und zwar in verschiedenen Größen und mit verschieden großen Einfluglöchern, denn jede Vogelart bevorzugt anderes. Hobbygärt- Hagebutten sind Nahrung für die Vögel im eigenen Garten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn sträucher, Obstpflanzen und in großen Gärten sogar Streuobstwiesen sind ideal. Prof. Berthold rät allerdings, bei größeren Grundstücken neben Laub- und den dazu zählenden Obstbäumen auch Nadelbäume wie Fichten oder Kiefern zu pflanzen. „Als immergrüne Bäume bieten sie im Winter verschiedenen Vogelarten Schutz“, erklärt er. Vögel sind also eigentlich ziemlich einfach zufriedenzustellen: Sie brauchen Nahrung und ein Heim. Das alles muss man nicht auf dem gesamten Grundstück bieten – was Freunde des englischen Rasens beruhigen mag. Es empfiehlt sich, in einer Ecke des Grundstücks Sträucher zusammenzusetzen, die Beeren, Samen, Insekten sowie Nistmöglichkeiten bieten. Ornithologe Berthold rät sogar dazu, solche Bereiche sich selbst zu überlassen sowie einige Stellen des Gartens nicht zu mähen. Sogar abgestorbenes Holz, zu einem Haufen aufgestapelt, ist in einer solchen Ecke noch wertvoll: Es bietet den Tieren eine Versteckmöglichkeit, wie sie etwa der Zaunkönig schätzt. Für große Gärten bietet sich auch an, abgestorbene Bäume stehen zu lassen. Zum Beispiel Spechte, Kleiber und unsere Meisenarten profitieren hiervon“, erklärt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Spechte schlagen Höhlen hinein, die anderen Vogelarner sollten auch an halboffene Nistkästen für Halbhöhlenbrüter denken. Erlwein empfiehlt, die Boxen in eine Höhe von circa 2,50 Metern zu hängen oder stellen. Von Plastikkästen aus dem Handel rät der Experte aber auf jeden Fall ab. „In ihnen wird es viel zu heiß, und das Gelege kann eingehen.“ Er plädiert auch für Vogeltränken. Sie sollten das ganze Jahr über zur Verfügung stehen: „Im Winter kann ein Stein in das Wasser gelegt werden, damit es nicht so schnell zufriert.“ Im Sommer muss das Wasser häufig gewechselt werden, um eine starke Keimbelastung zu verhindern. Für Nistkästen, Vögeltränken sowie zusätzliche Futterstellen im Garten ist eines wichtig: „Sie müssen katzensicher sein“, betont Erlwein. „Dies bedeutet, dass drumherum Freiflächen sind, an denen sich Katzen nicht so leicht an die Vögel heranpirschen können.“

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