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Sechs Tipps Sie sind

Sechs Tipps Sie sind zurück – und in diesem Jahr vermutlich in großer Zahl: Schnecken ziehen wieder los, fressen den saftigen Salat ab, durchlöchern Funkien und knabbern an den süßen Erdbeeren. Experten erklären, wie man sie ohne Chemie bekämpfen kann. Sie sind überall: Nacktschnecken sind nach milden Wintern besonders häufig in den Gärten unterwegs. Fotos: dpa/Warnecke VON SIMONE ANDREA MAYER Schnecken sind eine Plage. Eine Nacktschnecke kann bis zu 500 Eier in einem Jahr ablegen – und damit gleich mehrere neue Generationen hervorbringen. Denn die Gelege mit je zehn bis 30 Eiern entwickeln sich unter günstigen Bedingungen nach zwei bis vier Wochen. Und diese Nachkommen sind nach gut sechs Wochen schon fortpflanzungsfähig, erklärt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Und nicht nur das: Die letzten Eier im Herbst überleben im Winter Temperaturen bis rund minus 20 Grad, erwachsene Schnecken können außerdem durchaus minus zehn Grad aushalten. Der milde Winter 2015/16 hatte beispielsweise eine große Zahl der Schädlinge zur Folge. Problematisch sind dabei die Nacktschnecken, Tiere mit Gehäuse verursachen kaum Schäden. Hobbygärtner können aber etwas tun – und das ganz ohne Chemie, die auch für andere Tiere gefährlich sein kann. Tipps geben der Naturschutzbund (Nabu), die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Verbraucherinformationsdienst aid: Thymian wirkt auf Schnecken abschreckend. Er lässt sich gut im April und Mai in den Garten setzen. Hundefutter- und Bier-Fallen In kleinen, abgegrenzten Bereichen wirken Becher mit Bier. Nachteil: Darin landen auch andere Insekten, die man im Garten haben will. Die Becher sollten 12 bis 15 Zentimeter Durchmesser haben und so eingegraben werden, dass der obere Rand 3 bis 4 Zentimeter über der Bodenoberfläche liegt. Und es muss alkoholhaltiges Bier angebo- ten werden. Wichtig: Die toten Schnecken nicht mit den Bierresten aufs Beet schütten, denn das lockt weitere Schnecken an. Die Alternative zur Bierfalle sind ausgelegte Säcke mit Hühner-, Katzen- und Hundefutter sowie Sauerteig. Mulch aus Kaffee Laut dem Nabu ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kaffee in geringer Konzentra-

gegen Schnecken tion den Tieren den Hunger verdirbt oder sie vertreibt. Und das Koffein im Kaffee sei in größeren Konzentrationen sogar tödlich. Daher könne man gut Kaffeesatz flächig ausstreuen oder in einem Schutzring um einzelne Pflanzen. Oder man sprüht starken Bohnenkaffee auf die Blätter. Thymian am Beetrand Das Küchenkraut hat am Rand des Gemüsebeetes einen besonderen Nutzen. Schnecken können es nicht leiden und meiden so sie die Pflanze und damit auch das Beet, erklärt der Verbraucherinformationsdienst aid. Die Pflanze mag einen trockenen, warmen und sonnigen Standort. Der Boden ist am besten etwas steinig und sandig sowie eher trocken und durchlässig. Auch Bohnenkraut und Kamille sollen Schnecken abschrecken. Der Nabu rät, diese ringförmig um die Beete zu setzen. Er schränkt aber auch ein: Schnecken haben unterschiedliche Geschmäcker. Vermeintliches Zuhause Alte Bretter, Hohlziegel, schwarze Folien oder einfach große Blätter wie vom Rhabarber dienen Schnecken im Garten als Unterschlupf. Diese sollte man also erst auslegen und dann die Tiere davon einsammeln. Aber dann? Wohin mit den Schnecken? Natürlich kann man sie töten – tierfreundlicher ist, sie auszusetzen. Doch das sollte man weit weg vom Garten und auch den Grundstücken der Nachbarn tun. Laut der Landwirtschaftskammer können die Tiere in nur einer Nacht Strecken bis zu 25 Meter zurücklegen. Trockenzone am Gartenrand Schnecken können nur auf feuchten Böden gut kriechen. Daher sollte man am Übergang von Hecken, Wiesen und Brachflächen zum Garten eine Trockenzone einrichten. Der Schutzstreifen aus Sägemehl, Sand oder Branntkalk hält dieTiere ab. Auch Asche, zerbröselte Eierschalen, Splitt und Kies wirken. Die Landwirtschaftskammer rät zu einem ein Meter breiten Streifen, der Nabu hält bei Branntkalk 30 Zentimeter für sinnvoll. Sägemehl sollte mindestens fünf Zentimeter dick und einen halben bis einen Meter breit sein. Aber: Bei Regenwetter ist diese Methode natürlich nicht mehr wirksam. Einzelne Pflanzen kann man aber auch schützen: Am besten diese nur alle zwei bis drei Tage gießen – und zwar so, dass drumherum keine größeren feuchten Flächen entstehen, die den Schnecken zur Fortbewegung dienen. Schneckenzaun Die Zäune bestehen aus gebogenen Blechen, die lückenlos um ein Beet kommen. Wichtig ist, dass die Zäune mindestens zehn Zentimeter tief in den Boden und etwa genauso hoch aus diesem ragen. Hiervon muss man die Schnecken absammeln. Achtung, Pflanzenteile, die über den Zaun ragen, dienen als Leiter. Problematisch für die Pflanzen im Garten sind eigentlich nur die Nacktschnecken, Tiere mit ehäuse verursachen kaum Schäden. Foto: dpa/Burgi

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