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Comeback: Der Bogenhanf

Comeback: Der Bogenhanf ist wieder beliebt Diese Pflanze hat jeder schon mal gesehen: Die aufrecht stehenden Blätter des Bogenhanfs werden gerne zu Zöpfen geflochten. Das Zimmergrün gilt als retro – und erlebt gerade deswegen ein Comeback. VON DOROTHÉE WAECHTER Der Bogenhanf wirkt ein wenig, als wäre er aus der Zeit gefallen. Zwischen den 1950er und 70er Jahren war die auch als Sansevierie bekannte Zimmerpflanze äußerst beliebt. Dann – wie das mit der Beliebtheit immer so ist – flaute das Interesse ab. Bissig nannte man die Pflanze sogar Schwiegermutterzunge. Doch gerade der Retrolook bringt die Pflanze wieder zurück in die Wohnräume. Was Hobbygärtner zum Bogenhanf wissen müssen: ie sieht der Bogenhanf aus? Das Laub ist schwertförmig, aufrecht und hat keine Stiele. Die Blätter werden bei den unterschiedlichen Arten entweder einzeln, zu mehreren und in grundständigen Rosetten ausgebildet“, sagt Martin Nickol, Gartenkustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie können auch als Lanzetten, Lineale und Bänder geformt sein, sie sind flach, rund oder halbzylindrisch. Aber bei den meisten Arten sind die Blätter fleischig und fühlen sich ledrig an. Woher stammt die Zimmerpflanze ursprünglich? Der Bogenhanf ist hauptsächlich zwischen Ostafrika und Sri Lanka sowie im Süden Indiens verbreitet. Die Pflanze besiedelt von tropischen Wäldern über Halbwüsten unterschiedliche Lebensräume, erklärt Nickol. Der deutsche Name Bogenhanf verweist auf die zahlreichen Blattfasern. „Diese wurden in seiner Heimat Afrika zu Bogensehnen verdrillt“, erläutert Nickol. Auch heute noch werden für Touristen Körbe, Seile und Matten aus Sansevierienfasern geflochten und gedreht. Wo steht der Bogenhanf am besten? Sansevierien mögen sonnige bis halbschattige Standorte. „Wie man aus vielen Büros weiß, überleben sie auch dunklere Ecken“, sagt Nickol. Dort fühlen sich die Pflanzen allerdings nicht besonders Geflochten wird der Bogenhanf zum Hingucker. Fotos: dpa/ Warnecke Die Sorte Laurentii hat querlaufende, dunkle Flecken und einen gelben Rand. wohl. Generell sind die weißgrünen Sorten lichtbedürftiger als die durchweg grün beblätterten. Sansevierien vertragen keine tiefen Temperaturen. „Oberhalb von 15 Grad darf es gerne immer sein, wohler fühlen sich die meisten Sansevierien bei mehr als 20 Grad“, so Nickol. Welchen großen Fehler können Hobbygärtner begehen? Ein Vorteil ist zwar, dass die Zellwand sehr stark ist. Die Blätter machen nicht schnell schlapp. Aber dafür erkennt man Pflegefehler erst, wenn sie so gravierend sind, dass die Pflanze eingeht. Ansonsten handelt es sich um eine sehr pflegeleichte Pflanze. Zusammengefasst lässt sich sagen: Sie braucht weder viel Licht, nur relativ wenig Wasser und auf keinen Fall Stau- nässe, erklärt Christian Engelke vom Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur in Berlin. Man darf den Bogenhanf aber immer nur von unten gießen, also direkt an der Erde. „Gelangt Wasser von oben in den Schaft, faulen die Pflanzen weg.“ Welche Arten und Sorten empfehlen die Experten? Der Klassiker ist für Engelke die Art Sansevieria trifasciata. „Die Sorte Laurentii hat querlaufende, dunkle Flecken und einen gelben Rand“, beschreibt der Experte. Sehr beliebt für moderne Einrichtungen ist die Sorte Black Coral, die auf dunkelgrünen Blättern unregelmäßige silbrige Querbänder aufweist. Die rundblättrigen Sorten stammen vor allem von der Art Sansevieria cylindrica ab, von der Engelke die Sorten Mikado und Skyline empfiehlt. Blüht die Sansevierie eigentlich? Ja. In der Regel sind die Blätter am Bogenhanf zwar das A und O, Nickol schwärmt aber von den Blüten: „Erst wenn man einmal eine Vollblüte bei der heimischen Sansevierie gesehen und gerochen hat, weiß man, dass diese Pflanzen für mehr als grüne Deko in der Ecke gut sind.“ An sich sind die Blüten unauffällig, aber viele von ihnen zieren gemeinsam dichte Blütenstände. „Diese quetschen sich aus Töpfen nach oben und verströmen vor allem in der Dämmerung einen guten, intensiven Duft“, erklärt Martin den dicht durchwurzelten Nickol.

Eine Schaukel aus Robinien-Holz.Es wird als einziges europäisches Holz in die Resistenzklasse 1 bis 2 eingeordnet und ist bestens für den Einsatz im Außenbereich geeignet. Foto: Willi Mevissen Die europäische Alternative zu Tropenholz Das Holz der Robinie weißt eine hohe Härte auf und ist zudem das witterungsbeständigste in Europa. Die bekannten heimischen Holzarten wie beispielsweise Fichte, Tanne, Kiefer, Buche und Eiche finden vielfach Verwendung im Innen- und Außenbereich. Jedoch haben diese Hölzer den Nachteil, dass sie ohne konstruktiven oder chemischen Holzschutz im Außenbereich keine hohe Dauerhaftigkeit aufweisen. Anders sieht es hier bei den Hölzern aus tropischen Wäldern aus. Durch die Globalisierung sind die internationalen Märkte immer näher aneinander gerückt und lange Transportwege stellen kein Hindernis mehr dar. Tropische Holzarten haben oftmals eine deutlich höhere Dauerhaftigkeitsklasse als die heimischen Hölzer und erreichen Standzeiten von 25 Jahren und mehr. Seit Jahren wird diesen Hölzern jedoch ein negatives Image zugeordnet. Aus verschiedenen Gründen wird seit längerem nach Alternativen für Tropenhölzer gesucht. Primär wird versucht, durch verschiedene Verfahren und Behandlungen die Dauerhaftigkeit der europäischen Hölzer zu erhöhen oder tropische Hölzer zu nutzen, die auf Holzplantagen angebaut werden. Auf der Suche nach Tropenholzalternativen rückt aber auch eine europäische Holzart immer mehr in den Fokus – die Robinie. Das Holz der Robinie (Robinia pseudoacacia) ist das witterungsbeständigste in Europa. Das schnellwachsende Holz mit einem sehr geringen Anteil an weniger festem Splintholz weist die höchste Härte der europäischen Hölzer auf und ist sehr belastbar. Es wird als einziges unbehandeltes europäisches Holz in die Resistenzklasse 1 bis 2 eingeordnet und ist somit von Natur aus bestens für den Einsatz im Außenbereich geeignet. Das Robinienholz verfügt über holzeigene Inhaltsstoffe, die für eine hohe Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten sorgen. Somit ist eine Imprägnierung oder eine Behandlung mit Holzschutzmitteln nicht erforderlich. Das Holz gehört zu den schwersten einheimischen Holzarten und ist selbst der Eiche in puncto Haltbarkeit klar überlegen. Durch diese technischen Eigenschaften ist es für Konstruktionen, die dem steten Wechsel von Wetter und Jahreszeiten ausgesetzt sind, perfekt geeignet. Vielfach sieht man die Robinie bereits auf Kinderspielplätzen. Hier wird sie oft in Form von natürlich gewachsener Stämme für Spieltürme, Schaukeln, Balancierbalken, Sandkasteneinfassungen und mehr verwendet. Durch den ungleichmäßigen Wuchs ist jeder Stamm und somit auch jedes Objekt aus diesem Holz ein Unikat. Für den Einsatz werden die Stämme entrindet und das weniger haltbare Splintholz entfernt. Anschließend wird die raue Oberfläche geschliffen, um die Splitterbildung zu minimieren. Neben den natürlichen Stämmen werden auch Bretter, Balken und Bohlen aus dieser Holzart erzeugt. Diese werden häufig für konstruktive Zwecke im Außenbereich verwendet. Die bereits genannten Eigenschaften des Robinienholzes sorgen dafür, dass auch in extremen Einsatzgebieten, wie beispielsweise Brückenbau, der direkte Verbau im Erdreich oder im Wasserbau, sehr lange Standzeiten erzielt werden. Robinie ist noch ein Nischenprodukt, das sich immer mehr im Garten- und Landschaftsbau wie auch im Fachhandel etabliert. rps www.robinie-nrw.de www.mevissen-holz.de und

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