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Garten erleben

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4 GARTEN ERLEBEN

4 GARTEN ERLEBEN Gartenplanung Im grünen Wohnzimmer wird gechillt, gegrillt, nd immer öfter auch gekocht. VON CHRISTIANE STOLTENHOFF Essen, spielen, lesen, schwimmen, chillen: Der Garten ist ein Universalgenie, wenn es darum geht, Raum für angenehme Tätigkeiten zu sein. Und das nutzen immer mehr Menschen weidlich aus, sie verlagern ihr Leben regelrecht nach draußen. Das gilt zunehmend auch für die Essenszubereitung. Gegrillt wird natürlich schon seit Jahren exzessiv im grünen Wohnzimmer, doch in letzter Zeit werden immer häufiger Wünsche nach noch mehr Freiluftkochvergnügen laut, und so hält in manchem Garten nun auch eine veritable Küche Einzug. Das ist schön, zeigt es doch, dass die Menschen den Garten voll und ganz zu ihrem Lebensmittelpunkt erkoren haben. Es stellt aber auch zusätzliche Anforderungen an seine Gestaltung, denn wo immer mehr Funktionen auf oft engem Raum bedient werden sollen, kann es schnell ungeordnet wirken. „Man sollte unbedingt einen Plan für die Gestaltung des Gartens haben“, erklärt Britta Cox, „sonst Gegrillt wird natürlich schon seit Jahren exzessiv im Outdoor-Wohnzimmer, doch in letzter Zeit werden immer häufiger Wünsche nach noch mehr Freiluftkochvergnügen laut. Fotos (4): Gärtner von Eden wirkt ein Grundstück schnell überladen und gar nicht mehr gemütlich.“ Die Gartenarchitektin aus Viersen gehört mit ihrem Betrieb „Terra baut Gärten“ zu den Gärtnern von Eden und beschäftigt sich seit langem damit, Grundstücke in individuelle grüne Wohlfühloasen zu verwandeln. Seit einiger Zeit gehört die Anlage von Grill- und Kochplätzen immer häufiger zu ih- ren Aufgaben. Wichtig ist ihr, dabei ganzheitlich vorzugehen, also das einzelne Element nicht isoliert zu betrachten, sondern es harmonisch in ein Gesamtkonzept einzubinden. Für einen Grillplatz heißt das, zunächst einmal den Gewohnheiten der Gartenbesitzer auf den Grund zu gehen. Wie groß ist der Grill, wie wird er befeuert, was kommt alles auf den Rost, wie viele Leute kommen zum Essen? „Alles Fragen, deren Beantwortung Auswirkungen auf die Gartengestaltung hat“, erklärt Britta Cox. „Schließlich braucht ein Grill einen zu seinen Abmessungen passenden Standplatz, er soll gut erreichbar sein, der Weg zur Küche kurz. Gleichzeitig sollte er das Gartenbild nicht dominieren, beim Blick aus dem Fenster nicht die Aussicht auf den Garten stören.“ Auch die Terrasse beziehungsweise der Essplatz sollte vom Grill aus schnell erreichbar sein, aber so liegen, dass der beim Grillen entstehende Rauch dort nicht stört. Und wer gern für große Runden grillt, sollte das auch bei der Planung seiner Terrasse berücksichtigen, damit dort zum Essen auch wirklich alle bequem Platz finden. Ist der optimale Standort für den Grill gefunden, achtet

GARTEN ERLEBEN 5 für Grillfans Die Expertin Mit ihrem Mann Michael Busemann führt die Gartenplanerin Britta Cox das Gartenbauunternehmen Terra baut Gärten in Viersen. Der Betrieb gehört zu den rund 50 Mitgliedern der Genossenschaft der Gärtner von Eden. Sie alle sind spezialisiert auf die Planung, Anlage und Pflege individueller, privater Gärten. Dabei richtet Britta Cox stets besondere Aufmerksamkeit auf eine standortgerechte und fantasievolle Pflanzenverwendung. Der Grillplatz sollte harmonisch in ein Gesamtkonzept eingebunden werden. Eine offene Feuerstelle ist ein Hingucker und eröffnet noch mehr Zubereitungsmöglichkeiten. Weitere Informationen im Internet unter www.terra-baut-gaerten.de und www.gaertner-voneden.com Britta Cox bei dessen Ausgestaltung darauf, dass diese sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugend ist: „Bodenbeläge wählen wir so, dass der Grill einerseits fest steht, andererseits spritzendes Fett und tropfende Marinaden keine Flecken hinterlassen. Und auch in der Bepflanzung kann man direkten Bezug zur Funktion eines solchen Platzes nehmen: Ein Kräuterbeet in Reichweite des Grillenden ist zum Beispiel eine schöne Sache.“ Praktisch sind auch eine gute Beleuchtung des Grillplatzes sowie Strom- und Wasseranschluss. Außerdem empfiehlt die Expertin, einen Sonnenschutz einzuplanen, der notfalls auch ein paar Regentropfen abhalten kann. Geht es nicht nur darum zu grillen, sondern auch die gesamten Essensvorbereitungen in den Garten zu verlagern, könnte eine Außenküche interessant sein. Die gibt es von klein bis groß, als mehr oder weniger improvisierte Arbeitsfläche mit Wasseranschluss oder auch als designpreisgekrönte Komplettlösung. „Für welches Modell man sich entscheidet, ist natürlich eine Budgetfrage“, so Britta Cox, „aber auch hier ist wichtig, dass das ästhetische Gesamtkonzept stimmt. Die Küche soll den Garten bereichern, nicht ihn sich unterordnen.“ Für die Planung einer solchen Küche unter freiem Himmel gelten ansonsten ähnliche Parameter wie für den Grillplatz: Der Standort sollte sorgfältig gewählt, bei den Materialien auf Qualität, Funktionalität und Ästhetik gleichermaßen geachtet werden. Für Strom- und Wasseranschluss kann ein Gartengestalter hier ebenso sorgen wie für einen guten Untergrund, Witterungsschutz und die stilsichere Einbettung in das gärtnerische Gesamtkonzept. „Manche Außenküchen haben neben einem integrierten Grill auch noch eine offene Feuerstelle“, so die Expertin. „Die eröffnet nicht nur weitere Zubereitungsmöglichkeiten, sondern entwickelt sich, wenn es kühler wird, automatisch zum Anziehungspunkt und sorgt so dafür, dass man den Abend ganz entspannt im Garten ausklingen lassen kann.“

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