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Garten erleben

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8 GARTEN ERLEBEN

8 GARTEN ERLEBEN Tropische Üppigkeit Hibiskus: Es gibt Hätschelkinder und robuste Gartenpflanzen. VON HELGA PANTEN Wie kaum eine andere Pflanze steht er für tropische Üppigkeit und Farbenfreude: Rose von China, Königin der Tropen – Bewunderung schwingt in den Namen mit, die den Chinesischen Roseneibisch (Hibiscus rosasinensis) beschreiben. Rund um den Erdball ist er populär und birgt doch ein Geheimnis. Bis heute kennt niemand seinen Ursprung. Ist es wirklich China, wie sein Art-Name „sinensis“ sagt, oder Indien oder vielleicht doch Java wie man 1731 vermutete, als die ersten Pflanzen nach Europa kamen? Klar ist, alle bekannten Pflanzen waren bereits Züchtungen. Eine Wildform von Hibiscus rosa-sinensis wurde nie entdeckt. Nur, dass sie in den Tropen zu Hause sein muss, steht fest. Denn Wärme und Licht sind ihr Lebenselixier. Bei uns zählt der Hibiscus deswegen zu den „Hätschelkindern“. Er verlangt viel Aufmerksamkeit. Aber wenn er seine prächtigen Blüten öffnet, dann ist alle Mühe vergessen. Meist wächst der Chinesische Roseneibisch als Topfpflanze auf der Fensterbank. Aber im Sommer, wenn ihn Licht und Sonne verwöhnen, hat er durchaus das Zeug zur prächtigen Kübelpflanze. Die kleinblütigen, ungefüllten eignen sich dafür am besten. Sorten wie die gelbe Lateritiamit rotem Mittelfleck, die rote Carmen oder Thekla in Rosa mit roter Mitte blühen auch in unserem Klima zuverlässig. Zehn bis 14 Zentimeter groß werden ihre Blüten im Durchmesser, deren fünf Blütenblätter sich wie ein großer Stern anordnen. Die Großblütigen sind dagegen empfindlicher: In feuchten, kühlen Sommern werfen sie die Knospen ab, oder die Knospen faulen. Dann wartet man vergebens auf die mit bis zu 26 Zentimeter großen Blüten, deren Blütenblätter sich so weit überlappen, dass sie rund wirken. Auch die sogenannten tropischen Sorten blühen bei uns nur zögerlich. Dabei wirken die hängenden, kräftig geschlitzten und gewellten Blüten besonders apart. Der Geschlitztblütige Roseneibisch (Hibiscus schizo- Mit seinen großen, exotisch anmutenden Blüten weckt der Hibiskus oder Garteneibisch Urlaubsgefühle. Foto: tmn petalus) aus Ostafrika ist als Kreuzungspartner für dieses Aussehen verantwortlich. Er war nicht der einzige unter den über 200 Hibiscus-Arten, mit denen der Chinesische Roseneibisch gekreuzt wurde. So entstand die unglaubliche Fülle von Sorten, die weltweit mehrere Tausend zählen soll. Aber ob tropisch, klein- oder großblütig, als echte Tropenkinder mögen alle Hibiscus rosa-sinensis keine Temperaturen unter zehn Grad. Ist der Sommer vorüber, zählen sie zu den ersten, die wieder ins Haus müssen. Das ist bei ihrem Verwandten, dem Syrischen Roseneibisch (Hibiscus syriacus) nicht der Fall. Er ist winterhart und hält ausgepflanzt und eingewachsen bis minus 17 Grad aus. Nur junge Pflanzen sind noch etwas empfindlich und werden daher durch Abdecken des Wurzelbereichs mit Kompost und Laub vor Frost geschützt. Wer das beherzigt, wird durch rund zwei Meter hohe Büsche belohnt, die sich üppig mit zwischen fünf und zehn Zentimeter großen Blüten schmücken. Rosa, Rot, Violett Blau und Weiß sind ihre Farben. Ungefüllte Sorten wie die weiße Helena mit ihrer leuchtend-roten Mitte, wie Coelestis, die zartes Blauviolett um die rote Mitte trägt oder die feine rosa Hamabo geben sich bei schlechtem Wetter blühfreudiger als die halb- und ganz gefüllten. Bei ihnen allen hängt der Blütenreichtum von der ausreichenden Ernährung und vom regelmäßigen Rückschnitt ab. Ungeschnittene Sträucher vergreisen. Außerdem regt Schnitt zum stärkeren Verzweigen an und je mehr Zweige, desto mehr Möglichkeiten für Blütenansätze. Neben Chinesischem und Syrischem Eibisch bietet der Sumpfeibisch (Hibiscus moscheutos) die dritte Alternative. Bei uns gilt er eher noch als Rarität. Aber hier und da entdeckt man ihn in Staudengärtnereien und Gartencentern. Er ist genauso winterhart wie sein Syrischer Vetter, wächst aber als Staude. Das heißt, er zieht im Winter völlig ein, überwintert unterirdisch und treibt erst im nächsten Frühjahr wieder aus. Das geschieht relativ spät. Weil seine Blüten mit 20 Zentimeter Größe im Vergleich zu seiner Höhe von einem Meter sehr groß wirken, wird er auch als Riesenhibiscus bezeichnet. Einen warmen, sonnigen Standort liebt er genauso wie die beiden anderen Hibiscus. Fast noch wichtiger als bei den beiden anderen ist bei ihm die gleichmäßige Wasserwie auch die Nährstoffversorgung.

GARTEN ERLEBEN 9 Die Schätze Schnittlauch, Petersilie und Co. gehören in einen Kräutergarten. Küchenkräuter sind der Schatz des Hobbykochs im Garten. Will der Gärtner und Koch davon ständig ernten, muss er die Pflanzen mit allem versorgen, was sie brauchen. Damit diese den Sommer über auch gut gedeihen, gibt die Niedersächsische Gartenakademie einfache Pflegetipps. Düngen Kräuter, von denen der Hobbykoch häufiger etwas abschneidet, brauchen im Laufe des Sommers eine erneute Düngergabe. Die Gartenexperten raten, 20 Gramm blauen Mineral-Volldünger pro Quadratmeter zu geben. Hobbygärtner dürfen nicht zu viel geben, denn eine hohe Stickstoffgabe wirkt sich negativ auf das Aroma der Küchenkräuter aus. Ernte Die meisten Blattkräuter wie Basilikum und Petersilie können den Sommer über mehrfach geschnitten werden. Am schmackhaftesten sind sie kurz vor der Blüte, nur Estragon und Rosmarin erntet der Gärtner möglichst während der Blüte. Nicht mehrfach schneiden lassen sich Bohnenkraut, Kresse und Kerbel. Rosmarin und Lavendel sowie andere Halbsträucher fordern sogar den regelmäßigen Schnitt, sonst verholzen die Zweige stark. Hier muss der Gärtner beachten, dass er die Triebe nicht stark im Beet Der Kräutergarten braucht im Laufe des Sommers Dünger, damit er öfter geerntet werden kann. Die meisten Blattkräuter wie die Petersilie können den Sommer über immer wieder geerntet werden. Foto: tmn in das alte Holz schneidet, gerade Rosmarin und Lavendel vertragen das nicht. Wurzelkräuter wie Meerrettich und Topinambur schmecken am besten, wenn sie im Herbst geerntet werden. Dann haben die Wurzeln Reservestoffe eingelagert. Bei Samenkräutern wie Koriander wartet man am besten sogar bis in den Spätherbst hinein. Umsetzen Stauden und Halbsträucher unter den Kräutern können nicht ewig am gleichen Ort wachsen. Die Akademie rät, sie alle vier bis fünf Jahre umzusetzen. Bärlauch und Pfefferminze können länger stehen bleiben. Stark wuchernde Pflanzen wie die Minze können Hobbygärtner eindämmen, indem sie sie in Baueimern oder in Mauerkübeln ohne Boden ins Beet setzen. So verbreiten sich ihre Ausläufer nicht – durch den offenen Boden kann aber Wasser abfließen. Sind diese Ringe komplett mit Wurzeln gefüllt, muss der Hobbygärtner sie aber umsetzen.

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