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10 Wellness & Gesundheit

10 Wellness & Gesundheit Im Alter mit Sport starten Sport ist Mord? Von wegen. Gesundheitliche, aber auch soziale Gründe sprechen für Sport - auch und gerade für Senioren. Nehmen Frauen und Männer im Alter erstmals ein Training auf, sollten sie sich vorher aber vom Arzt beraten lassen. Von Sabine Meuter Das Alter ist keine Ausrede. Denn Sport machen tut jedem gut. Training und Bewegung stärken die Muskulatur, können den Blutdruck senken und das Sturzrisiko verringern. Die Koordinationsfähigkeit steigt – und Rücken- oder Gelenkschmerzen lässt sich oft mit einem speziellen Krafttraining vorbeugen. Auch wer zeitlebens keinen Sport getrieben hat, kann im Alter noch damit anfangen. Im Vorfeld sollte man aber den Arzt um Rat fragen. Bei einem Gesundheitscheck mit EKG werden der körperliche Zustand und die Leistungsfähigkeit überprüft. Gibt der Arzt grünes Licht, kann es losgehen mit dem Training. „Möglich ist auch im Alter fast alles, es kommt auf die Neigung und die körperliche Konstitution an“, sagt Ute Blessing-Kapelke vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Frankfurt. Turn- oder Sportvereine haben oft spezielle Angebote für diese Zielgruppe. „Zunehmend gibt es auch in Fitnessstudios Trainingsprogramme für Ältere“, erklärt der Kölner Kardiologe und Sportmediziner Thomas Schramm. „Gymnastik im Wasser ist oft ideal, um die Beweglichkeit von einzelnen Körperpartien zu trainieren“, weiß Sportlehrerin Kathrin Köhl. Ein Vorteil von Wassergymnastik ist, dass das eigene Körpergewicht reduziert erscheint. Dadurch falle es Teilnehmern oft leichter, sich auf die Übungen etwa zur Stärkung der Muskelkraft zu konzentrieren. Auch Walken und Radfahren sind laut Köhl beliebte Sportarten bei Älteren. Gleiches gilt fürs Tanzen. „Das macht vielen Spaß, und gleichzeitig wird neben rhythmischer Bewegung zu Musik die Koordinationsfähigkeit gestärkt“, erklärt Köhl. „Bewegungsangebote für Ältere in Gruppen tun auch in sozialer Hinsicht gut“, sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren- Organisationen (BAGSO) in Bonn. So kommen Menschen in gleicher Lebenssituation und mit ähnlichen Interessen zusammen und tauschen sich aus. Niemand muss einsam sein. „Wenn Senioren Sport treiben, dann geht es um Spaß und um Bewegung, aber nicht unbedingt um Leistung“, betont Lenz. Jeder sollte in Abstimmung mit dem Arzt oder Trainer das für sich richtige Maß finden. Damit ein positiver Trainingseffekt erzielt werden kann, sollte man mindestens zweimal in der Woche der Sportart der Wahl nachgehen. Auch an den restlichen Tagen der Woche sollte der Kör- Um mit Sport zu beginnen, ist es nie zu spät. Aber man sollte dabei immer auf den eigenen Körper hören. per viel aktiv sein. „Bewegungsmangel ist der größte Risikofaktor für Krankheiten“, betont Blessing-Kapelke. Mit Sport kann man auch ganz gezielt etwas gegen typische Krankheiten wie Altersdiabetes tun. „Erwiesen ist, dass sie sich mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung nicht nur vorbeugen, sondern auch behandeln lassen“, erklärt Schramm. Dafür gibt es Trainingsangebote, die sich aus Kraft- und Ausdauersport zusammensetzen. Auch bei Depressionen kann sportliche Aktivität eine positive, unterstützende Wirkung haben – wenn es die Betroffenen erst einmal schaffen, damit anzufangen. Egal in welcher Altersgruppe - der „innere Schweinehund“ will überwunden werden. „Um sich zu motivieren, kann es helfen, Mitglied einer Gruppe zu sein beziehungsweise sich zu verabreden“, erklärt Schramm. Das Gefühl, den oder die anderen nicht im Stich lassen zu wollen, kann dann dazu beitragen, dass man sich aufmacht. Fotos: Thinkstock Bei älteren Menschen gehört Walking mit zu den beliebtesten Sportarten. Es gibt aber auch Fälle, in denen man einsehen sollte, dass man von einer bestimmten Sportart Abstand nehmen muss und wechseln sollte, sagt Schramm: „Das ist etwa dann, wenn es bei der körperlichen Aktivität zu unklarer Luftnot, einem Druckgefühl im Brustraum, Herzrhythmusstörungen oder sonstigen Schmerzen kommt oder man mehr als erschöpft im positiven Sinne ist.“

Wellness & Gesundheit 11 Endlich wieder alles verstehen Gutes Hören trägt wesentlich zur Lebensqualität und -freude bei. Schlechtes Hören kann jeden treffen, doch bei älteren Menschen kommt es besonders häufig vor. Ein spezielles Hörtraining kann aber die Situation deutlich verbessern. „Schon vor der Versorgung mit Hörgeräten kann so das Gehirn trainiert werden, viele Laute, Sprachverstehen und Geräusche wieder wahrzunehmen“, berichtet Hörakustikmeisterin Daria Derouaux. Bei der sogenannten „Altersschwerhörigkeit“ gilt es, einige Faktoren im Auge zu behalten, sagt sie. „Denn gutes Hören trägt erheblich zur Lebensqualität bei.“ Einige Hinweise, dass man Probleme haben kann und deshalb dies prüfen lassen sollte, sind: • Tiefe Hintergrundgeräusche, wie Straßenverkehr oder elektrische Geräte, werden sehr laut vernommen, Gesprochenes aber schlechter verstanden. • Der Fernseher ist sehr laut eingestellt. • Man fühlt sich dauerhaft unter Stress. „Auch die Angst vor Fehlern und eine damit einhergehende Anspannung können Anzeichen für eine Hörminderung sein“, sagt Daria Derouaux. • „Wie bitte?“ Wer öfter nachfragen muss, kann schwerhörig sein. 90 Prozent der Erwachsenen, die zu der Hörakustikmeisterin kommen, wurden erst von anderen Menschen auf das schlechte Hören hingewiesen. „Man sollte aber so früh wie möglich einen Test machen“, erläutert Daria Derouaux. Ziel eines Trainings ist es, die durch den Hörverlust eingeschränkte Klangverarbeitung vor der Nutzung „Wie bitte?“ Wer andere Menschen nicht mehr gut versteht, sollte sein Hörvermögen testen lassen. eines Hörgerätes besser auszunutzen. „Das intensive Training hilft, aus den verbliebenen Frequenzbereichen mehr nutzbare Informationen zu ziehen“, sagt Daria Derouaux, die ein solches Training anbietet. Praktisch erfolgt das mit Hilfe spezieller Hörgeräte, mit denen zu Hause geübt werden kann. „Unser Gehirn filtert Höreindrücke, sodass wir trotz Nebengeräusche die wichtigen Informationen erhalten.“ Foto: Thinkstock Dank Schlüsselloch-OP schnell wieder fit Sport tut gut. Auch im Alter bewegt man sich noch gern. Wenn es Probleme mit den Gelenken gibt, helfen die Experten im Kempener Hospital zum Heiligen Geist. Ob man sich nun beim Dr. Tobias Gensior Fußball das Knie verletzt hat, beim Einkaufen über die Bordsteinkante gestolpert ist oder durch intensives Tennisspielen die Schulter zwickt – Gelenkbeschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und Menschen jeden Alters betreffen. Das weiß Dr. Tobias Gensior, Oberarzt in der Abteilung für Unfall- und orthopädische Chirurgie im Hospital zum Heiligen Geist in Kempen. „Intensiverer Freizeitsport auch in höherem Alter und die Verbreitung verletzungsträchtiger Sportarten führen zu einer Zunahme von Gelenkverletzungen, Überlastungsschäden und Verschleißerscheinungen“, sagt der Mediziner. Die gute Nachricht: Bei einem Gelenkschaden kann man sich im Zentrum für Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie (ZAS) helfen lassen. Wenn nötig kommen hierbei hochspezialisierte, minimal-invasive Operationstechniken zur Anwendung. Die sogenannte Arthroskopie, auch als „Schlüssellochchirurgie“ bekannt, ist hierbei die häufigste Operationsmethode. Diese kann mittlerweile nicht nur bei Knie- oder Schulterbeschwerden, sondern auch an Ellenbogen, Sprung- oder Hüftgelenk angewendet werden. Bei minimalinvasiver Operationstechnik wird über einen kleinen Schnitt eine Kamera in das Gelenk eingeführt und über einen weiteren Schnitt und mit Hilfe von hochspezialisierten Instrumenten die Behandlung vorgenommen. Oft betroffen ist der Meniskus im Kniegelenk. Ist dieser verletzt, kann zum Beispiel die beschädigte Stelle entfernt oder teilweise auch wieder angenäht werden. „Der Vorteil der Arthroskopie ist, dass die Patienten deutlich weniger Schmerzen bei der Wundheilung haben, weil man nur winzige Schnitte benötigt“, erklärt Dr. Tobias Gensior. Die Rehabilitation gelingt dann schneller und man kann früher wieder in den Beruf einsteigen oder im Sport aktiv werden. Weil der Anspruch der Menschen an die eigene Leistungsfähigkeit steigt, werden schonende Behandlungs- und Operationstechniken im Bereich der Gelenkchirurgie und Sporttraumatologie immer wichtiger. So behandeln die Experten im Kempener Hospital auch das Football-Team der Schiefbahn Riders. Über die medizinischen Aspekte hinaus ist es zudem ein kosmetischer Vorteil, wenn man keine großen Schnitte benötigt, die deutlich sichtbare Narben hinterlassen. Wichtig ist im Kempener Hospital ein optimiertes Zusammenspiel von Diagnostik, moderner Therapie und individuell angepasster Rehabilitation, damit die Patienten, schnellstmöglich – Anzeige – die Gelenkfunktion und Einsatzfähigkeit wiedererlangen. Nicht immer ist dafür eine Operation nötig. In einigen Fällen kann Krankengymnastik oder auch eine funktionelle Behandlung mit Bandagen, Orthesen oder Schienen helfen. „Das muss aber im Einzelfall entschieden werden“, so Dr. Gensior. Aber auch viele Verletzungen des Bewegungsapparates außerhalb der Gelenke, also zum Beispiel Muskeln und Sehnen, benötigen eine eingehende Untersuchung und professionelle Behandlung, die im Kempener Hospital angeboten werden. Hospital zum Heiligen Geist Sprechstunden im Zentrum für Arthroskopie und Sporttraumatologie: Mo. und Mi. 14–16 Uhr, Di. 11–13 Uhr, Fr. 9–11 Uhr Kontakt: 02152-142-500

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