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Generation 50plus -01.09.2017-

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14 Wellness & Gesundheit

14 Wellness & Gesundheit Sehr lange Ausbildung Die Facharztbezeichnung der Mund- Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) erfordert ein abgeschlossenes Studium sowohl der Zahnmedizin als auch der Medizin. Erst anschließend folgt eine fünfjährige klinische Weiterbildung in einer Fachklinik. Nach einem bestimmten Katalog müssen dabei Operationen und Behandlungen im gesamten Spektrum des Faches durchgeführt werden – angefangen bei der Entfernung von Weisheitszähnen über Tumoroperationen und rekonstruktive Eingriffe bis hin zu Kieferumstellungsoperationen. Nach dem Facharztabschluss kann der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg mit einer zweijährigen Zusatzweiterbildung die Zusatzbezeichnung „Plastisch-Ästhetische Operationen“ erwerben. Durch diese sehr lange Ausbildung, die durchaus 15 Jahre in Anspruch nehmen kann, ist der MKG- Chirurg dann für alle operativen Eingriffe im Gesichtsbereich hochspezialisiert. Teamarbeit hat sich bewährt Durch die digitale Entwicklung und die Einbindung daraus resultierender innovativer Technologien in die ärztliche Praxis sind zahnmedizinische Eingriffe sicherer, die Ergebnisse besser und langlebiger geworden. Die Basis für den Behandlungserfolg bildet aber nach wie vor die enge Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Von Willem Plum Die Zahnmedizin ist eine Fachdisziplin, die von der Prophylaxe und Vorbeugung über zahnerhaltende Maßnahmen und Kieferorthopädie bis zur Implantologie ein riesiges Leistungsspektrum anbietet. Der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg kommt immer dann mit ins Spiel, wenn ein zahnärztlich-chirurgischer Eingriff als schwierig eingestuft wird oder besondere Risiken birgt. Dies gilt auch, wenn Patienten zusätzlich unter anderen Erkrankungen leiden, die den Operationsverlauf oder die Heilung beeinflussen können. Ein weiteres Beispiel für das Vorteilspaket, das die intensive Zusammenarbeit von zahnmedizinischen Spezialisten für den Patienten bietet, ist das Behandlungsangebot rund um das Thema Zahnersatz durch Implantate im Kiefer. „Der Verlust von Zähnen ist immer mit Emotionen verbunden und bringt für die Patienten viele Fragen mit sich. Es geht nicht nur um funktionelle Aspekte wie das Kauen, Sprechen oder Schlucken. Zähne spielen für das Aussehen und die persönliche Ausstrahlung eine

Wellness & Gesundheit 15 Auch in der Zahnmedizin profitieren Patienten vom technischen Fortschritt. Basis für den Behandlungserfolg ist aber weiterhin das perfekte Zusammenspiel von Zahnarzt und Mund-Kiefer-Gesichtschirurg. chenaufbau ist es nämlich die spezielle Ausbildung eines Chirurgen, die weitere Behandlungsmöglichkeiten eröffnet“, so der Chirurg weiter. Foto: kn wichtige Rolle“, sagt Dr. Ralf-Thomas Lange, Chirurg im Menge Haus in Mönchengladbach. Darum sei es besonders wichtig, implantatbasierte Lösungen in einer bewährten Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Chirurg individuell zu planen und zu realisieren, so Dr. Lange weiter. Die Richtschnur für den Behandlungsplan bilde dabei stets die vom Patienten gewünschte spätere prothetische Versorgung, die bereits bei der Implantatsetzung berücksichtigt werden müsse. Während der Großteil der jährlich rund eine Million Implantate in Deutschland von Chirurgen gesetzt wird, ist nach der Einheilung in den Kieferknochen wieder das Know How des „normalen“ Zahnmediziners gefragt. Die an die Implantation anschließende prothetische Arbeit erfolgt nämlich beim überweisenden Zahnarzt. Von ihm erhalten die Patienten ihre neuen, festsitzenden Zähne. „Diese Aufgabenteilung zwischen Chirurgie und Prothetik sorgt dafür, dass Patienten sich immer sicher einem gut eingespielten und erfahrenen Spezialistenteam anvertrauen können“, betont Dr. Lange. Erfahrung bedeute, auch in schwierigen Situationen möglichst minimal invasive, schonende Lösungen anzubieten. „So können wir auch jenen Patienten helfen, die nach langer Zahnlosigkeit ein vermindertes Knochenangebot aufweisen. Beim Kno- Bei Praxen, die sich auf die Chirurgie konzentrieren, sind moderne Verfahren wie digitale Volumentomographie und navigierte Implantologie zu einem unverzichtbaren Standard geworden. Sie ermöglicht dem Behandlerteam eine dreidimensionale, detaillierte Untersuchung mit extrem niedriger Strahlenbelastung. „Auf Basis der dreidimensionalen Bilder der Volumentomographie können Zahnarzt und Chirurg eine detaillierte Behandlungsplanung vornehmen und die ideale Implantatposition auswählen“, erläutert Dr. Lange. Für den langen Erhalt der implantatgetragenen Zähne sorgt wiederum der Zahnarzt durch ein spezielles Prophylaxeprogramm. Denn Implantate brauchen eine sorgfältige Pflege, damit sie für den Patienten zu einer lebenslangen Verbindung werden.

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