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Generation 50plus -01.09.2017-

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16 Service Villa mit

16 Service Villa mit großer Vergangenheit Es sind derzeit aufregende Tage im Haus an der Bismarckstraße 97. Für fünf Monate machen Kunstliebhaber hier eine Zeitreise. Von Garnet Manecke Vor 50 Jahren war die Stadtvilla die Heimat des Städtischen Museums. Der neue Direktor Johannes Cladders eröffnete hier 1967 seine Amtszeit mit einer Ausstellung von Joseph Beuys. Johannes Cladders lud alle ein, die in der Kunstszene Rang und Namen hatten oder noch bekommen sollten – und sie kamen: Carl Andre (1968), Bernd und Hilla Becher (1968), George Brecht/Robert Filliou (1969), Stanley Brouwn (1970), Marcel Broodthaers (1971), Daniel Buren (1971,1975), Hanne Darboven (1969), Braco Dimitrijevic (1975), Hans Hollein (1970), Richard Long (1970), Palermo (1973), Gerhard Richter (1974), Ulrich Rückriem (1973), Lawrence Weiner (1973). 1978 beschloss Jannis Kounellis mit einer Ausstellung das Programm in der einstigen Stadtvilla, 1982 öffnete das Museum Abteiberg seine Türen.

17 Die Ausstellung „Von da an ...“ nimmt Kunstliebhaber in der Villa an der Bismarckstraße 97 in Mönchengladbach mit auf eine beeindruckende Reise durch die Zeit. Foto: Garnet Manecke Auf den Tag genau 50 Jahre nach Cladders’ Beginn eröffnet das Museum Abteiberg die Ausstellung „Von da an – Räume, Werke, Vergegenwärtigungen des Antimuseums 1967 – 1978“ am 13. September und erinnert an diese Zeit. Die Ausstellung ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil sie zwei Häuser – das Museum Abteiberg und die Stadtvilla – bespielt. Heute ist die Villa Bismarckstraße 97 Teil des Kulturzentrums BIS. Seit fast zehn Jahren sind die Räume für Ausstellungen gesperrt, weil die Statik des Treppenhauses große Besucherströme nicht mehr zulässt. Deshalb wird auch immer nur einer begrenzten Besucherzahl Einlass in die Ausstellung gewährt. Dem Kunstverleger Oskar Kühlen und dem Textilkaufmann Emil Peltzer dürfte gefallen, was in ihren Villen an der Bismarckstraße 97 und 99 geschieht. Der Architekt Robert Neuhaus plante sie als Wohnhäuser für die Familien der beiden Unternehmer: Kühlens Villa 1895, Peltzers Haus folgte um 1900. In ihren Testamenten vermachten sie die Gründerzeitvillen der Stadt: Oskar Kühlen stellte die Bedingung, dass sein Haus als Museum genutzt wurde, Emil Peltzer wollte, dass dort die Kultur einzog. Bis Ende der 1980er Jahre waren die Häuser und die dahinter liegenden Gärten Heimat für Museum, Volkshochschule und Stadtbibliothek. Auch nach dem Auszug der Kultureinrichtungen sollten die beiden Stadtvillen der Förderung von Kunst und Kultur dienen. Deshalb suchten Gladbachs Stadtväter einen Träger für offene Kulturarbeit, den sie nicht nur mit den Immobilien im Wert von rund einer Millionen Mark unterstützten. Für die laufenden Betriebskosten boten sie auch einen Zuschuss von 250 000 Mark pro Jahr an. Mit den Vereinen „Aktion Kultur“ und „Kulturforum“ meldeten sich gleich zwei Interessenten. 1989 fusionierten die beiden Trägervereine zum Kulturzentrum BIS, der bis heute in den Häusern beheimatet ist. Ihre Vergangenheit als Wohnhäuser ist bis heute in den beiden Villen sichtbar. Die großen Räume zeigen noch die frühere Aufteilung, in einigen sind die kunstvollen Stuckdecken erhalten. Großzügige Treppenhäuser mit hölzernen Geländern, die schmiedeeisernen Zierelemente schmücken, führen in die oberen Etagen. Auch die Parkettböden sind zum Teil erhalten geblieben. Aber wo einst die Suppe auf dem Herd brodelte und der Braten schmorte, finden heute Konzerte statt. Wo die Trommeln für afrikanischen Tanz erklingen, war einst das Rokoko-Zimmer, in dem die Damen der Mönchengladbacher Gesellschaft ihren Tee einnahmen, wo sich heute Kunstinteressierte zum Kulturfrühstück treffen, wurden einst in der Stadtvilla Besucher empfangen. Das Kulturzentrum BIS bietet hier ein buntes Potpourri an Kursen und Veranstaltungen aus allen Kunstsparten an: Workshops in kreativem Schreiben, Tanz oder Siebdruck, Lesungen, Theater und Kabarett, Konzerte – und Ausstellungen. Letztere haben im hauseigenen Café Bisquit eine neue Heimat gefunden. „Von da an“ ist eine Ausnahme. www.bis-zentrum.info www.museum-abteiberg.de Kombi-Ticket Die Ausstellung „Von da an ...“ ist vom 13. September bis 18. Februar 2018 geöffnet. Das Kombi-Ticket für beide Häuser kostet 8 Euro (ermäßigt 5 Euro). Der Museumsverein Mönchengladbach lädt zur Mitgliedschaft ein: Wer ab 13. September Mitglied wird, erhält zum Jahresbeitrag von 40 Euro (ermäßigt 20 Euro) ab sofort die Mitgliedschaft für das Jahr 2018 mit unbegrenzt häufigem Gratiseintritt bis Ende 2018. Foto: Archiv Museum Abteiberg Foto: Albert Weber/Archiv Museum Abteiberg Foto: Albert Weber/Archiv Museum Abteiberg Die Installation „Kiefernadelspirale“ war 1970 Teil der Ausstellung „Richard Long, 4 Sculptures“ im Städtischen Museum an der Bismarckstraße. Joseph Beuys und Henning Christiansen machten im März 1969 im Städtisches Museum an der Bismarckstraße gemeinsam Musik. Johannes Cladders im Jahr 1996 während Filmaufnahmen zur Ausstellung „Darboven“ im Städtisches Museum an der Bismarckstraße.

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