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Generation 50plus -01.09.2017-

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4 Familie & Freizeit Ein

4 Familie & Freizeit Ein Kleingarten ist wie ein Paradies Ein kleiner Bachlauf plätschert sanft zwischen Mohrrüben, Brombeeren und bunten Blumen. Hier und da quakt ein Frosch. Ansonsten herrscht bei einer leichter Brise im Sonnenschein herrliche Ruhe. Der Kleingarten ist für Johannes Kernbach wie ein zweites Zuhause. Die Pflege der idyllischen Anlage, die er aus Blumen, Sträuchern und Nutzpflanzen geschaffen hat, bietet ihm Erholung und Entspannung zugleich. Von Christian Lingen Mittendrin in diesem Idyll sitzt Johannes Kernbach und entspannt bei einem kühlen Getränk im Gartenstuhl unter einem riesigen Sonnenschirm. Nein, er ist nicht im Urlaub. Aber irgendwie doch. Johannes Kernbach ist der Vorsitzende des Kreisverbandes Mönchengladbach der Gartenfreunde. Seine Kleingartenparzelle hat er in der Anlage „Am Stammen“. Dort findet er alles, was er braucht: Erholung, Freunde, Spaß, selbst Angebautes und viel Abwechslung. „Ich bin seit 54 Jahren Kleingärtner. Als ich mich für den Garten entschieden habe, lebte ich in einer Eigentumswohnung in der City. Damals war es schwer, einen Garten zu bekommen“, erinnert er sich. Anfangs diente ihm die Parzelle als Ausgleich zum Beruf. Zwar muss auch ein Kleingarten bearbeitet und sauber gehalten werden, doch es ist eine völlig andere Tätigkeit als die, die man im Beruf ausübt. Kleingärtner zu sein, das ist für Johannes Kernbach längst ein Lebensgefühl geworden. „Hier findet man Freunde, hält einen Plausch über den Gartenzaun.

Familie & Freizeit 5 Fotos (4): Hans-Peter Reichartz Was auf eigener Scholle angebaut wird, schmeckt besonders gut. Mit bunter Blütenpracht und vielen lauschigen Fleckchen bietet der sorgfältig gepflegte Kleingarten zugleich reichlich Nahrung für die Seele. Wenn man Kinder hat, können sie hier unbeschwert spielen, weil bei uns nichts passiert. Es gibt hier keinen Verkehr, man findet Ruhe. Es ist ein Stück Liebe zur Natur. Und was man an Obst und Gemüse selber anbaut, sieht manchmal nicht nur anders aus, sondern schmeckt auch anders, besser“, schwärmt Kernbach, der noch immer an einer dicht befahrenen Straße wohnt. „Ich fahre mit dem Fahrrad in die Anlage und bin in einer anderen Welt“, sagt er. Seine Kinder wuchsen mit dem Kleingarten auf. Die Tochter hat inzwischen selber einen Kleingarten. „Für Familien ist es hier der ideale Ort. Die Kinder lernen, wo das, was man auf dem Teller hat, herkommt. Außerdem gibt es hier Feste, Gemeinschaft und immer etwas zu tun“, sagt Johannes Kernbach. Geburtstage feiert man schon einmal in der Parzelle bei einer Grillparty. „In diesem Jahr habe ich schon Kartoffeln geerntet und abends lagen sie auf dem Grill. Frischer geht es nicht“, erzählt er. Was er anbaut, bezeichnet Johannes Kernbach nur ungern als Obst und Gemüse. Lieber nennt er das, was dort so wächst, „Früchte des Gartens“. Natürlich macht so ein Kleingarten Arbeit, es gibt immer etwas zu tun. Im Sommer wie im Winter. „Die Arbeit muss getan werden. Aber wenn ich hier bin, kann ich selber entscheiden, ob ich sie heute oder morgen erledige“, sagt Johannes Kernbach. Manchmal sitzt er auch nur vor seiner Gartenlaube und entspannt. Dass ihm das, was er selber anbaut, besonders gut schmeckt, merkt man ihm schnell an. Wenn er von Tomaten und Paprika aus dem kleinen Gewächshaus erzählt und vom Gelee, das seine Frau aus Beeren kocht, läuft nicht nur ihm förmlich das Wasser im Munde zusammen. „Was gibt es Schöneres?“, sagt Johannes Kernbach. Gleiches gilt aber auch für Blumen, Stauden und andere Ziergewächse. Sie braucht er in keinem Geschäft zu kaufen. Er geht in seinen Kleingarten, schneidet ein paar Blumen ab und stellt sie zuhause in die Vase. „So hat man ein Stück Kleingarten auf dem Tisch“, sagt er. Große Kosten entstehen ihm nicht. Für seine rund 400 Quadratmeter zahlt er im Jahr mit allem was dazu zugehört rund 350 Euro. Attraktiv ist auch die Individualität der Gärten. Kein Garten ist so gestaltet wie der andere. Jeder sieht anders aus. Eines ist dann aber doch auffällig. „Anhand dessen, was dort angebaut wird, kann man manchmal sagen, aus welchen Ländern die Pächter stammen. Gärten, in denen viele Paprika oder Zucchini wachsen, gehören oft Gartenfreunden aus mediterranen Ländern. Manche Pächter aus Osteuropa bauen besonders viele Tomaten an“, erzählt Kernbach. Aufgefallen ist ihm das bei den Kleingärtenwettbewerben. Dort ringen die Anlagen jedes Jahr darum, welche die schönste ist. Missen möchte Johannes Kernbach seinen Kleingarten nicht mehr. „Hier merkt man nicht, wie die Zeit vergeht“, sagt er und könnte noch viele Stunden weiter erzählen. Kontakt In Mönchengladbach gibt es 50 Kleingartenanlagen mit rund 2800 Parzellen. Nicht alle sind verpachtet. Wer sich für einen Kleingarten interessiert, findet auf der Internetseite des Kreisverbandes unter www.kvgartenfreunde-mg.de die Kontaktdaten aller Anlagen. Das Büro des Kreisverbandes an der Brucknerallee 190 hat zudem jeden Dienstag von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet und ist telefonisch unter 02166 22040 sowie per Mail an gartenfreunde-mg@t-online.de zu erreichen.

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