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6 Wellness & Gesundheit

6 Wellness & Gesundheit Will kommen in der Zahnmedizin 4.0 Foto: Markus Bullik Der Trend zur Digitalisierung hat innerhalb weniger Jahre nahezu alle Bereiche der Zahnarztpraxis erfasst. Die neue Technik bringt für die Patienten viele Vorteile. Von Herbert Grothe Der computergestützte Workflow beim Zahnarzt beginnt mit einer digitalen intraoralen Abformung. Der intraorale Scanner ersetzt die langwierigere, konventionelle Abformung mit Löffel und Abformmaterial. In der Zahnarztpraxis liegen die Ergebnisse eines intraoralen Scanvorgangs direkt als digitaler Datensatz vor. Während des Scanvorgangs baut sich am Bildschirm sukzessive ein dreidimensionales Bild auf, das für eine interaktive Diagnose und die sofortige Übertragung in das zahntechnische Labor in Echtzeit zur Verfügung steht. Anschließend kann mit dem Patienten sofort eine Behandlungsplanung besprochen und anhand der dreidimensionalen Bilder erläutert werden. „Ein Ziel der digitalen Erfassung der Mundsituation eines Patienten ist, Fehlerquellen der konventionellen Abformung wie Ungenauigkeiten durch Stauchungen bei der Entnahme der Abformung oder bei der Weiterverarbeitung und Modellherstellung im Labor zu minimieren“, erläutert Dr. Ralf-Thomas Lange, Mund- Kiefer-Gesichtschirurg im Menge Haus in Mönchengladbach. Ein für den Patienten angenehmer Beglieteffekt der neuen Technik: Der unangenehme Würgereiz während des Aushärtens der Abdruckmasse und mögliche Unverträglichkeiten gegenüber Abformmaterialien entfallen. In Praxen, die mit einem so genannten „chair-side“ System arbeiten, ist es sogar möglich, direkt nach dem Scanvorgang zahnfarbene Keramikfüllungen, Veneers oder Kronen herzustellen. Am Bildschirm wird die Arbeit konstruiert. Die passgenauen Füllungen oder Kronen werden individuell aus einem Keramikblock gefräßt und können in der Zahnarztpraxis sofort eingesetzt werden. Der digitale Workflow ermöglicht es also, bei einem einzigen Patientenbesuch computergestützt die Mundsituation aufzunehmen, eine Lösung zu konstruieren, direkt herzustellen und auch einzusetzen. Wenn es um komplexe Implantatplanungen geht, eröffnet die digitale strahlungsarme, dreidimensionale Volumentomographie in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ganz neue Möglichkeiten. Patienten profitieren dabei vor allem auch von einem deutlich schonenderen Therapieverlauf. Die Digitale Volumentomographie (DVT) ist eine Weiterentwicklung der Computertomographie und liefert eine dreidimensionale und detailgenaue Abbildung sowohl der dentalen als auch der faszialen Anatomie. Mit einer Aufnahme können unterschiedliche Blickwinkel (axial, coronal und sagital) dargestellt werden. Kleinste Strukturen des knöchernen Gesichtsschädels lassen sich exakt visualisieren und analysieren. „Zahnärzte, Zahntechniker und wir als chirurgisch tätige Implantologen profitieren von der Erfassung digitaler Daten. Diese können für die prothetikorientierte Der digitale Workflow bietet vor allem bei der Implantplanung und der chirurgischen Umsetzung viele Vorteile. Implantatplanung, auch backward planning genannt, für kieferchirurgische Eingriffe und ebenso für die Fertigung des klassischen Zahnersatzes beim Zahntechniker verwendet werden. Alle Planungsdaten können zeitgleich von uns, den überweisenden Kollegen und Zahnmediziner und Zahntechnikern begutachtetet und verarbeitet werden“, erläutert Dr. Lange. Backward Planning auf Basis der Volumentomographie ermöglicht dem Team aus Chirurg und überweisendem Zahnarzt eine Positionierung der Implantate, bei der das Knochenangebot optimal ausgenutzt wird und eventuelle Limitationen erkannt werden. Es können in der präoperativen Implantatdiagnostik Befunde diagnostiziert werden, die oft mit konventionellen Aufnahmetechniken nicht erkennbar sind. Foto: Markus Bullik

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