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Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss -01.05.2018-

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss Wenn der Darm chronisch entzündet ist Patienten, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, brauchen eine individuelle Betreuung sowie eine ganzheitliche Therapie. Ein interdisziplinär arbeitendes Fachärzte-Team kann helfen, Beschwerden zu lindern. Im Laufe seines Lebens ist jeder zweite Deutsche mindestens einmal von einer Darmerkrankung mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall betroffen. Nach ein paar Tagen verschwinden die Symptome wieder – anders ist es bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Ohne einen äußeren Anlass kehren sie in Schüben zurück oder halten an. Die beiden häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. Ein wesentlicher Unterschied liegt im Befallsmuster: Während der Morbus Crohn am häufigsten im terminalen Ileum lokalisiert ist, dem letzten Dünndarmabschnitt vor dem Übergang zum Dickdarm, grundsätzlich aber im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann, ist die Colitis ulcerosa ausschließlich eine Erkrankung des Dickdarms. Unterschiedliche Verläufe CED treten häufig bereits im jungen Erwachsenenalter mit einem Erkrankungsgipfel zwischen 15 und 35 Jahren auf. Auch Kinder und ältere Erwachsene können erstmals erranken. Eine Heilung gibt es icht. Moderne immunmoduatorische Medikamente könen die Entzündung allerdings angfristig zur Ruhe bringen. Der Morbus Crohn kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten, die Colitis ulcerosa stets nur im Dickdarm. FOTO: WILDPIXEL/ THINKSTOCK Ob es sich um Morbus Crohn oder eine Colitis ulcerosa handelt, sollte ein Gastroenterologe nach Befragung und körperlicher Untersuchung durch weiterführende Untersuchungen klären: Ultraschall, Spiegelung (Endoskopie) des Verdauungstrakts oder eine Kernspintomographie können zeigen, welcher Darmabschnitt in wel- Neben dem primären Ziel, die Entzündungsprozesse zu stoppen, sollte die Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens und der Lebensqualität der Betroffenen Teil der ganzheitlichen Therapie sein. Denn CED-Patienten fallen zuweilen in ein tiefes Loch, etwa wenn häufige Bauchschmerzen, (blutige) Durchfälle, Übelkeit, Blähungen und Erbrechen soziale Kontakte erchem Ausmaß betroffen ist. Ein wichtiger Baustein in der Diagnostik stellt die histologische Beurteilung von Gewebeproben des Magen-Darm- Trakts durch einen Pathologen dar. Im Initialstadium können aber unter Umständen noch nicht die charakteristischen Veränderungen einer CED nachgewiesen werden. Wichtig ist, dass jeder Patient vom Facharzt oder einem interdisziplinär arbeitenden Ärzte-Team individuell betrachtet wird, weil Symptome und Verläufe unterschiedlich sind. Da beim Morbus Crohn weitere unangenehme und teilweise gefährliche Begleiterscheinungen wie ein Darmverschluss, Analfisteln oder Abszesse auftreten können, ist die enge Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Chirurgen wichtig. Ist eine Operation unausweichlich, sollte sie beim Crohn darmsparend erfolgen. Bei der Colitis ist dagegen beim Versagen der medikamentösen Therapie die Entfernung des gesamten Dickdarms notwendig. Es wird dann ein sogenannter Dünndarmpouch (Pouch = Tasche) angelegt. Eine dauerhafte Anlage eines künstlichen Darmausgangs kann so vermieden werden. Psychosoziale Dimension schweren. Dann ist es wichtig, dass sie emotional aufgefangen werden. Die Auslöser der CED sind komplex und nicht abschließend geklärt. Genetische Veranlagungen sowie Umweltfaktoren lösen eine Barrierestörung der Darmschleimhaut und eine daraus resultierende überschießende Immunreaktion aus. Das Risiko, in Folge der Erkrankungen Dickdarmkrebs zu entwickeln, ist erhöht. Dabei spielen die Ausbreitung der Entzündung und die Krankheitsdauer eine wichtige Rolle. Gesundheits-Serie: Das sind die Folgen 21. März Was der kranken Schilddrüse hilft 28. März Junge Erwachsene in der Krise 4. April Arthrose verstehen und behandeln 11. April Bei Fersenschmerz: Problemlöser Einlagen 18. April Medizinische Fitness im Fokus 25. April Zahnimplantate – eine Investition fürs Leben Heute Wenn der Darm chronisch entzündet ist 9. Mai Schlaf Dich fit: Sport und Schlaf 16. Mai Mit Implantat neu hören lernen 23. Mai Kinderchirurgie – mehr als die Behandlung „kleiner Erwachsener“ ANZEIGE INTERVIEW VIDACEK, KÖHLER & NAUMANN „Rundum-Betreuung im Crohn-Colitis-Zentrum“ Von wem werden CED- Patienten in der Regel betreut? DR. AXEL NAUMANN Erste Anlaufstelle ist der ambulante Gastroenterologe oder die örtliche Fachklinik für Gastroenterologie. In Grevenbroich arbeite ich als niedergelassener Facharzt in meiner Schwerpunktpraxis für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen eng mit den Fachärzten des Darmzentrums im Kreiskrankenhaus St. Elisabeth, einem Team aus Chirurgen und Gastroenterologen, zusammen. Wie läuft das konkret ab? DR. DANIEL VIDACEK CED-Patienten haben oftmals einen langen Leidensweg hinter sich. Daher ist es wichtig, sie individuell zu betreuen und ihnen eine ganzheitliche Therapie zukommen zu lassen. Als Fachärzte-Team versuchen wir in einem engen Austausch, die bestmögliche ambulante oder stationäre Versorgung zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies, dass Therapie-Empfehlungen in enger Absprache entwickelt werden. Unser langfristiges Ziel ist die Einrichtung eines Crohn-Colitis-Zentrums. Kooperieren in Grevenbroich (v.l.): Leitender Oberarzt Dr. Daniel Vidacek, Chefarzt Prof. Dr. Lothar Köhler (Kreiskrankenhaus St. Elisabeth) und der niedergelassene Facharzt Dr. Axel Naumann. FOTO: JN Wann soll das Zentrum starten? PROF. DR. LOTHAR KÖHLER In diesem Jahr. Zum Netzwerk gehören – neben den bereits im Darmzentrum interdisziplinär arbeitenden Klinik-Fachabteilungen und ambulanten Gastroenterologen – weitere Kooperationspartner. Sie versorgen zum Beispiel die mit einer CED einhergehenden Krankheitserscheinungen wie Gelenk- oder Hautentzündungen. Feste Strukturen und Ansprechpartner sind die Vorteile des Zentrums. Die Patienten werden rundum betreut. Schwerpunktsprechstunde für CED-Patienten an. Diese werden zudem von einer ausgebildeten CED-Versorgungsassistentin KÖHLER Die Sprechstunde des montags von 9 bis 11 Uhr statt. Welche Angebote gibt es bereits? NAUMANN Wir bieten eine betreut. Darmzentrums. Sie findet Kontakt Tel. 02181 600–5220, http://gv.rkn-kliniken.de oder Tel. 02181 475930 sowie www.naumann-huelsdonk.de Die NGZ-Serie „Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss“ wird unterstützt von:

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