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Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss -05.12.2018-

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss Radioaktiv gegen Gelenkschmerzen Eine Radiosynoviorthese kann Beschwerden bei Rheuma und Arthrose lindern. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden an chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen. Neben den bekannten entzündlichen Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis spielt bei fortschreitendem Alter der Gelenkverschleiß mit begleitender Entzündung der Gelenkinnenhaut eine zunehmende Rolle. In diesem Fall wird von einer „aktivierten Arthrose“ gesprochen. Das Ziel der Radiosynoviorthese (RSO) ist es, mit radioaktiven Substanzen („Radio“) die entzündete Gelenkinnenhaut („Synovia“) wiederherzustellen („Orthese“). Wie funktioniert eine Radiosynoviorthese? Bei der Radiosynoviorthese erfolgt eine Behandlung der Gelenkinnenhaut „vor Ort“. Dazu wird das entsprechende Gelenk von einem Nuklearmediziner mit einer dünnen Nadel punktiert. Anhand von Röntgen- oder Ultraschall-Kontrolle wird überprüft, ob die Nadel optimal positioniert ist. Sitzt die Nadel korrekt, wird eine radioaktive Substanz direkt in das erkrankte Gelenk injiziert. Die Substanz verteilt sich im Gelenk und führt zu einer Bestrahlung der betroffenen Gelenkinnenhaut. Die erkrankte Gelenkinnenhaut wird dadurch abgebaut und erneuert. Jeder 20. Mensch leidet an chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen. Durch die Zerstörung des entzündeten Gewebes wird der Schmerz ausgeschaltet oder zumindest deutlich gelindert. Die Strahlungswirkung konzentriert sich lediglich auf das erkrankte Gewebe. Gesundes Gewebe wird geschont. Nach der Behandlung muss das Gelenk für 48 Stunden ruhig gestellt werden und sollte etwa eine Woche geschont werden. In 70 Prozent der Fälle soll es innerhalb von drei Monaten zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden kommen, die im Schnitt zwei Jahre anhält. Für wen eignet sich das Verfahren? Besonders bei diesen Krankheitsbildern ist eine Radiosynoviorthese sinnvoll: Rheuma-Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder andere Arthritisformen mit chronischer Synovialitis, die mehr als sechs Monate lang andauert; Entzündlich aktivierte Arthrosen; Immer wiederkehrende Gelenkergüsse bei Gesundheits-Serie: Das sind die Folgen 17. Oktober Das Märchen vom guten Einheitsbett 24. Oktober Schutz vor Erkältung und Grippe 31. Oktober Schwerhörigkeit steigert Demenz 7. November Hernien und plastische Bauchdecken 14. November Gesund durchatmen: Dde Lunge 21. November Mit guter Sehkraft sicher durch den Herbst 28. November Moderne Bildgebung und die Entdeckung von Brustkrebs Heute Wie radioaktive Substanzen bei Rheuma und Arthrose helfen können Wollen Sie als Experte über ein Medizinthema informieren? Kontakt: 0 21 31 – 404 360 Arthrosen; Wiederkehrende Gelenkergüsse nach Knie-Endoprothesen. Voraussetzung für die Durchführung einer Radiosynoviorthese ist eine gesicherte Veränderung der Gelenkinnenhaut. Diese wird in der Regel durch eine Zwei-Phasen-Knochenszintigraphie festgestellt. Bei dieser Untersuchung wird der Knochenstoffwechsel des gesamten Skeletts dargestellt und entzündlich veränderte Gelenke entdeckt. Gibt es Nebenwirkungen? Nebenwirkungen und Komplikationen sind bei der Radiosynoviorthese selten, aber sie kommen vor. Zu nennen sind hier in erster Linie eine zwischenzeitliche Zunahme der Beschwerden und eine Gelenkinfektion. ANZEIGE INTERVIEW PROF. LUTZ FREUDENBERG „Kleine Menge, große Wirkung“ Herr Prof. Freudenberg, ganz ehrlich: Kann Radioaktivität denn gesund sein? FREUDENBERG Ja. In der Nuklearmedizin machen wir uns das zunutze, wovor man eigentlich Angst hat – weil man die Radioaktivität nicht spürt und nur sehr kleine Mengen einsetzt, die trotzdem Wirkung erzielen. Aber wie funktioniert die Radiosynoviorthese überhaupt? FREUDENBERG Man muss sich das vorstellen wie bei einem Sonnenbrand. Die obere Schicht der Haut ist kaputt und darunter kommt neue Haut zum Vorschein. Bei dem Verfahren ist das auch so, nur in den Gelenken. Die kaputte, entzündete Gelenkschleimhaut wird verödet und kann sich erneuern. Wie oft setzen Sie das Verfahren ein? FREUDENBERG Rund 2000 Mal im Jahr. Deutschlandweit werden insgesamt zwischen 40.000 und 45.000 Radiosynoviorthesen im Jahr durchgeführt. Das heißt, dass in Grevenbroich knapp fünf Prozent aller Behandlungen in Deutschland vorgenommen werden. Wir machen das also relativ häufig und sind darin geübt. Lutz Freudenberg ist Facharzt für Nuklearmedizin. Zahlt die Krankenkasse für diese Form von Behandlung? FREUDENBERG Ja, das ist eine ganz normale Leistung, die von der Kasse übernommen wird. Wie lange gibt es die Radiosynoviorthese schon? FREUDENBERG Das wurde schon vor 40 bis 50 Jahren gemacht. In Grevenbroich bieten wir das Verfahren seit mittlerweile knapp zehn Jahren an. Kontakt: Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin (ZRN), von-Werth-Straße 5, 41515 Grevenbroich, Telefon 0800-9764636 www.zrn-info.de Die NGZ-Serie „Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss“wirdunterstützt von:

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