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Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss -20.03.2019-

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss

Gesund leben im Rhein-Kreis Neuss Hilfe bei Herzrhythmusstörungen Herzschrittmacher und Defibrillatoren können ein aus dem Takt geratenes Herz schützen. Kleines Gerät, große Wirkung: Ein Herzschrittmacher sorgt dafür, dass das Herz im Takt bleibt. Die Operation dauert etwa eine Stunde. Müdigkeit, Schwindel, Luftnot oder plötzliche Bewusstlosigkeit – solche Beschwerden können ihre Ursache in einer der häufigsten Herzerkrankungen haben: Herzrhythmusstörungen. Diese können schnell oder langsam, anfallsweise oder dauerhaft auftreten und manchmal bei den Patienten das Gefühl auslösen, dass ihr Herz ins Stolpern geraten ist. Eine sichere Diagnose erfolgt durch (Langzeit-)EKGs sowie gegebenenfalls Provokationstest. Liegen langsame Herzrhythmusstörungen vor, ist es in der Regel erforderlich, einen Herzschrittmacher zu implantieren. Wie wird der Herzschrittmacher implantiert? Zumeist wird der Patient an der linken Seite operiert, damit die Elektroden besser positioniert werden können. Dazu macht der Operateur unterhalb des Schlüsselbeins einen circa fünf Zentimeter langen Schnitt und legt die oberflächliche Armvene zum Einbringen der Elektroden in das Herz frei. Je nach Art der Herzrhythmusstörung werden schmerzlos ein oder zwei Elektroden ins Herz vorgeschoben und fixiert. Das Schrittmacher-Aggregat mit Elektronik und Batterie wird dann in eine kleine Tasche unter der Haut eingeführt und mit einem kleinen Faden am Brustmuskel befestigt. Die Operation dauert in etwa eine Stunde. Im Anschluss stellt der Arzt den Schrittmacher auf die Bedürfnisse des Patienten ein. Normalerweise kann der Patient die Klinik bereits am Folgetag verlassen. Eine Herzschrittmacher-Batterie hält zehn bis 15 Jahre. Und was passiert bei schnellen Herzrhythmusstörungen? Gutartige schnelle Rhythmusstörungen, zum Beispiel schnelles Vorhofflimmern, sind durch Medikamente oder eine Verödungstherapie behandelbar. Anders sieht es bei bösartigen schnellen Rhythmusstörungen aus. Sie können zum plötzlichen Herztod führen. Als Extremvariante gilt das Kammerflimmern, bei dem kein Pulsschlag mehr tastbar ist. Besteht die Gefahr einer solchen Störung, wird zum implantierbaren Defibrillator (ICD) gegriffen. Der Operationsverlauf ist der Herzschrittmacher-Implantation sehr ähnlich, wobei der etwas voluminösere Defibrillator häufig unter den Brustmuskel implantiert wird. Neben den Schrittmacherfunktionen kann der ICD auch schnelle Rhythmusstörungen durch eine schmerzlose Überstimulation oder Schockabgabe beenden und damit dem Patienten hierdurch das Leben retten. Wie kann ein Herzschrittmacher oder Defibrillator bei Herzschwäche helfen? Bei rund einem Viertel aller Patienten mit einer Herzschwäche fällt im EKG eine Verbreiterung der größten Zacke auf. Dieser Gesundheits-Serie: Das sind die Themen 27. Februar Zytostatika, Onkologie und Sicherheit 1. März Neuheit: Ein „Osteoporose-Gerät“ zur Messung quantitativer Körperfettanalyse 6. März Frühkindliche Hörstörung und ihre Folgen 13. März Ernährung 20. März Herzgesundheit (Schrittmacher und Defibrillatoren) 3. April Hilfsmittel im Sport 10. April Wenn die Gelenke schmerzen: Arthrose 24. April Neues aus dem Gesundheitsamt 1. Mai Beine schwer wie Blei: Die Schaufensterkrankheit sogenannte Linksschenkelblock zeigt, dass der Stromverlauf im Herzen gestört ist. Dies führt dazu, dass sich der Herzmuskel nicht synchron zusammenzieht, sondern unregelmäßig hin und her schaukelt. Hierdurch wird weniger Blut in den Körper transportiert. Ein spezieller Herzschrittmacher beziehungsweise Defibrillator, bei dem eine zusätzliche Elektrode auf der linken Herzseite positioniert wird, kann die Kontraktion des Herzmuskels durch eine elektrische Stimulation wieder synchronisieren. Dadurch gelangt wieder mehr Blut in den Körper. ANZEIGE INTERVIEW DR. ERIC JOCHUM „Elektrodenlage entscheidet“ Herr Dr. Jochum, Sie haben bereits etwa 1500 Herzschrittmacher und 700 Defibrillatoren implantiert. Wieso ist Ihrer Meinung nach die Lage der Elektroden im Herzen von besonderer Bedeutung? DR. ERIC JOCHUM Je nach Elektrodenlage kommt es zu einem veränderten Stromverlauf im Herzen: Um eine synchrone Kontraktion aufrecht zu erhalten, achten wir in den Rhein- Kreis Neuss Kliniken darauf, dass die Elektroden möglichst nah an den normalen „Stromleitungen“ im Herzen liegen. Erfolgt die Schrittmacher-OP unter Vollnarkose? JOCHUM Nein, unter lokaler Betäubung. Bei einer Vollnarkose muss der Patient künstlich beatmet werden, Schlaf- und Schmerzmittel werden über eine Vene oder über die Atemwege verabreicht. Dies macht bei Eingriffen mit einer größeren Wundfläche Sinn, bei denen eine örtliche Betäubung nicht ausreicht. Bei der Implantation eines Schrittmachers ist die Wundfläche jedoch relativ klein und lässt sich gut lokal betäuben, so dass der Patient keine Schmerzen fühlt. Bei Bedarf können die Patienten zusätzlich eine Beruhigungsspritze bekommen. Dr. Eric Jochum, Standortleiter Kardiologie Worauf ist nach einer Operation zu achten? JOCHUM Die Schulter der operierten Seite sollte für einige Wochen geschont werden, damit die Elektroden im Herzen gut festwachsen können. Außerdem sind starke magnetische Felder – etwa bei älteren Induktionsherden – zu meiden. Bei einer MRT-Untersuchung ist darauf zu achten, dass das implantierte Gerät hierfür zugelassen ist und vor und nach der Untersuchung entsprechend programmiert wird. Rhein-Kreis Neuss Kliniken Von-Werth-Straße 5, 41515 Grevenbroich, www.rkn-kliniken.de DieNGZ-Serie „Gesund lebenimRhein-Kreis Neuss“ wirdunterstützt von:

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