Aufrufe
vor 7 Monaten

Gesundheitsforum - Ratgeber Gesundheit

  • Text
  • Bierbauch
  • Solingen
  • Patienten
  • Bergischen
  • Biernath
  • Gehirn
  • Lungenkrebszentrum
  • Gesundheitsforum
  • Versorgung
  • Bethanien

– Anzeige –

– Anzeige – Zertifiziertes Lungenkrebszentrum für das Bergische Land Mit die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft ist das Krankenhaus Bethanien in Kooperation mit der Uniklinik Köln als anerkanntes Lungenkrebszentrum ausgewiesen. Dieser Fortschritt kommt auch den Patienten in unserer Region zugute. Husten, Luftnot und Brustkorbschmerzen sind Symptome, die auf eine Erkrankung der Lunge hindeuten. Das Fatale daran: Bei einer Lungenkrebserkrankung treten diese Symptome häufig erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Im Jahr 2013 erkrankten rund 34.700 Männer und 18.800 Frauen an einem Lungenkarzinom. Als häufigste Ursache gilt das Rauchen. 92 Prozent aller Lungenkrebspatienten rauchen länger als 20 Jahre. Umwelteinflüsse und giftige Stoffe wie Asbest, Radon, Chrom- oder Nickelverbindungen können die Erkrankung ebenfalls auslösen. Da die ersten Warnzeichen oft übersehen werden, rät Prof. Winfried Randerath, Chefarzt des Krankenhaus Bethanien in Aufderhöhe, dringend dazu einen Arzt aufzusuchen, wenn der Betroffene etwa beim Husten Blut entdeckt, es zu Schmerzen im Brustkorb, starkem Gewichtsverlust oder anhaltender Heiserkeit kommt. Grundsätzlich gilt: je früher ein Tumor gefunden und eine Therapie begonnen wird, desto besser sind die Chancen für den Patienten. Das Lungenkrebszentrum Uniklinik Köln Solingen (LuKS) wurde durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) im Herbst 2016 zertifiziert. Im LuKS haben sich alle Kooperationspartner auf gemeinsame Leitlinien über den kompletten Behandlungsverlauf verständigt. Die Patienten können sich also darauf verlassen, dass sie Von links nach rechts die Behandler des LuKS: Dr. K. Frank, Prof. J. Wolf, Prof. K. Hekmat (Uniklinik Köln, CIO), Prof. W. Randerath, Dr. med. L. Hagmeyer (Krankenhaus Bethanien Solingen) an jedem Standort des Zentrums nach den gleichen Standards behandelt werden. Um als Lungenkrebszentrum anerkannt zu werden, stellt die DKG hohe Anforderungen an die beteiligten Partner. Für Solingen und Umgebung bringt das die Gewissheit, auf dem aktuellen Stand der Forschung und nach höchsten Qualitätsansprüchen versorgt werden zu können. „Für Patienten wird die heimatnahe Versorgung immer wichtiger“, betont Randerath. Mit der Pathologie in Hilden und der Gruppe „med 360°“, die Radiologie und Strahlentherapie abdeckt, hat das Lungenkrebszentrum Kooperationspartner gefunden, die die hohen Qualitätskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllen. Den Patienten im Bergischen Land steht damit beste Versorgung quasi direkt vor der Haustür zur Verfügung. Im Krankenhaus Bethanien kommen Endoskopieverfahren der neuesten Generation zur Früherkennung und Diagnostik von Lungenkrebs zum Einsatz. Angestrebtes Ziel ist es, möglichst vielen Patienten eine operative Entfernung der Krebszellen zu ermöglichen. Eine Operation, bei der der Tumor komplett entfernt wird, hat die größte Aussicht auf Erfolg. Ist dies nicht möglich, kann in der Lungenfachklinik auch mit dem Bronchoskop eine sogenannte Tumormarkierung durchgeführt werden. Diese ist für die computergestützte stereotaktische Bestrahlung notwendig, die ebenfalls eine Heilung ermöglicht. Im fortgeschrittenen Stadium verschaffen schonende minimalinvasive Verfahren Linderung bei den Beschwerden. So können beispielsweise kleine Röhrchen, sogenannte Stents, eingesetzt werden, die dabei helfen die Atemwege zu öffnen. Wöchentlich beraten Experten aus Lungenfachkunde, Chirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Onkologie und Palliativmedizin gemeinsam die Therapieoptionen. In diesen Tumorkonferenzen wird für jeden Patienten eine individuelle Vorgehensweise festgelegt. Ist eine operative Entfernung der Krebszellen möglich, werden die Patienten aus dem Lungenkrebs- zentrum an der Uniklinik Köln, einem der wenigen Exzellenzzentren in Deutschland, operiert. Mit mehr als 75 Operationen pro Jahr erfüllt die Herz- und Thoraxchirurgie dort alle Vorgaben der DKG. Weitere Wege zu anderen Zentren in Nordrhein Westfalen sind damit nicht mehr zwingend notwendig. Die meisten Patienten werden bereits eine Woche nach der Operation entlassen und können die weitere Therapie heimatnah in Solingen und Umgebung fortsetzen. Das kann für den einen Patienten Bestrahlung, für den anderen Chemotherapie oder gar beides bedeuten. Für viele Betroffene und deren Angehörige ist dies ein steiniger Weg. Unterstützung finden sie in Solingen und Umgebung zum Beispiel beim Tumorzentrum e. V., das am Städtischen Klinikum in Solingen ansässig ist und auch am Krankenhaus Bethanien wöchentliche Sprechstunden anbietet. Selbsthilfegruppen oder auch die an der Lungenfach klinik installierte Beratungshotline (Tel. 0212-636363, Mo.–Fr. 7.30 bis 13 Uhr) bieten unbürokratisch Hilfestellung. 6

Gesundheitsforum Ohne Biegen und Brechen – Rückenyoga dehnt und stärkt auf sanfte Art Nach unten gekehrter Hund ja, Kamel nein – beim Rückenyoga gelten ganz spezielle Regeln. Die wichtigste von ihnen lautet: Nie in den Schmerz hineinarbeiten! Wer das beherzigt, kann wenig falsch machen. Sieben Yoga-Schüler strecken ihren Po weit nach hinten. Dabei knicken sie ihre Knie leicht ein und breiten die Arme zu den Seiten aus. Jetzt halten! Die Übung stärkt die Muskeln – und beugt die Lendenwirbelsäule nach vorne. Denn durch ständiges Sitzen kennt diese Körperpartie häufig nur noch eine Haltung: rund nach hinten gebogen. Und das verursacht bei vielen Rückenschmerzen. Hier will Markus Daniel an setzen. Er ist Rückenyogalehrer in Berlin. Mit dem speziellen Yoga will Daniel vor allem die Neutralstellung der Wirbelsäule - die doppelte S-Form – stärken. „Das Problem ist, dass wir immer mehr aus dieser neutralen Stellung rauskommen durch unsere sitzende Tätigkeit“, erklärt er. Viele der Übungen zielen deshalb darauf ab, die Schüler wieder in die Lordose – die natürliche Vorwärtskrümmung der Wirbelsäule – im Lendenbereich hineinzubringen. „Rückenyoga“: Kurse mit genau dieser Bezeichnung sind ein relativ neues Phänomen. Die Übungen, derer es sich bedient, sind es aber nicht. „Es ist eine Kombination aus den besten Übungen für den Rücken aus verschiedenen Konzepten“, erklärt Gertrud Hirschi, die ein Buch darüber geschrieben hat. Zum einen stammen sie aus dem Yoga, zum anderen aus Rückengymnastik und -therapie, Feldenkrais und Qigong. Woraus sich der Kurs im Einzelfall bedient, kann variieren. Über einige Grundsätze ist man sich aber einig: Die Übungen sind sanft, ein Stauchen der Wirbelsäule wird vermieden. Daher fallen einige Yogaübungen wie die Sphinx oder das Kamel auch weg. In diesen Positionen seien die Bänder schlaff, die Wirbel sackten zusammen, sagt Hirschi. Das ist auch schlecht für Bandscheiben: „Dann ist der Vorfall begünstigt.“ Das Wichtigste ist laut Daniel, ganz genau auf den Körper zu hören: Sagt er Stopp, dann heißt das auch, sofort aufzuhören. „Es wird niemals in einen Schmerz hineingearbeitet“, sagt Michael Preibsch vom Deutschen Ver- Markus Daniel leitet seit einigen Jahren einen speziellen Rückenyoga-Kursus in Berlin. band für Physiotherapie (ZVK). Rückenyoga solle immer dort ansetzen, wo eine Übung problemlos ausgeführt werden könne. Der Orthopäde Christoph Eichhorn sieht im Dehnen das, was Yoga im Allgemeinen und Rückenyoga im Speziellen ausmacht. „Für mich sind Yogaübungen Dehnübungen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Orthopäden- und Unfallchirurgen- Verbands. Prinzipiell stehe Patienten mit Rückenbeschwerden daher nichts entgegen, einen Rückenyoga-Kurs zu besuchen. „Dehnungsübungen sind erstmal nicht gefährlich, wenn sie keine Bein- und Armschmerzen nach sich ziehen.“ Außerdem liege die Ursache von Rückenschmerzen am häufigsten in verkürzten Muskeln mit Verhärtungen – dann hätten die Dehnübungen durchaus einen positiven Effekt. Ein Warnsignal, dass diese Bewegungen nicht gut tun, sind laut Eichhorn häufige Schmerzen nach dem Kurs. Bei einer anderen häufigen Ursache von Rückenschmerzen könne Rückenyoga allerdings nicht helfen, sagt Eichhorn: bei geschwächter tiefer Rückenstreckmuskulatur. Die könne man nur mit einem Spezialtraining an Geräten aufbauen. Für Daniel kann Rückenyoga aber sehr wohl zum Kraftaufbau beitragen. Neben der Rückbewegung zur neutralen Stellung der Wirbelsäule sei die Stärkung der Rumpfstabilität deshalb auch die wichtigste Aufgabe. Denn in der Lendengegend sei die Wirbelsäule stark auf die stützenden Muskeln angewiesen. Deshalb trainiert Daniel mit seinen Schülern gezielt die quere und schräge Bauchmuskulatur. Und auch bei einer dritten Ursache von Rückenschmerzen kann Yoga helfen: Stress. „Stressbewältigung spielt eine große Rolle beim Rückenyoga, da viele Menschen Lebensdruck, dem sie ausgesetzt sind, somatisieren“, erklärt Preibsch. Das heißt: Psychische Belastungen äußern sich in Form Rückenschmerzen. Entspannungsübungen sind daher wichtiger Bestandteil der Kurse – Hirschi nennt das die yogische Gelassenheit, die Schüler lernen. Foto: Lea Sibbel Man muss sich natürlich darauf einlassen können. „Man muss schon grundsätzlich Interesse daran haben, mal wieder zu sich zu kommen“, sagt Daniel. Leute, die sich 90 Minuten nur auspowern möchten, würde er eher ins Fitnessstudio schicken. Der Rückenyogalehrer hat für sich selbst schon Besserung durch die speziellen Übungen erfahren. Seine Rückenschmerzen, die ihn überhaupt erst zum Rückenyoga führten, seien weniger geworden, erzählt er. Ganz verschwunden seien sie aber nicht. Lea Sibbel, dpa Foto: www.newart-studio.nl 7

Sonderveröffentlichungen