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Grevenbroich - Genial

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E6 Grevenbroich – genial ! ngz DONNERSTAG, 27. APRIL 2017 Revolutionär der Münzprägung Diedrich Uhlhorn erfindet die Kniehebelpresse. Es ist die erste Maschine, mit der sich Münzen im Schnellverfahren vollmechanisch prägen lassen. Sein Enkel wird als Pomologe bekannt. Thomas Wolff zeigt den Prototypen der Kniehebelpresse im Museum. Es handelt sich um Uhlhorns erste Münzpresse aus dem Jahr 1818. ARCHIVFOTOS: L. BERNS VON CHRISTIAN KANDZORRA GREVENBROICH Als der Staat Preußen 1815 das Rheinland und Westfalen übernimmt, stehen die Staatsmänner vor einer großen Herausforderung: Es fehlt ein einheitliches Zahlungsmittel. Schnell soll die großherzoglich-bergische Münzstätte in Düsseldorf, die 1808 stillgelegt worden war, wieder in Betrieb genommen werden. Doch dabei gibt es einige Probleme, die schließlich den erfinderischen Ehrgeiz eines Grevenbroichers wecken: Es ist der damals 51-jährige Diedrich Uhlhorn. Der Mann mit dem vollen Bart hat es in seiner Heimatstadt schon weit gebracht: Uhlhorn gilt als technisches Genie und steht unter anderem als technischer Direktor an der Spitze einer der modernsten Maschinenspinnereien dieser Zeit. Doch Diedrich Uhlhorn ist ein Tüftler mit einer Schwäche für besondere Herausforderungen. Auf Vorschlag eines Freundes stellt er sich schließlich einer solchen und beginnt für die Münzprägestätte eine Maschine zu entwickeln, die später die Münzprägung in ganz Europa revolutionieren soll: die Kniehebelpresse. Doch aller Anfang ist schwer, was Uhlhorn bereits bei der Entwicklung des Prototyps feststellen muss, der heute im Grevenbroicher Museum Villa Erckens zu sehen ist. Im Frühsommer 1818 sind die Arbeiten in seiner Grevenbroicher Werkstatt am Prototypen weit vorangeschritten, doch zufrieden ist Uhlhorn mit seiner Maschine noch nicht: Er verbessert sie stetig; ihre Funktionsweise bleibt jedoch grundlegend erhalten. Das Besondere: Die Kniehebelpresse ist die erste Maschine, die das schnelle Prägen einheitlicher Münzen vollmechanisch möglich macht – und das mit vielfältigen Antriebsmöglichkeiten. In der Frühindustrialisierung ist es vor allem die Dampfmaschine, die viele Produktionsprozesse deutlich erleichtert und effizienter macht. Auch Uhlhorns Kniehebelpresse lässt sich an eine Dampfmaschine anschließen, mit deren Antrieb die Presse bis zu 60 Taler pro Minute produzieren kann. Mit seiner Erfindung gelingt Diedrich Uhlhorn schnell der Durchbruch: Er arbeitet unter anderem mit dem Essener Stahl-In- Zu Spitzenzeiten gab es in Europa etwa 200 Maschinen, die Münzen nach Uhlhorns Prinzip prägten. zeichnet. Denselben Titel trägt auch das Buch von Volker Benad-Wagenhoff und Konrad Schneider, die die Geschichte von Diedrich Uhlhorn in den vergangenen Jahren genauer erforscht haben und ihre Erkenntnisse mit besagtem Werk über Uhlhorn und die moderne Münztechnik publiziert haben. Zahlreiche Maschinen werden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Uhlhorn’schen Werkstatt gefertigt – zunächst mit Rahmen aus Eichenholz, später auch aus Gusseisen. Schließlich bewährt sich der Einsatz der für damalige Verhältnisse modernen Presse und Uhlhorn erhält weitere Fertigungsaufträge. Seine Erfindung wird mit Lizenzen in mehreren europäischen Ländern nachgebaut. Zusammen- dustrieellen Friedrich Krupp zusammen und liefert am 26. Juni 1818 die erste Kniehebelpresse zur Münzprägung an die „Düsseldorfer Münze“ aus. Die Erfindung kommt dort gut an; Uhlhorn erfährt viel Unterstützung und wird für seinen Ehrgeiz sogar vom Düsseldorfer Regierungspräsidenten gewürdigt, der ihn als einen „unerschöpflichen, seltenen Mann“ begerechnet prägen in Spitzenzeiten mehr als 200 Maschinen in mehreren europäischen Ländern Münzen nach dem Prinzip des Grevenbroicher Erfinders. Patentieren lässt Uhlhorn seine Maschine jedoch nicht, obwohl er dies eigentlich möchte. „Das Prinzip der Presse gibt es zu dieser Zeit allerdings schon. Neu ist, dass Münzen durch Uhlhorns Erfindung im schnellen Verfahren vollmechanisch geprägt werden können“, sagt Thomas Wolff vom städtischen Kulturteam, der sich mit der Geschichte um Diedrich Uhlhorns Kniehebelpresse sehr gut auskennt. Was viele nicht wissen: Diedrich Uhlhorn, der 1837 in Grevenbroich stirbt, hat einen Enkel, der ebenfalls Diedrich Uhlhorn heißt und auf geniale Ideen kommt. Bekannt wird der Ingenieur als einer der erfolgreichsten Obstsortenzüchter des 20. Jahrhunderts. Er ruft durch Kreuzen etwa die Aprikosensorte „Uhlhorns Wunder“ ins Leben und kreuzt darüber hinaus etliche Apfelsorten und veredelt sie zu bekannten Sorten wie „Freiherr von Berlepsch“ und „Von-Zuccalmaglio-Rennette“. Insgesamt studiert der Pomologe die Eigenschaften von 180 Apfelsorten.

ngz DONNERSTAG, 27. APRIL 2017 Grevenbroicher City-Frühling E7 City-Frühling lockt mit vielen Attraktionen Die Grevenbroicher Innenstadt verwandelt sich am kommenden Wochenende beim City-Frühling zu einer großen Feiermeile. VON JULIA NAKÖTTER GREVENBROICH US-Schlitten, Oldtimern, Straßenmusik und Sonntags- Verkauf: Zum City-Frühling verwandelt sich die Innenstadt vom Montanushof bis zur Bahnstraße am kommenden Wochenende, 29. und 30. April, in eine große Feiermeile. Unter dem Motto „Unsere Stadt blüht auf“, ist es das Ziel des Werberings Grevenbroich und aller am Fest Beteiligten, Besucher in die Innenstadt zu locken. „Zum City- Frühling gehört der verkaufsoffene Sonntag der Einzelhändler, doch er ist auch eine große Kulturveranstaltung sowie eine Leistungsschau des Gewerbes und der Vereine“, erläutert Organisator Thomas Wiedenhöfer. Und: „Der City-Frühling zeigt sehr gut, welche Vielfalt wir in unserer Stadt zu bieten haben“, sagt Bürgermeister Klaus Krützen. Zudem gibt es Live-Musik in der gesamten City. Die Straßen werden zu den Bühnen für verschiedene Bands und Solo-Künstler. Ergänzt wird der Einkaufsspaß für die ganze Familie durch das US-Car-Treffen auf dem oberen Parkdeck des Montanushofs. Zudem präsentieren sich zahlreiche Oldtimer am Sonntag bei der Rhein-Erft-Rallye an der Karl- Oberbach-Straße. Der City-Frühling zieht die Menschen zum Einkaufen und Bummeln in die Stadt. Am Sonntag sind die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet. ARCHIVFOTO: BERNS Kölner Straße und Synagogenplatz Hier gibt es zahlreiche Köstlichkeiten, um den kleinen oder großen Hunger zu stillen – vom Reibekuchen über Crêpes bis hin zur Currywurst. Auf dem Synagogenplatz lädt ein Biergarten zum Verweilen ein. Marktplatz Wohnmobile, schnelle Flitzer und Familienautos sind auf dem Marktplatz zu finden. Zudem dreht sich dort ein Kinderkarussell. Die Freiwillige Feuerwehr ist mit einer Präsentation vertreten. Breite Straße Die GWG Grevenbroich GmbH informiert über ihr 90-jähriges Bestehen. Für Besucher gibt es ein Gläschen frisch gezapftes Wasser und auch das neue GWG-E- Bike darf getestet werden. Stefan Germann und sein GWG-Team werden zudem mit Segways vor Ort sein. Bei einem Gewinnspiel können unter anderem VIP-Karten für ein Spiel von Borussia Mönchengladbach gewonnen werden. Auch der BVR Rheinland informiert vor Ort über Tickets und Tarife. Bahnstraße Rund um die Erftbrücke präsentieren sich Aussteller zu den Themen Haus und Garten. Die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein bietet Spiel und Informationen zum Thema Entsorgung. Vertreten sind dort auch das Jugendferienwerk und das Jugendrotkreuz mit Mitmach-Aktionen. Der türkische Integrations- und Bildungsverein lädt bereits ab morgen zu seiner „Kermes“ im Bereich Bahnstraße/ Ostwall ein. Bis Montag gibt es dort landestypische Speisen sowie Moscheeführungen. Karl-Oberbach-Straße Entlang der sogenannten Automeile präsentieren sich folgende Grevenbroicher Autohändler an beiden Tagen mit ihren Marken und neuesten Modellen: Auto Breuer, Gottfried Schultz, Autohaus Daners, Autohaus Wolters, Herbrand-Jansen und Kohl Automobile. Center Im Montanushof steigert am Samstag ein Formel-1-Rennsimulator die Vorfreude auf das US-Car- Treffen, das am Sonntag ab 10 Uhr beginnt. Die Coens-Galerie bietet Raum für verschiedene Anbieter und unterstützt am Sonntag die Oldtimerfreunde Grevenbroich mit der Band „The Flexible Tones“. INFO Der City-Frühling auf einen Blick Termine Samstag , 29. April, 10 bis 18 Uhr, und Sonntag, 30. April, 13 bis 18 Uhr (verkaufsoffen) Parken Kostenfrei können Autos am Wochenende im Parkhaus am Bahnhof, auf dem Platz der Republik, auf der Stadtparkinsel und am Alten Schloss sowie am Flutgraben abgestellt werden. Gegen Gebühr kann auf dem Parkplatz der Sparkasse und in den Parkhäusern des Montanushofes (am Sonntag eingeschränkt) und der Coens-Galerie geparkt werden.

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