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GRILLgut

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Foto: Thinkstock So

Foto: Thinkstock So funktioniert der Dutch Oven: Auf den Deckel dieses schweren gusseisernen Topfs wird glühende Kohle gelegt – das Metall gibt die Oberhitze dann peu à peu weiter. Der Beefer passt auf jeden Beistelltisch. an, welche Hitze innen herrscht. Bei einer One-Touch-Reinigung fällt die Asche in einen speziellen Auffangtopf durch, so dass bei einem Windstoß nicht alles aufgewirbelt und verteilt wird. Das Angebot an Gasgrills aus Edelstahl erstreckt sich von handlich-klein bis hin zur Übereckkombination für über 5000 Euro. Dafür dann mit allem Schnick und Schnack, mit Motor für den Drehspieß, zehn Reglern, einem gesonderten Seitengrill- und Kochfeld für scharf angebratene Steaks oder den Wok und einen Eiswürfelbehälter für den Drink zwischendurch. Und natürlich mit jede Menge Unterschränken, um die vielen Utensilien griffbereit zu verstauen. Vor rund 30 Jahren kamen sie in größerem Umfang auf im Mutterland des BBQ, den USA. Es dauerte seine Zeit, bis sie Zug um Zug auch den deutschen Markt eroberten. Manche haben zwei Brenner, andere bis zu zehn. Daniel Kiak: „Je mehr Grillfläche, umso vielfältiger sind sie einsetzbar.“ Der Beefer wiederum ist schmal und etwa 40 Zentimeter hoch und passt somit auf jeden Beistelltisch. Die Oberhitze entlockt dem Steak köstliche Aromen, das Fett sammelt sich in der Schale darunter. Aber, sagt der Grillexperte, damit kann man auch viele andere lukullische Speisen zaubern. Elektrogrills führen vielfach jene ins Feld, die befürchten, dass durch Kohle und Gas ungesunde Dämpfe freigesetzt werden. Der Klassiker ist der Foto: Beefer Tischgrill fürs Wohnzimmer mit einer Auffangschale mit Wasser unter dem Rost, die das tropfende Fett auffängt. Aber es gibt auch große Elektrogrills für draußen. Gerade in Wohngebieten mit einer dichten Bebauung oder für den Balkon erlauben sie ein heimisches Grillvergnügen, denn Nachbarn werden durch Gerüche nicht oder nur kaum belästigt. Ein weiterer Vorteil: Man muss sich nicht um den Energieträger kümmern; einfach an die Steckdose anschließen und loslegen. Eine Besonderheit stellt der Dutch Oven dar. Die schweren gusseisernen Töpfe halten die Temperaturen über eine lange Zeit hinweg. Auf den Deckel wird glühende Kohle gelegt, das Metall gibt die Oberhitze peu à peu weiter. Manche Dutch Oven haben auch Füße, so dass die Kohle zudem von unten wirken kann. Kiak: „Eine wundervolle Methode für Schmorgerichte.“ Fans des Western Style können die Töpfe gar an einem Dreibein runterhängen lassen. Selbst für unterwegs gibt es inzwischen Alternativen zum bekannten, selbst zusammenbaubaren Dreibein-Grill. „Männerhandtasche“ heißt zum Beispiel innerhalb der Grillszene despektierlich ein solches Gerät, klein und handlich. Das zusammenklappbare Gerät ist als Kohle- oder Gasvariante auf den Markt. PETER KUMMER 12

Heiße Ware: Das Geschäft rund ums Grillen boomt wie nie Gebrutzelt wird mittlerweile zu jeder Jahreszeit, egal ob fleischlastig oder vegan. Das freut die Anbieter. Foto: Thinkstock Grillen ist in, ob in Gesellschaft oder allein. Ob über Holzkohle, Gasflamme oder elektrisch. Rund um die heiße Ware vom Rost ist eine florierende Industrie entstanden, die sich auch in diesem Jahr über gute Geschäfte freut. Auch die Bau- und Gartenmärkte profitieren von dem Boom, wie der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BHB, Peter Wüst, bestätigt. „Die Umsätze in diesem Sortimentsbereich steigen seit Jahren kontinuierlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz“, sagt Wüst. Beliebt seien vor allem kleine, mobile Grills mit Kohle- oder Gasbefeuerung in bunten Farben, die sich besonders für den spontanen Ausflug ins Grüne eignen. Aber auch die Umsätze mit Zubehör, Rezepten und Grill-Seminaren florieren: Unter den gefragtesten Kochbüchern beim Versandriesen Amazon rangiert derzeit ein Grill-Handbuch vom Hersteller Weber. Auf rund 1,2 Milliarden Euro wird der Jahresumsatz rund ums Grillen in Deutschland mittlerweile geschätzt. Für eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland ist der Grill eine ernsthafte Alternative zu Herd oder Backofen geworden, wie eine Nielsen-Studie ergab, die im August 2016 veröffentlicht wurde. Dafür hatte das Marktforschungsunternehmen rund 11.000 Verbraucher online befragt. Fast jeder Zweite grillt demnach auch gerne mal alleine - „sozusagen als Unterhaltung und Besonderheit zwischendurch“, erklärt der Leiter der Studie, Lothar Staiblin. Am liebsten feuern die Menschen ihre Grills im eigenen Garten an, gefolgt von Terrasse und Balkon, ergab die Nielsen-Studie. Auch Mietern ist das grundsätzlich erlaubt, sofern der Mietvertrag das Grillen nicht ausdrücklich verbietet oder die Nachbarn sich nicht gestört fühlen. In vielen deutschen Städten und Gemeinden gibt es auch öffentliche Plätze, an denen die Brutzelei gestattet ist, teils auch mit Entsorgungsbehältern für die Asche. CHRISTINE SCHULTZE 13

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