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Benzin oder Spiritus

Benzin oder Spiritus sollten niemals zum Entfachen der Glut benutzt werden. Die Flüssigkeiten verdunsten schnell zu einer explosiven Gaswolke. Tipps zum Start in die Grillsaison: Kasseler und Spiritus sind tabu Kaum werden die Abende milder, holen Terassen- und Balkonbesitzer ihre Gartenmöbel aus den Kellern und Abstellkammern – und damit auch die Grillgeräte. Foto: Thinkstock Zum Start der Grillsaison warnen Ernährungsberater und Verbraucherzentralen vor falscher Handhabung rund um das gemütliche Ritual. Beim Anzünden des Feuers passieren immer wieder schwere Unfälle - und auch bei der Auswahl und Verarbeitung der Lebensmittel sollte auf die Gesundheit geachtet werden. Benzin oder Spiritus sollten niemals zum Entfachen der Glut benutzt werden. Die Flüssigkeiten verdunsten schnell zu einer explosiven Gaswolke, die sich mit einem Knall entzünden und zu Brandverletzungen führen kann. Auch mit Papier, Pappe und Holzresten sollte kein Feuer entzündet werden. Es entstehen giftige Verbrennungsgase, die sich mit dem aufsteigenden Rauch auf dem Grillgut niederschlagen. Als Ideallösung schlägt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Elektro- und Gasgrillgeräte vor. Es gibt aber auch schon Holzkohlegrills, bei denen Fleisch und Fisch senkrecht in Gitter eingeklemmt 4

wird. Eine Schale fängt das Abgetropfte auf, die Holzkohle liegt seitlich aufgeschichtet. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass ein Gerät die Bezeichnung DIN EN 1860 - 1 (bzw. die vorher geltende DIN 66077) trägt. Dieser Hinweis garantiert die Erfüllung aktueller Sicherheitsnormen. Es sollten nur beste Holzkohlekissen, -brickets oder -blocks benutzt werden. Vor billigen Briketts warnt das Ruhrkohle-Zentrallabor. Unseriöse Hersteller vermischten die Briketts vielfach mit Bitumen, Petrolkoks oder Pech, die beim Verbrennen möglicherweise krebserregend sein können. Die DIN-Kennzeichnung 51749 bietet Gewähr für hochwertige Grillkohle. Grillkissen halten die Gluthitze besonders lang und sind geeignet für größere Feiern. Für das schnelle Abendessen mit Freunden empfiehlt sich die gestückelte Holzkohle. Die Kohle sollte 30 bis 60 Minuten gut durchglühen. Auf keinen Fall sollte man mit einem Fön den Prozess beschleunigen, ein Funke könnte überspringen. Blasebalg oder Zeitungsfächer erfüllen den Zweck ungefährlicher. Ein Grill sollte auf ebenem Boden stehen und niemals mit glühender Kohle herumgetragen werden. Wer die Glut löschen will, sollte Sand nehmen. „Richtiges Grillen bedeutet vor allem, mageres Grillgut zu wählen und zu verhindern, dass Fett in die Glut tropft“, rät die Ernährungswissenschaftlerin Elisabeth Luttermann-Semmer von der DGE. Verbrennt das abtropfende Fett, entstehen gesundheitsgefährdende Stoffe wie das krebserregende Benzpyren. Fleisch wird zarter, wenn es einige Stunden in Öl, Knoblauch und Gewürzen mariniert wird. Vor dem Rösten sollte es - auch um Qualmerei zu vermeiden - abgetupft werden. Grillhandschuhe, Schürze und Grillbesteck schützen vor Fettspritzern. Gepökeltes wie Kasseler, Schinkenspeck, Fleischwurst und Bockwürste ist beim Grillen tabu. Beim Erhitzen der gepökelten Fleischsorten können sich die ebenfalls krebserregenden Nitrosamine bilden. Ist der Grill dann schließlich im Freien aufgebaut, ist nur noch eines zu bedenken: Die Nachbarn nicht mit Rauch und Geruch zu nerven. Das Grillen im eigenen Garten ist unproblematisch, der Balkonbesitzer ist nicht ganz so frei in seinen Entfaltungsmöglichkeiten. Die Gerichte entscheiden sehr unterschiedlich - mal für und mal wider den Grillfreund. Deswegen rät der Deutsche Mieterbund: Ein Streit vermeidet sich am besten durch Rücksichtnahme. BRITTA KÖRBER 5

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