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Handwerk & Wohnen -18.10.2017-

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10 HANDWERK & WOHNEN

10 HANDWERK & WOHNEN Wärme und Strom aus Solarenergie Sonnenenergie lässt sich für das Heizen nutzen. Daher sind Solaranlagen auf dem Dach oder an der Fassade ein Weg zur Nutzung erneuerbarer Energien für das Haus. VON KATJA FISCHER Die Kraft der Sonne lässt sich auf zwei Arten im Haus nutzen: für Photovoltaikanlagen und für Solarthermie. Diese natürliche, niemals sich erschöpfende Ressource gilt als einer der wichtigsten Bausteine der Energiewende. Wie entsteht die Energie fürs Haus? Die Solarzellen von Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. Der Strom versorgt den Haushalt, oder er fließt in das zentrale Stromnetz ein. Thermieanlagen gewinnen Wärme, indem sie die Sonnenstrahlung erst in Wärme umwandeln und damit Wasser für die Hähne erhitzen oder die Zentralheizung unterstützen. Doch die vergleichsweise geringe Sonneneinstrahlung in unseren Breiten bringt nicht genug Energie für die komplette Wärmeversorgung im Haus. Deshalb werden in der Regel andere Heizsystemen wie für Gas, Öl oder Pellets kombiniert. Wie groß ist der Platzbedarf? Für Anlagen zur Warmwasser- Bereitung genügt eine Kollektorfläche von drei bis sieben Quadratmetern. Soll auch die Heizung unterstützt werden, sind sieben bis 15 Quadratmeter nötig. Stromanlagen mit sogenannten mono- und polykristallinen Siliziummodulen können auf etwa sechs Quadratmetern ein Kilowattpeak erwirtschaften. Eine Fläche von 30 Quadratmetern mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak ist für einen Vier- Personen-Haushalt sinnvoll. Bei großen Anlagen kommen auch Dünnschichtmodule zum Einsatz. Sie sind pro Kilowattstunde häufig günstiger, haben aber mehr Platzbedarf. Rechnet sich die Investition in die Stromerzeugung? Ab circa 6000 Euro gibt es laut BSW-Solar eine komplett installierte Anlage. Diese waren lange ein gutes Geschäft, weil ihre Besitzer den Strom zu guten Preisen ins Netz einspeisen konnten. Die auf 20 Jahre zugesicherte Einspeisevergütung wurde aber nach und nach stark gesenkt. „In der Regel rechnen sich die Anlagen heute vor allem über den Eigenverbrauch an Strom“, erklärt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. Einer Rechnung des Marktforschungsinstituts EuPD Research zufolge steigt die Rendite bei den Anlagen abhängig vom Eigenverbrauch. Wenn 15 Prozent des Solarstroms selbst genutzt werden, liegt die Rendite bei 2,9 Prozent. Solaranlagen können das Haus mit Strom oder auch mit Warmwasser versorgen und so die Heizung unterstützen. Grafik: tmn Bei 25 Prozent Verbrauchsquote steigt die Rendite auf 4,7 Prozent. Hausbesitzer sollten daher den Eigenverbrauch ausreizen, also etwa die Waschmaschine dann anschalten, wenn die Sonne scheint. Ohne einen Stromspeicher ist insgesamt eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 30 Prozent erreichbar, mit Batteriespeicher deutlich mehr. Rechnet sich die Investition in eine Solarthermieanlage? Die Kosten einer Anlage zur Warmwasserbereitung liegen laut Verbraucherzentrale Bundesverband bei circa 4000 bis 5000 Euro mit Flachkollektoren und 5000 bis 6000 Euro mit Röhrenkollektoren. Eine Anlage zur Heizungsunterstützung kostet circa 9000 bis 12.000 Euro. Auch die Heizung ist am günstigsten, wenn die Sonne scheint. „Aber im Frühjahr und Sommer wird die wenigste Heizenergie benötigt“, betont Martin Brandis, Energieberater beim Verbraucherzentrale Bundesverband. „Und im Winter, wenn sie am meisten gebraucht wird, macht sie sich rar.“ Hausbesitzer müssen deshalb die Investition in eine Solarheizung gut abwägen. „Wenn der Wärmebedarf sehr hoch ist und es keine geeigneten Flächen für die Kollektoren gibt, macht es wenig Sinn.“ Ist das Haus so gut gedämmt, dass es nur einen geringen Wärmebedarf hat, könnte sich eine Anlage schon eher lohnen.

HANDWERK & WOHNEN 11 Das Bad wird smart Barrierearmes Duschen wird zu einem Erlebnis, das alle Sinne berührt. Verschiedene Regenarten, Nebel, Lichter und Düfte ergänzen sich zu ganz speziellen Choreografien. Foto: ZVSHK Das Badezimmer wird zunehmend zum Gesundheitsstandort für Welless und Pflege. Doch Barrierefreiheit, Produkte wie Dusch- WCs, höhenverstellbare Systeme am Waschtisch und WC sowie intelligente Lichtsteuerung für die Pflege oder mit automatischer Notrufauslösung oder Sensortechnik unter den Fliesen zur Sturzerkennung stehen bereits für diesen Trend. Zum anderen sind eine angenehme Beleuchtung, Düfte und Musik aus dem Bad bald nicht mehr wegzudenken. Man möchte informiert und unterhalten werden, neben Radio und Fernsehen hält deshalb auch das Internet im Bad Einzug. Und schließlich wird die Digitalisierung bei den klassischen Badezimmerkomponenten ebenfalls weiter zunehmen. „Um all diese Anforderungen überhaupt umsetzen zu können, ist bei einer Badmodernisierung eine ganzheitliche und nachhaltige Beratung und Planung durch den Fachhandwerker entscheidend“, empfiehlt Andreas Müller, Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima ZVSHK). Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Bäder spielt die frühe Einplanung der Elektroinstallation eine zentrale Rolle – Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel sind im Bad sehr gefährlich und sollten nicht verwendet werden. Hinzu kommt, dass die nachträgliche Anpassung der Elektround Wasserinstallation häufig die Fliesen betrifft. „Bei einer Badsanierung sollte deshalb gleichzeitig und vorausschauend auch in die neuen Wasser- und Stromanschlüsse investiert werden“, so Andreas Müller. Die Notwendigkeit einer guten Planung gilt auch im Hinblick auf Akustik, Licht und Unterhaltung. Die Investition in teure Lautsprecher in der Wand oder in der Badewanne etwa zahlt sich nur dann aus, wenn die Wände auf eine gute Schallwirkung ausgelegt sind. Auch die gewünschten Beleuchtungseffekte müssen vorab zusammen mit der Farb- und Flächengestaltung geprüft und berücksichtigt werden. Müller: „Kommunikations- und Entertainmentsysteme bieten eine bessere Bedien- und Nutzerqualität, wenn sie direkt an das WLAN-Netz der Wohnung angeschlossen werden.“ Der Fachhandwerker weiß nicht nur, worauf es bei einer Badsanierung etwa bei der Koordination mit anderen Gewerken ankommt, er kann auch über mögliche Förderungen informieren. Denn der Staat unterstützt beispielsweise altersgerechte Umbauten finanziell, die entsprechenden Anträge sind direkt bei der KfW-Bank zu stellen. djd Bad nun auch deutlich wohnlicher Stilvoll und werthaltig: Natürlich wirkende, edle Materialien statt kühler Kachelwände machen das Bad deutlich wohnlicher. Die Kombination aus edlen Badmöbeln in kontrastreicher Inszenierung und individuell steuerbaren Licht- und Farbszenarien bietet einen hohen Wohnwert für den Wellness- und Gesundheitsbereich. Waschbecken oder Badewanne stehen nicht mehr ausschließlich an der Wand, sondern rücken in die Mitte. Gleichzeitig werden Musik, Video und Internet integriert. Die Sanitärtechnik ist in ein Smart-Home-System eingebunden und wird via App gesteuert. Wer heute baut, sollte die hierfür notwendigen Strom- und Kommunikationsverbindungen schon bei der Badplanung berücksichtigen. Mehr Informationen unter www.wasserwaermeluft.de

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