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Handwerk & Wohnen -18.10.2017-

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14 HANDWERK & WOHNEN

14 HANDWERK & WOHNEN Bessere Details, mehr Features: Trends von der IFA Ob Kühlschrank, Wäschetrockner oder Ofen – Hausgeräte können immer ehr, bringen immer bessere Ergebisse und werden immer schlauer. Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin wurden viele Innovationen vorgestellt. VON SIMONE ANDREA MAYER Kühlschrank und Herd lassen sich nicht neu erfinden. Und doch sind selbst an solchen Alltagsgeräten immer noch Verbesserungen möglich. Hier eine Übersicht: Erweiterungen Viele Innovationen bekommen zuerst die Geräte im teureren Premiumbereich. Aber nach und nach geben Hersteller diese auch an Waschmaschine, Herd und Co. in der mittleren Preisklasse weiter. So hat Bosch Hausgeräte bekanntgegeben, dass künftig auch neue Herde und Backöfen der Serie 6 mit Bratenthermometer, Dampfunterstützung und einer Assistenzfunktion für das Garen ausgestattet sein werden. Auch die Serien 4 und 2 erhalten teilweise die Features. Vernetzung Auch die Vernetzung der Geräte schreitet voran: Nicht nur viele neu in den Handel gebrachte Geräte sind Bosch Hausgeräte gibt nun auch den neuen Herden und Backöfen der Serie 6 die von der Premiumlinie schon bekannten Sonder-Features wie Bratenthermometer, Dampfunterstützung und Assistenzfunktion für das Garen. Foto: Bosch per Smartphone und Tablets steuerbar, inzwischen werden auch bereits erhältliche Gerätelinien entsprechend aufgerüstet. So kündigte Liebherr an, dass sich 120 Kühlgeräte künftig über eine App steuern lassen. Darüber kann der Nutzer Statusinformationen abfragen sowie eine Kamera im Geräte-Inneren steuern. Bilder sollen beim Einkaufen zeigen, was im Kühlschrank aktuell fehlt. „Der geringe Marktanteil der vernetzten Geräte geht auch darauf zurück, dass das bisher den absoluten Premiumbereich betraf“, erläutert Kirk Mangels von der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche. „Vielfach wird nun die Mittelklasse aufgerüstet, teils sogar Einstiegsgeräte.“ Detailarbeit Die Hausgeräte sollen noch besser werden. Daran basteln die Designer von Jahr zu Jahr – und so nehmen sich die Hersteller den verschiedenen Nischen-Problemen bei der Bedienung an. Siemens zum Beispiel verbesserte bei seinem neuen Wäschetrockner der Avantgarde- Reihe die Selbstreinigung des Kondensators. Nach jedem Gang wird das Flusensieb automatisch gespült, und die Fusseln landen komprimiert in einem Depot. Nur noch etwa alle 20 Trocknungszyklen sei das Leeren dadurch nötig. Bauknecht stellte eine neue Waschmaschinen-Linie namens BK 1000 vor. Hier wurde die Steuerung des Motors und dadurch der Trommel präzisiert. Diese beherrscht nun acht verschiedene Bewegungen, was eine Vielzahl von Flecken bei niedrigen Temperaturen entfernen soll. „Wenn man sich das Resultat ansieht – also etwa sauberes Geschirr – dann ist bereits ein sehr hoher Funktionalitätsgrad erreicht“, erläutert Branchenexperte Mangels. „Aber inzwischen können die Maschinen zum Beispiel auch Plastikgeschirr trocknen oder Töpfe mit eingebrannten Resten besser reinigen. Und man muss keine Weingläser mehr mit der Hand spülen.“ Optik Die Branche will weg von den weißen Kästen. Bosch Hausgeräte zum Beispiel stellte für seinen Vario Style Kühlschrank einfach wechselbare Türen in 13 Farben vor, sechs weitere werden folgen. Der Austausch soll ohne Werkzeug und innerhalb von Sekunden möglich sein, kündigte das Unternehmen an. Die Farbpalette erstreckt sich von Sonnenblumengelb über Kirschrot bis hin zu Cappuccino, Steingrau und Perlnachtblau. „Vor allem Farbe wird nun stärker eingesetzt“, erwartet Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ 120 Kühlgeräte von Liebherr lassen sich künftig über eine App ansteuern. Foto: Liebherr für die gesamte Palette der Hausgeräte. Lange Zeit war das eher eine Spielerei. „Jetzt wirkt das viel hochwertiger“, Auch wenn nicht alle Designer auf Farbe setzen, kaum eine Firma entzieht sich derzeit der Entwicklung zu einer neuen Optik der Geräte. „Es ist deutlich bemerkbar, dass Wert auf eine eigene Designsprache Mangels. Denn gerade in kleineren Wohnungen und Häusern stehen viele Waschmaschinen und Trockner auch in der Küche – und dürfen hier gerne ein wenig mehr hermachen als in der Wäschekammer. Und in größeren Küchen geraten Backöfen und Co zunehmend ins Blickfeld, da sie nicht mehr im unteren Bereich der Küchenzeile, sondern auf Augenhöhe zu finden ergänzt Oberascher. die Hersteller zunehmend legen“, berichtet sind.

HANDWERK & WOHNEN 15 Die Privacy Panels des Designer-Ateliers Oï definieren in Büros verschiedene Zonen und schaffen Privatsphäre. Neue Raumteiler – nicht nur praktisch, auch schön Foto: USM Mal erfüllen Raumteiler eher dekorative Zwecke, mal reduzieren sie Lärm. Sie erfahren ein Comeback, seitdem offene Grundrisse in Privathäusern und Bürobauten beliebter werden. VON UTA ABENDROTH mer. Die Auswahl im Handel ist derzeit so groß wie nie, denn zum klassischen Raumteiler, einer Trennwand, sind moderne Paravents in diversen Materialien, Farben und Formen hinzugekommen. Einen neuen Typus haben Ronan und Erwan Bouroullec erfunden: Zusammen mit dem Textilhersteller Kvadrat haben die Designer ein System aus flexibel zusammensetzbaren Textilmodulen entwickelt. Ihr Produkt namens Clouds ist variabel einsetzbar, zum Beispiel als Wandobjekt oder als von der Decke abgehängte Rauminstallation. Und die Module, die mit Gummibändern aneinander fixiert werden, lassen sich immer wieder auseinandernehmen und neu kombinieren. „Manchmal erschrecke ich über all die coolen Räume, die man so sieht“, sagt Ronan Bouroullec. „Deshalb wollten wir einen ebenso soften wie einladenden Raumteiler gestalten, der gleichzeitig einfach und gut durchdacht ist, so dass keine Handwerker nötig sind, um ihn zu montieren Die Grundrisse haben sich verändert. Es gibt wieder mehr Wohnküchen, auch loft-ähnliche Apartments und Häuser, in denen bis auf die Außenmauern gerne auf Wände verzichtet wird. Und auch im Job sind Einzelbüros selten geworden. Doch nicht immer ist die ununterbrochene Fläche ideal. In Büros möchte man nicht ständig den Blicken der Kollegen ausgesetzt sein, in manchen Fällen sind Arbeitsinseln nötig und Lärmschutz allemal. Im privaten Wohnumfeld geht es eher um die Gliederung unterschiedlicher Bereiche, ohne dabei den optischen Eindruck durch Kleinteiligkeit zu zerstören. Eine Arbeitsecke im Schlafzimmer oder eine Separierung vom TV-Bereich im Wohnzimmer ohne großen Aufwand – das alles sind räumliche Situationen, die durch flexible Trennwände gelöst werden können. Sie strukturieren, machen Räume gemütlicher oder intioder umzuhängen.“ Ebenso flexibel sind die Plastikelemente namens Algue der beiden Designer, die das Unternehmen Vitra produziert. Die filigranen Teilchen lassen sich zusammenstecken, und je mehr man von diesen Elementen kombiniert, desto blickdichter wird der Raumteiler. Das gleicht fast einem Puzzle in 3D: Für einen Quadratmeter leichte Netzstruktur benötigt man rund 25 Teile. Auf mit Naturfarben getöntes Rattan greift Jaime Hayon für seinen dreiteiligen Paravent Frames für Expormim zurück. Und eine Art Hybrid aus Wandschirm und Konsole hat das italienische Duo LucidiPevere mit Shoji für Zanotta geschaffen. „Die Holzkonstruktion rahmt ein Textil ein, das wiederum durch das Ablagebord gespannt wird“, erklärt Paolo Lucidi. „Sie kann als einfacher Paravent dienen, als kleiner Schreibplatz oder einfach als ein dekoratives Element, das sogar noch die Akustik in einem Raum verbessert.“ Auch in der Arbeitswelt kommen verstärkt Raumteiler zum Einsatz. So hat zum Beispiel das Schweizer Designer- Trio des Ateliers Oï mit den Privacy Panels für USM einige Lösungen zur Strukturierung von Arbeitsplätzen entwickelt. Diese definieren verschiedene Zonen, schaffen Privat- sphäre und optimieren die Akustik. Die Panels gibt es als frei stehendes Element zur Raumgliederung oder als am Tisch montierte Aufbaublende. Sie passen sich variablen Arbeitsprozessen an und ermöglichen Unterteilung auch in den offenen Grundrissen moderner eine räumliche Architektur.

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