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Handwerk & Wohnen -18.10.2017-

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8 HANDWERK & WOHNEN

8 HANDWERK & WOHNEN Gartenaktivitäten im Herbst und Winter Auch wenn die Tage wieder dunkler werden: Im Garten gibt es immer noch eine Menge zu tun – so muss er nun winterfest gemacht werden. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um neu zu pflanzen oder umzupflanzen. Der Fachhandel hält eine große Auswahl an Gehölzen und Stauden bereit. Stauden, deren Laub unattraktiv geworden ist, können jetzt zurückgeschnitten werden. Aber auch Umpflanzen ist möglich. Besonders ältere, verkahlte Stauden werden ausgegraben, geteilt und – nachdem der Boden aufgebessert wurde – wieder neu aufgepflanzt. Jetzt kann auch die Rasenfläche noch einmal vertikutiert werden, um Moose und Algen zu vermindern und den Boden besser zu belüften. Mit einem Benzin- oder Elektrovertikutierer lässt sich diese Arbeit bei trockener Fläche einfach ausführen. Wichtig: Das Gerät zügig über den Rasen fahren, damit keine Löcher entstehen, und anschließend den Filz gründlich abharken. Nach ihrer Blüte werden Gladiolen und Dahlien jetzt aus dem Boden aufgenommen und im Haus trocken eingelagert. Für eine bunte Blütenpracht mit Frühjahrsblühern ist es an der Zeit, Blumenzwiebeln zu pflanzen. Besonders gut zur Geltung kommen Zwiebelblüher im Rasen. Dazu werden für große Blumenzwiebeln mit einem Mit einer Gartenschere lassen sich kleinere Schnittarbeiten im Herbst problemlos durchführen. Foto: GMH/BVE Vor Frost schützen Kübelpflanzen, die keinen Frost vertragen, müssen rechtzeitig ins Winterquartier umziehen. Die meisten Kübelpflanzen überwintern am besten an frostfreien, trockenen, kühlen aber hellen Standorten. Robuste Arten sind auch mit Garagenplätzen bei spärlichem Lichteinfall zufrieden. Wichtig: Regelmäßig, dem Standort angepasst, gießen und auf Schädlinge kontrollieren. Pflanzholz einzelne Löcher in die Rasenfläche gestochen, die Zwiebel wird mit der Spitze nach oben darin versenkt. Anschließend wird das Loch wieder mit Erde aufgefüllt. Für kleine Zwiebeln löst man eine quadratische Platte der Grassode, schlägt sie – ähnlich wie ein Buch – auf und steckt die Zwiebeln in die Erde. Die Rasenplatte wird wieder zugeklappt und festgetreten. Tulpen, Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen und viele Arten hält der Fachhandel in allen Größen und Formen vor. Wenn Einjährige und Staudenpflanzen verblüht sind, fällt der Blick auf immergrüne Sträucher wie Formgehölze oder Hecken, die dem Garten seine Struktur geben, sogar, wenn der Schnee die Äste bedeckt. Bevor es anhaltend friert, können noch Stauden und Gehölze gepflanzt werden. Zuvor empfiehlt der Fachmann, mit dem Spaten gut den Boden aufzulockern und auch mögliche Wildkräuter zu entfernen. Dann wird ein ausreichend großes Pflanzloch gegraben, das dem Wurzelballen genügend Platz bietet. Bei wurzelnackten Gehölzen werden die Wurzeln ein Stück zu- werden mit ihrem Wurzelballen gepflanzt. Nach der Pflanzung Im Winter ist dann der richtige Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen bei Obstgehölzen. Mit einem Rückschnitt lichtet man die Gehölze aus und sorgt dafür, dass sie im nächsten Jahr wieder zahlreiches Neben Formgehölzen sorgen Winterblüher und Beerensträucher für Akzente im Garten. Zu den Gehölzen zählen Strauchrosen und Zieräpfel Früchte, die nicht nur ein Hingucker sind, sondern auch einen Leckerbissen für Vögel sollten Gartenscheren, Spaten und Hacken einer besonderen Metall- und Stahlteile werden gesäubert und gegebenenfalls frisch geschärft. Gartenscheren bleiben rostfrei, wenn rückgeschnitten. Stauden wird gut gewässert. Obst tragen. der Winter-Schneeball, Jasmin und Zaubernuss. bieten Hagebutten und bieten. In den Wintermonaten Pflege unterzogen werden. man sie reinigt und ölt.

HANDWERK & WOHNEN 9 Gute Materialien für das Kinderzimmer Selbst im eigenen Haus gibt es die ein oder andere Gefahenquelle für den Nachwuchs – so die Möbel im Kinderzimer. Sind die Sorgen berechtigt? Was ist gut? VON JULIANE MATTHEY Kinder sollten sich in ihren Zimmern wohlfühlen – und Eltern keine Sorgen um deren Gesundheit haben müssen. Foto: DGM Kleine Kinder verbringen 90 Prozent des Tages in Innenräumen, einen großen Teil davon in ihrem Zimmer. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sie dort weder schädlichen Stoffen noch vermeidbaren Gefahren ausgesetzt sind. Mit den richtigen Materialien für Möbel, Böden und Wände können Eltern beidem vorbeugen und dafür sorgen, dass alles möglichst lange dem Spielen und Toben standhält. „Schadstoffe sind für kleine Kinder besonders problematisch, weil sie viel mehr davon aufnehmen als Erwachsene“, sagt Johanna Hausmann, Projektmanagerin beim Umweltnetzwerk Women in Europe for a Common Future. Denn kleine Kinder atmen schneller, ihre Haut ist dünner und durchlässiger. Und sie nehmen vieles in den Mund. Doch wie findet man heraus, ob ein Möbelstück, eine Wandfarbe oder ein Bodenbelag schadstoffarm ist? Man kann sich an groben Richtwerten zu den verwendeten Materialien orientieren. Bei Möbeln ist eine grundlegende Entscheidung: Massivholz oder Pressspan? Bei Pressspan sei die Gefahr, dass Formaldehyd enthalten ist, größer als bei Vollholz ohne Klebemittel, sagt Chemikalienexpertin Hausmann. Vollholz könne aber mit Bioziden belastet sein, auch auf den Lack müsse man schauen. Eine gute Wahl seien Second- Hand-Möbel, da bei ihnen eventuelle Belastungen schon verflogen sind. Wandfarben sollten möglichst wenig Lösungsmittel enthalten. Ganz ohne kommen viele mineralische Silikatfarben auf Mineralbasis aus. Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus empfiehlt als Alternative ungestrichene Papiertapeten. Beim Boden gibt es ein absolutes No-Go: PVC enthält viele Weichmacher wie Phthalate, warnt Hausmann. Bestimmte Phthalate stehen im Verdacht, die Fortpflanzung zu gefährden. Linoleum dagegen sei weitgehend unbedenklich, da es aus natürlichen Materialien wie Leinöl, Kork und Jute besteht, sagt Woelk. „Allerdings riecht es am Anfang stark.“ Hausmanns Favoriten sind Holzdielen oder Teppichböden aus zertifizierter Wolle. Auch viele Sicherheitsrisiken und Abnutzungserscheinungen können Eltern minimieren, wenn sie die richtigen Materialien wählen. Beim Bodenbelag gibt es hierzu nicht die eine ideale Lösung, in puncto Sicherheit und Belastbarkeit hat alles seine Vorund Nachteile: Jörg Schriever, Kinderarzt und Unfallexperte beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, plädiert für einen weichen, federnden Boden. Kork etwa sei geeignet, aber auch Teppichboden. Bei Teppichen sollte man darauf achten, dass hohe Kanten Stolperfallen sind. In puncto Brandgefahr sei Polyester besser als schnell brennende Baumwolle, ergänzt Sicherheitsexpertin Woelk. Ein großer Vorteil von Möbeln aus naturbelassenem Massivholz ist, dass man sie unkompliziert abschleifen kann. Nicht nur hässliche Macken und gefährliche Splitter verschwinden so unkomplizierter als bei Spanplatten. Auch könne man die Ecken und Kanten von Holzmöbeln so abschleifen, dass sich die Kinder nicht an ihnen verletzen, sagt Kinderarzt Schriever. Bei Pressspan-Möbeln sind stabil haftende Kantenschutz- Aufkleber eine Alternative. Wer noch mehr Sicherheit darüber will, dass er seinem Kind gute Qualität ins Schlafund Spielzimmer holt, kann sich an einer ganzen Reihe von Labels orientieren, die von unabhängigen Stellen vergeben werden. Der Blaue Engel zeichnet Produkte aus, die wenig Schadstoffe ausdünsten. Ähnliche Standards hat das Eco-Institut für sein Siegel. Speziell für Textilien gibt es den Oeko-Tex-Standard oder das GOTS-Label, für Bodenbeläge das Label GUT. Weitere Öko-Zeichen sind die Euroblume und das Label der Vereinigung natureplus, die etwa auch die Nachhaltigkeit der Produktion überprüfen. Übersichten über vertrauenswürdige Labels gibt Die VerbraucherInitiative auf ihrem Portal label-online.de sowie auf nestbau.info das Netzwerk WECF. Auch für Möbel gibt es Labels und Zeichen. Unfallexperte Schriever empfiehlt, darauf zu achten. So zeichnet zum Beispiel das Goldene M die Gesamtqualität von Möbeln aus, von Sicherheit über Schadstoffemissionen bis zur Langlebigkeit. Ein weit verbreitetes Sicherheits-Siegel ist das GS-Zeichen, das für „Geprüfte Sicherheit“ steht. Die zugrundeliegenden Kriterien sind laut Jochen Winning von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel bei Kindermöbeln besonders umfänglich – etwa die Frage, ob die Abstände zwischen Gitterstäben im Kinderbett klein genug sind, die Kanten eines Möbels nicht zu scharf oder ob ein Hochbett absturzsicher ist.

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