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Handwerk und Wohnen -ET 19.07.2017 NGZ-

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Handwerk und Wohnen -ET 19.07.2017

Handwerk & Wohnen SANIERUNG, EINBRUCHSCHUTZ, UMBAU FÜRS ALTER – DAFÜR GIBT ES ZUSCHÜSSE KfW, Bafa und Co. – wo Hausbesitzer Geld vom Staat bekommen Die Dachziegel werden locker, durch die Fenster zieht es, und die Heizung verbraucht zu viel? Zeit für eine Sanierung. Die gute Nachricht: Häufig gibt der Staat etwas dazu. VON SANDRA KETTERER Eine Modernisierung ist teuer. Die Fassade eines Hauses zu dämmen oder das Bad einer Eigentumswohnung für Rollstuhlfahrer herzurichten, kostet oft mehrere tausend Euro. Häufig müssen auch mehrere Umbauten kombiniert werden: Zur Fassade kommt das neue Dach, zum Bad kommen möglicherweise neue Türen, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Was viele nicht wissen: Eigentümer müssen die finanziellen Lasten nicht alleine schultern. Sie können auf öffentliche Fördertöpfe zurückgreifen. Der größte staatliche Förderer bundesweit ist die KfW. Sie hat umfangreiche Finanzierungsangebote – nicht nur für Besitzer von Wohnungen und Häusern, sondern auch für Bauherren. Dabei handelt es sich sowohl um niedrig verzinste Kredite als auch um Investitionszuschüsse. Ein Beispiel ist das Programm „Energieeffizient Sanieren“. Hier werden zum Beispiel die Dämmung von Fassaden, der Einbau neuer Fenster oder einer modernen Heizung gefördert. Eigentümer, die ihr Haus komplett sanieren, können hier mit bis zu 100.000 Euro Kredit pro Wohneinheit rechnen. „Bei Einzelmaßnahmen gibt es bis zu 50.000 Euro“, sagt Ulrich Hä- Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, muss seine Wohnung oft umbauen. Für solche Maßnahmen gibt es aber staatliche Förderung. FOTO: ARNO BURG gele von der Klimaschutzagentur. „Eine Wohneinheit heißt eine abgeschlossene Wohnung. Ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, die einen separaten Zugang hat, gilt als zwei Wohneinheiten.“ Die KfW fördert auch Umbauten zum alters- beziehungsweise behindertengerechten Wohnen. „Das beinhaltet Wege zu Gebäuden, den Einbau von Treppenliften oder auch eine neue Dusche im Bad“, sagt Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale NRW. Wichtig zu wissen: „Auch junge Familien können altersgerecht umbauen“, ergänzt Markus Merzbach von der KfW. Es werde kein Mindestalter vorausgesetzt. Im selben Programm sind auch Maßnahmen zum Einbruchschutz enthalten, etwa Haustüren, die schwerer aufzubrechen sind, oder Rollläden, die nicht hochgeschoben werden können. „Im Prinzip sind alle Maßnahmen förderbar, die die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen empfehlen“, sagt Merzbach. Wer diese Förderung nutzen will, muss aber die von der KfW definierten Standards einhalten. Außerdem muss ein von der KfW zugelassener Sachverständiger die Arbeiten begleiten. Die Liste der Experten findet sich unter energie-effizienz-experten.de. „Der Sachverständige kostet natürlich Geld“, sagt Hägele. Die Hälfte dieser Kosten könnten sich Immobilienbesitzer von der KfW bezuschussen lassen. Wichtig ist: „Den KfW-Antrag muss man vor Beginn einer Maßnahme stellen“, sagt Hentschel. „Man kann also nicht erst eine neue Tür einbauen und dann nachfragen, ob das gefördert wird.“ Merzbach rät Interessenten dazu, sich vor dem Gespräch mit ihrem Bankberater selbst über die Fördermöglichkeiten der KfW zu informieren, sei es über die Kundenhotline oder den Internetauftritt der KfW. Zuschüsse für Pelletheizungen und Solaranlagen gewährt auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Hier gilt: „Die Anträge können erst nach Inbetriebnahme gestellt werden“, sagt Hägele. Privatkunden hätten dafür bis zu neun Monate Zeit, „Auch junge Familien können altersgerecht umbauen“ Markus Merzbach Kreditanstalt für Wiederaufbau die Antragstellung müsse über den Heizungsbauer erfolgen. Neben der Förderung durch die KfW und das Bafa bieten Bundesländer und teilweise auch Kommunen zusätzliche Förderungen an. „Die beziehen sich im Allgemeinen aber auf den Erwerb von Immobilien“, sagt Hentschel. Die NRW-Landesbank beispielsweise fördere Familien mit Kindern und einem geringem Einkommen. „Es handelt sich um ein unverzinstes Darlehen“, erklärt Hentschel. Allerdings stehe pro Jahr nur eine begrenzte Fördersumme zur Verfügung. Sei die ausgeschöpft, müssten Antragsteller bis zum Folgejahr warten. Den Hausbau sicher meistern Neues Praxis-Handbuch der Verbraucherzentrale NRW begleitet den Bauherrn auf dem gesamten Weg. (rps) Der Hausbau gehört zu den größten Herausforderungen im Leben, weil er rechtlich, technisch und finanziell sehr komplex ist. Nur die Wenigsten überblicken diesen Vorgang wirklich. Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW „Bauen! – Das große Praxis- Handbuch für Bauherren“ hilft dabei, diese Aufgabe erfolgreich zu meistern. Tipps, Praxisbeispiele und umfangreiche Checklisten begleiten den Leser während des gesamten Prozesses – von der Finanzierung über die Bauphase bis zur Fertigstellung und Abnahme. Alle neuen Regelungen des Bauvertragsrechts, das zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt, werden umfassend behandelt. Kommentierte Musterverträge helfen bei der Umsetzung. Doch auch mit dem neuen Recht bleibt ein altes Problem: Bauherren haben alle Risiken vollständig selbst zu tragen – bis hin zur Privatinsolvenz. Wie können finanzielle Gefahren früh erkannt werden? Wer sollte lieber eine gebrauchte Immobilie kaufen? Welche finanziellen Möglichkeiten und Kenntnisse sind für den erfolgreichen Bau nötig? Das Buch beantwortet im Vorfeld alle Der Ratgeber hat 384 Seiten und kostet 34 Euro. FOTO: VZ wichtigen Fragen, damit der Traum vom eigenen Heim nicht platzt, sondern Wirklichkeit wird. Der Ratgeber hat 384 Seiten und kostet 34 Euro. Bestellmöglichkeiten: www.ratgeber-verbraucherzentrale.de, telefonisch unter 0211 3809-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich. Feuchtigkeitsschäden schnell melden Tritt Schimmel auf, muss ein Mieter seinen Vermieter unverzüglich informieren, am besten schriftlich. (tmn) Feuchtigkeitsschäden in Mietwohnungen sind ein häufiges Problem. Schätzungsweise 20 Prozent der deutschen Haushalte kämpfen mit Schimmel, berichtet der Deutsche Mieterbund. Viele Vermieter sehen hier ihre Mieter in der Verantwortung und sprechen von falschem Heizoder Lüftungsverhalten. Allerdings gilt: Die Übergabe eines Merkblattes zum richtigen Heizen und Lüften der Wohnung befreit Vermieter nicht von ihren Gewährleistungspflichten, entschied das Landgericht Berlin (Az.: 65 S 400/15). Tritt Schimmel in der Wohnung auf, muss ein Mieter seinen Vermieter unverzüglich informieren, am besten schriftlich. Dieser muss notfalls mit Hilfe eines Sachverständigen abklären, ob die Schäden baubedingt sind, die Feuchtigkeit von außen kommt, zum Beispiel durch undichte Stellen im Mauerwerk, oder ob ein verdeckter Wasserrohrbruch vorliegt. Erst wenn eindeutig geklärt ist, dass kein Baumangel vorliegt, stellt sich die Frage, ob der Mieter zu wenig geheizt und gelüftet hat. Bei Raumtemperaturen von 20 bis 22 Grad Celsius und mehrfacher Stoßlüftung am Tag kann dem Mieter kein Vorwurf gemacht werden. Der Vermieter muss dann den Mangel beseitigen. Das gilt selbst dann, wenn ein Gutachter feststellt, dass die nachts geschlossene Schlafzimmertür mit für die Feuchtigkeitsschäden verantwortlich gewesen sei. Das Landgericht Bochum stellte fest, dass das Offenhalten der Schlafzimmertür während der Nacht kein übliches, von einem Mieter zu erwartendes Lüftungsverhalten darstelle.

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