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Handwerk und Wohnen -ET 19.07.2017 Vie-

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Handwerk und Wohnen -ET 19.07.2017

Handwerk & Wohnen MIT DER RICHTIGEN EINRICHTUNG KÖNNEN EINIGE STANDORTNACHTEILE GEMILDERT WERDEN Lila im Osten, Orange im Westen: Ideen für den Balkon Auf Bodenbelägen aus Holz läuft es sich angenehm, selbst wenn die Sonne im Laufe des Tages wegzieht und es kälter wird. FOTO: DEPOT Mieter müssen mit dem Balkon leben, den sie bekommen. Ostplätze liegen mittags schon im Schatten, Südbalkone gleichen an heißen Tagen einer Sauna. VON SIMONE ANDREA MAYER Ein Nordbalkon klingt nicht nach Glücksfall. Es ist hier oft etwas kühl. Glücklich mag sich schätzen, wer zur Südseite sitzen kann. Aber dort wird es manchmal recht heiß. Kurzum: Jede Himmelsrichtung hat Vor- und Nachteile, man muss sie zu nutzen wissen. Hier eine Übersicht. Für Ostbalkone eignen sich helle Möbel, die im Tagesverlauf den aufziehenden Schatten optisch ausgleichen können. FOTO: BUTLERS Der Osten Hier geht die Sonne auf – der perfekte Platz fürs Frühstück. Wichtig ist also, dass man einen Tisch hat, der ausreichend Platz bietet. Und die Farbe der Accessoires wie Kissen, Schirmtuch und Tischdecken? Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie schlägt eine Einrichtung in zarten Pastelltönen vor. Diese Töne erschrecken am Frühstückstisch nicht die noch verschlafenen Augen. Und sie sorgen für einen Tick mehr Helligkeit, wenn der Balkon im Laufe des Tages im Schatten liegt. Denn hierhin scheint nur bis etwa mittags die Sonne. Ab Spätnachmittag kann es schon recht kalt werden. Gut ist hier also ein Bodenbelag, der die Wärme der Morgensonne speichert. Das können Steinfliesen gut, erklärt Geismann. Oder man sorgt zumindest dafür, dass die Füße nicht zu kalt werden, etwa indem man Fliesen mit einer Dämmschicht und dann Kork- oder Holzfliesen legt, erklärt Buchautorin Katharina Adams. Der Westen Wer einen freien Ausblick hat, schaut hier der Sonne beim Untergehen zu. An Sitzplätze ist es in dieser Richtung abends länger warm – also der perfekte Ort zum Grillen und Weintrinken. Neben einem großen Tisch ist hier natürlich wichtig, dass der Grill ausreichend Platz findet. Denn: 400 Grad und mehr Hitze können manche Modelle entwickeln, erklärt der Tüv Nord. Am besten steht das Gerät an einem windstillen Ort. Generell braucht es beim Balkon gen Westen einen Windschutz. Denn das ist in Deutschland die sogenannte Wetterseite, von der am ehesten der Wind und auch der Regen kommt. Hier bieten sich an den Seiten Trennscheiben an oder Paravents, erklärt Buchautorin Adams. Als Dach eignen sich stabile und regenfeste Markisen. Auf windigen Westbalkonen ist wichtig, dass auch Sonnenschirme stabil stehen. Modelle mit Gehwegsplatten tun das eher als solche mit einem Fuß, der mit Wasser gefüllt wird, wie Gerd Engelhardt vom Tüv Rheinland erklärt. Auch beim Bodenbelag ist die Wetterseite zu bedenken: Holzbeläge sind keine gute Wahl für Balkone, die ständig Regen abbekommen, erklärt Buchautorin Esther Herr. „Aber dafür gibt es ja inzwischen auch Holz-Kunststoff-Mischungen (WPC), die wetterfest sind. Fliesen oder Beton finde ich persönlich zu kühl und ungemütlich, aber beide Beläge sind ebenfalls robust.“ Und die Farbe der Einrichtung? Geismann rät zu Orange. „Sie soll Mücken eher abschrecken, und außerdem reflektiert sie den Sonnenuntergang toll.“ Der Süden Auf diesen Balkon scheint die Sonne am längsten direkt. Sitzflächen zur Südseite sind also perfekt zum langen Brutzeln in der Sonne. Aber hier ist natürlich auch Schatten wichtig. Ein Sonnenschirm brauche 40 mal 40 Zentimeter Platz, erklärt die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Platzsparende Alternativen sind zum Beispiel Tische mit integrierter Halterung oder einer an der Balkonbrüstung. Der Tüv Rheinland empfiehlt zum Schutz vor UV-Strahlen einen Stoff mit Lichtschutzfaktor 60 bis 80. Die Sonne heizt hier die Fußbodenbeläge auf. Der Norden „Wenn es richtig heiß ist, sind sie super. Sie sind dann eine echte Oase“, sagt Buchautorin Katharina Adams über Nordbalkone. Und sie sind der perfekte Ort fürs Zurückziehen und Einmummeln. Schön sind hier Möbel mit genau diesem Wohlfühlgefühl, etwa die angesagten Korbsessel zum Aufhängen. Oder gar ein Strandkorb. In den Schatten passen helle Farben, die ein wenig mehr erhellen, wie Geismann erklärt. Und immer gut machen sich in kühleren Räumen warme Farben wie Gelb und Terrakottarot, findet Adams. „Eventuell kann man die Wände auch in diesen Farben streichen.“ Viele Vorteile für private Bauherren Neues Bauvertragsrecht ab 1. Januar 2018. (rps) Zum Jahreswechsel tritt das neue Bauvertragsrecht in Kraft. Es bringt viele Vorteile für private Bauherren, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Zum Beispiel haben Bauherren als Verbraucher dann erstmals das Recht auf die Herstellung und Herausgabe konkreter Pläne und Berechnungen für ihr zukünftiges Haus. Die sind nötig, um beweisen zu können, dass das Haus geltendem Recht entspricht. Der VPB rät dazu, die Herstellung und Übergabe der Pläne bereits jetzt in diesem Jahr fest in den Vertrag aufnehmen zu lassen. Da beim Schlüsselfertigbau Baufirmen und Bauherren Vertragsgestaltungsfreiheit genießen, könnten sie vereinbaren, was sie wollen. „Bauherren sollten sich nicht hinhalten lassen: Alles, was ab 1. Januar 2018 Pflicht wird, können Baufirmen, bei etwas gutem Willen, heute schon leisten“, heißt es in einer Mitteilung des VPB. Weitere Infos: www.vpb.de Lüftungsgeräte mit Wasserbereitung koppeln Integralsysteme nutzen warme Luft aus dem Freien. (tmn) Ein Lüftungssystem kann mit dem Warmwassersystem im Haus verbunden werden – dadurch lässt sich Geld sparen. Je nach Gerät sei es möglich, bis zu 90 Prozent der benötigten Energie für das Warmwasser aus der verbrauchten Luft zu gewinnen, erläutert die Initiative Wärme+. Diese sogenannten Integralsysteme nutzen außerdem warme Luft aus dem Freien als Wärmequelle. Und sie können zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt werden. Und so funktioniert’s: Ventilatoren belüften die Räume. Sie saugen verbrauchte Luft ab und leiten sie ins Freie. Das Integralgerät zieht Wärme aus der Abluft ab. Ein Wärmetauscher mit einer Wärmepumpe nutzt diese Energie und gibt sie an die Warmwasserbereitung ab. Zugleich strömt über Ventile an der Außenwand Frischluft in die Wohnräume. Einige Hersteller bieten Integralsysteme an, die aus der Lüftung auch Energie für die Heizungsanlage gewinnen.

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