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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 13 Als

HANDWERK & WOHNEN 13 Als „super Oldtimer“ bezeichnet Hauptkommissar Ralph Müller (r.) die Fenstertür aus dem Jahr 1985. Doch sie ist nicht mehr auf dem Stand der Sicherheitstechnik. Foto: Maurer Gespräche zu Fragen wie diesen folgt in der Regel ein Gärungsprozess“, wie Müller es nennt. Anfangs hinterfragen seine Kunden seine Hinweise. Und dann hinterfragen sie, warum sie überhaupt Hunderte von Euro investieren sollten, wenn nur ein bisschen Bargeld geklaut werde. Zum einen, weil die Schaden an der aufgebrochenen Tür und an dem ausgehebelten Fenster ins Geld gehen. Laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beträgt der Schaden im Durchschnitt 3250 Euro pro Fall. Zum anderen hat jeder Einbruch eine psychologische Ebene: Einbrecher verletzen die Intimsphäre. Das Gefühl, ein behütetes Zuhause zu haben, kann verloren gehen. Fühlte man sich vor dem Einbruch in den eigenen vier Wänden noch sicher, ist dies nach dem Einbruch oft nicht mehr der Fall“, sagt Carola Wacker-Meister vom Opferschutzverband Weisser Ring. „15 bis 20 Prozent aller Einbruchsopfer müssen mit langfristigen psychosomatischen Belastungen kämpfen.“ Müller spricht daher oft vom „Sicherheitsgefühl“ in seiner Beratung. Dieses Gefühl kann jeder selber stärken – durch Maßnahmen am eigenen Haus. So wie die Besitzer dieses Hauses. Schon vor Müllers Besuch tauschte das Ehepaar einen kaputten Türgriff im Kellereingang bewusst gegen einen sichereren Beschlag mit Zieh- und Bohrschutz aus. Das Türblatt ist aus Stahl und entsprechend schwer zu halten, nicht zu durchbrechen. Doch was auf den ersten Blick stabil und sicher erscheint, fällt bei Müller durch. Der Kriminalkommissar rüttelt fest an der Tür und sagt: „Das hält nur an den zwei kleinen Klötzchen.“ Denn das „15 bis 20 Prozent aller Einbruchsopfer müssen mit langfristigen psychosomatischen Belastungen kämpfen“ Carola Wacker-Meister Weisser Ring Schloss der Brandschutztür ist eine sogenannte Vampirschließung. Hier wird die Falle, die bei geschlossener Tür ins Gegenstück ragt, nur von zwei Sicherheitszapfen umfasst. Müllers Rat: „Ein John- Wayne-Riegel wie in den alten Western“, der innen quer über das ganze Türblatt gelegt werden kann. Die Tür lässt sich dann von außen nicht mehr öffnen. „Klar, wenn Sie mit Bierkästen vom Einkaufen kommen, müssen sie die halt erst abstellen, über die Haustür reingehen und die Tür von innen öffnen“, erläutert Müller den Hausbesitzern. „Aber das wäre mir die Sicherheit wert.“ Müller versucht bei seiner Beratung immer den Lebensalltag seiner Kunden im Blick zu behalten. Denn bei aller Absicherung: Wer schließt schon all die Schlösser und Riegel ab, wenn sie einen im Alltag nur behindern? Auch berät er neutral, macht nicht Werbung für einzelne Hersteller. Der Kriminalbeamte will nichts verkaufen und niemand überreden. Seine Aufgabe ist Aufklärung. Ortswechsel: Gästetoilette. Das Fenster mit Rundbogen wirkt zu klein für einen Einstieg eines erwachsenen Mannes. Doch hebelt man es komplett aus, ist das kein Problem, sagt Müller. Dazu sind Rundbögen in der Regel nicht komplett mit Zapfen abgesichert. „Was tun?“, fragt der Hausherr. Nachrüstbare Scharniere am Rundbogen wären eine Spezialanfertigung eines Schreiners – und entsprechend teuer. Auch empfiehlt der Kriminalbeamte hier nicht wie an anderen Fenstern extra Riegel. „Ich rate in Vorratskammer, Bad und Klo eigentlich immer zur Vergitterung der Fenster.“ Der Grund ist wieder die Alltagstauglichkeit: „Weil ich als vorbildlicher Klo-Benutzer hier immer das Fenster aufmache.“ Und dann wird es vergessen beim Verlassen des Hauses.

14 HANDWERK & WOHNEN So findet man den passenden Energieberater Die Berufsbezeichnung des Energieberaters ist nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Und in der Tat bieten Vertreter sehr unterschiedlicher Professionen ihre Dienste als Energieberater an. VON KATJA FISCHER Ein Energieberater kann ein Architekt, Ingenieur, Heizungsbauer, Schornsteinfeger, Dachdecker oder Haustechniker sein. Auch etliche andere Fachleute werden in einschlägigen Listen geführt. Nicht einfach für Verbraucher, den richtigen Partner für ihr Vorhaben zu finden. Die wichtigsten Infos: Wann ist Energieberatung sinnvoll? Schon bei kleineren energetischen Problemen kann sich die Beratung lohnen. Etwa wenn der Energieverbrauch im Haus überdurchschnittlich hoch ist. Bei einer Beratung werden mögliche Ursachen ermittelt und Hinweise zu einfachen technischen Maßnahmen und Tipps zur Änderung des persönlichen Verhalten gegeben, erklärt Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Das kann eine schnelle Beratung am Telefon oder ein ausführlicher Besuch zu Hause sein. Themen sind aber vor allem andere Fragen des privaten Energieverbrauchs wie Heizen und Lüften, baulicher Wärme- und Hitzeschutz, Heizungs- und Regelungstechnik bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien. Gerade über Förderprogramme für den Neubau und die energetische Modernisierung klären Berater auf. Denn um diese zu beantragen, müssen speziell geschulte Experten beauftragt werden. Ein Energieberater begleitet die Sanierung oder den Hausbau. Foto: Christin Klose Schon im roten Bereich? Wie effizient ist ein Gebäude, und wie kann sich sein energetischer Zustand durch eine Sanierung verändern? All das kann ein Energieberater untersuchen. Foto: Franziska Gabbert Sind Energieberater also sogar Pflicht? Ja, und zwar für diverse staatliche Förderprogramme – so etwa beim Bau eines KfW-Effizienzhauses 55 und Häusern mit noch höherem Energiestandard, erklärt Hermann Dannecker, Vorstand des Deutschen Energieberater-Netzwerks. Denn dann müssen besondere bauliche Anforderungen erfüllt werden, die der Berater plant und begleitet. Das sei eine sehr komplexe Aufgabe, sagt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Ein Beispiel: Um eine Förderung der KfW-Bank in Anspruch zu nehmen, muss die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen erfolgen – und zwar nur durch einen Experten, der in der Liste für Förderprogramme des Bundes eingetragen ist. Er übernimmt dann auch die Antragstellung für Förderungen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Wie erkenne ich einen guten Energieberater? „Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, ist es für den Bauherrn besonders wichtig, versierte und erfahrene Fachleute auf dem Markt zu erkennen“, erklärt dena-Experte Stolte. Für die Energieberatung für geförderte hocheffiziente Sanierungen und Neubauten gibt es eine Expertenliste auf der vom Bundeswirtschaftsministerium getragenen Internetseite www.energie-effizienz-experten.de. Diese Experten wurden in einem mehrstufigen Qualifikationssicherungssystem geprüft und zugelassen. „Bevor sie dort aufgenommen werden, müssen sie Nachweise über ihre Grund- und Zusatzqualifikationen erbringen“, erklärt Stolte. Und die Energieberater müssen dann alle drei Jahre belegen, dass sie an Fortbildungen teilgenommen und praktisch gearbeitet haben. Für jedes Förderprogramm, für das sie weiter gelistet sein wollen, sind Nachweise notwendig. Im dritten Schritt werden alle eingereichten Praxisnachweise einem automatischen Plausibilitätscheck unterzogen und die Leistungen stichprobenartig überprüft. „So ist sichergestellt, dass es sich um fachkundige Experten für energieeffizientes Bauen und Sanieren handelt“, sagt Stolte. Auch Verbraucherschützer Brandis empfiehlt die Liste. Welche Kriterien sind bei der Wahl entscheidend? Alle in der bundeseinheitlichen Liste unter energie-effizienz-experten.de aufgeführten Energieberater haben sich verpflichtet, neutral und unabhängig zu beraten. „Doch das ist nicht das einzige Kriterium, das der Bauherr beachten sollte“, findet Hermann Dannecker vom Deutschen Energieberater-Netzwerk. Mindestens ebenso wichtig sei, dass der Experte das Gebäude ganzheitlich und branchenübergreifend bewerten kann und auch ein Auge auf mögliche Baumängel hat. „Dazu sind bei weitem nicht alle Energieberater in der Lage.“ Ähnlich wie bei der Suche nach Architekten und Baufirmen kann man sich hierzu vom Energieberater Referenzen geben lassen und zum Beispiel frühere Auftraggeber befragen. gefördert? Nicht nur energieeffizientes Bauen und Sanieren, sondern auch die Energieberatung selbst wird gefördert. Und zwar vor und während „60 Prozent der förderfähigen 800 Euro für ein Ein- und Zweifamilienhaus, gibt es als Zuschuss im Rahmen der sogenannten Bafa-Vor-Ort-Förderung“, Für die Planung und Baubegleitung 50 Prozent der Kosten, bis 4000 Euro Zuschuss pro Vorhaben. In manchen Bundesländern gibt es darüber hinaus länderspezifische Förderprogramme für die Energieberatung. Wie wird Energieberatung der Baumaßname. Beratungskosten, maximal sagt Dannecker. übernimmt die KfW-Bank noch einmal

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