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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 15 Den

HANDWERK & WOHNEN 15 Den Kosten den Stecker ziehen Mit ein paar Tricks lässt sich einiges am Strom sparen. Teurer Standby-Modus Es ist logisch: Wird etwas ausgeschaltet, wenn man es nicht braucht, spart das Strom. Verdeckte Stromfresser sind Geräte im Stand-by-Modus. Laut einer Beispielrechnung des UBA kann eine HiFi-Anlage mit 21 Watt Leerlaufverlust allein etwa 53 Euro Stromkosten im Jahr verbrauchen – ohne jemals Musik zu spielen. Die Geräte gehören daher am besten an eine schaltbare Steckerleiste, die richtig vom Stromnetz getrennt werden kann. Das gilt auch für das Netzteil des Handys, wenn das Gerät nicht mehr daran hängt. Vier dieser Netzteile verbrauchen rund 50 Euro Stromkosten im Jahr, wenn sie konstant an der Steckdose hängen. Noch eine Faustregel: Je heller und bunter Bildschirme sind, desto größer ist ihr Strombedarf. Der Computer sollte bei Nichtbenutzung nach 15 Minuten in den Ruhezustand wechseln. Geräte im Stand-by-Betrieb sind Stromfresser. Foto: Kai Remmers VON SIMONE A. MAYER Viel Strom lässt sich mit effizienteren Haushaltsgeräten sparen – aber in diese muss man erst mal investieren. Mit ein paar kleinen Änderungen des eigenen Verhaltens ist aber auch schon einiges zu erreichen. Tipps zum Stromsparen geben die Verbraucherzentrale und das Umweltbundesamt UBA) und nennen Orientierungsgrößen zum Einsparpotenzial. Kochen 40 Prozent Energie spart es ein, wenn man beim Kochen den Deckel auf den Topf legt. Wird kurz vor dem Ende des Garens oder Bratens der Herd abgestellt, spart das rund 15 Prozent Energie. Werden Brötchen auf einem Toaster mit Aufsatz statt im Backofen erwärmt, macht das sogar einen Unterschied von 70 Prozent aus. Im Backofen ist außerdem die Zubereitung in Umluft um 15 Prozent sparsamer als Ober- und Unterhitze. Wer nicht vorheizt, braucht acht Prozent weniger Energie. Kühlen Wenn das Kühlgerät keine No-Frost-Funktion hat, sollte es mindestens einmal im Jahr abgetaut werden. Denn eine nur ein Zentimeter dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch gleich um zehn bis 15 Prozent. Staut sich am Wärmetauscher an der Rückseite des Gerätes die Abluft, weil die Lüftungsschlitze zugestellt sind, müssen Kühlund Gefrierschrank mehr leisten. Der Mehrverbrauch an Strom kann sich auf bis zu zehn Prozent belaufen. Und dieser Tipp liegt eigentlich auf der Hand: Werden noch warme Reste vom Abendessen in den Kühlschrank gegeben, muss er mehr leisten. Wer darauf verzichtet, spart den zusätzlichen Stromverbrauch. Waschen Unter hygienischen Gesichtspunkten reicht es in den meisten Fällen, Wäsche mit nur 30 oder 40 Grad zu waschen. Außerdem kostet es weniger: Allein schon das Waschen mit 60 statt mit 90 Grad senkt den Stromverbrauch der Maschine um mindestens 40 Prozent. Wer auf den Vorwaschgang verzichtet, braucht zwischen zehn und 30 Prozent weniger. Beleuchtung Es gibt noch klassische Glühlampen in vielen Haushalten. LEDs oder Energiesparlampen benötigen aber rund 80 Prozent weniger Strom. Sonst gilt: Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt – auch dadurch lässt sich sparen.

16 HANDWERK & WOHNEN Mit Herbstlaub einen Komposthaufen anlegen Herbstlaub ist schön – am Boden wird es aber nach nd nach rutschig nd matschig. nd gefährlich für ußgänger. Doch wohin damit? Hobbygärtner können es gut gebrauchen: Aus den Blättern entsteht auf einem Kompost wertvoller Mulch und Dünger. In Gärten mit großen Bäumen kann viel Herbstlaub anfallen. Foto: Nestor Bachmann VON ALEXANDER STAHR Herbstlaub sieht wunderschön aus, wenn es fällt. Und die Wiesen als bunte Tupfen bedeckt. Doch für den Rasen ist es auf Dauer eine Gefahr: Die Gräser schimmeln unter den feuchten Blättern. Aber wohin damit? Es lässt sich kompostieren. Der Gärtner gewinnt dadurch aus Abfällen etwas, was im nächsten Jahr den eigenen Pflanzen gut tut: Aus dem Laub wird durch die Verrottung wertvoller organischer Stoffe Langzeitdünger für die Beete. Laub enthält weniger Stickstoff als viele andere Grünabfälle – und das wird zu einem vergleichsweise stickstoffärmeren Kompost. Er eigne sich sehr gut zur Langzeitdüngung von Moorbeetpflanzen wie Azaleen, Skimmien, Rhododendren und Heidekrautgewächsen, erläutert Andreas König vom Botanischen Garten in Frankfurt am Main. Und dieser Kompost ist ein Hindernis für Unkräuter, die diesen lieben, etwa Giersch oder Brennnessel, ergänzt Thorsten Laute vom Botanischen Garten in Berlin. Ohne Aufbereitung können die Blätter von Obstbäumen, Eschen, Ebereschen, Weiden, Birken, Haseln und Hainbuchen auf dem Kompost landen. Sie verrotten gut. „Schwer zersetzende Laubarten wie Eiche, Walnuss oder Platane benötigen längere Zeit zur Kompostierung“, erklärt Laute. Sie sollte der Gartenbesitzer daher vorher häckseln. Es lohnt sich aber, diese schwer zersetzbaren Laubarten für den Kompost zu verwenden: Ihr meist niedriger pH-Wert ist Laute zufolge ebenfalls wichtig zum Mulchen und zur Verbesserung der Böden bei Moorbeetpflanzen und Rhododendren. Der Komposthaufen lässt sich bis zum Herbst nach und nach mit organischen Abfällen aus Garten und Küche auffüllen, im Herbst kommt dann die große Menge Laub darauf – in der Folge ruht der Haufen. Oder man legt jedes Jahr einen Haufen im Herbst neu an, um dem sehr großen Blätterberg Herr zu werden. Ein Kompost lässt sich in einem selbst gezimmerten oder gekauften Behälter oder als loser Haufen anlegen. Ein idealer Platz für beides liegt im Halbschatten und ist windgeschützt, also etwa unter Bäumen, die auch etwas Regen abfangen. Dann muss der Hobbygärtner den Haufen auch nicht extra abdecken. Wichtig ist, dass es kein Brett zwischen dem Boden und den Abfällen gibt. Es müssen Bodentiere wie Regenwürmer in den Kompost gelangen können. Sie helfen bei der Umwandlung. Laub allein sollte aber in beiden Varianten keinen Haufen ausmachen. Es würde lediglich verfaulen – insbesondere, wenn das Laub sehr feucht ist und zusammenklebt, erklärt Gartenfachberaterin Verena Zöls-Schedlbauer. König rät daher, den Schichten aus Laub einen Anteil von bis zu zehn Prozent an anderen Grünabfällen beizumischen, etwa kleine oder gehäckselte Äste. Soll der Kompost mehr Stickstoff für mittel- oder starkzehrende Zierund Nutzpflanzen enthalten, sollten sogar vier Fünftel des zu kompostieren Materials sonstige Grünabfälle sein. Auch mineralische Bestandteile, etwa gebrauchte Blu- Nach einem Jahr lässt sich der Kompost schon zum Mulchen im Ziergarten verwenden. Oder der Hobbygärtner setzt ihn um und lässt ihn weiter verrotten. Foto: Nestor Bachmann menerde, Gartenerde oder Gesteinsmehl, sind nötig – ebenfalls bis zu zehn Prozent Anteil. Bei der Verrottung in kleinen Haufen, wie sie in Privatgärten üblich sind, entwickeln sich keine ausreichend hohen Temperaturen, um Unkrautsamen oder Krankheitskeime unschädlich zu machen, erklärt Zöls-Schedlbauer. Wer daraus Anzuchterde für Zimmerpflanzen gewinnen möchte, sollte den Boden daher sterilisieren, rät der Biologe König. Dazu kommt der Boden bei 70 Grad für eine Stunde in den Backofen. Nach einem Jahr lässt sich der Kompost schon zum Mulchen im Ziergarten verwenden. Oder der Hobbygärtner setzt ihn um und lässt ihn weiter verrotten. Nach insgesamt drei Jahren ergibt die Verrottung den Reifekompost zur Langzeitdüngung.

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