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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 17

HANDWERK & WOHNEN 17 Gartenaktivitäten im Herbst und Winter Auch wenn die Tage wieder dunkler werden: Im Garten gibt es immer noch eine Menge zu tun – so muss er nun winterfest gemacht werden. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um neu zu pflanzen oder umzupflanzen. Der Fachhandel hält eine große Auswahl an Gehölzen und Stauden bereit. Stauden, deren Laub unattraktiv geworden ist, können jetzt zurückgeschnitten werden. Aber auch Umpflanzen ist möglich. Besonders ältere, verkahlte Stauden werden ausgegraben, geteilt und – nachdem der Boden aufgebessert wurde – wieder neu aufgepflanzt. Jetzt kann auch die Rasenfläche noch einmal vertikutiert werden, um Moose und Algen zu vermindern und den Boden besser zu belüften. Mit einem Benzin- oder Elektrovertikutierer lässt sich diese Arbeit bei trockener Fläche einfach ausführen. Wichtig: Das Gerät zügig über den Rasen fahren, damit keine Löcher entstehen, und anschließend den Filz gründlich abharken. Nach ihrer Blüte werden Gladiolen und Dahlien jetzt aus dem Boden aufgenommen und im Haus trocken eingelagert. Für eine bunte Blütenpracht mit Frühjahrsblühern ist es an der Zeit, Blumenzwiebeln zu pflanzen. Besonders gut zur Geltung kommen Zwiebelblüher im Rasen. Dazu werden für große Blumenzwiebeln mit einem Pflanzholz einzelne Löcher in die Rasenfläche gestochen, die Zwiebel wird mit der Spitze nach oben darin versenkt. Anschließend wird das Loch wieder mit Erde aufgefüllt. Für kleine Zwiebeln löst man eine quadratische Platte der Grassode, schlägt sie – ähnlich wie ein Buch – auf und steckt die Zwiebeln in die Erde. Die Rasenplatte wird wieder zugeklappt und festgetreten. Tulpen, Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen und viele Arten hält der Fachhandel in allen Größen und Formen vor. Wenn Einjährige und Staudenpflanzen verblüht sind, fällt der Blick auf immergrüne Sträucher wie Formgehölze oder Hecken, die dem Garten seine Struktur geben, sogar, wenn der Schnee die Äste bedeckt. Bevor es anhaltend friert, können noch Stauden und Gehölze gepflanzt werden. Zuvor empfiehlt der Mit einer Gartenschere lassen sich kleinere Schnittarbeiten im Herbst problemlos durchführen. Foto: GMH/BVE Vor Frost schützen Kübelpflanzen, die keinen Frost vertragen, müssen rechtzeitig ins Winterquartier umziehen. Die meisten Kübelpflanzen überwintern am besten an frostfreien, trockenen, kühlen aber hellen Standorten. Robuste Arten sind auch mit Garagenplätzen bei spärlichem Lichteinfall zufrieden. Wichtig: Regelmäßig, dem Standort angepasst, gießen und auf Schädlinge kontrollieren. Fachmann, mit dem Spaten gut den Boden aufzulockern und auch mögliche Wildkräuter zu entfernen. Dann wird ein ausreichend großes Pflanzloch gegraben, das dem Wurzelballen genügend Platz bietet. Bei wurzelnackten Gehölzen werden die Wurzeln ein Stück zurückgeschnitten. Stauden werden mit ihrem Wurzelballen gepflanzt. Nach der Pflanzung wird gut gewässert. Im Winter ist dann der richtige Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen bei Obstgehölzen. Mit einem Rückschnitt lichtet man die Gehölze aus und sorgt dafür, dass sie im nächsten Jahr wieder zahlreiches Obst tragen. Neben Formgehölzen sorgen Winterblüher und Beerensträucher für Akzente im Garten. Zu den Gehölzen zählen der Winter-Schneeball, Jasmin und Zaubernuss. Strauchrosen und Zieräpfel bieten Hagebutten und Früchte, die nicht nur ein Hingucker sind, sondern auch einen Leckerbissen für Vögel bieten. In den Wintermonaten sollten Gartenscheren, Spaten und Hacken einer besonderen Pflege unterzogen werden. Metall- und Stahlteile werden gesäubert und gegebenenfalls frisch geschärft. Gartenscheren bleiben rostfrei, wenn man sie reinigt und ölt. gmh

18 HANDWERK & WOHNEN Welches Federborstengras sich jetzt fürs Beet eignet Es gibt zwei Gruppen des Federborstengrases: die Winterharten, die Hobbygärtner für viele Jahre zu einem Schwerpunkt ihrer Beetgestaltung im Herbst machen können, und die Varianten, die nach einem Jahr wieder verschwinden – und so Platz für Neues machen. Links: Das Japanische Federborstengras bildet dicke Blütenstände. Das Afrikanische Lampenputzergras hat eine besonders intensive Färbung. Fotos (2): Andrea Warnecke VON DOROTHÉE WAECHTER Die Gräser fallen im Garten vor allem dann auf, wenn der Sommer seinen Zenit überschritten hat. Viele Arten schieben erst jetzt ihre Blütenstände durch die Laubbüschel in die Höhe. Ein besonders bezaubernder Vertreter der Herbstgräser ist das Pennisetum, im Deutschen nennt man es Federborstengras. Diese umgangssprachliche Bezeichnung deutet auf die Form der Blüten hin, die sich übergeneigt wie grobe Federn im Wind wiegen. Hobbygärtner müssen bei der Auswahl ihres Federborstengrases besonders eines bedenken: Manchen Arten fehlt die ausreichende Winterhärte für das mitteleuropäische Klima. Zu denen, die aber mehrere Jahre – und auch die Winter – im Garten über erhalten bleiben, gehört das Japanische Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) mit kompakten, dicken Blütenständen und das Feine oder Orientalische Lampenputzergras (Pennisetum orientale), sagt Landschafts- und Staudengärtner Friedrich Camehl. Ihr Vorteil ist ein schöner Winterschmuck: Das Gras verleiht dem dann eher grauen Garten eine schöne Struktur – vor allem, wenn es von Raureif und Eiskristallen bedeckt ist. „Der Rückschnitt sollte erst im März erfolgen“, rät Camehl. Für einen sauberen und gleichmäßigen Schnitt nimmt der Gärtner am besten die Heckenschere. Die beiden Arten bilden robuste, langlebige Pflanzen. „Wenn die Blüte nach einigen Jahren nachlässt, sollte man das Federborstengras teilen“, rät Camehl. Ein guter Zeitpunkt ist der Juni. Dabei sollten Teilstücke von der Größe einer Faust oder sogar kleiner entstehen. So regeneriert sich das Gras besser und wächst wieder rasch zu einer stattlichen Schönheit heran. Der Landschaftsgärtnermeister empfiehlt die Sorte Hameln des Japanischen Federborstengrases. Sie sei auch am weitesten verbreitet. Das Gras bleibt eher niedrig und kompakt bei einer Höhe von 60 bis 90 Zentimetern. Die Sorte Little Bunny ist kleinwüchsig mit zehn bis 30 Zentimetern, Little Honey wird bis zu 40 Zentimeter hoch. Wer etwas Höheres sucht, sollte zu Cassian und Weserbergland greifen. Extra- Tipp: Die Sorte Japonicum fällt im Garten auf, da ihre Blüten eine weiße Spitze tragen. Beim Orientalischen Federborstengras haben sich vor allem die Sorten Karley Rose mit rosafarbenen Blütenwalzen und die bis zu 180 Zentimeter hohe Tall Tails durchgesetzt. Wer lieber Abwechslung im Garten möchte, setzt auf einjährige Varianten des Grases. Dazu gehört die Perlhirse (Pennisetum glaucum) mit breiten Blättern und stattlichen Kolben. Der Landschaftsgestalter Peter Janke empfiehlt das Gras für Mischpflanzung aus Einjährigen und Stauden. Das Afrikanische Lampenputzergras (Pennisetum setaceum), auch als Rotes Lampenputzergras bekannt, ist eigentlich mehrjährig. Es überlebt aber den Winter hierzulande nicht. Für Peter Janke ist es der attraktivste Vertreter. „Es gibt kein anderes Ziergras mit dieser intensiven Färbung“, findet er. Besonders gelte das für die Sorten Rubrum und Fireworks. Aber Janke betont: „Man darf dieses Gras nicht mit der Erwartung pflanzen, dass man es vielleicht doch über den Winter bringen könnte. Aber es beschert als einjährige Pflanze über viele Monate Gartenglück.“ Ein Grenzgänger mit gleichem deutschen Namen, dem das Überleben im Winter ge- Pflegetipps lingen kann, ist das Afrikanische Lampenputzergras mit botanischer Bezeichnung Pennisetum macrourum. Laut Janke kommt es mit Frost von bis zu minus fünf Grad klar. Aber da sich das Gras bereits im ersten Jahr wunderbar entwickelt, ist es für die einjährige Kultur ebenso gut geeignet. Es trägt recht dünne, walzenförmige Blütenstände, die übermannshoch werden. „Dieses Gras wirkt nicht bollerig, sondern bringt mit seinen Blüten Lichtpunkte in eine Gestaltung“, findet Janke. Grundsätzlich sind Federborstengräser relativ anspruchslos, wenn es um ihren Boden geht. „In der Wachstumsphase benötigen die Pflanzen jedoch viel Wasser, vor allem in sandigen Böden“, erklärt Staudengärtner Friedrich Camehl. Und die Gräser sind für sonnige Plätze ideal. Daher empfiehlt Landschaftsgestalter Peter Janke die Kombination mit Montbretien (Crocosmia), Prachtkerzen (Gaura) sowie pinkfarbenem Siegwurz (Gladiolus communis) und orangeblühenden Fackellilien (Kniphofia). Und er rät, die einjährigen Grasarten in den Kübel zu setzen. Gerade auch darin müssen sie mit Wasser gut versorgt werden und kommen am besten in höhere Gefäße mit einem ebenfalls höheren Erdvolumen.

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