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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 19

HANDWERK & WOHNEN 19 Holzböden schmeicheln auch den Ohren Parkett ist ideal für Räume, in denen musiziert wird. INSEKTENSCHUTZSYSTEME BLAZEK Fliegengitter Spannrahmen und -rollos Dreh- und Schiebetüren Kellerschachtabdeckungen aus Aluminium - eigene Herstellung kostenlose Vor-Ort-Beratungen, Aufmaße und Kostenpläne. Tel. 0176 / 52 44 52 44 · info@insektenschutzsysteme-blazek.de www.insektenschutzsysteme-blazek.de Holzböden fördern die Raumakustik maßgeblich. Foto: vdp/Haro Es ist ein gewohnter Anblick: Im Theater, in der Oper, in der Schulaula oder auch im Uni-Hörsaal sind fast immer Holzböden verlegt. Abgesehen von der Optik liegt dies im optimalen Raumklang begründet. „Dank der Fähigkeit, Schallwellen zu absorbieren, vermag Holz den Nachhall deutlich zu reduzieren. So klingt zum Beispiel die Musik in der Kölner Philharmonie viel transparenter, als dies bei einem Bodenbelag aus anderen Materialien der Fall wäre“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie, Michael Schmid. Auch Privatpersonen können von diesem Umstand in ihren eigenen vier Wänden profitieren, indem sie ihre Stereo-Anlage oder das Home-Entertainment-System in einem Raum mit Parkett- Fußboden installieren. Die dort erzeugten Schallwellen werden so auf natürlichem Wege zum lebendigen Klangerlebnis. Auf die einzigartigen Klangeigenschaften des Naturmaterials setzen seit Jahrhunderten auch die Hersteller von hölzernen Musikinstrumenten – mit Ausnahme von „Dank der Fähigkeit, Schallwellen zu absorbieren, vermag Holz den Nachhall deutlich zu reduzieren“ Michael Schmid einigen Blasinstrumenten und Orgeln. „Diese Herstellerwissen, dass Musiker größten Wert auf die Reinheit der Klänge legen. Die erzeugten Töne sollen nicht nachhallen und möglichst unverzerrt den Zuhörer erreichen“, erläutert Schmid. Viel Erfahrung im Umgang mit der Kombination von Parkett und Musik hat der Schweizer Innenarchitekt Andrea Renzo Lardelli im Lauf seines Berufslebens gemacht. Für ihn steht fest: „Holzböden sind einfach ideal für die Wiedergabe klassischer Musik geeignet. Die Klänge werden optimal im Raum verteilt – und das mit einem ganz kurzen Nachhall.“ Der Innenarchitekt gibt zu bedenken, dass mitschwingende Materialien oder Konstruktionen im Umfeld der Musikerzeugung auf jeden Fall vermieden werden sollten, da diese den Klang verfälschen. Cellisten oder Bassisten hingegen setzen auf der Bühne gerade auf das Mitschwingen des Holzbodens, da sie so auf noch direkterem Weg mit ihrer Musik in Verbindung treten können. vdp

20 HANDWERK & WOHNEN Unkonventionell: Schwarze Farbstreifen lassen eine Wand ganz besonders wirken. Malermeister Alfons Föster bei der Farbberatung mit einer Kundin. Mut zu Farben Weiße Möbel wirken bei einem blauen Hintergrund besonders gut. Gehörige Farbakzente können auch mit einem kräftigen Rot gesetzt werden. Fotos (4): Föster Wenn eine Renovierung ansteht, entscheiden sich viele für weiße Wände. Malermeister Alfons Föster dagegen wirbt für eine Kombination aus kräftigen Farben und Pastelltönen. VON ILKA PLATZEK Alfons Föster ist seit 25 Jahren Malermeister im eigenen Betrieb, den er zusammen mit seinem Bruder Stephan leitet. Das Familienunternehmen in Düsseldorf hat sich auf Privatkunden spezialisiert, deren Häuser und Wohnungen in neuem Glanz erstrahlen sollen. Stephan Föster ist eher der Maler, Alfons Föster der Farbberater im Team. Seine Erfahrung: „Oft wollen die Kunden zuerst nur weiße Wände, aber meistens finden sie nach der Beratung das Farbkonzept toll und sind alle hinterher total begeistert.“ Der Malermeister macht Hausbesuche, nimmt sich viel Zeit und bringt Farbkarten mit (nicht etwa kleine Farbschnipsel, sondern DIN A5 große Musterbögen), die er dann an diejenige Wand hält, die in neuem Glanz erstrahlen soll. Entdeckt er eine weiße Essecke oder ein Sofa in einem Raum, kann es gut sein, dass er den Besitzern rät, die Wand dahinter blau zu streichen – oder rot, oder grün – denn „vor kräftigen klaren Farben kommen helle Möbel erst richtig zur Geltung. Vor einem hellen Hintergrund dagegen nicht“, erklärt er. Und die anderen Wände in diesem Raum? „Da wähle ich einen Pastellton, der mit der kräftigen Farbe korrespondiert.“ Die Decken streicht er vorzugsweise weiß. Seine Überzeugung: „Es darf nicht zu bunt werden, und die Farben sollen sich nicht beißen.“ Kräftige Farben seien in Ordnung, knallige dagegen nicht. Föster macht seinen Kunden Mut, einmal zur Farbe zu greifen. Er selbst war auch nicht immer mutig: „Vor 22 Jahren sind wir in ein weißes Haus eingezogen.“ Dann hat Föster Farbseminare besucht und sich nach und nach in die Materie eingearbeitet. Für Kinder- und Jugendzimmer empfiehlt er Gelb und Orange, und auch kleine Wohnungen wirken nicht zwangsläufig kleiner, wenn man vom gängigen Weiß abweicht: „Ich habe einen gut ausgeleuchteten Flur mit hellen Bildern an der langen Wand dunkelbraun gestrichen. Der wirkt jetzt größer als vorher.“ Hat er die Chance, eine ganze Wohnung zu gestalten, schaut er nach den vorherrschenden Materialien, nach den Lichtverhältnissen und wählt danach die Farben aus, natürlich in Absprache mit dem Kunden. Wenn dieser unsicher ist, wird die Farbe auf eine größere Fläche der fraglichen Wand aufgetragen. „Zu 90 Prozent lassen sich die Leute überzeugen.“ Diese Farbe kommt entweder direkt aus dem Farbeimer auf den Putz oder wird als Tapete geklebt. Für Küchen bevorzugt er Glaswände statt Kacheln. Diese werden mit Silikon verfugt: Das ist nicht nur Nässe-, sondern auch Insektenschutz“, erklärt der Fachmann. Hinter der Glasfläche kann Farbe, Kalligrafie oder eine Tapete kleben. Der Vorteil gegenüber Kacheln: Wenn das Muster nicht mehr gefällt, kann man etwas ganz anderes machen. Was für Wohnungen gilt, gilt auch für Fassaden: Der Farbton darf ruhig kräftig sein, solange er zum Haus passt. Föster verarbeitet innen und außen nur hochwertige, umweltfreundliche Farben. Sie kosten zwar deutlich mehr als der Durchschnitt, halten aber auch länger und verbessern das Raumklima: „Mit mineralischen Farben (Silikatfarben) bleiben die Wände offenporig, es kann Feuchtigkeit einziehen und wieder abgegeben werden. So entsteht ein gesundes Raumklima, über das sich auch alle Allergiker freuen können.“

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