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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 25

HANDWERK & WOHNEN 25 Kleine Sofas feiern Comeback Riesige Sofalandschaften haben eine Zeit lang große Teile des Wohnzimmers eingenommen. Nun schwappt der Trend zurück zu kleineren Möbeln. VON PETER STEINHAUER Die Sofalandschaft war lange Zeit schwer begehrt. Sich dort hineinzufläzen und stundenlang TV-Serien hinzugeben, gilt vielfach immer noch als der Inbegriff von Gemütlichkeit. In der letzten Zeit scheint sich bei den Polstermöbeln allerdings ein Wandel zu vollziehen. „Man sieht derzeit viele kleine, süße Sofas“, berichtet Branchenkenner Holger Klasen, Agent für italienische Designhersteller in Deutschland. Verstärkt rücken kleine Zweisitzer in den Vordergrund. Eine Firma, die sich komplett auf den Trend zu kleineren Polstermöbeln spezialisiert hat, ist Very Wood – ursprünglich ein Hersteller von Stühlen. Das Unternehmen hat seine Erfahrung in ein Programm von kleinen Zweisitzern einfließen lassen, den Settees. Diese etwas größeren Sitzmöbel entstanden im 18. Jahrhundert, die Damen am Hof sollten darauf mit ihren breiten Reifröcken Platz finden. Very Wood gab mit Hilfe von namhaften Designern diesem alten Möbeltyp eine zeitgenössische Form. Der deutsche Designer Sebastian Herkner hat zum Beispiel die Serie Unam entworfen. Herkner benutzt für seinen Zweisitzer eine hand- werklich anspruchsvolle Gestellkonstruktion aus Holz und zieht darüber Spanngurte. Das Sitzmöbel wirkt so sehr luftig. Und die Sitzflächen des Lounge Settees des Designduos Paolo Lucidi und Luca Pevere sind extrem flach gepolstert. Trotzdem wirkt das Möbel komfortabel. Aus Dänemark kommen das Sofa Era von Simon Legald für Norman Copenhagen sowie About a Lounge Sofa for Comwell von Hee Welling für Hay. Mit ihren filigranen Beinen wirken diese Minisofas ein wenig nostalgisch. „Das Sofa erinnert mit seinen weichen Formen an ein Polstermöbel aus den 50er Jahren“, erklärt Designer Hee Welling. Auch schalenförmige Sofas liegen im Trend – so das Sofa Morph Duo Lounge des Münchener Designstudios Formstelle für den Hersteller Zeitraum. Foto: Zeitraum „Wir wollten ein kleineres Möbel mit sehr einladendem und komfortablem Charakter entwickeln.“ Es steht nicht nur im Wohnzimmer. „Das Möbel soll in kleinen Apartments funktionieren, aber auch in Lobbys, in Hotelräumen oder in Wartebereichen.“ Kleine Möbel sind ein Markt, der an Bedeutung gewinnt. In Großstädten leben immer mehr Bewohner in Single-Haushalten. Und der Wohnraum in den Städten ist knapp und teurer. Viele Menschen haben deshalb gar nicht den Platz, um sich mit üppigen Sofalandschaften auszustatten. Aber diese Möbel haben noch einen Vorteil: Sie verändern das Sitzverhalten. Der Nutzer kann darauf nicht mehr liegen, er sitzt aufrecht und ist aktiv. Ein solch schlanker Sofatyp ist nicht Rückzugsort, sondern der Platz, um Gespräche zu führen, am Laptop zu arbeiten oder die Zeitung zu lesen.

26 HANDWERK & WOHNEN Wärme aus der Erde Wärmepumpen müssen zum Haus und zum Grundstück passen. Es gibt drei unterschiedliche Arten. Die Installation geothermischer Sonden für Erdwärmepumpen ist relativ aufwändig, dafür arbeitet die Technik sehr energiesparend und effizient. Fotos (2): Bauherrenschutzbund Wer neu baut, stellt sich unter anderem die Frage nach der energie- und kostensparendsten Lösung für die Beheizung des künftigen Eigenheims. Für viele Bauherren interessant ist die Wärmepumpe, die ohne Brennstoffe wie Öl, Gas oder Holz Wärme aus Umweltenergie und Elektrizität erzeugt. Doch welche Technik ist im Zweifelsfall die richtige? Pauschale Antworten auf diese Frage gibt es nicht, denn die Auswahl der richtigen Wärmepumpe hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Nach Ansicht von Diplom- Ingenieur Hartmut Wisatzke, Servicepartner des Bauherren-Schutzbunds (BSB), sollte die Wärmepumpe in jedem Fall von einem Fachmann geplant und von einer Fachfirma installiert werden. Viele Tipps dazu hat der Ratgeber „Wärmepumpensysteme im Überblick“, der auf der Website der Verbraucherschutzorganisation BSB unter www.bsb-ev.de kostenlos heruntergeladen werden kann. Als Grundlage für die richtige Dimensionierung ist eine Heizlastberechnung des Gebäudes zu erstellen, die auch den Warmwasserbedarf berücksichtigt. Von den Gegebenheiten des Grundstücks hängt es zudem ab, welche Art von Wärmepumpe überhaupt eingesetzt werden kann. Diese Wärmepumpen- Optionen gibt es: Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Grundwasser, das über einen Brunnen entnommen und über einen weiteren wieder zurückgeführt wird. Sie liefern die besten Leistungswerte, können aber nur dort eingesetzt werden, wo Grundwasser relativ oberflächennah erreichbar ist. Zudem muss die Qualität des Grundwassers für den Betrieb geeignet sein, die zuständigen Wasserbehörden müssen ihr Plazet geben. Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen das Erdreich als Wärmequelle. Dies geschieht entweder über oberflächennah eingebaute Kollektoren, die relativ große Gartenflächen benötigen, oder über Erdwärmesonden mit bis zu 100 Meter tiefen Bohrungen. Für letztere sind Genehmigungen des verantwortlichen Bergamts nötig. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am einfachsten zu installieren. Da die Wärmequelle Luft tages- und jahreszeitlich stark schwankt, liegt ihre Effizienz jedoch nicht so hoch wie bei den anderen Techniken. Weil zudem die Ventilatoren Bei Planung eines Hauses spielt die Wahl einer langfristig sicheren und effizienten Heiztechnik eine wichtige Rolle. in den Außenteilen der Luft- Wasser-Wärmepumpen nicht lautlos laufen, sind Schallschutz-Anforderungen etwa Mindestabstände zu benachbarten wie Häusern zu rücksichtigen. be- djd COP und JAZ Wenn es um die Effizienz von Wärmepumpen geht, stößt man schnell auf die Begriffe „COP“ und „JAZ“. Der „Coefficient of Performance“ (COP) oder Leistungskoeffizient sagt aus, wie das Verhältnis von eingesetzter Antriebsenergie, also Strom, zur gewonnenen Wärmeenergie ist. Noch wichtiger ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie stellt ebenfalls das Verhältnis von Wärmeenergie zu Antriebsenergie dar, aber bezogen auf ein ganzes Betriebsjahr. Im Ratgeber „Angebots- Check für Wärmepumpen“ des Bauherren- Schutzbunds gibt es dazu ausführliche Infos: www.bsb-ev.de

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