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Handwerk und Wohnen - Geldern 20.09.2017

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HANDWERK & WOHNEN 27

HANDWERK & WOHNEN 27 Handwerkerkosten von Steuer absetzen Der Fiskus fördert nur Arbeitskosten, nicht aber Ausgaben für das benötigte Material. Daher sollten Lohn- und Materialkosten auf der Rechnung stets getrennt aufgeführt werden. Foto: Markus Scholz Renovieren und dabei Steuern sparen? Ja, das geht. Für Handwerksarbeiten gibt es einen Steuerbonus von jährlich bis zu 1200 Euro. Sind Handwerker im Haus, ist das nicht immer ein Anlass zur Freude. Die Profis kommen zwar, um die Heizung zu reparieren, die Küche zu erneuern oder das Bad zu verschönern. Ein Handwerkerbesuch ist aber meistens auch mit viel Zeitaufwand, Aufräumarbeiten und hohen Kosten verbunden. Immerhin: Wer einen Handwerker beauftragt, kann das Finanzamt an den Kosten beteiligen. „Eigentümer oder Mieter einer Immobilie können 20 Prozent der Ausgaben, maximal aber 1.200 Euro im Jahr, steuerlich geltend machen“, sagen die Experten des Lohnsteuerhilfevereins Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Doch es gibt ein paar Voraussetzungen: Zum einen müssen die Handwerkerarbeiten in der selbst genutzten Wohnung, im Haus, Garten oder in der eigenen Ferienwohnung ausgeführt werden. Zum anderen werden nur Bau- und Renovierungsarbeiten an einem bereits bestehenden Haushalt gefördert. Anders ausgedrückt: Neubauten gehen leer aus, hierfür gibt es keine Steuererleichterungen. Außerdem fördert der Fiskus nur die tatsächlichen Arbeitskosten, nicht aber die Ausgaben für das benötigte Material. „Bitten Sie daher Ihren Handwerker immer darum, Lohn- und Materialkosten getrennt auf der Rechnung aufzulisten“, raten die VLH-Steuerexperten. In einigen Fällen erkennt das Finanzamt auch in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten an. Eine weitere wichtige Voraussetzung: Nur Überweisungen werden berücksichtigt. Handwerkerrechnungen, die bar bezahlt werden, erkennt das Finanzamt nicht an. „Selbst bei kleineren Beträgen lohnt es sich, die Rechnungen per Überweisung zu zahlen“, empfehlen die VLH-Experten. In der Vergangenheit gab es immer wieder Unklarheiten, inwieweit die eine oder andere Leistung absetzbar ist oder nicht. Jetzt gilt im Grundsatz, dass die Steuerermäßigung nicht nur für das Reparieren, Renovieren oder Austauschen gilt, sondern auch für das Erweitern von Wohnraum. Wer also zum Beispiel den bislang ungenutzten Dachboden ausbauen lässt, kann die Handwerkerrechnung steuerlich geltend machen. Die Liste der geförderten Arbeiten ist lang – selbst das Klavierstimmen oder der Einbau von Insektenschutzgittern gehört dazu. Anders sieht die Sache bei Vermietern aus. Vermieter dürfen die Handwerkerkosten für jede bauliche Maßnahme als Ausgabe von der Steuer absetzen. Sie können sogar die komplette Rechnung beim Finanzamt einreichen. Es werden also nicht nur der Arbeitslohn oder die Fahrt- und Maschinenkosten, sondern auch die Materialkosten berücksichtigt. rps

28 HANDWERK & WOHNEN Außenhülle des Hauses checken Regenschauer, Herbststürme und Schneegestöber ziehen bald wieder auf. Neben offensichtlichen Schäden am Haus sind vermeintliche Kleinigeiten wie Risse im Putz oder beschädigten Ziegel die größte Gefahr. Es drohen hohe Folgeschäden. VON KATJA FISCHER Machen wir uns nichts vor: Bald ist Winter. Bitterkalte Nächte, stürmische Tage und viel Regen kommen – und das oft schneller, als man zum Sommerende und Herbstbeginn denkt. Davor sollte das Haus rundum geschützt sein. Teils müssen Profis dabei helfen. „Hausbesitzer sollten möglichst zweimal pro Jahr einen Check-up der Außenhaut ihres Gebäudes vornehmen – im Frühjahr und Herbst“, rät Corinna Kodim vom Eigentümerschutzverband Haus & Grund Deutschland. „Beim Herbstcheck kommt es besonders darauf an, Undichtigkeiten zu beseitigen.“ Auf diese sensiblen Punkte am Haus sollten Hausbesitzer ihr besonderes Augenmerk legen: Dach In ein undichtes Dach kann Feuchtigkeit gelangen. Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks rät, auf die Stellen besonders zu achten, an denen das Wasser konzentriert abgeleitet wird. „Also an Kehlen, hinter dem Schornstein und an Dachaufbauten“, erläutert Gunkel. „Dort sollte man besonders gründlich reinigen und nach Beschädigungen suchen.“ Im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht müssen Hausbesitzer darauf achten, dass von ihrem Dach keine Gefahr ausgeht. Alles muss fest sitzen. Besonders nach Stürmen sollte geprüft werden, ob Dachziegel fehlen, beschädigt sind oder ob die Dachhaut Schaden genommen hat. Auch Solar- und Antennenanlagen könnten in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Außenwände Durch Risse und abgeplatzten Putz an der Fassade dringen Nässe und Frost ein. „Solche Schäden müssen unbedingt vor dem Winter beseitigt werden, sonst drohen teure Folgeschäden“, warnt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund. Die Dämmung kann etwa ihre Wirkung verlieren. Deshalb sollten Hausbesitzer auch kleinste Schäden ernst nehmen. Besonders kritische Stellen an der Fassade sind die Anschlusspunkte zu den Fensterbrettern. „Sie müssen absolut dicht sein, dürfen keine Risse und Löcher aufweisen“, erklärt Experte Stefan Würzner. Regenrinnen Dachrinnen müssen frei von Laub und anderen Fremdkörpern sein, damit im Winter Regen- und Schmelzwasser gut ablaufen kann. Besonders beansprucht sind die Regenrinnen beim Wechsel von Frost- und Tauperioden. Dann kann sich bei geneigten Dächern an der Rinne eine Eisschanze bilden, die den Abfluss des Schmelzwassers verhindert. Es kommt zum Rückstau, der Wasser in das Hausinnere drücken kann. Kommt das oft vor, kann sich unter Umständen eine Regenrinnen-Heizung lohnen. Auf Dächern über Gehwegen oder Hauseingängen sind Schneefanggitter oder ähnliches sinnvoll und gegebenenfalls auch vorgeschrieben. Rollläden Automatisch betriebene Rollläden frieren bei Minusgraden schnell an den äußeren Fensterbrettern fest. Die Motoren sind zu schwach, um die Rollläden zu lösen, und gehen kaputt. „Hier hilft es, ein kleines Stück Holz oder einen Korken zwischen Rollladen und Fensterbrett zu legen, damit beiden nicht miteinander in Kontakt kommen“, rät Würzner zur Vorsorge. Holzelemente an Fenstern, Türen und Fassaden Bei Auffälligkeiten an der Holzbeschichtung von Fenstern, Türen, Wintergärten und Vorhangfassaden sollten Hausbesitzer checken, ob es sich nur Die Herbst- und Winterwitterung wird dem Haus zusetzen. Die Bewohner sollten die Fassade vorher prüfend anschauen. Foto: Bauherren Schutzbund Um Rohrbrüche zu vermeiden, müssen im Freien liegende Wasserhähne an der Fassade vor dem ersten Frost abgesperrt werden. – Durch abgeplatzten Putz dringen Nässe und Frost ein. Das kann schlimme Spätfolgen haben und etwa die Dämmung unwirksam machen. Fotos: Marks/Warnecke um oberflächliche Makel oder tieferliegende Schäden handelt. „Davon hängt ab, welche Maßnahmen ergriffen werden“, sagt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade. Ist nur das ästhetische Erscheinungsbild verändert, etwa durch nachlassenden Glanz, Farbveränderungen oder Algenbewuchs, genügt eine gründliche Reinigung. Gibt es aber tiefe Risse und Blasen, setzt sich Feuchtigkeit unter die Beschichtung. Haben Pilze oder Insekten das Holz zerstört, ist eine Renovierung oder sogar eine grundlegende Sanierung der Holzbeschichtungen notwendig. Balkon und Terrasse Ein kritischer Punkt auf Balkon und Terrasse ist der Ablauf. Auch er sollte im Herbst unbedingt frei von Laub und Schmutz sein. Setzt er sich zu, fließt das Wasser nicht mehr ab und sucht sich andere Wege unter Fliesen, Bodenplatten oder ins Mauerwerk, erläutert Kodim. Fallrohre und Dachabläufe Undichte Rohre sollten Hausbesitzer umgehend reparieren. Schäden können große Probleme bereiten, wenn austretendes Wasser über längere Zeit an der Fassade herunterläuft. An Frosttagen kann das gestaute Wasser zu Eis gefrie- ren – die Rohre könnten dann platzen. Außenwasserhähne Um Rohrbrüche zu vermeiden, müssen im Freien liegende Wasserhähne an der Fassade vor dem ersten Frost abgesperrt und entleert werden. „Dazu wird der Hahn geöffnet und im Inneren des Hauses vom Trinkwassersystem getrennt“, sagt Würzner. Den Winter über bleiben die Außenhähne aber aufgedreht. Anders ist das bei frostsicheren Außenwasserhähnen, sie schließen selbst die Leitung in der Außenwand. „Diese Hähne bleiben im Winter zugedreht“, so Würzner.

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